BS 1, Kapitel 21: Hochbeknackten-Poker

Sookie says: Ich muss ja gestehen, ich selbst hab alle Texte so oft gelesen, ich find die immer gähnend langweilig und frag mich, wieso jemand sowas lesen sollte. Aber bei diesem Kapitel hab ich gerade selbst schallend gelacht. So schlecht find ich das gar nicht! 😀

John wäre am liebsten gefahren, gefahren, gefahren und nie wieder zurück gekommen. Aber Keno wartete auf seinen Preslubishi und nachdem Rafael ihn so schonungslos an das Register seinen Sünden erinnert hatte, wollte er nicht noch einen Autodiebstahl oben drauf packen.

Als er das Haus betrat, hatte er das Gefühl, eine Zeitreise gemacht zu haben. Die Tür zur Upkammer stand offen, warmes Licht drang ebenso in den Flur wie lautes Lachen und fröhliches Stimmengewirr. Dauerte die Party immer noch an oder war das schon die nächste?

Er hätte Keno die Autoschlüssel wohl besser morgen zurückgegeben, aber da er jetzt schon Kenos Stimme dröhnen hörte, zog es ihn doch in die Upkammer.

Im Kaminofen brannte ein knisterndes Feuer und überall standen Gläser und Pizzateller herum. Offenbar war Eugens Plan, mit der Party die Künstler aus ihren Zimmern zu locken und sie an Abende im Wohnzimmer zu gewöhnen, aufgegangen. Eugen saß jetzt mit glühenden Wangen auf einem der Sofas und machte sich eifrig irgendwelche Notizen.

Auf dem gegenüberliegenden Sofa saß Anna und balancierte einen Pizzateller über Kenos Kopf. Keno hatte sich lang hingelegt und den Kopf in Annas Schoß gebettet.
Eugen kicherte: »Wird Nivellierung mit einem L geschrieben oder mit zwei?«

Anna hob zwei Finger in die Luft und angelte nach einem Glas Rotwein auf dem Tisch.

Keno grölte: »Ey, Alter, kannst du nicht stillsitzen und mir die Tolle kraulen? Ich werde ja durchgeschüttelt hier!«

Anna prustete: »Geile Scheiße, Alter, du hörst dich schon an wie Lothar!«

Keno kicherte: »Halt die Klappe, Tangogranate!«

John quetschte sich zwischen Tisch und Sofa an Anna vorbei und ließ Keno die Autoschlüssel auf den Bauch fallen. »Ist vollgetankt!«

»Geile Scheiße«, kicherte Keno, »dir leih ich öfter mein Auto!«

Eugen strahlte John an: »Setz dich und wärm dich auf! Möchtest du ein Stück Pizza?«

John lehnte die Pizza ab, brachte es aber nicht übers Herz, Eugen eine Abfuhr zu erteilen und sich zu verziehen. Er setzte sich zu ihm und fragte höflich: »Was macht ihr?«

»Wir spielen Wortschatzpoker für Hochbeknackte!«

Anna brachte es klarer auf den Punkt: »Wir verwerten die Rotweinreste von gestern.«

Keno kicherte, als hätte er schon verdammt viele Reste verwertet und angelte über seinem Kopf nach den Pizzarändern auf Annas Teller.

Sie wirkten vertraut wie ein altes Ehepaar. Hatte John irgendwas verpasst?

Eugen erklärte: »Wir erfinden Sätze, die sich großartig anhören, aber Schwachsinn bedeuten. Wer den besten Satz pro Runde erfunden hat, gewinnt die Runde und bekommt ein Gummibärchen!«

John rieb sich müde die Stirn, dann murmelte er nur: »Ich hol mir ein Glas. Wie viel Vorsprung habt ihr?«

Eugen sah auf seinen Zettel, um die Runden zu zählen, aber Keno hatte den Sinn der Frage verstanden. »Zwei Gläser und eine Pizza.«

John musste gegen seinen Willen grinsen. »Schaff ich.«

Als er mit einem Glas aus der Küche zurück kam, richtete Keno sich gerade von einem Geistesblitz getroffen auf. »Ich hab einen, pass auf, pass auf! Die Eruption der Postkutschenpiraterie im 16. Jahrhundert brachte einen eklatanten Mangel an Kängurubeutelinhalten hervor!«

Anna prustete sich Rotwein auf die Hose und kugelte sich vor Lachen. Keno hielt ihr stolz die Hand hin und sie klatschten sich ab wie Footballprofis beim Spielerwechsel. Eugen kritzelte kichernd den sinnlosen Satz auf seinen Zettel. »Anna!«

Sie setzte sich auf und legte die Handflächen aneinander wie eine Marienstatue. John musste unwillkürlich an den Heiland am Kreuz denken, der heute Zeuge seines Gesprächs mit Rafael geworden war. Anna holte tief Luft, dann sagte sie wie ein Kind, das sein Nikolausgedicht aufsagt, hochkonzentriert: »Der Kausalnexus der Kartoffelkeime trieb den Mezzosopran gegen seinen Willen in den inkrustierten Partikularismus.«

Keno staunte: »Cool! Was ist ein Kausalnexus?«

Anna rollte mit den Augen. »Hallo? Ein ursächlicher Zusammenhang!«

Keno grunzte: »Aber diese Inkrustentierchen hast du dir ausgedacht!«
John schenkte sich jetzt Wein ein und murmelte: »Inkrustationen sind farbige Verzierungen von Flächen durch Einlagen, ähnlich einer Intarsienarbeit, nur für größere Flächen.«

Anna klatschte in die Hände und rief zufrieden: »Ha! Frag den Fachmann!«
Keno kicherte: »Geile Scheiße, Alter! Unter was für intellektuelle Zombies bin ich hier eigentlich geraten! Und was sind Kartoffelkeime?«

Eugen schnappte vor Lachen nach Luft und quiekte wie ein Ferkel, dann stieß er John an. »John! Jetzt du.«

John griff sich eines der kalten Pizzastücke, die auf Tellern auf dem Tisch verteilt standen, und sagte beiläufig: »Der Bischof von Burundi hat sich von seinem Kapuzineräffchen getrennt und lebt fortan plebiszitär.«

Anna warf sich zurück in die Sofalehne und rief: »Das ist groß. Richtig großes Kino! Was für eine Melodie! Hörst du das, Keno? Mach da einen Song draus!«

Eugen griff feierlich nach der Gummibärchentüte. »Ich denke, die Jury ist sich einig! John, welche Farbe willst du?«

»Rot.«

Übermütig warf Eugen John jetzt das Gummibärchen zu, das nur die halbe Strecke schaffte und mit einem leisen Platschen in Johns Weinglas fiel. John rieb sich müde die Schläfen und lobte: »Cool, Eugen. Guter Wurf!«

Keno kreischte: »Jetzt weiß ich, woraus die Plörre gekeltert wird! Aus roten Weinbären!«

John nahm sich seelenruhig Eugens Glas und trank. »Seid ihr sicher, dass ihr erst zwei Gläser Vorsprung habt?«

Keno schlug vor: »Zur Überprüfung des Alkoholpegels können wir ja versuchen, die Namen berühmter Russen fehlerfrei auszusprechen! Anna!«

Anna grübelte kurz. »Iossif Wischa … Wissa … Iossif Wissarionowitsch Dschugaschwili!«

Keno grunzte: »Kenn ich nicht!«

Anna neigte tadelnd den Kopf. »Stalin!«

Keno schlug sich auf den Schenkel: »Du kennst den bürgerlichen Namen Stalins?«

Anna nickte bedächtig. »Hab ich mal recherchiert, für einen Taiga-Roman, aber der ist voll gefloppt. Ich musste in der Hälfte der Zeit einen neuen Hochlandrammler aus dem Boden stampfen, um die Miete zu bezahlen!«

Eugen schluckte: »Einen was?«

Anna hatte Schwierigkeiten, das richtige Wort zu finden, dann schnippte sie erleichtert mit dem Finger: »Einen Romanhelden! Ich musste sogar sieben Extra-Sexszenen einbauen, um meine Leserinnen über den Taiga-Flop hinwegzutrösten! Dabei hatte ich mir das so schön vorgestellt, wie Sergej auf seinem feurigen Schimmel durch die Taiga …«

Keno setzte sich jetzt im Schneidersitz zurecht und rückte für Johns Geschmack viel zu nah an Anna heran. »Wie jetzt, Sexszenen, so richtig mit …«

Er machte eine unmissverständliche Geste.

Anna zog die Augenbrauen hoch und fragte: »Hast du noch nie einen Schmuddelro … einen erotischen Frauenroman gelesen?«

Keno dröhnte: »Seh ich so aus? Geht’s da etwa richtig zur Sache?«

Anna schüttelte mitleidig über Kenos Unwissenheit den Kopf. »Na, klar geht das da zur Sache! Deswegen läuft der eBook-Markt im Unterhaltungssektor ja so gut! Sex sells.«
Keno beugte sich gespannt noch weiter vor. »Und wie schreibt man sowas?«

Anna buchstabierte: »S-E-X.«

Eugen lachte wieder einen Ferkelquieker, aber Keno rollte mit den Augen. »Nein, ich mein – wie ist das, sowas zu schreiben? Wie macht man das?«

Anna zuckte mit den Schultern. »Genau so wie eine Wegbeschreibung oder ein Kochrezept. Man braucht halt nur den richtigen Fachjargon.« Sie kicherte jetzt. »Der dramaturgische Ablauf ist ja immer ziemlich ähnlich, falls du dich daran erinnerst.«

»Dunkel«, nickte Keno, »dunkel! Aber wie ist das jetzt mit dem Fachjargon, das will ich genau wissen!«

Anna nahm noch einen Schluck Wein und erklärte dann: »Ja, mein Gott, das Übliche halt! Knospende Brüste, bebende Schenkel, pochende Lenden, sein Atem ging stoßweise, als er …«, sie führte den Satz jetzt wortlos mit einer rudernden Handbewegung fort. »So was halt!«

Keno rückte noch näher. »Als er sie … fickte?«

Anna rollte mit den Augen, als hätte ihr Kind nach stundenlangem Üben seine Lateinvokabeln immer noch nicht drauf. »Oh, Keno! Mit einem leidenschaftlichen Schrei in ihr explodierte, du Depp! In dem Genre wird nicht gefickt! Aber wenn ich es eilig habe, muss ich beim Tippen aufpassen, dass ich keine Silben oder Buchstaben verdrehe, das passiert mir manchmal. Meine Korrekturleserin hätte wenigstens was zu lachen, wenn ich ihr einen Text schicke mit knüspenden Brosten und schebenden Benkeln. Einmal hab ich getippt: Sie erregte ihn mit ihren nackten Bürsten! Das war so dadaistisch, ich war vollkommen verzückt und hab stundenlang gelacht. Endlich mal ein Satz, der die Fantasie anregt! Aber sowas kannst du nicht drin lassen, wenn du Kunst reinmogelst, kriegst du schlechte Bewertungen für den Tippfehler.«

Keno stutzte. »Die schreiben Bewertungen für Fick-Romane?«

Anna nickte. »Ja, klar! Und wehe, da ist irgendwo ein Tippfehler in einer Bettszene, dann kommt aber garantiert irgendeine Lehrerin, die dir eine schlechte Bewertung schreibt! Ich bin dann immer voll frustriert und fühl mich wie ein Kerl. Wenn ich mir da voll einen abreiße, um den Leserinnen Vergnügen zu bereiten, könnten die mir den Orgasmus ja wenigstens vorspielen, so viel Respekt kann man doch wohl erwarten!«

Keno lachte schallend. »Also, mir hat noch nie eine was vorgespielt, das hätte ich gemerkt!«

Anna murmelte »Hmhm«, und nippte an ihrem Rotwein. »Jeder vorgetäuschte Orgasmus ist eine Lüge, die für immer zwischen euch steht. Hab ich mal in einem Aufklärungsbuch gelesen. Schön, oder? Ich war richtig gerührt.«

Steffi schlenderte herein und quetschte sich zu Anna und Keno aufs Sofa. »Worüber redet ihr denn gerade?«

Keno platzte heraus: »Anna erklärt mir, wie man Frauen erregt!«

Anna platzte heraus: »Keno erklärt mir, dass ihm noch nie eine was vorgespielt hat!«

Steffi stürzte Kenos volles Weinglas herunter und knurrte: »Seltsam ist nur: Wenn man sich unter Frauen umhört, hat jede schon mal einen Orgasmus vorgetäuscht. Wenn man sich unter Männern umhört, war noch nie einer dabei.«

Anna beugte sich über den verdatterten Keno zu Steffi. »Anständige Frauen täuschen den Orgasmus vor, wenn sie es sich selber machen, damit die Statistik wieder stimmt und kein Mann in Mitleidenschaft gezogen wird!«

Steffi schenkte sich Wein nach und grunzte: »Weißt du, was richtig scheiße ist? Wenn du dir richtig Mühe gibst, um einem was vorzuspielen, und dann fragt der danach: Bist du gekommen, Schatz?«

Anna prustete und verschluckte sich an ihrem Wein. »Nicht dein Ernst, oder? Ich glaube, wenn mich einer gestelzt fragen würde: ›Bist du gekommen, Schatz?‹, ich würde schon aus Reflex antworten: Nee, du?«

John wischte sich verwirrt ein Grinsen aus dem Gesicht. Worüber redeten die da bloß?

Keno warf sich in die Brust, um die Männer zu verteidigen. »Hallo? Ein Kavalier fragt ja wohl! Das gehört sich doch!«

Anna sah ihn entgeistert an und tippte sich dann an die Stirn. »Doppelhallo? Wenn einer erst fragen muss, dann ist der kein Kavalier! Dann fragt man sich als Frau: Wo war der eigentlich gerade, als ich gevögelt habe? Bei mir auf jeden Fall nicht!«

Steffi stürzte das nächste Glas herunter und ging dazwischen. »Du lachst, Anna, aber es gibt Männer, bei denen merkst du tatsächlich nicht, wenn die kommen! Da weißt du das erst, wenn der fertig ist! Bleibt der Typ plötzlich wie tot liegen, ist er gekommen, ganz einfach!«

Anna lehnte sich zurück und machte große Augen, als hätte sie ein Gespenst gesehen. John senkte den Kopf und fing gegen seinen Willen an zu lachen. Er hörte Annas verwirrte Stimme. »Dreifachhallo? Männer waren doch diese archaischen Wesen, die animalisch grunzen und schwitzen und stöhnen und ackern, die dich packen und rumschmeißen wie ein Killerwal, der eine Robbe von der Scholle holt!«

Keno rief empört: »Ich schmeiß doch keine Frau rum wie einen Killerwal!«

Anna lachte auf. »Du sollst sie ja auch nicht rumschmeißen wie einen Killerwal! Wie ein Killerwal! Du bist der Killer, mein Gott! Killer by day, lover by night! Oder umgekehrt! Ist ja auch egal, auf jeden Fall … ach, scheiß drauf, ich rede hier gegen Wände.«

Steffi schenkte sich das nächste Glas ein und kicherte: »Ich hab definitiv mit den falschen Männern geschlafen!«

Anna runzelte angestrengt die Stirn. »Hab ich das denn so falsch in Erinnerung? Sex war doch das, wo man sich auszieht und total geil wird und temporär den Verstand verliert, oder wovon reden wir hier?«
Eugen kreischte: »Ihr braucht eine Bühnenshow!« und wischte sich die Lachtränen aus den Augen.

Keno erklärte mit erhobenem Zeigefinger: »Sex ist ein erotisches Liebesspiel, keine Robbenjagd!«

Anna stöhnte genervt. »Wenn ich Erotik haben will, tanze ich Tango oder guck mir zum tausendsten Mal das Video an mit Jude Laws gesammelten Filmküssen!«

Steffi stützte sich leicht schwankend auf Kenos Knie ab und fragte begierig: »Gibt’s das?«

Anna flüsterte ihr zu: »Gib bei Youtube ein: Jude Law kissing, du gehst kaputt! Ich schwör dir, danach siehst du Billardtische mit anderen Augen!«

Steffi klatschte aufgeregt in die Hände wie ein Kind, das sich auf Schokolade freut. John runzelte unwillig die Stirn. Jude Law? Wer war der Kerl? Er musste das unbedingt googeln. Keno riss ihn aus seinen Gedanken. »Maler, jetzt spring mir doch mal bei! Du bist doch ein Gentleman, würdest du der jungen Dame hier bitte erklären, dass Sex kein animalischer Ringkampf ist?«

John hob den Kopf und rieb sich verlegen den Nacken. »Sorry, ich hab gerade nicht zugehört.«

Anna schnaufte: »Bin ich denn der einzige Kerl hier, der wirklich Eier hat? Ihr Narren!«

Steffi lachte auf und John zuckte die Schultern. »Naja, ich würde sagen … Sex ist Sex.«

Anna winkte ab. »Ach, John ist auch ein bedeutender Vertreter des informellen Knopfismus und knöpft seine Hemden immer schief zu, hört gar nicht auf den!«

Eugen quiekte lachend: »Was sind deine Knöpfe? Informellmismus?«

John überlegte. »Knöpfe sind …«

Anna nickte resigniert. »Knöpfe!«

John nickte verwirrt. Ja. Knöpfe waren einer der heißen Meilensteine auf dem Weg vom Tango zum Killerwal, aber das wollte er nicht laut sagen. Keno streckte John anklagend die Hand entgegen. »Würdest du mir bitte Recht geben, dass man die Dame nach dem Sex fragt, ob sie gekommen ist?«

John fuhr sich über die Augen und merkte, dass er rot anlief. Solange sie alle wild durcheinander redeten und er sich zurücknehmen konnte, war es ja ganz lustig, aber vor Anna theoretisch über Sex zu reden war schlimmer, als mit seiner Mutter über Kondome zu sprechen! Steffi machte es noch schlimmer. Sie schlug Keno aufs Bein und kicherte: »Jetzt hör doch mal auf, merkst du gar nicht, dass du ihn verlegen machst?«

John fuhr sich über die Augen. Jetzt war er auch noch der verlegene John, der rot wurde, wenn die anderen über Sex redeten!

Anna seufzte. »Ich seh schon, ich bin hier das einzige primitive Tier. Wenn Sven mir das nächste Mal erzählt, dass ich wieder in den Sattel muss, dann werd ich ihm mal sagen, dass wir das jahrelang falsch gemacht haben.«

John wurde heiß und kalt. Sven? Wer war Sven? Der Telefonmann! Keno grunzte: »Was ist das überhaupt für ein Typ, dass der dich hier rumspringen lässt?«

Anna lachte leise. »Einer, der mir regelmäßig Partnervorschläge unterbreitet, wie so eine Flirt-App. So ähnlich wie bei Facebook, wenn du Freunde vorgeschlagen bekommst. Du hast mit XY geschlafen, möchstest du vielleicht auch mit den Freunden von XY schlafen?«

Steffi lachte schallend auf, aber Keno schüttelte resigniert den Kopf und ließ ihn dann wieder in Annas Schoß fallen. »Wenn du meine Perle wärst, ich würde dich im Keller wegsperren, damit dich kein anderer kriegt.«

Anna kraulte ihn wie einen Kater und murmelte ganz in Gedanken versunken: »Dann aber bitte mit Laptop und Internetanschluss.«

Lothar schlenderte ins Zimmer. »Ey, cool, macht ihr hier jeden Abend Party?«

Keno hob den Kopf. »Ich dachte, du machst mit deinen Fans ein Hang-out oder irgendwas, was wir alten Leute nicht verstehen.«

Lothar quetschte sich zwischen John und Eugen und zuckte die Schultern. »Ist zusammengebrochen. Hashtag: Sad life!«

Anna stupste Keno an und flüsterte: »Merk dir das!«

Lothar blickte jetzt einmal quer in die Runde und zeigte dann von Anna auf John. »Ey, gestern dachte ich, du wärst seine Perle! Seid ihr hier irgendwie so’ne Sex-Kommunale oder so?«

Keno kicherte entspannt mit geschlossenen Augen: »Nee, wir haben nur knüspende Broste.«

Anna ergänzte ernst: »Und schebende Benkel.«
John sah jetzt auf Lothar herab und sagte tonlos: »Nach 22 Uhr gehen wir immer Lenden schänden«.

Anna und Steffi lachten schallend auf.

Lothar zuckte zurück, dann lachte er: »What the fuck! Ihr seid echt cool, Alter!«

Anna hatte jetzt den Kopf zurückgelehnt und flüsterte mit geschlossenen Augen: »Geile Scheiße.«

Keno lachte leise in sich hinein und wackelte dabei wie ein riesiger Berg Götterspeise. Dann wurde es so still im Raum, dass man die Holzscheite im Ofen in sich zusammenfallen hörte.

Anna flüsterte mit geschlossenen Augen: »What the fuck, auf meinem Schoß ist ein Elvis eingeschlafen.«

Sie seufzte tief, dann nahm sie Kenos riesigen Kopf vorsichtig zwischen die Hände, wandte sich darunter hervor und schob ihm ein Kissen unter. Als sie sich aufrichtete, schwankte sie leicht, dann schlenderte sie mit sinnlichem Gang aus der Upkammer.

Und was ist deine Meinung?