Akute Polyamorie – Panik in der Bevölkerung

Immer öfter geistert der Name einer ansteckenden Seuche durch Medien und soziale Netzwerke, die mitten unter uns grassiert! Polyamorie ist ein nicht zu unterschätzendes Phänomen, das vollkommen zu Recht Angst und Schrecken verbreitet!

Ich sag das nur zur Sicherheit: Ich tippe diesen Artikel mit einer Hand, weil ich mit der anderen das SARKASMUS-SCHILD hoch halte! Versteht ja nicht immer jeder, nä?

Bei der Polyamorie handelt es sich um nicht artgerechtes Verhalten, weil nämlich! Es gibt Menschen, die haben mehr als einen Partner! Für länger! Oder sogar für richtig lange! Also, mit Absicht! Und die erzählen sich das auch noch gegenseitig! Die wollen das gar nicht anders! Unfassbar.

Als Fachfrau für investigativen Sarkasmus habe ich deshalb todesmutig recherchiert und die wichtigsten Fakten über Polyamorie für euch zusammengetragen! Fünf Minuten meines Lebens dahin, dahin, ja? Für immer! *schrei* Aber egal! Ich finde, da muss Aufklärung her!

Was Polyamorie mit Menschen anrichtet!

  1. Polyamore Menschen leben grundsätzlich in Kommunen ohne Privateigentum und tragen Batikkleider – auch die Männer!
  2. Die Kinder in polyamoren Familien wissen alle nicht, wer ihr Vater ist, das schädigt ihre Entwicklung!
  3. Polyamore Frauen lassen ihre Kinder im Kollektiv aufwachsen, damit sie sich nicht drum kümmern müssen, weil sie lieber fi****.
  4. Wer sich für Polyamorie entscheidet, muss für den Rest seines Lebens mit mindestens zwei anderen Menschen das Kopfkissen teilen – Fotos in der Presse beweisen es!
  5. Durch die sogenannte „Vielliebe“ arbeitet keiner mehr bei der Müllabfuhr, weil dann alle nur noch fi****. Schlimmer als das Grundeinkommen!
  6. Polyküle verseuchen das Grundwasser und belasten die Umwelt!
  7. Polyamore Männer sind blöder als ein Pfund Tofu! Sogar zu blöd, um ihre Frauen anzulügen! Anständige Männer verstehen die Regeln und gehen heimlich fremd!
  8. Fi****!
  9. Fi****!
  10. Ich will aber auch fi****!

Quelle: Fratzbuch

Folgende Archetypen kristallisieren sich in der öffentlichen Diskussion heraus:

Die monogame Ehefrau!

Mei, is des a liabs Madl!

Die monogame Ehefrau auf Fratzbuch kennt weder Rast noch Ruh, wenn es darum geht, Frauen anzugreifen, die Polyamorie als eine Möglichkeit des feministischen Lebensstils durchdenken. Dabei schreckt sie auch nicht davor zurück, mutig diesen garstigen (und ihr völlig unbekannten) Rivalinnen schon mal prophylaktisch das Haus zu verbieten, weil die ja alle nur ihren Mann fi**** wollen!

Ein Ehemann ist Privateigentum und wird auch als solches mit allen Mitteln verteidigt! War ja schwer genug, den Scheißkerl endlich einzufangen! Da der Ehemann weder das Recht noch die Fähigkeit hat, selbst zu denken, ist die Ehefrau das letzte Bollwerk im Kampf um eine geregelte Zivilisation.

Der Mann!

Fratzbuch-Nutzer sind sich einig: Das charmante Lächeln und der harmlos verpeilte Blick täuschen! Ganz besonders polyamor eingestellte Affen sind primitive Männer, die … Nee. Umgekehrt, oder? Jetzt bin ich raus … auf jeden Fall alle. Poly, mono, egal. Alles Affen! Sagen die Affen. Also, über die anderen Affen. Ist ja auch nicht so wichtig.

The walking Bitch!

Im Volksmund wird diese nicht-monogame Spezies auch Schlampe genannt. Ihr sexueller Hunger ist unersättlich, Mitgefühl mit Frauen, die ihren Mann gern für sich hätten, ist der Schlampe vollkommen fremd. Sie robbt skrupellos nachts in Tarndessous durch die Gärten und bricht in Häuser ein, um wehrlose Männer zu überlisten! Erste Versuche mit Elektrozäunen schlugen fehl. Da müssen Gesetze greifen!

Fazit?

Manchmal bin ich so müde … einfach nur müde … Ich denke, ich werde mir noch ein bisschen leise summend die Fliegenklatsche vor die Stirn hauen und dann ein paar fratzbuchfreie Tage einlegen ….

 

5 thoughts on “Akute Polyamorie – Panik in der Bevölkerung

  1. Uuuupps! Sorry, mein Kopf ist gerade auf den Tisch geknallt. Bin eingeschlafen beim Lesen. 😉
    Und ich bin nicht polyphon oder wie das heißt. 😉
    Im Ernst: Gibt es nichts Wichtigeres? Nicht-monogame Lebensgemeinschaften sind in den meisten „modernen“ Kulturen ein Randthema. Ich kann gut damit leben, dass andere Menschen andere Vorlieben haben, solange sie mich nicht von der alleinigen Richtigkeit ihrer Lebensweise überzeugen wollen. Mehr gibt es, meiner Meinung nach, nicht dazu zu sagen.
    (Außer vielleicht, dass zum Beispiel einige Protagonisten in meiner Dystopie in einer sehr offenen Beziehung leben …)

    1. Hehe, wie war das mit „aus der Komfortzone holen“? Es tut mir leid, dass dir der Kopf auf den Tisch gefallen ist, ich hoffe, es bleibt nichts zurück! 😀

      Schade, dass die „Diskussion“ zum Artikel in einer geschlossenen FB-Gruppe für Polyphone läuft, ich hab seit Monaten nicht so gelacht wie mit meiner Zielgruppe.

      Aber ich finde es, um mal das alte Sozialarbeiterwort „spannend“ zu verwenden, äh, also, interessant. Wie du dich echauffierst, dass das Thema so unwichtig ist. Hmmm?

      Aber – um mal ernst zu werden – wenn Menschen für ihren Lebensstil immer wieder massiv angegriffen und auch einfach aus Unwissenheit angefeindet werden (damit meine ich nicht dich, sondern die vorherrschenden Vorurteile), dann finde ich das verdammt wichtig. Ganz egal, um welchen Lebenstil es geht. Freiheit gibt es für alle oder für keinen.

      1. „Freiheit gibt es für alle oder für keinen.“

        Da gebe ich dir vollkommen recht. Nein, du hast mich nicht aus der Komfortzone geholt. Aber ich habe den Eindruck, dass die Zurschaustellung anderer Lebensmodelle gelegentlich mit einer gewissen unnötigen Aggressivität stattfindet, die ich für keine Seite für gerechtfertigt halte. Nichts gegen die Love-Parade, aber im täglichen Umgang interessiert es mich nicht wirklich, ob jemand homosexuell ist oder in einer erweiterten Lebensgemeinschaft lebt. Mich interessiert, ob ich mit der Person, die vor mir steht, gut auskommen kann.
        Natürlich habe ich Vorurteile. Die lebe ich aber erst dann aus, wenn mein Gegenüber diese faktisch bestätigt hat. 😉

        1. Vorurteile haben wir doch alle, irgendwie müssen wir die Welt ja in Päckchen sortieren, um sie händeln zu können, aber längst nicht jedem ist das bewusst. Erst, wenn man sie bündelt, werden sie einem richtig klar. Ich vermute, wenn du von aggressiver Zurschaustellung sprichst, hast du vielleicht Feminazis, missionarische Veganer oder ähnliches im Kopf. Ich gebe zu, ich hatte mit solchen „Zurschaustellungen“ auch oft Probleme, bis ich mich gefragt habe, woher das kommt. Menschen werden immer dann laut, wenn sie sich nicht gehört fühlen. Nein, ich bin nicht dafür, irgendwen zu missionieren, ich bin dafür, dass wir uns alle mal entspannen und toleranter werden, und da halte ich – auch manchmal bissigen – Humor immer noch für einen guten Weg.
          Ich denke, mit der Love-Parade meintest du den Christopher Street Day, weil du dich direkt danach auf Homosexuelle beziehst, aber wo wären wir ohne das? Wir dachten alle, die Zeiten, wo Schwule in KZs landen, wären vorbei und was passiert jetzt in Tschetschenien? Es kann gar nicht genug Menschen geben, die das Anderssein (welches auch immer) laut und fröhlich feiern, um Mauern in den Köpfen einzureißen. Und natürlich gibt es Männer (und damit meine ich jetzt NICHT dich, du kämpfst doch für die Guten), die sich zum Beispiel persönlich angegriffen fühlen, wenn ein anderer Mann geschminkt in einem bunten Kostüm an ihnen vorbeitanzt. Ich verstehe auch, wenn Männer, die heterosexuell leben, solches Verhalten als aggressiv empfinden, weil es alles infrage stellt, woran sie glauben und was ihnen Sicherheit gibt. Ebenso verstehe ich die monogame Ehefrau, die Angst hat, dass polyamore Frauen ihr den Mann wegnehmen könnten. Nur entspringt diese Angst eben Vorurteilen und nicht der Wahrheit!

Und was ist deine Meinung?