BS 1, Kapitel 25: Aufwühlendes Bettgeflüster

Sookie says: Yeah, jetzt gibt’s erst mal einen schmutzigen Blues vom Altmeister auf die Ohren! 😀 Das Kapitel hier ist ganz frisch überarbeitet und ich hab das noch nicht sacken lassen, um den Feinschliff zu machen, aber egal, das muss jetzt raus, ich will weitermachen! Ich guck dann später noch mal drüber! 🙂

Anna rollte durchs Bett und streichelte sehnsüchtig ihr Handy. Diese Scheu, Sven anzurufen, hatte sie ewig nicht gespürt. Aber wenn er jetzt bei Katja war, wollte sie das gar nicht wissen. Sie würde auch nicht offen mit ihm reden können, wenn sie das Gefühl hätte, dass Katja neben ihm saß und jedes Wort hörte. Aber sie musste einfach seine Stimme hören. Sie würde ihm eine Nachricht schicken, dann könnte er sie anrufen, wenn er gerade …

Das leise Gitarrenriff zauberte Anna ein Lächeln aufs Gesicht. Svens Klingelton. Sie hob ab. »Großer! Hast du’s gespürt?«

Sven seufzte sanft. »Ich hatte das Gefühl, dass du dein Handy streichelst.«

Anna brummte wohlig und kuschelte sich tiefer in die Kissen. »Du fehlst mir gerade wahnsinnig.«

Sven war einen Moment still, dann flüsterte er sanft: »Du mir auch, Kleene.«

Anna atmete tief durch. »Bist du allein?«

»Jetzt nicht mehr, Krümelchen, ich telefoniere mit dir.«

Anna lachte leise. »So hast du mich ewig nicht genannt.«

Sven seufzte wieder. »Ich denk viel an die alten Zeiten in den letzten Tagen. Als wir noch jung und unverwundbar waren und uns die Welt gehörte.«

Anna schmiegte die Wange ins Kissen, als könnte sie sich in Svens Arme kuscheln. »Was hast du gemacht heute?«

Sven murrte leise. »Nichts Aufregendes. Ich musste mich dringend mal wieder ein bisschen ums Wohnloch kümmern, Papierkram, Gitarre üben, langweiliges Zeug eben. Und bei dir?«

»Ich hab mit Lothar und Steffi Kaffee getrunken. Mein Verdacht hat sich bestätigt und Lothar hat sich als heller Kopf geoutet. Vielleicht machen wir mit der WG einen Video-Kanal auf.«

Sie hörte das Lächeln in Svens Stimme. »Klingt cool. Wenn ihr Musik braucht, sag Bescheid.«

Anna murmelte verträumt: »Ick liebe dir!«

Sven lachte leise. »Wozu ist man Musikant? Und was macht der Maler?«

Anna schniefte leise. »Er macht einen Bogen um mich. Heute hat er gesagt, dass er vielleicht wieder nach New York geht.«

»Und das tut dir weh.«

Anna nickte. »Ich will nicht, dass er geht. Aber ihn jeden Tag zu sehen, halte ich auch nicht aus. Es tut so weh, wie er mich ablehnt, seit er weiß, dass wir poly sind.«

Sven dachte einen Augenblick nach, dann sagte er mitfühlend: »Kleene, rede doch noch mal mit ihm!«

Anna setzte sich auf. »Sven, das bringt nichts! Du weißt doch, wie diese untreuen Monos sind, die sind total eifersüchtig! Die haben in jedem Hafen ein Mädchen und denken, jeder vögelt so viel heimlich rum, wie sie! Der wird nie, nie, niemals verstehen, wie wir gestrickt sind!«

Sven murrte leise. »Kleene, ich hatte auch Phasen, in denen ich nur rumvögeln wollte, aber ich hab dich doch trotzdem immer geliebt!«

Anna stöhnte. »Ja, aber du bist ja auch du! Aber John liebt mich doch gar nicht, der will mich ja auch gar nicht lieben! Der wollte nur spielen, der hat mich so lange angebaggert, bis er gehört hat: Aha, Polyamorie, und dann hat er mich eiskalt aussortiert! Ich bin eben keine Frau für ihn und damit ist die Sache erledigt! Wenn in einer Beziehung einer fremdgeht, dann ist er das und basta!«

»Kleene, du bist auf Krawall gebürstet, das ist nicht gut für dich!«

Anna brauste auf. »Bin ich gar nicht! Ich bin verletzt, ich bin tierisch verletzt! Ich bin stinkwütend auf John! Du müsstest den sehen, der Typ ist Profi! Ein Playboy im wahrsten Sinne des Wortes, der spielt auf Frauen wie du auf der Fender! Als er mich vorm Bauwagen fast geküsst hätte, hatte ich gar nicht das Gefühl, dass er mich meint, der hat nur getan, was er immer tut, das ist bei dem ein Reflex! Der sucht nur eine, die seine Neigung teilt! Der verlässt sich auf sein hübsches Model-Gesicht und weiß ganz genau, wie er wirkt, da sitzt jede Bewegung! Geballte Erotik aus dem Supermarkt, für jede dasselbe Programm, und ich hasse mich, weil ich trotzdem darauf anspringe und echte Gefühle kriege!«

Sven war lange still, dann fragte er vorsichtig: »Nika, ich weiß, du hast so was noch nie gemacht. Aber wieso gönnst du dir nicht auch einfach mal den Spaß und vögelst ihm einfach die Rübe weg?«

Anna fuhr sich gestresst über die Augen. »Weil ich verliebt bin!«

Sven schnaufte erschöpft, dann sagte er langsam: »Ich glaub einfach nicht, dass der dich aus Reflex anmacht. Da steckt mehr dahinter, viel mehr.«

Anna fauchte: »Jetzt fang du nicht auch noch an, mir was einzureden!«

»Wieso, wer denn noch?«

Anna murrte: »Lothar glaubt, dass John in mich verknallt ist. Aber das schlimmste ist mein Gefühl ganz tief drin.«

Sven brummte sanft. »Okay, was sagt dein Gefühl?«

Anna schniefte trotzig. »Als er mir diese Abfuhr erteilt hat, an dem Abend hatte ich ganz kurz das Gefühl, dass er echt ist, dass er mir total nah ist und wirklich mich meint. Als er mir diese Wildhüter-Geschichte erzählt hat von der Botox-Dame, die ihrem Mann sagen wollte, dass der mal eins seiner Bilder kaufen soll, da hab ich bei ihm so viel Traurigkeit und echte Sehnsucht nach Wärme gefühlt, das hat mir das Herz gebrochen! Ich hab ihn so geliebt in dem Moment, ich wollte ihn einfach nur, keine Ahnung, irgendwie in ein warmes Nest packen und ihm ganz viel Liebe geben und dann ist er sofort wieder zugeschnappt und war weg!«

»Kleene, darf ich dir mal ganz kurz eine fürchterlich rührselige Männer-Expertise aufs Auge drücken?«

Anna seufzte ergeben. »Werde ich Taschentücher brauchen?«

Sven lachte sanft. »Du brauchst immer Taschentücher, die bist Annika!«

Anna ließ sich mit einem resignierten Seufzer in die Kissen fallen. »Schieß los, ich bin bereit!«

Sven holte tief Luft. »Pass auf, Kleene, ich hab mir echt Gedanken gemacht über John. Ich hab mir Fotos von ihm im Internet angesehen und mir die Vita durchgelesen und ich kenn das doch selber! Du machst irgendwas Künstlerisches, du stehst im Rampenlicht und siehst gut aus und dann machen Frauen dich eben an, weil sie das Bild cool finden, das sie von dir haben. Du erinnerst dich doch noch an die Zeit, als das mit meinem Erfolg richtig losging. Plötzlich haben mich Frauen angegraben, mit denen ich nie gerechnet hätte. Und wenn ich dich nicht gehabt hätte und nicht gewusst hätte, wie es sich anfühlt, wirklich geliebt zu werden, dann hätte ich das, was die von mir wollten, auch für Liebe gehalten und mich gefragt, wieso Liebe sich eigentlich so hohl und leer anfühlt. Erst bist du total geflasht, wenn sie scharf auf dich sind, klar! Du siehst nur, wie andere Männer baggern müssen, um wenigstens mal an eine Handynummer zu kommen und dich jagen sie bis ins Hotel, dein Schwanz und deine Ego wähnen sich natürlich in Walhalla, aber in deiner Seele macht das was kaputt, wenn du niemanden hast, der dich als Mensch liebt, jemanden, der dich durch und durch kennt und nicht den Star in dir sieht, sondern dich! Und wenn du mich fragst, dann will John auch endlich mal gesehen werden wie er ist. Was glaubst du, wieso der da in seinem Bauwagen haust und dem ganzen Glitzerrummel in New York den Rücken gekehrt hat? Aber der traut sich einfach nicht mehr, an Gefühle zu glauben, der traut dir nicht! Wenn der dich so anmacht, wie der alle anmacht, dann tut er das deshalb, weil er denkt, du bist auch wie alle! Und dann stellt er fest, dass du nicht so bist und das Erste, was er dann hört ist: Ich bin polyamor und hab einen festen Partner, den du akzeptieren müsstest! Das ist doch völlig klar, dass ihn das total verschreckt! Und wenn er so dominant ist, wie du glaubst, ist das ein Machtverlust für ihn, mit dem er nicht umgehen kann! Außerdem glaubt er wahrscheinlich eh, dass du nur das eine von ihm willst.«

Anna seufzte tief. »Du meinst, er ist so eine Art männliche Marilyn Monroe?«

Anna hörte das Grinsen in Svens Stimme. »Gut genug aussehen tut er jedenfalls. Es ist eben nur nicht blond.«

Anna lachte leise. »Dafür hab ich dich ja.«

Sven lachte. »Ja, vielleicht sollte ich mal ein paar Hits von Blondie covern.«

Anna atmete sanft tief ein, dann fragte sie: »Wie geht’s Katja?«

Sven lachte nervös. »Müssen wir jetzt wirklich noch über mein Problem reden?«

Anna knurrte. »Wenn du dir keine ellenlange, rührselige Expertise über Frauen anhören willst, ja!«

Sven murmelte resigniert: »Sie textet viel.«

Anna setzte sich wieder auf. »Mit wem?«

»Mit Frauen. Mit potenziellen Einhörnern.«

Anna fühlte einen heißen Stich, dann sagte sie schwach: »Ihr wollt das also wirklich durchziehen.«

Sie hörte, wie Sven sich nachdenklich die Bartstoppeln kratzte, dann sagte er gedehnt: »Nicht wirklich. Darf ich ganz ehrlich sein?«

Anna stöhnte gequält. »So ehrlich, dass es weh tut? So wie damals, als du mir gesagt hast, dass ich meine einzige Topfpflanze tot gegossen habe?«

Sven lachte leise. »Ungefähr so.«

Anna zog sich ein Kissen heran und nahm es fest in den Arm. »Okay, ich hab den Schild oben!«

»Kleene, ich glaub gar nicht, dass das ein Fall für einen Schildwall ist!«

Anna knurrte: »Sven!«

»Okay, also, ich … ich weiß gar nicht, wie ich das sagen soll. Ich geb offen zu, mein Schwanz ist heiß, der Gedanke, so eine Pornonummer durchzuziehen und zwei Frauen zu vögeln ist geil, aber irgendwas sperrt sich da in mir. Ich weiß es echt zu schätzen, wie tapfer du versuchst, mir die Freiheit zu lassen, aber ich würde dich damit verletzen und das will ich auf keinen Fall!«

»Und was ist mit Katja? Wäre sie verletzt, wenn du es nicht tust?«

Sven stieß erschöpft die Luft aus. »Katja ist total heiß drauf und will ständig darüber reden, Dirty Talk und so weiter, du kennst das, aber ich bin in Gedanken einfach woanders.«

Anna wurde kribbelig. »Und wo?«

Sven war einen Moment still, dann sagte er vorsichtig: »Als ihr euch geküsst habt, du und Katja, direkt vor meiner Nase, da hab ich … wie soll ich das sagen. Du hast mich heiß gemacht, wahnsinnig heiß. Aber Katja macht dich nicht heiß. Aber ich bin heiß drauf, dass du heiß bist. Ich will den Dreier mit dir. Und eigentlich würde es mich viel schärfer machen, bei dir zu sein, wenn du mit einem anderen Mann schläfst, weil Männer dich eben heiß machen. Bei Katja konntest du dich nicht fallen lassen, aber das ist genau das, was ich will, dass du dich fallen lässt, wenn ich bei dir bin.«

Anna sog scharf die Luft ein, dann sagte sie nur verwirrt: »Ups!«

Sven lachte leise. »Ein bisschen mehr Aussagekraft hatte ich mir schon erhofft, wenn ich dir das beichte.«

Anna rutschte unruhig durchs Bett. »Großer, ich weiß nicht … wieso willst du das?«

»Weil es das absolute, ultimative Vertrauen zwischen uns wäre, wenn du mich mal die Lust zwischen dir und einem anderen Menschen miterleben lassen würdest. Wenn du mit mir über die Grenze gehen würdest, dass man so was nicht macht. Mir ist völlig klar, dass das nur eine Fantasie bleibt, du schläfst nur mit Männern, die du liebst, und wir werden nie eine Konstellation erleben, in der so was passieren kann, aber die Vorstellung macht mich wahnsinnig an.«

Anna fuhr sich hektisch über die Augen. »Das macht mich jetzt echt nervös.«

Sven flüsterte: »Gut oder schlecht nervös?«

»Äh, nervös nervös!«

Sie hörte das Lächeln in Svens Stimme. »Kleene, schalt mal den Kopf aus. Was ist jetzt gerade untenrum bei dir los?«

Anna zog sich die Decke über den Kopf. »Scheiße, das kribbelt! Mann

Sven lachte, aber dann klang seine Stimme ganz sanft. »Okay, mehr wollte ich ja gar nicht. Aber ich kann an nichts anderes mehr denken.«

Anna murmelte schwach: »Setz mir keine Flöhe ins Ohr.«

Sven lächelte wieder. »Für dich tu ich alles, Kleene!«

Anna riss sich die Decke vom Kopf und richtete sich ruckartig auf. »Digger, ich komm gerade nicht klar! Ich hab total viele verwirrende Gefühle gleichzeitig!«

Sanft flüsterte Sven: »Erzähl mir davon!«

Anna sprudelte: »Ich bin total unsicher! Ich bin grottentief verletzt! Ich bin aus Berlin abgehauen, weil ich das Gefühl hatte, dir im Weg zu sein. Und weil ich das Gefühl hatte, dass Katja dir wichtiger ist als ich! Weil sie vor mir wusste, dass du mit ihr einen Dreier machen willst, was ja vollkommen logisch ist, weil du ja Sachen, über die sie vielleicht mal mit dir reden will, vorher gar nicht mit mir besprechen kannst, aber das hat trotzdem wahnsinnig weh getan! Und dass ihr mich da irgendwie einfach so verplant hattet und ich bei diesem Essen komplett naiv ins offene Messer gerannt bin, das war …«

»Wir hatten dich nicht verplant. Katja steht eben auf dich und ich sowieso, und dass wir dann da spontan mit dir in der Mitte auf dem Sofa gelandet sind, das war …«

Anna schrie: »Das war scheiße!«

Sven war einen Moment still, dann murmelte er: »Endlich kommt es raus.«

»Was hätte ich denn machen sollen? Wenn du vorher mit mir geredet hättest, dann hätte ich mich irgendwie einbezogen fühlen können! Aber so hab ich mich gefühlt, wie das blöde Einhorn! Ihr beide seid das Paar und ich bin der Betthase für gewisse Stunden, aber die Entscheidungen in eurer Beziehung trefft ihr allein, ohne mich!«

Sven kochte hoch. »Nika, wir hatten das nicht entschieden! Ich hab dir das mehrfach erklärt! Ich hab mich tausendmal entschuldigt! Das ist spontan passiert, du wolltest das nicht und das haben wir respektiert!«

Wütend fauchte Anna: »Ihr! Ihr habt das respektiert! Zwei gegen einen!«

Lange Zeit waren sie beide still, dann sagte Sven mit tiefer Aufrichtigkeit: »Es tut mir unendlich leid, Kleene. Wirklich absolut unendlich leid. Wenn ich das irgendwie ungeschehen machen könnte, ich würde es tun.«

Anna starrte für einen Moment trotzig ins Leere, dann sackte sie in sich zusammen und murmelte: »Entschuldigung angenommen.«

»Ernsthaft? Ist diesmal angekommen, dass ich es wirklich so meine?«

Anna nickte, dann fiel ihr ein, dass Sven sie nicht sehen konnte. Sie räusperte sich. »Entschuldigung angekommen.«

Für eine Weile waren sie wieder still, aber diesmal klang das Schweigen warm, nicht eisig. Sven atmete tief durch. »Darf ich noch was sagen?«

Anna legte sich wieder hin. Plötzlich war sie unglaublich müde. »Okay.«

»Ich hab bei der Geschichte was gelernt, Nika, ich hab echt was verstanden. Die Idee mit dem Dreier ging von Katja aus, klar, und das ist jetzt keine Schuldzuweisung oder sowas an sie, das war einfach so. Aber die Fantasie hab ich immer schon gehabt, welcher Kerl holt sich da keinen drauf runter?«

Anna murmelte: »Ich weiß.«

Sven atmete tief durch. »Aber dadurch, das Katja ständig davon redet und irgendwie versucht, das zu forcieren, wird die Vorstellung total real! Verstehst du, was ich meine? Das ist keine Fantasie mehr, das ist eine reale Option. Aber ich will das mit dir, nicht mit ihr! Verdammt, das klingt jetzt alles total emotionslos, aber das ist es nicht! Ich bin gefühlsmäßig wirklich unglaublich geflasht von dem Gedanken, dass ich das mit dir mal erleben könnte. Diese unglaubliche Nähe, das tierisch aufregende Kribbeln, der Gedanke, dass wir uns nicht nur erzählen könnten, mit wem wir schlafen, sondern das mal zusammen erleben, der macht mich ganz …«

»Stopp!« Anna hob die gespreizte Hand, als könnte sie damit den verwirrenden Gefühlsmix abwehren, der auf sie einprasselte. »Sei mir nicht böse, Großer, ich bin gerade völlig überfordert. Lass mich erst mal irgendwie richtig hier ankommen und das alles sortieren.«

»Okay.« Svens Stimme wurde ganz sanft. »Kein Druck. Ich erwarte jetzt überhaupt nichts von dir, ich wollte nur, dass du weißt, was in mir los ist.«

Anna schniefte leise. »Ich liebe es, dass du so offen bist, weißt du das?«

»Ich liebe es, dass ich so offen sein darf.«

Anna seufzte tief. »Jetzt fühl ich mich dir so nah wie ewig nicht.«

»Kleene, ich hatte mich nie von dir entfernt, echt nicht.«

Anna schniefte noch einmal, dann flüsterte sie: »Ich hab das nicht kapiert. Tut mir leid.«

»Ist okay, Nika, ich war ja auch ziemlich verpeilt und hab total falsche Signale gesendet.«

Sie schwiegen wieder, dann sagten beide gleichzeitig: »Schön, dass wir mal drüber gesprochen haben!«, und fingen an zu lachen.

Sven fragte: »Geht es dir jetzt besser, kleene Brumsel?«

Anna brumselte leise, dann musste sie lachen. »Ich krieg Hunger und hab nichts mehr im Kühlschrank, ich schleich jetzt in die große Küche und erlege einen Joghurt.«

»Hmhm, mach das.«

»Ick liebe dir, Großer.«

»Ick lieb dir ooch, Kleene.«

Anna warf das Handy mit einem verwirrten Lächeln aufs Bett, dann flitzte sie aus ihrem Zimmer.

Und was ist deine Meinung?