Blogparade: Selbstbestimmte Romanheldinnen gesucht!

Blogparade: Selbstbestimmte Romanheldinnen gesucht!

Ihr Lieben! Was jetzt hier passiert, ist völlig spontan und nicht geplant, aber ich starte eine Blogparade, ohne einen Plan zu haben, wie das geht. Mir ist nämlich folgendes passiert!

Ihr kennt das vielleicht selber. Es gibt so Themen, die regen einen ständig und immer wieder auf. Weil man ja aber auch noch was anderes zu tun hat, als ständig gegen Windmühlen zu kämpfen, drängt man es immer mal wieder nach hinten und kümmert sich um andere Sachen. Man will ja seine Leser auch nicht mit seinem ewigen Kreuzzug langweilen. Und dann sagt irgendwo jemand ganz leise „Piep!“ und man kocht sofort wieder hoch und entwickelt neue Energie. Weil man eben doch nicht allein ist.

So ging es mir mal wieder gestern Abend, als Bloggerkollegin und Jungautorin Jean Parker auf ihrer FB-Seite eine Diskussion angestoßen hat zu der Frage, wieso der Buchmarkt eigentlich so voll ist mit Romanen, die angeblich „das wahre BDSM“ vermitteln. Obwohl doch inzwischen wirklich auch die letzte Hirschkuh begriffen haben müsste, dass Buchtitel wie (ich denk mir jetzt welche aus und hoffe, dass ich keine Zufallstreffer lande) „Im Heizungskeller vom Milliardär angekettet und ausgepeitscht“, „Vom Biker zuschanden geritten“ oder „Unter schwarzer Flagge abgerichtet zur Sexsklavin“ mit BDSM so viel zu tun haben wie der Papst mit der Ehe für alle. (Skandal, im Vatikan leben immer noch Männer unverheiratet zusammen! Egal.)

Ihr wisst sicher genau, welche Liga von Büchern ich meine.

Blogparade Frauenliteratur

Die Story in diesen Büchern ist ja immer ähnlich. Steinreicher Psychopath mit grotesken Muskeln entführt unschuldige junge Frau, um sie gefangen zu halten, zu brechen und nach Lust und Laune zu vergewaltigen. Das Opfer entdeckt seine selbstlose Liebe zu ihm. Weil, er sieht ja so schnuckelig aus, dieser mörderische Grenzfall des Patriarchats, und er schwelgt ja im Luxus und, ach, seine Seele ist ja soo verletzt, das verwundete Raubtier, hach! Und er hat sie erwählt, er braucht ihre Liebe so sehr, dass er bereit ist, jede erdenkliche Straftat an ihr zu verüben, das MUSS doch Liebe sein, oder?

Wer von euch jetzt denkt, so schlimm ist 50 Shades doch gar nicht, dem gebe ich Recht. 50 Shades ist so unglaublich 2011, inzwischen sind wir da viel weiter! Mister Grey war nur der Türöffner für einen völlig neuen Trend am Buchmarkt, der inzwischen Blüten treibt – wenn mir das vor zwanzig Jahren jemand gesagt hätte, ich hätte mir an die Stirn getippt und hysterisch gelacht. Ja, klar. Frauen verschlingen Bücher über Frauen, die als allzeit verfügbare Ware ihre Erfüllung darin finden, mit psychischer und physischer Gewalt und Gehirnwäsche zum Sex gezwungen zu werden.

Wieso zur Hölle stehen Frauen auf sowas?

Man könnte jetzt denken, dass dieser Trend am Buchmakrt bedient wird von Sexualstraftätern, die hinter Gittern sitzen und denen ihr Therapeut geraten hat, für ihre Fantasien ein Ventil zu suchen, das niemanden verletzt. Aber, nein. Solche Bücher werden von Frauen für Frauen geschrieben. Und es ist mir vollkommen unverständlich.

Gestern las ich, dass diese Bücher so gut gehen, läge daran, dass es evolutionsbiologisch-kulturell eine erfolgreiche Strategie von Frauen ist, vergewaltigt zu werden und dann wieder starke Vergewaltiger zu gebären. Weil wir eben eine Spezies von nackten Primaten sind, bei der die Männchen viel größer und stärker sind. Aha. Diese Begründung stammte von einem Mann, der Wahrheitsgehalt ist also nicht verifiziert und natürlich kann jemand, der so argumentiert, sich immer auf andere Männer berufen, die das „wissenschaftlich“ festgestellt haben. Es gibt eben immer einen noch größeren Fisch. Ich nehme an, solche Theorien kommen dadurch zustande, dass der Mensch von allen Primaten den kleinsten Penis hat. Irgendwas müssen die da mit ihren Omnipotenzfantasien kompensieren.

Manchmal ist eine Zigarre gar keine Zigarre

Da lobe ich mir fast den guten alten Sigmund Freud, der vor über hundert Jahren auf die Idee kam, dass Frauen zum Sex gezwungen werden müssten, um ihn genießen zu können. Das, äh … ja. Klingt jetzt so, wie es sich anhört. Was Freud damit sagen wollte, war aber – wenn auch vielleicht nicht ganz richtig – trotzdem noch irgendwie logisch nachvollziehbar und wenn man es ganz gnädig auslegen will, war er ein Fürsprecher der Frauen. Oder hat sich selbst zumindest so gesehen. Der Gedanke dahinter war nämlich, dass Frauen zu Ende des lustfeindlichen neunzehnten Jahrhunderts natürlich wie jeder Mensch einen Sexualtrieb hatten, diesen aber in den engen moralischen Schranken der Gesellschaft nicht ausleben konnten, ohne Schuldgefühle zu entwickeln, weil Sex schmutzig ist.

So. Freuds Ausweg aus dem Dilemma sah jetzt so aus, dass Frauen zum Sex gezwungen werden müssten, um nicht in Hysterie zu verfallen. Denn kein Sex = Hysterie. Man, also Mann, musste also dafür Sorgen, dass Frau Sex bekam. Denn sonst sitzen sie mit glasigem Blick summend in der Ecke und schlagen schaukelnd den Kopf an die Wand. Und dann macht keiner die Wäsche. Töchter sind auch ganz schwer vermittelbar, wenn sie einmal anfangen, solche „Eigenarten“ zu entwickeln, also verheiratet man sie besser früh.

Der Vater der PsychoANALyse, hehe, sah aber die EHE als Mittel der Wahl. Keine Flogger, Handschellen oder sonstewatt. In einer Zeit, in der Ausdrücke wie „Vergewaltigung in der Ehe“ allerdings nur milde Lacher bei den Herren hervorgerufen hätten, konnte das natürlich jeder Gatte ganz in seinem Sinne auslegen. Eine Ehefrau KANN man gar nicht vergewaltigen. Schließlich gab es eheliche Pflichten, die eine ehrbare Frau zu erfüllen hatte. Und sich gezwungen zu fühlen, erlaubte den ehrbaren Gattinnen, den Schuldkomplex auszulagern. Denn wenn die, iiiih, schmutzigen Sex hatten (wie schmutzig kann ehelicher Bürgersex um 1900 schon gewesen sein, höhö!), konnten sie dem triebhaften Gatten die Schuld geben und das befreite ungemein.

Freud hat dazu (ich glaube, es war im Buch über die Fehlleistungen, sehr erheiternd übrigens!) sogar ein Anekdötchen auf der Pfanne. Ein junges Ehepaar hatte sich gerade ge(ehe)paart, woraufhin der junge Gatte den Puderquast seiner Frau benutzte (wozu stand da nicht). Tadelnd rief die junge Braut aus: „Du hast mich schon wieder mit deinem Quast gepudert!“

Ja, äh, also, was ich sagen wollte, hab ich jetzt vergessen. Jedenfalls bezeichnete Freud Frauen, die in der Lage sind, ihre erogenen Zonen wahrzunehmen, als kulturell unverbildete Durchschnittsweiber. Nachdem ich das gelesen hatte, bin ich nicht mehr zur Uni gegangen und wandte mich der Polyamorie zu, muahahahaaa! Nee, äh, was ich eigentlich sagen wollte: Es gibt sicher Gründe für Vergewaltigungsfantasien und in seinem Kopf sollte jeder tun dürfen, was er möchte, da sind wir uns einig. Aber!

Das Sein bestimmt das Bewusstsein!

Ja, ich bin so frei, ich haue euch Karl Marx um die Ohren. Warum? Weil er Recht hatte! Der Satz stimmt einfach. Es gibt viele Spielarten der menschlichen Lust und solange es einvernehmlich passiert, ist das auch gut so, soll ja schließlich jeder glücklich werden. Diese Einvernehmlichkeit muss aber da sein, bevor man anfängt. Solange gefangen gehalten und vergewaltigt zu werden, bis man ein Stockholm-Syndrom entwickelt und meint, den Vergewaltiger zu lieben, ist keine Einvernehmlichkeit. Durch die Überschwemmung des Buchmarkts mit angeblicher BDSM-Literatur ist die Idee, dass Frauen diese Wesen sind, die dann Liebe entwickeln, wenn man sie nötigt und bricht, aber zum Mainstream geworden. Und dieses allgegenwärtige Bild macht etwas mit unserem Bewusstsein.

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der Frauenliteratur von Autorinnen wie Simone de Beauvoir, Alice Schwarzer oder Alice Walker, Betty Friedan, Marilyn French und vielen anderen Schwestern geschrieben wurde, die uns befreien wollten. Diese Autorinnengeneration fußte auf tapferen Vorkämpferinnen bis zu Pazifistinnen und Sozialistinnen, die vor über hundert Jahren die freie Liebe gefordert haben, damit Frauen ein Recht auf Beziehungen bekommen, ohne ihr Recht auf Eigentum, Unversehrtheit und eine eigene Meinung am Traualtar abzugeben.

Die Ahninnen haben für ein Recht auf freie weibliche Sexualität gekämpft, auf Lust ohne Schuldgefühle, die in den bösen Vergewaltiger ausgelagert werden müssen. Denn dieser Gedanke kommt aus der patriarchalen Ecke und heißt auf Stammtisch nichts anderes als: „Wenn die Nein sagen, meinen die Ja. Die wollen das doch nicht anders!“ Was mich nur so ratlos macht, ist die Tatsache, dass anscheinend manche Autorinnen und Leserinnen heute der gleichen Meinung sind.

Und früher war das, ohne Witz, besser. Wir Frauen haben in Büchern ganz andere Rollenmodelle gefunden, es gab Zeiten, da hatten wir ganz andere Idole. Wackere Suffragetten wurden inhaftiert und zwangsernährt, weil sie versuchten, mit friedlichem Widerstand und Hungerstreiks das Wahlrecht für Frauen zu erkämpfen, Autorinnen wie Virginia Woolf haben versucht, zu zeigen, wie wichtig Unversehrtheit und Selbstbestimmung sind. Und als ich anfing zu lesen, lagen solche Bücher in allen Buchläden noch völlig selbstverständlich aus. Standardsortiment. Man kann sagen, dass ich zu den letzten Dinosaurierinnen gehöre, die noch durch hundert Jahre feministische Kulturgeschichte geprägt wurden.

Meine Töchter wachsen heute in einer Zeit auf, in der die Literatur für Frauen ein vollkommen anderes Weiblichkeitsideal propagiert. Übrigens auch ein vollkommen anderes Männerideal. Die Frau ist jungfräulich, blöd und hilflos, in harmloser Unterhaltung legt sie sich dann eben mit Stöckelschuhen auf die Fresse und Mr. Right bietet ihr den Arm. Oder sie kotzt wie Miss Steel, weil sie zu blöd ist zum Saufen, aber das verbietet Christian ihr dann ja zum Glück. Die moderne Frau hält eben Entmündigung und Vergewaltigung für die selbstlose Liebe eines Mannes. Wenn mir in Miss Steels Alter so ein angstbesetzter kleiner Zwangsneurotiker begegnet wäre, der seine Oberhemden und Peitschen nach Farbe und Größe ordnet, hätte ich einen Wodka gekippt, mir eine Fluppe angemacht und gesagt: „Bis du mir den Arsch versohlen darfst, musst du aber noch verdammt lange auf die Weide!“

Zurück zu den trendigen Archetypen. Der Mann ist muskelbepackt, schwimmt im Geld, führt sich auf wie eine tickende Zeitbombe, eine unberechenbare Kriegsmaschine mit posttraumatischer Belastungsstörung. Er äußert seine „Liebe“ durch double-bind Kommunikation und treibt damit sein Opfer in eine schizophrene Abhängigkeit. Ich streichle dich, während ich dich vergewaltige. Kann sie seine Ambivalenz nicht als eindeutig identifizieren, beschließt sie eben, dass ihre künstlich durch „Liebesgewalt“ gezüchtete Abhängigkeit wohl Liebe sein muss.

Zeigt euch, tretet ans Licht, meine Damen!

Jetzt mal ehrlich, Leute, haben wir eigentlich alle einen an der Waffel? Jetzt werden bestimmt wieder viele Leute feststellen, dass ich es bin, die einen an der Waffel hat. Die Sookie regt sich immer über einen Scheiß auf, unglaublich. Solche Bücher sind doch total romantisch und das sexy Männermodel auf dem Cover ist doch njomnjom! Außerdem bin ich nur neidisch. Die schreiben Bestseller, ich dümpel irgendwo in der Midlist vor mich hin. Und wenn du weder in der Top 10 bist, noch 5000 Facebook-Fans hast, führen deine Bücher eben ein subersives Schattendasein. Das eine bedingt das andere.

Ich bin ja öfter auf Facebook unterwegs und ich bin öfter bei Amazon unterwegs. Und nicht nur als Autorin, sondern vor allem als Leserin frage ich mich, wie zur Hölle man noch Bücher findet, die nicht von strunzdummen Opfertussis und peitschenden Milliardären/Rockern/Popstars/Vampiren, auf jeden Falll immer geilen, grausamen Sexgöttern handeln. Manchmal sehe ich auf samtlichen Portalen zehnmal am Tag dasselbe Buchcover, immer von Büchern, die ich nie lesen würde. Einfach mal „stöbern“ ist auf Amazon gar nicht drin, weil man sich immer erst durch hundert Seiten „Top-Titel“ klicken muss, bis man mal was findet, was eine interessante Story und vielschichtige Charaktere hat.

Aber was ist eigentlich aus dem schönen, selbstbewussten Gedanken geworden, dass wir AutorInnen die Avantgarde sind, dass wir eine gewisse gesellschaftliche Verantwortung haben? Nicht, weil wir uns für was besseres halten, sondern einfach, weil wir können. Weil wir eben das Talent, den Drang und auch den Fleiß mitbekommen haben, Figuren zu entwerfen, Geschichten zu erfinden, manchmal sogar Welten zu erschaffen. Und damit das Bewusstsein der Leser zu erweitern.

Und ich bekomme immer wieder mit, dass Frauen gern schreiben würden, über ganz andere Figuren als das gängige Mäuschen in Ketten, aber sie tun es nicht, weil sie denken, dass niemand sich für ihre Idee interessieren wird. Weil sowieso alle nur den hundertsten Aufguss von Fifty Shades lesen wollen. Immer wieder überlegen Autorinnen, die Brocken einfach hinzuwerfen. Gar nicht mal wegen der Verkaufszahlen, sondern weil die Anerkennung fehlt. Es kann verdammt frustrierend sein, jahrelang an einem Fantasyroman über eine gewitzte Kriegerin zu feilen und dann auf Facebook zu sehen, wie „die Schwarmintelligenz“ (mein Lieblingsoxymoron) sich sabbernd auf das neuste Peitschen-Epos stürzt, das in vier Wochen lieblos zusammengewichst wurde. Wahrscheinlich sogar im wahrsten Sinne des Wortes.

Weg mit dem Frust, her mit der Blogtour!

Ich weiß, dass ihr irgendwo seid! Und ich weiß, dass wir endlich mal irgendwie was tun müssen, um dem Buchmarkt zu sagen: „Hey, wir finden das nicht gut, was da passiert, wir lesen/schreiben richtige Bücher!“ Und wenn es nur ein Tropfen Wasser in der Wüste ist, wir machen das jetzt einfach!

Deshalb jetzt hier mein Aufruf an euch!

Blogparade für Frauenliteratur, die den Namen auch verdient!

Schreibst du Bücher, liest du Bücher oder arbeitest du an einem Manuskript, das diesem Trend etwas entgegensetz? Geht es in deinem Buch/Lieblingsbuch um etwas ganz anderes? Hast du eine Story, die es verdient, gelesen zu werden, weil es nicht explizit um sexuelle Gewalt, Kohle und Opfer mit Stockholm-Syndrom geht?

Was ich meine? Alles, nur eben das nicht! Hast du einen ganz normalen Liebesroman geschrieben, der einfach nur schön ist? Jagt deine Romanheldin lieber Mörder als Mr. Right? Baut sie eine Pinguinkolonie im Weltall auf, geht sie nach Afrika, um Brunnen zu bauen, spielt sie lieber in einer Band, als einen sexy Rockstar anzuhimmeln? Oder hast du vielleicht einen BDSM-Roman geschrieben, der von Respekt und Vertrauen erzählt? Ick liebe dir! Denn du bist eine ganz, ganz wichtige Gegenstimme auf dem Buchmarkt! Nichts gegen Bondage, aber wir brauchen Heldinnen, die nicht gefesselt und geknebelt sind!

Mit einer Blogparade Vielfalt am Buchmarkt feiern und schätzen

Darum geht es. Nicht um den Bachmann-Preis, es geht um ganz normale Bücher! Deshalb machen wir das jetzt auch alles ganz zwanglos. Es gibt hier kein von – bis, du kannst deinen Artikel dann schreiben, wenn es dir passt. Du musst auch keinen eigenen Blog haben, wenn du willst, kannst du deine Buchvorstellung einfach hier als Kommentar posten. Nur bitte keinen Link zu Amazon, sondern lieber Autor, Titel, ISBN, dann kann nämlich jeder selbst entscheiden, wo er einkauft. Wenn du einen Blog hast, wäre es allerdings schön, wenn du, wie bei Blogparaden üblich, in deinem Artikel auf diesen verlinken würdest. Und jetzt kommt der kniffelige Teil! 😀

Liebe Autorinnen!

Ja, ihr seid gemeint, die ihr da immer so schüchtern in der Ecke hockt und zu selbstkritisch seid, um Marketing zu machen! Tut mir einen Gefallen und vergesst mal eure Schüchternheit, die bringt uns nämlich nicht weiter! Ich rufe euch ganz klar zur Eigenwerbung auf! Ich mag solche coooolen Wörter nicht besonders, aber nagt kurz am Stift und dann haut euren Elevator Pitch raus!

Wenn eure Wunschleserin zu euch in den Fahrstuhl steigen würde, was würdet ihr schnell sagen, damit sie euer Buch liest? Bei mir wäre das: „Weil meine Bücher intelligenten Witz haben und weil sie von mutigen Leuten handeln, die sich von Konventionen nicht einschüchtern lassen. Weil meine Frauenfiguren trotz all ihrer Schwächen und Macken versuchen, selbstbestimmt zu leben und weil Freundschaft ihnen genau so viel wert ist wie die Liebe eines Mannes! Und weil meine Männer auch mal verunsichert auf dem Schlauch stehen dürfen!“

Wenn mein Marketing-Opfer dann aus dem Fahrstuhl steigt, Amazon aufruft und sich „In die Sklaverei verkauft und zugeritten“ runterlädt, ist das nicht mehr mein Problem! 😀

Liebe Buchbloggerinnen, Leserinnen und sonstewatt!

AUCH Männer!

Ja, hier sollen Autorinnen eine Chance kriegen, schamlos Eigenwerbung zu machen, die hoffentlich mehr Aufmerksamkeit bekommt als das Posten in Buchgruppen, in die außer den werbenden Autoren nie jemand reingeht. Aber eure Meinung ist genau so wichtig! Lasst uns wissen, was für Perlen des Buchmarkts euch begeistert haben! Welcher Roman hat euch begeistert, weil er ein anderes Rollenmodell anbietet? Oder schreibt ihr gerade an eurem Erstling und habt das Gefühl, dass es sinnlos ist, weiterzuarbeiten, weil ja doch nur alle Hochglanz-SM lesen wollen? Es ist nicht sinnlos! Hau raus das Teil!

Jetzt hoffe ich nur noch, dass die Aktion nicht im Sommerloch verschwindet!

Ich freu mich auf euch!

P.S. Achtung, eine Durchsage aufgrund einer Anregung! Wir machen natürlich keine Beschränkung beim Genre, solltet ihr also Gay Romance schreiben und der Meinung sein, dass ihr da eine coole Figur habt, zählt das natürlich auch! Der Begriff „Heldin“ kann ja ausgefüllt werden, wie er will! Rollenklischees sind so unglaublich 2011! 😀

Äh, aus aktuellem Anlass ein P.P.S., das wird ja langsam richtig witzig hier! Aber Romane über „unschuldige junge Frauen“, die (warum auch immer) den Deal eingehen, das Privateigentum eines dominanten Milliardärs zu werden, aber eine andere Haarfarbe oder einen anderen Job haben als Miss Steel, zählen nicht. Wer sich noch mal vergewissern möchte, wie ich die Sache mit Miss Steel sehe, findet hier und hier mehr dazu.

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28 thoughts on “Blogparade: Selbstbestimmte Romanheldinnen gesucht!

    1. Vielleicht sollte ich Worte zum „Warum will ich dabei sein?“ und meinem Roman „Zimt & Zitrone“ ergänzen? Also … Mein Frauenverständnis wurde in den 70ern und 80ern geprägt, deshalb verstehe und unterstütze ich deine Aussagen. Dennoch: In meinem Roman kommen sowohl ein Popstar als auch – vorsicht, Spoiler – eine Peitsche vor. Trotzdem finde ich, Dani, meine Protagonistin, ist, was du suchst.

      1. Sehr cool, dass das Teilen geklappt hat! Die Technik kommt schon irgendwie mit uns klar, ich drücke auch immer einfach nur Buttons und hoffe, dass das passiert, was ich wollte! 😀
        Und ich hab mir dein Buch gerade angesehen und bin begeistert, genau so hab ich mir das vorgestellt. Frag mich nicht, woran man das merkt, vielleicht ist es der Klappentext in Verbindung mit dem Cover und deinem Auftreten, aber man hat sofort das Gefühl eine vielschichtige Geschichte entdeckt zu haben, die die Dinge mal anders angeht.
        Einen Musiker und einen (möchtegern) dominanten Mann habe ich in meinen Romanen schließlich auch, aber die Frage ist doch, was man daraus macht! Romanheldinnen brauchen eben auch mal feministische „Mütter“! 😀
        Schön, dass du dabei bist und liebe Grüße,

        Sookie

  1. Pingback: Ambra Lo Tauro
  2. Ah, wunderbar, das ging ja schnell! Ich hab mir gerade noch deinen Buchtrailer auf FB angesehen, da warst du schon hier! Danke und schön, dass du dabei bist!
    LG, Sookie

  3. Ich habe mit dem Schreiben begonnen, weil ich dermaßen die Nase voll hatte von jungen und vor allem jungfräulichen, naiven Frauen, die das Herz des hartgesottenen Playboys erobern und der sich, nur für sie, wandelt. Dann habe ich nach Büchern gesucht, in denen die Protagonistin älter sein darf, sich verliebt und – Oh Schreck! – auch Sex hat. Die sind echt rar gesät. Was es nicht gibt, muss frau dann eben selber machen. Und das habe ich getan.
    Mein erstes Buch und immer noch das, an dem mein Herz am meisten hängt. Play up in Woodville.
    Die Frau, um die es geht ist 42, Single, führt ein selbstbestimmtes Leben und wartet nicht auf Mr. Right. Den sie natürlich letzten Endes dennoch trifft oder besser, die Beiden erkämpfen einander. Ich stehe auf Happy Ends, aber nicht auf Kitsch. 🙂

    https://www.amazon.de/dp/B01BLN6HVA

    1. Schwester im Geiste! 😀 Ich hab deinen Klappentext gelesen und bin hin und weg. Besonders, da wir eine ähnliche Motivation zum Schreiben haben. Ich hab angefangen, Bücher über Polyamorie zu schreiben, weil ich zu gern mal ein Buch gelesen hätte über eine Frau, die sich nicht durch das starre gesellschaftliche Korsett „Eine anständige Frau tut so etwas nicht!“ davon abhalten lässt, eben zwei Männer zu lieben. Aber ich hab einfach keine Romane zu dem Thema gefunden. Auf jedem zweiten Klappentext steht „Für wen wird sie sich entscheiden?“ *gähn*
      Ich wollte aber viel lieber eine Geschichte darüber lesen, wie die Männer damit klar kommen, wenn eine Frau sich nicht entscheidet! Leider musste ich sie dann selber schreiben! 😀
      Eine Heldin über 40 finde ich absolut umwerfend. Ich bin auch über 40 und wenn ich im Buchladen Klappentexte lese, wird mir immer wieder klar, dass ich offensichtlich viel zu alt bin für ein aufregendes Leben! Aber Rollenmodelle, die meine Töchter sein könnten, finde ich gar nicht mehr sooo spannend! 😀

    2. Kicher! Genauso ging es mir, als ich mit meinem Roman anfing. Ich hatte die Schnauze voll von amerikanischen Twenty-Somethings und wollte bewusste einen Roman voller gemischter Europäer um die 40, die eine Menge Sex haben.

  4. Hallo Hallo, das ist der erste Buchblog auf dem ich je war, also keine Ahnung, was man da alles richtig/falsch machen kann, aber wollte auch hier noch meinen Senf dazu geben und nicht nur auf Facebook. Auch wenn mein erstes Buch noch weit vor der Vollendung steht, während fünf weitere in Planung sind und ich nicht mal einen Blog habe^^
    Aber jetzt zu meinem Senf: Wir brauchen neues Fantasy (ich weiß, ich hab mich nie besonders für kopflose Peitschenmänner interessiert, aber auch ich finde, dass das ein genreübergreifendes Problem ist)
    Also:
    Wir brauchen neues Fantasy.
    Fantasy, in der Homosexualität eine Rolle spielt, fern von Erotik. Fantasy ohne Bodyshaming, in der dicke Menschen Helden sein dürfen. In der sie es auch können, mühelos, weil ihre Fähigkeiten mehr zählen, als ihre Körper.
    Wir brauchen ein Fantasy mit dunkelhäutigen Elfen, mit Menschen aller Herkunft und neuen Rollenbildern auf allen Ebenen.
    Wir brauchen starke Männer, mutige Männer, kluge Männer, Männer, die weinen, lachen und ihre Gefühle ausdrücken.
    Frauen, die Mutter sind, Großmutter, die die Welt retten und trotzdem Frau sein dürfen.
    Wir brauchen Bücher, die ohne Liebe vollkommen sind.
    Wir brauchen Fantasy, das so ist, wie wir.
    (Entstanden in einer Uni- Vorlesung, deshalb bitte nicht zu genau nehmen)
    Ja und weil ich immer genau das schreibe, was ich selbst gerne lesen würde, denke ich, meine Figuren passen ganz gut in deine Wunschliste 😀

    1. Yäp! Ich hoffe, du bist nirgendwo gegen gepfeffert, als du mit Schmackes eine offene Tür bei mir eingerannt hast! Meine Töchter sind ausgesprochene Vielleserinnen und lieben Fantasy, haben aber schon keinen Bock mehr auf das Genre, weil auch hier nur noch verkappte Romance den Markt überschwemmt. Naives Dummchen wird von mysteriösem Alleskönner gerettet. Und das in einem Genre, in dem ja wirklich alles möglich sein sollte.
      Ich kann mir gut vorstellen, dass du da mit deiner Vision einen echten Nerv treffen könntest. Bis du so weit bist, wird deine Zielgruppe es auch sein!
      Und schön, dass du extra von Facebook rübergekommen bist! Auf Facebook diskutieren wir diesen Artikel an so vielen verschiedenen Stellen, dass sogar ich den Überblick verliere, kein Leser, der alle Kommentare dazu verfolgen will, blickt da durch. Aber was hier im Blog landet, bleibt auffindbar. In meinem Blog kann man also eigentlich gar nichts falsch machen! 😀

    1. Hm. Also, ich hab mir das jetzt genau angesehen und bin etwas ratlos. Arme Putzfrau verliebt sich in (natürlich) heiß begehrtes High Society Alphamännchen und dann wird er auch noch ihr Chef. Zitat aus dem Klappentext: „Er bietet ihr eine hohe Summe, damit sie ihm in den kommenden Nächten zur Verfügung steht. Die Regeln sind klar: Keine Gefühle. Keine richtigen Dates. Nur Sex.“
      Sei mir nicht böse, aber ich sehe da genau das Machtgefälle, mit dem ich persönlich nicht gut umgehen kann. Sie ist dreifach abhängig. Der Klassiker Unterschicht/Oberschicht, sie verliebt/er nicht, Chef und Angestellte. Und dann kauft er noch sexuelle Dienstleistungen zu seinen Bedingungen.
      Sei mir nicht böse, wenn ich so kritisch bin, mich interessiert wirklich deine Meinung, aber wo siehst du da die selbstbestimmte Heldin und einen Mann, der nicht nach dem „Sexy Upperclass-Raubtier mit verletzter Seele“-Klischee gestrickt ist?
      Ich finde, wir brauchen keine Romantisierung der weiblichen Abhängigkeit mehr, sondern eine Aufhebung derselben. Etwa durch gleiche Löhne, das wäre mal ein Anfang.

  5. Oh, das ist ein Artikel der mir aus der Seele spricht. Da werde ich auf jeden Fall mitmachen. Vermutlich erst nächste Woche, ich muss ja jetzt erstmal nachdenken und die Tasten hauen, aber das Thema regt mich auch seit Jahren auf! 😀

    1. Wie schön, dass du dabei bist! Und Zeit zum Nachdenken kann man wirklich brauchen, wenn man zu dem Thema schreibt. Je mehr von uns sich dazu äußern, umso besser, und es ist irre, was hier und auf Facebook gerade passiert. Ich könnte selbst schon wieder drei Folgeartikel schreiben! 😀

  6. Meine Geschichten handeln von Liebe, Mut, Vertrauen, Ängsten, Unsicherheit… Meine Frauen sind alle Heldinnen der ganz besonderen Art, zeugen von weiblicher Tapferkeit und vermitteln das Gefühl, nicht allein zu sein. Ein jede überbringt ihre eigene Geschichte und somit ihre eigene Botschaft…
    Ob in „Flug der Feder“, „Der Augenblick mit dir“, „Ein Schritt zum Himmel“ oder „Wildrosengeflüster“. Zu dem kann ich euch einen Trailer anbieten:

    1. Wie schön, dass du zu uns gefunden hast! Und das Einbinden des Trailers hat auch geklappt, unser erster Buchtrailer in der Runde, ich freu mich! *hüpf*

  7. Meine Kinder sind inzwischen 24 bzw. 25 Jahre alt – aber seit sie ihr Legospielzeug eingemottet haben, sehe ich mit wachsendem Missfallen, dass das aktuelle Sortiment der Spielzeugproduzenten auf eine Frühverblödung des weiblichen Geschlechtes abzuzielen scheint: So doof wie das für sie vorgesehene Spielzeug können Mädchen doch in den letzten 20 Jahren nicht geworden sein, oder…? Was das mit der Sadomaso-Literatur zu tun hat? Darin sehe ich durchaus parallele Entwicklungstendenzen, um Frauen unmündig, passiv und dumm zu halten bzw. zu machen. Sind für mich wie zwei Seiten einer Münze. Verlage haben sich mal thematisch breiter aufgestellt. Die schamlos im Kielwasser von literarischen Kassenschlagern produzierten „sequels“ wie die Zauberer-, Vampir- und Sadomasoromanwellen verdrängen andere Literatur seit längerem erstaunlich effektiv. Widerstand ist demnach angebracht. Danke in diesem Sinne also für die Aktion! Es ist Zeit dafür.

    Wäre auch gern dabei. In meinem Roman „Kafkas Käfer oder Die Verwandlung in Julia“ geht es um eine ganz junge Liebe – in der Klapsmühle. Julia ist dort gelandet, nachdem sie einen Amoklauf mit Stuhl & Gabel in ihrer Schule veranstaltet hat, an dessen Ende sie versuchte, vom Schuldach zu springen. Ausgerechnet in der Kinder- und Jugendpsychiatrie verliebt sie sich zum ersten Mal in ihrem Leben. In dem Roman geht es ein bisschen um Kafkas Novelle „Die Verwandlung“ und viel darum, wie eine junge Frau zu sich selbst und einem selbstbestimmten Leben findet, wie sie die Lügen in ihrem Leben entlarvt und aus der Liebe heraus die Kraft findet, endlich klar zu sagen, was sie will, was sie braucht – und was nicht.

    E-Book: Die Verwandlung in Julia oder Kafkas Käfer – ISBN E-Book: 978-3-7380-9446-6
    Taschenbuch: Die Verwandlung in Julia oder Kafkas Käfer – ISBN Taschenbuch: 978-3-7450-4559-8

    LG, Barbara
    P.S.: Da das meine erste Blogparade ist, bräuchte ich bitte genaue Anweisungen für diese digitale Jungfernfahrt. Danke!

  8. Liebe Barbara, meine Kommentarfunktion spinnt heute rum, aber ich geb nicht auf und starte jetzt den dritten Versuch, dir zu antworten! 😀 Da mein „Kommentar absenden“ Feld immer verschwindet, wenn ich mehr als drei Zeilen tippe, kann ich jetzt gar nicht so ausführlich antworten, wie ich möchte. Aber ich bin völlig geflasht vom Thema deines Buches. So viele junge Frauen durchlaufen diese schwierige Phase der Selbstfindung und finden einfach keine Identifikationsfiguren zwischen den Vampiren und Millionären. Ich schick den Kommentar jetzt erst mal ganz schnell ab, bevor das System sich wieder aufhängt, aber ich freu mich auf jeden Fall sehr über deinen wichtigen Beitrag! Später bestimmt mehr, LG, Sookie

    1. Angekommen. Danke! Freu mich arg, dass du geflasht bist. Mein Traum: Das Buch zur Schullektüre machen, damit junge Frauen & Männer es lesen, weil Kafka pur doof ist bzw. so empfunden wird, aber im Lehrplan steht, womit man wieder ein paar Prozent potentielle Leser lebenslang in Bezug auf Bücher vergrault…LG, Barbara

      1. Ich glaube, wir könnten uns stundenlang die Köpfe heiß reden und die ganze Zeit nicken! 😀 Zu dem Thema fortschreitende Verblödung im Buchhandel hab ich neulich einen sehr spannenden Artikel gefunden: https://temptedbybooks.wordpress.com/2016/11/25/keine-angst-vor-maedchen-ueber-geschlechterstereotype-und-vorauseilenden-gehorsam-beim-buecherkauf/

        Meine Töchter sind 16 und 18, ausgesprochene Vielleserinnen, aber vom Buchmarkt nur noch angeödet. Es geht immer nur „um das Eine“, egal in welchem Genre. Und ich habe das Gefühl, dieser Trend schreitet immer schneller voran. Neulich fragte meine Sechzehnjährige mich, was mit den Zwölfjährigen von heute nicht stimmt. Das klingt lustig, aber bei dem ernsten Hintergrund ist mir schlecht geworden. Sie war irritiert davon, dass Zwölfjährige heute in What’sApp-Gruppen Hentaipornos tauschen.
        Was hatten wir „damals“ noch für eine Vielfalt auf dem Buchmarkt! Bücher über Widerstandskämpferinnen wie Sophie Scholl, Romane über mutige Auswanderinnen oder fremde Völker, „Einer flog übers Kuckucksnest“ oder „Ich habe dir nie einen Rosengarten versprochen“ waren für uns als Teenager überall verfügbar. Es gab die verschiedensten Rollenmodelle und Identifikationsfiguren und wir haben ja tatsächlich freiwillig Kafka gelesen! 😉
        Vor ein paar Jahren habe ich an einer Schule kreatives Schreiben unterrichtet und selbst Kinder aus Leserfamilien kennen und imitieren nur noch Fantasybestseller. Gegen das Genre ist überhaupt nichts zu sagen, solange es Vielfalt gibt und es ein Teilsapekt des Lesens bleibt, aber ausschließlich?
        Und du wirst es nicht glauben, als ich hier dein Buch entdeckt habe, war mein erster Gedanke: „Das müsste Schullektüre werden!“ Ich habe Mädchen unterrichtet, die sich ritzen, die hungern oder sich völlig abkapseln und mit vierzehn schon resigniert haben, aber im Angesicht der Medien, die vollkommen an ihren Bedürfnissen vorbeigehen und die Welt nur noch mit Glitzer überpudern, ist das auch kein Wunder. Aber jeder Trend läuft sich irgendwann tot und ich hoffe, wir sind kurz vor einer Wende auf dem Buchmarkt. Wir arbeiten ja dran! 😀

        1. Ja. Wir sind einer Meinung.
          Soll ich dir meinen Roman mal als E-Book schicken? Vielleicht mag ihn deine Tochter ja lesen? Ich wäre sehr gespannt, was eine 16-jährige dazu zu sagen hat… Ist nicht einmal lang: ca. 250 Seiten. (Heute wird ja kaum mehr etwas unter 600 Seiten publiziert, damit die Marge für Autoren & Verlage stimmt. Auch so ein Ärgernis, wenn man nach beinahe jeder Lektüre feststellen muss: Das hätte man auch pointierter ausdrücken können – Verschlanken hätte hier gutgetan.)
          Geschrieben habe ich den Roman nach einer Lesung in einer Psychiatrie für Kinder & Jugendliche. Die hat mich seinerzeit sehr beeindruckt. Reingerührt in die Handlung habe ich Themen, die mich umtreiben: mein eigenes Scheitern an Kafka als Schülerin 😉 / Mobbing / Amokläufe an Schulen / die deutsche Sprache, die es verdient, in ihrem Facettenreichtum gerettet zu werden und mit ihr die Möglichkeit zu einer hochdifferenzierten Kommunikation, die nun einmal Grundlage für Beziehungen und deren Funktionieren ist / Wohlstandverwahrlosung / einen Charakter, der über sein Ghetto hinauswachsen will,denn ich bin der Überzeugung, es täte uns gesellschaftlich extrem gut, nicht in dermaßen vielen Menschen Opfer der Umstände zu sehen, in die sie hineingeboren wurden oder in die sie im Lauf ihre Lebens gerieten. Entscheiden und Handeln bestimmen weite Bereiche eines Lebens – das möchte ich glauben und den Glauben daran vermitteln.
          Gleichzeitig bin ich ein hoffnungsloser Romantiker (Oder ist man in solch einem Fall grundsätzlich hoffnungsvoll…?), was bedeutet, dass ich ein Happyend brauche, wenn ich erzähle. Das hat aber rein gar nichts damit zu tun, ob eine Frau selbstbestimmt, auftritt, entscheidet und handelt. Meine Julia verliebt sich zwar – wie ihr shakespearsches Vorbild – von hier auf jetzt und ohne erkennbaren oder nachvollziehbaren Grund, doch auch wenn Frauen noch so gern ihrem Ritter auf weißem Pferd in die Arme sinken wollen, hat das nichts mit Selbstaufgabe zu tun. Es ist meine Julia, die schließlich ihren Roman dazu einlädt, mit ihr „unter einer Decke zu stecken“. Ihre Entscheidung. Ich finde es wichtig, zu vermitteln, dass das möglich ist: Hingabe ohne Selbstverleugnung …

        2. …den Artikel habe ich auch gelesen. KLasse geschrieben. Scharf beobachtet. Leider wahr. Niemand sagt öffentlich etwas gegen Schwule oder Lesben, denn wir sind inwzischen recht gut dazu abgerichtet, Randgruppen nicht lauthals zu diskriminieren – das geschieht undercover durch einen Panikanfall, wenn ein Junge ein Biss-Buch gekauft haben möchte… Nicht gut!

  9. Hallo zusammen!

    Durch eine Autorenkollegin bin ich auf diese tolle Blogparade aufmerksam gemacht worden und möchte mich und meinen Roman „Seelensplitter – Zwischen Schuld und Begehren“, beziehungsweise meine Romanheldin(nen), nun auch gerne einmal kurz vorstellen. (Ich sage euch, das ist bei diesem Werk wahnsinnig schwierig, ohne dabei zu spoilern…!) 😉 Ich denke und hoffe, dass es gut hierhin passt.
    Seelensplitter erzählt das Drama einer tiefen, unerschütterlichen und wertschätzenden, aber dennoch absolut chancenlosen Liebe. Die Geschichte handelt von verbotener Sehnsucht, verbotener Leidenschaft. Eine Liebe, die sich über eine fest verankerte gesellschaftliche Moralvorstellung hinwegsetzt – und nicht existieren darf.
    Zwei Frauen, die um ihre Liebe kämpfen … doch um welche?
    Der jungen Helene gelingt es, den charismatischen, erfolgreichen – aber leider auch langjährig verheirateten – Mark zu verführen. Den besten Freund und wichtigsten Geschäftspartner ihres Onkels. Er lässt sich auf sie ein. Doch ihre Liebschaft endet folgenschwer… und setzt den Grundstein für eine infame Katastrophe.
    Katja lebt ein ausschweifendes Leben. Alkohol, Sex und Männer bestimmen ihre Nächte, während sie tagsüber als Modedesignerin arbeitet und erfolgreich Kollektionen für die Haute Couture entwirft. Doch im Inneren wird sie von beängstigenden Gefühlen beherrscht, die sie beinahe in den Wahnsinn treiben. Sie sehnt sich nach einem Menschen, der nicht bei ihr sein darf. Jedenfalls nicht auf die Weise, wie sie es sich erträumt. Nach einer Frau. Sie würde alles daran setzen, ihr einmal nahe zu sein… wie weit wird sie dafür gehen?
    Zwei Protagonistinnen, so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Beides auf ihre Weise starke Frauen, auch wenn Helene vielleicht zu Anfang zugegebenermaßen ein klein wenig klischeebehaftet ist. Doch die Story ist es keinesfalls.
    Stephanie Pinkowsky
    Seelensplitter – Zwischen Schuld und Begehren (Hybridverlag)
    ISBN: 978-3946820086
    Homepage: http://www.stephanie-pinkowsky.de

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