Deleted Scene: Der nie getanzte Tango!

Deleted Scene: Der nie getanzte Tango!

Ihr lieben Menschen, es scheint Jahre her zu sein, dass Anna und John sich den Tango für das Flying Kluntje Video vorgenommen haben. Aber in einer nicht veröffentlichten Version haben sie diesen Tango tatsächlich in der Scheune getanzt! Keno und das Bärchen haben das Video kommentiert und John hat es sich angesehen. Das wirkt jetzt natürlich völlig aus dem Zusammenhang gerissen, aber für die Freunde der gepflegten Festplattenfundstücke ist es vielleicht ganz witzig! 😀

Das geheime Flying Kluntje Video: Tango!

John hilet sich kurz die Augen zu, dann startete er das Video.

Keno und Livecam-Lothar sprachen über die leise Musik einen Kommentar ein wie ehrfürchtige Sportkommentatoren, die einem großen Ereignis beiwohnen. Und obwohl John selbst die Nacht in der Scheune verbracht hatte, wurde ihm jetzt erst wirklich bewusst, wie viel Arbeit Eugen, Lothar und Keno in die verdreckte, mit Gerümpel vollgestellt Scheune gesteckt hatten, um die »Flying Kluntje Eventhalle« daraus zu machen.

Das Video war so bearbeitet, dass es aussah wie ein flimmernder alter Film. Kenos beruhigend brummende Stimme. »Meine Damen und Herren, wir senden heute live von einem der größten norddeutschen Scheunen-Events, der Dans op de Deel Battle Frau Schnulze versus den mysteriösen Mitbewohner. Heute sehen wir einen hoch erotischen Hinterhof-Tango, und kaum ein Tanz verdient das Wort Kultstatus so sehr wie dieser. Hier im Bild sehen wir schon das Bein des mysteriösen Mitbewohners, der sich eigens für diesen Tangoschritt nur im linken Schienbein drei radioaktive Titangelenke einbauen lassen hat. Unsere weiblichen Zuschauer wird besonders interessieren, dass Madame Schnulze wie immer ein reizendes Ensemble trägt aus dem Secondhand-Wäschesack, der fast so mysteriös ist wie der Mitbewohner.«

Lothars helle Knabenstimme. »Ey, Alter, ich bin so gespannt, wann der die Dame aus dem Karussell flitschen lässt!«

»Ah, sehr schade, meine Damen und Herren, hier hat Frau Schnulze in der Linksdrehung die Hebung des Ellenbogens nicht ganz sauber ausgeführt, das wird Punktabzüge bei der B-Note geben, aber wir warten ab, was die Jury sagt.«

Lothar: »Das war doch die Rechtsdrehung, Alter!«

Keno: »Links ist da, wo der Daumen rechts ist, du Idiot!«

Lothar: »Ey, wie, guck mal, wenn ich jetzt die Hand so rum drehe, dann ist der Daumen voll links!«

Keno: »Das ist ja auch die rechte Hand. Da ist der Daumen links.«

Das Geräusch einer verrutschenden Plattenspielernadel vor schwarzem Hintergrund, dann John und Anna in der Upkammer, wie sie sich hilflos lachend aneinander klammern, aufgenommen von Keno in verwackelter Handy-Qualität.

John fuhr sich über die Augen und dachte an den Abend, als sie bei der Tangoprobe diesen monströsen Lachanfall hatten. Er hatte den Moment schon vollkommen wergessen.

Keno: »Ich sehe gerade, wir bekommen einen kleinen Einspieler von der Regie über das Training dieses spektakulären Tanzpaares, und hier können Sie sich ein Bild davon machen, was für harte Arbeit es ist, einen Tango so zu tanzen, dass er leicht und spontan aussieht.«

Schwarzes Bild, dann wieder die Tangomusik. Groß im Bild Annas hilflosester, devoter Augenaufschlag in der Drehung vor der Hebefigur. Lothars ehrfürchtige Stimme: »Alter, wenn die so guckt, krieg ich retrospektive Amnesie!«

Keno: »Retrograde!«

Lothar: »Ja, sag ich doch, das war voll retro gerade!«

Ein Schnitt und die Hebefigur, bei der John sich mit Anna auf den Armen langsam im Kreis drehte. Anna und John in einem so tiefen Blick ineinander versunken, dass auch der schrägste Kommentar nicht darüber hinwegtäuschen konnte, dass dieser Tango die pure Erotik war.

Kenos tiefes Brummen. »Hier sehen wir jetzt Lutz, den dreifachen Axel, in der Hinwendung zur Allegorie auf die Geburt der Venus von Miele.«

Lothar: »Hier steht, die war von Milo!«

Keno: »Kann auch Bauknecht gewesen sein. Bauknecht weiß, was Frauen wünschen, und wenn man sieht, wie dieser Herr eine Dame heben kann, sollten wir vielleicht alle öfter mal wieder unser Brennholz selber hacken.«

»Da hat der die Muckis her?«

Jetzt zwei Minuten einfach nur Tango. Ihre Hände im Gegenlicht, wie John Annas Hand mit verzweifelter Kraft festhält. Annas linker Schuh in der Drehung um sich selbst. Ihr völlig gebannter Blick auf seine streng geschlossenen Lippen, sein Cargohosenknackarsch in der nächsten Drehung, ihre langen Schatten, tanzend gegen das grüne Scheunentor geworfen, fliegende Haare in einer leidenschaftlichen Drehung.

Kenos erklärender Kommentar: »Hier, meine Damen und Herren, können wir sehr schön sehen, welche Körperspannung der hoch erotische Tango erfordert«

»Ey, bis in die Haarspitzen, cool!«

Für ein paar Sekunden summte Lothar mit.

Keno: »Geiles Stück, oder?«

»Also, ich finde nicht, dass du so über Frau Schnulze reden solltest!«

»Ich meinte das Musikstück.«

Ein harter Schnitt und dann der Moment, in dem Anna John nach dem Tango auf den Arm gesprungen war wie in ihrer ersten Nacht.

Lothar: »Ab morgen hack ich Brennholz, Alter!«

Kenos hilflose Stimme: »Äh, hallo, Regie, ich glaube, wir haben hier das falsche Bild!«

Schwarzer Hintergrund und Annas sinnlichste Stimme: »Was für ein Arsch!«, dann ein übermütiges heiseres Lachen.

Der Kluntje sprang in die Tasse und John klappte den Laptop zu.

Ja, äh, das ist jetzt irgendwie zerhackstückelt und liest sich für mich selber eher wie Notizen, aber deleted ist deleted! Ist eben eine völlig unbehauene Rohversion! 😀

 

Beziehungsstatus: Deleted scenes mit Nilpferden!

Jetzt machen wir mal eben was ganz beklopptes, höhö! Ich hatte ja gerade davon gesprochen, dass ich, äh, etwas umfangreichere deleted scenes in Outtake-Ordner verschiebe. Um es präziser auszudrücken: Ich hab ungefähr dreimal so viel Beziehungsstatus-Stuff auf der Festplatte, wie man im Laden kaufen kann.

Und weil wir neulich eine so anregende Konversation über Nilpferde auf der FB-Seite hatten, hab ich heute nach Nilpferd-Outtakes gesucht. Eigentlich suche ich eine Szene, in der es um Anna und Erotik geht (fraaaagt nicht!), und die finde ich in meinem Dateienchaos natürlich nicht wieder. Dafür bin ich auf andere Nilpferd-Szenen (es geht nichts über eine Suchfunktion!) gestoßen, die ich euch jetzt einfach mal poste. Fragt mich nicht, worum es da geht, ich schreibe zu jedem Band mehrere Versionen, bis ich die Essenz aus allen Versionen veröffentliche, deswegen ist das jetzt ohne Sinn und Verstand. Nein, es ist mir nicht möglich, euch den Kontext der deleted scenes näher zu erläutern! 😀

Wieso speziell diese deleted scenes jetzt rausgeflogen sind, kann ich euch auch nicht sagen. Weil die Handlung sich während der Arbeit verändert hat und weil ich immer so viel streichen muss, wenn John sich selbst überlassen bleibt und mit seinen Gedanken spielt. Dann stockt die Handlung! 😀 Tja. Trotzdem. Wir werfen jetzt einen Blick in Sookies geheimes Archiv! 😀 Und, äh, das ist auch komplett unplugged, also Rohfassung!

Deleted scene 1: John im Bauwagen

John rubbelte sich noch einmal mit dem Handtuch durch die feuchten Haare, dann zog er ein T-Shirt über und stopfte sich eine Gabel kalte Ravioli von der letzten Nacht in den Mund. Schließlich war das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages. Und jetzt war er zum Delegierten bestimmt worden, um Steffi zum Strandausflug mitzunehmen, ausgerechnet er!

John warf seine Schuhe in Richtung Küchentisch, ließ sich auf einen Stuhl fallen und griff sich ein rotes Gumminilpferd aus einer der offen herumliegenden Süßigkeitentüten, die Sven auf dem ganzen Tisch verteilt hatte. Er bewegte das Nilpferd in der Luft und sagte mit piepsiger Stimme: »Wir werden einen Ausflug zum Strand machen und möchten, dass du mitkommst, das wird fein!«

Er sah das Nilpferd abwartend an, dann piepste das Nilpferd: »Ich möchte aber nicht mit dir zum Strand fahren, weil du ein doofes Arschloch bist!«

John nahm ein weiteres Gummitier aus der Tüte. Aha, einer von diesen Teufeln, die immer aussahen, als hätten sie einen Bierbauch. Nicht sehr schmeichelhaft. Der Teufel sagte mit tiefer Stimme: »Tut mir leid, dass ich dich im Auto geküsst habe, ich war nur ein Opfer meiner Autoerotik!«

Das Nilpferd wackelte hin und her und piepste: »Ich werde Anna alles petzen, außerdem ist Sven sowieso viel süßer als du!«

John griff zwei weitere Tiere aus der Tüte, aber das eine Tier war ein Schnuller, das andere ein … was war das, ein Haifisch oder ein Delfin? Es hatte die Kiemen eines Hais und die Fluke eines Delfins. Und eine undefinierbare Farbe, ein Zustand, den der Maler nicht tolerieren konnte. Wenn Anna jetzt den Fisch spielte und an dem Schnuller lutschte … nein. Das konnte er dem Schnuller nicht antun. Nur für den Fall, dass es wirklich ein Hai war.

John stopfte sich in einem akuten Anfall von emotionaler Verwirrung alle vier Gummitiere auf einmal in den Mund und ließ die Stirn auf die Tischplatte fallen. Er schloss mit einem resignierten Stöhnen die Augen und presste sich die Hand auf die Hose. Jetzt ging das wieder los! Er dachte, er hätte es hinter sich, aber er war schon wieder geil wie ein Stier! John kaute hektisch auf den Gummitieren und philosphierte darüber, wie der Gummimatsch in seinem Mund sich von Individuen zu einer einzigen bunten, klebrigen Masse umformte. War das etwa Polyamorie? Wenn ein Männlein und ein Weiblein zu noch einem Männlein und einem Weiblein wurden, und zu noch einem …

John hob wieder den Kopf und kaute, kaute, kaute. Die Gummimatsche wurde einfach nicht weniger, er hatte sich übernommen. Ja. Er hatte eine Zweierbeziehung mit Anna gewollt, diesmal hatte er es wirklich ernst gemeint. Dann war Sonja aufgetaucht, dann Sven. Er legte den Kopf schief und hielt kurz mit dem Kauen inne. Er musste ja dankbar sein, dass das »das Krümelchen« mit Sven Schluss gemacht hatte, sonst wäre er jetzt auch noch über Eck mit einem ihm unbekannten Krümelchen verbandelt. Er überlegte, wie dieses Krümelchen wohl aussah. Es klang auf jeden Fall nicht groß. Wahrscheinlich waren Floh-Frauen wie Anna einfach Svens Beuteschema. Klein, leicht, große Sprungkraft und einfach nicht zu knacken. John lachte leise. Einen Katzenfloh zu fangen war definitiv leichter, als eine Elfe.

Und jetzt auch noch diese Sache. John kniff sich stöhnend in die Nasenwurzel und würgte einen Teil des Gummiklumpens herunter. Wieso hatte er Steffi geküsst? Steffi war doch so … na eben Steffi! Er hatte das gar nicht ernst genommen, solche Techtelmechtel passierten eben, kein Grund, Gefühle zu investieren.

John zog die Stirn kraus und dann das Handy aus der Tasche. Techtelmechtel. Manchmal hatte die deutsche Sprache tatsächlich Worte mit großem Unterhaltungswert zu bieten, aber woher kam dieses bescheuerte Wort bloß? Er musste bei dem Wort immer an den Frauennamen »Mechthild« denken, den er genau so absurd fand. Wenn jetzt eine Mechthild einen Herrn Techtel heiraten würde, wäre ihr Name Mechthild Techtel, oder auf Bayerisch die Techtel Mechthild. John nickte versonnen und versuchte, das Wort auf Amerikanisch auszusprechen. Tektelmektel, mit der klassischen heißen Kartoffel im Mund, ganz tief im Rachen, aber dabei rutschte ihm der letzte Gummiklumpen durch den Hals und er schluckte laut wie ein Frosch, der einen mutierten Riesenbrummer verschluckt. Also versuchte er es auf Irisch. Mit der Zungenspitze vorne an den Zähnen. Dieses Tektelmektel klang irgendwie heller, freundlicher. Das Internet klärte ihn darüber auf, dass die Wortherkunft unbekannt war. John seufzte frustriert. Er sollte das Wort weiterreichen an Anna und Lothar, die beiden würden damit spielen wie Seehunde mit einem Ball und es wahrscheinlich auf den Nasen balancieren und sich gegenseitig zuwerfen und dabei in die Flossen klatschen.

Um wenigstens ein kleines Erfolgserlebnis zu haben, suchte John den Namen Mechthild. Bestimmt hieß das so etwas wie Schildmaid. Irgendwas, was zu Sven passen würde, so eine prachtvolle Walküre mit langen, wehenden Zöpfen, die so dick waren wie Svens Arme. John schloss die Augen und ließ das Handy sinken. Der Nordmann hatte Anna gehalten, als wäre sie nicht schwerer als eine Wolke aus bunter Zuckerwatte, irgendetwas jedenfalls, wovon Elfen naschen konnten und … Einhörner. Wieso zur Hölle hatten sie ihn Einhorn genannt?

Ende! Weiter geht es mit:

Deleted scene II

Steffis Terrassentür ging auf und sie trat mit einer Teetasse in der Hand nach draußen, dann sah sie die Männer, sagte leise: »Oh!«, und wollte wieder verschwinden. Sven machte einen großen Satz auf sie zu und strahlte sie an. »Haselmaus! John wollte gerade zu dir!«

John rollte gereizt mit den Augen, dann trat er näher und knurrte: »Flauschmaus, das ist die Flauschmaus!«

Sven zuckte die Schultern und grinste ihn an. »Haselflausch, sag ich doch!« Er nickte wieder Steffi zu und verkündete stolz: »John wollte dir gerade etwas sagen!«

Steffi klammerte sich an ihrer Teetasse fest und sah John verletzt an. John räusperte sich und wischte sich nervös übers Gesicht. Steffi sagte pikiert: »Ich höre?«

Sven lächelte John aufmunternd zu wie eine Mutter, die beim Nikolausgedicht nachhelfen will. John zog die Stirn kraus. »All überall auf den Tannenspitzen?«

Sven stutzte kurz, dann half er aus: »Sah ich bunte Einhörner sitzen?«

Steffi wandte sich ab. »Wenn ihr mich verarschen wollt, das kann ich auch alleine!«

John sprang ihr hinterher. »Halt! Warte! Scheiße! Ich bin eben nicht so der verbale Typ!«

Steffi blieb stehen, wandte ihm aber immer noch den Rücken zu und legte abwartend den Kopf in den Nacken. John rieb sich nervös den Nacken. »Ich, also … ich hab mit dem Nilpferd gesprochen und ich sehe ein, dass ich ein doofer Arsch war.«

Steffi wurde schwach und drehte sich um. »Mit dem Nilpferd

John nickte eifrig. »Mit dem Roten!«

Steffi sah ihn ausdruckslos an. »Du hast mit dem roten Nilpferd über mich gesprochen.«

John nickte wieder. »Naja, eigentlich hat das rote Nilpferd mit mir über mich gesprochen und es war der Meinung … ach, Scheiße, komm her!«

John breitete hilflos die Arme aus und sah Steffi zerknirscht an. Steffi murrte: »Aber diesmal ohne Küssen!«

John nickte wild. »Versprochen!«

Steffi knurrte: »Was man von deinen Versprechen halten kann, weiß man ja!«, aber dann umarmte sie John und drückte ihn mit der Teetasse in der Hand an sich. John zischte verwirrt und Steffi zuckte erschrocken. »Hab ich dich verbrannt?«

John schüttelte den Kopf, murmelte tapfer »Ist okay!« und drückte Steffi. »Sind wir noch Feinde für immer?«

Steffi seufzte tief, dann brummte sie: »Einem Spinner wie dir kann man doch sowieso nicht lange böse sein!«

Sven gluckste leise. »Du darfst die Braut jetzt küssen!«

Steffi und John sprangen auseinander und der nächste Schwall heißen Tees landete auf Johns T-Shirt. Sven schüttelte fasziniert den Kopf. »Maler, wir machst du das bloß, dass du ums Reden immer drum herum kommst?«

Steffi schubste John und brummte: »Das ist bei jungen Hunden eben so. Wenn die eine Pfütze auf den Teppich machen, hat man ja auch Verständnis!«

John rieb konzentriert an den Teefleck auf seinem Shirt und maulte leise: »Wer macht denn hier Pfützen!«, aber er war doch extrem erleichtert, dass Steffi ihm verziehen hatte. Eine Mann-Frau-Sache war damit schon mal abgehakt.

Sven fragte interessiert: »Der Maler macht Pfützen auf dem Teppich`? Echt?«

Steffi lachte erleichtert auf. »Ich hab keine Ahnung, wie Anna das mit euch beiden aushält!«

So. Cut! Die Szene mit Anna und der Erotik hab ich jetzt immer noch nicht gefunden, aber da könnt ihr mal sehen, wie viel Stuff beim Kürzen so draufgeht. Glaubt mir, in einem Autorengehirn möchte niemand wohnen, überall liegen Buchstaben rum, die so zusammengesetzt werden müssen, dass sie einen Sinn ergeben! Falls ihr mehr deleted scenes lesen wollt, müsst ihr Bescheid sagen, ich hab noch welche! 😀

Zwei Tage nach dem Buchstart: Puh!

Zwei Tage nach dem Buchstart: Puh!

Ihr Lieben, der Buchstart von Beziehungsstatus 4 ist jetzt zwei Tage her und – haaaa! – langsam versickert das Adrenalin und jetzt, schnief, ich muss mich einfach mal wieder bei euch bedanken. Ich glaub, ich muss das Buch sogar irgendwann noch mal selber lesen. Denn ohne Witz: Jedes Mal, wenn ich ein Buch veröffentliche, denke ich „Ohgottogott, das ist das schlechteste, was ich jemals geschrieben hab, das kann ich meinen Lesern unmöglich antun!“

Wie man das Gefühl für sein eigenes Buch verliert

Vielleicht kennen die Autorinnen unter euch das selber. Man schnitzt, klöppelt, feilt und sägt monatelang an diesem Manuskript herum. Da sind Momente dabei, wo das so flutscht, dass man in einer Nacht 20.000 Wörter schreibt, von denen man drei Tage später 18.000 wieder streicht. Aber es flutschte! Immerhin! Ein grandioses Gefühl. Und dann kommt das Handwerk. Also ungefähr 98 %. 😀 Man liest und liest und liest und liest. Stellt um, überabreitet und liest von vorne.

Ich zum Beispiel lese jedes Manuskript mindestens dreimal nur auf so Sachen durch wie „Wer setzt sich wann hin, wer springt wann auf, wer steht gerade rum, wer hat was gerade in der Hand und legt es wann ab?“ Ja, ihr tippt euch an die Stirn, aber das ist echt so! Und wenn man jeden Witz fünfzigmal gelesen hat, dann schleift der sich irgendwie ab! Je näher der Buchstart dann rückt, umso langweiliger kommt mir das Buch vor! 😀

Erotik? Ein Albtraum!

Was man im Ideaaaalfall als Leser  verschlingt, weil man rosa Öhrchen bekommt und denkt: „Mein Gott, ist das prickelnd!“, gleicht in Wahrheit einer Stellprobe am Theater, wenn der Autor des Stückes, der Regisseur und der Beleuchter sich in der Wolle haben und über die Schauspieler reden, als wären die gar nicht da. Boar, welcher Arm ist denn jetzt wo? Und wer hat wie viele davon? Ich mein, selbst Sven, ja, selbst Sven schafft es nicht, Anna zu tragen und ihr gleichzeitig eine Haarsträhne aus dem Gesicht zu streichen. Mit welcher dritten Hand sollte er das machen, hä?

Und, ehrlich, ihr glaubt gar nicht, wie oft die Jungs schon ran mussten und wirklich alles gegeben haben und dann kommt die Sookie und verschiebt das in den Ordner mit den Outtakes! Überhaupt, die Outtakes! Über 2 Millionen Zeichen deleted Scenes auf der Festplatte, vielleicht sollte ich die schönsten einfach mal veröffentlichen. „Beziehungsstatus – Hinter den Kulissen“, höhö. Ich glaub, ich mach das mal, für die Hardliner unter euch! 😀

Apropos Hardliner: Zurück zum Buchstart!

Ja, also BS 4 ist jetzt seit zwei Tagen draußen und wie gesagt, ich hatte durch die ständige Überarbeitung jedes Gefühl für das Buch verloren. Zwanghafter Optimierungwahn eben. Und für mich fühlt sich das immer an wie ein Buchstart im kompletten Blindflug. Und dann auch noch Beziehungsstatus 4, nachdem John, sein wir doch mal ehrlich, in BS 3 das Ding ja echt voll vor die Wand gekachelt hat.

Aber das ist mit Romanfiguren wie mit den eigenen Kindern. Man muss sie ihre Fehler selber machen lassen, weil sie ein Recht darauf haben, ihr Leben selber zu leben. Und gerade John, ja? Man hat ja keine Lieblinge, nein, nein, man hat sie alle gleich lieb, aber John hab ich irgendwie ein bisschen gleicher lieb als die anderen und ihn so öffentlich als Deppen dastehen zu lassen, ist mir wahnsinnig schwer gefallen. Mann, hab ich gelitten! 😀

Aber er hat eben die klassischen Probleme, die viele Hochbegabte haben. Ich darf das sagen, weil ich solche Probleme auch hab und mich manchmal genauso doof anstelle. 130+-Menschen lösen komplexe Rechenaufgaben in der Zeit, wo andere den Taschenrechner einschalten, haben aber keine Ahnung, wie sie es gemacht haben. Sie „wissen“ es einfach. Oder sie verstehen einen Satz in einer Sprache, von der sie gar nicht wussten, dass sie die mal aufgeschnappt haben. Aber die einfachsten Wenn-Dann-Sachen sind manchmal eine unglaubliche Herausforderung.

Da war also für John ein großes „Was hab ich denn da wieder gemacht?“ fällig, mit dem ich euch aber nicht langweilen wollte. Schließlich ist John nicht der Werther und schwermütige ossianische Gesänge wollte ich euch ersparen. Deswegen könnt ihr euch gar nicht vorstellen, wie erleichtert ich war, als mir die ersten von euch geschrieben haben, dass sie wieder laut gelacht haben.

Und wisst ihr, was mir noch so aufgefallen ist? Im Mainstream hätte Anna einen unglaublichen Shitstorm auf sich gezogen, weil sie sich einfach kackfrech um ihre eigenen Bedürfnisse kümmert und sich einen frischen Juri gönnt. Was ja dann ihr Herz wieder dafür öffnet, John einfach endlich zu nehmen, wie er ist. Aber wäre das in einem klassischen Liebesroman gegangen? Im Leben nicht! Da wäre sie aber ganz schnell von der Heldin zur Schlampe rezensiert worden! Aber in unserer Nische geht das. Cool, oder?

Ein Buchstart macht mich immer so melancholisch …

Ja, ihr merkt, ich komme ins Sinnieren. Als ich Beziehungsstatus 1 veröffentlich habe, hätte ich nie gedacht, wo das mal hinführen würde. Dass ich so unglaublich tolle Freigeister wie euch als Leser finden würde. Leser, die sich so völlig offen auf eine ganz andere „User Experience“ einlassen würden als den klassischen „Heldin steht zwischen zwei attraktiven Männern und wenn sie sich endlich entscheidet, ist das Happy End da!“-Roman. Tja. Heute ist bei Amazon auf der Produktseite das erste „Kunden kauften auch“ aufgetaucht und man könnte den Eindruck gewinnen, dass die „Sookieaner“ ein eingeschworener Haufen sind! 😀

Ich liebe euch, das wollte ich einfach mal gesagt haben. (Können wir mal kurz die schluchzenden Geigen aus dem Off haben?). Äh, ja. Das musste einfach mal raus. Als ich angefangen habe, hat es manchmal Monate gedauert, bis ein Buch eine Rezension hatte und jetzt hatte John schon zwei traumhafte Rezis, als ich dachte, ihr hättet mit dem Lesen noch gar nicht angefangen. Ihr habt ja schließlich auch alle noch was anderes zu tun! 😀 Aber ihr habt mir mit euren Reaktionen auf diversen Kanälen den Buchstart sowas von schön gemacht, das war richtig muckelig! Danke dafür!

Beziehungsstatus 4 ist da!

Beziehungsstatus 4 ist da!

Beziehungsstatus 4

Ihr lieben Menschen, ich hab Herzflattern. Plopp. Beziehungsstatus 4 ist soeben bei Amazon aufgetaucht. Das ist mal wieder der perfekte Sookie-Buchstart, Garagenpunk pur. Keiner weiß Bescheid, einen Buchtrailer hab ich noch gar nicht gebaut und für eine Release-Party hab ich nur ein paar Reiswaffeln im Haus. Aber es ist da. Schnauf. Zur Angebotsseite kommt ihr hier, seid gnädig mit mir, ich weiß wie immer nie, ob das Buch was geworden ist und koche mir jetzt erst mal Beruhigungstee.

Beziehungsstatus 4 kommt nicht in den Himmel, aber überall hin!

In den nächsten Tagen wird Beziehungsstatus 4 bei allen Buchdealern eures Vertrauens auftauchen, ich schwör mit Blut. Thalia braucht wahrscheinlich wieder ein bisschen länger, aber wer will, kann sogar bei Aldi gucken. Aldi-Online hat Sookie Hell, höhö, wusstet ihr nicht? Ich auch nicht, aber manchmal hilft es, wenn man sich selber googelt! 😀 So. Ich versteck mich jetzt irgendwo und lasse euch mal in Ruhe lesen.

 

Klappentextdrama – die Zweite! Klapp!

Klappentextdrama – die Zweite! Klapp!

Ihr lieben Menschen, ihr seid immer so geduldig mit mir! Nachdem ich ja neulich in einem Anfall völliger geistiger Verwirrung den armen Fisch in die Wüste prokrastiniert habe, um mich nicht mit dem Klappentextdrama auseinandersetzen zu müssen, hat das jetzt geflutscht. Glaub ich. Also, hoffe ich! Der Klappentext ist fertig, wir können endlich loslegen! Könnten wir. Äh. Wenn ich mich nicht mit Händen und Füßen dagegen sträuben würde, das Buch endlich loszulassen. Ich schreibe mal wieder jede Nacht ein anderes Kapitel um, was soll ich bloß machen, wenn das Buch fertig ist? Schlafen?

Ey, wisst ihr, was mir gerade einfällt, wo ich den Fisch sehe? Habt ihr das gelesen, dass bei dem Schönheitswettbewerb „Miss Kamel“ in Saudi-Arabien dreizehn Kamele wegen Botox disqualifiziert wurden? Unfassbar, oder? Ich stell mir so vor, wie die Kamele in der Schönheitsklinik im Wartebereich rumsitzen und gähnend in der Gala blättern …

Okay. Ich mach es schon wieder. Ich lenk mich vom Thema ab. Also, jetzt kommt der Klappentext. Der ist ja für die Thalia-Leser auch wichtig (höhö, kleiner Insider)!

Klappappappappappappentext, yeah!

Seit John »diese Sache« passiert ist, will Anna nur noch ungestört den Kopf in den Sand stecken. Sie ist wieder in Berlin, stürzt sich ins Leben und will einfach mal unbeschwert sein. Dass sie sich nachts die Augen ausweint, geht ja niemanden was an. Alles, was ihr noch fehlt, ist ein One-Night-Stand, der Spaß macht, bei dem sie aber keine Gefühle riskieren muss.

Aber Anna hat die Pläne ohne ihren Liebesclan gemacht. Schildmaid Lotta rempelt Bewerber für ein schnelles Abenteuer einfach um, die Flying Kluntje spielen auf Annas Heimweh wie auf einer Flöte und Sven ist sowieso nicht mehr er selbst. Völlig konfus tourt er mit den Wikingern durch Europa und kommt nicht damit zurecht, dass er in Ostfriesland sein Herz verloren hat – an die wilde Liebe zu dritt.

Niemand weiß, dass der untergetauchte Maler sich in einem Kokon aus Einsamkeit verpuppt hat, um endlich erwachsen zu werden. Auf dem Weg dahin verwandelt er sich allerdings erst mal in Sinead O’Connor und ahnt nicht, was für tiefe Spuren er hinterlassen hat …“

So. Das war’s. Wir singen „Nothing compares“, die Strophen drei und fünf. Ist ja Sonntag.

Ach, so! Das hätte ich fast vergessen! Seit in der Sidebar steht, dass ich eure Mail-Adressen an russische Hacker verkaufe, hat sich meine Conversionrate vervierfacht! Sehr geil. Ich sag nur: User Experience! 😀 Ich begrüße also die neuen Passagiere an Bord, die eBooks befinden sich unter den Sitzen!