Ich HASSE Klappentexte!

Ich HASSE Klappentexte!

Ihr Lieben! Ihr fragt euch jetzt: „Hö? Wieso bastelt die Sookie Bilder von unsympathischen Fischen in der Wüste?“. Tja. Fragt nicht! Hehe! Also, Beziehungsstatus 4 ist fertig und ich auch. Weil – da muss ja vorm Upload noch der Klappentext her. Und ich hasse Klappentexte. Klappentexte sind ja bekanntlich wie das erste Date, wie der einzige Lottoschein, den du jemals bekommen wirst, oder wie die Stelle im Film, wo der Held entscheiden muss, ob er jetzt den grünen oder den roten Draht an der Bombe durchschneidet. Oder wie mein Kollege Schiller einst sprach: „Was du von der Sekunde ausgeschlagen, gibt keine Ewigkeit zurück!“. Für einen Klappentext gibt es keine zweite Chance! Schwitz …

Was ich tue, um Klappentexte zu vermeiden

Weil jetzt aber die Usability auf meinem Blog immer im Vordergrund steht, mache ich euch jetzt mal eine schöne Liste mit Sachen, die man anstellen kann, wenn einem einfach kein Klappentext in die Tastatur flutschen will. Das Fachwort dafür ist Prokrastination, und das kann man auch bei anderen Sachen machen! Wenn man zum Beispiel überhaupt keine Lust hat, das Katzenklo sauber zu machen, putzt man eben die Fenster. Das ist sehr effektiv. Ich hab heute folgende Dinge getan!

 

  1. Ich hab Mambo getanzt, obwohl ich gar keinen Mambo tanzen kann. Danach hab ich die Vorhänge zugezogen, weil mir das Gekicher der Nachbarn zu doof war.
  2. Die Gummifrösche aus der Haribotüte nach Farben sortiert. Ordnung muss sein.
  3. Meine Ukulele verstimmt.
  4. Meine eigenen Klappentexte von den anderen Büchern gelesen und sie alle doof gefunden.
  5. Bei Pixabay das Wort „Klappe“ eingegeben und den Fisch bekommen. WARUM AUCH IMMER! Weil der Fisch einen transparenten Hintergrund hatte, hab ich ihn dann eben in eine Wüste eingefügt. Das erschien mir in dem Moment logisch.
  6. Mich auf Facebook mit wildfremden Herren unterhalten. Wenn sich rumspricht, dass ich mich in dem Messenger rumgetrieben habe, bin ich geliefert!
  7. Festgestellt, dass schon wieder Vollmond ist und mich gefragt, ob ich wohl  einen Werwolf persönlich kenne und da nur nix von weiß.

 

Ja. Und noch ein paar andere sinnentleerte Sachen, die ich immer schon mal machen wollte, um nur keine Klappentexte schreiben zu müssen. Folgendes habe ich jetzt zusammengestoppelt:

Der Klappentext des Grauens

Lebst du noch oder wohnst du schon? John ist sich sicher, am absoluten Tiefpunkt seines Lebens angekommen zu sein. Seit ihm »diese Sache« passiert ist, versucht er, ein ganz normaler Mann zu sein. Er hat einen Keramikfrosch im Vorgarten, einen Induktionsherd und fürsorgliche Nachbarinnen, die eine kleine Treibjagd auf den romantischen Maler mit dem gebrochenen Herzen veranstalten. Nur eines hat er nicht mehr, denn sein Liebesclan ist in alle Winde zerstreut. Die Funkstille ist ohrenbetäubend.

Anna ist nach ihrer Flucht nicht aus Berlin zurückgekehrt und Sven tourt mit den Wikingern durch ganz Europa. Während John einsam seine Wunden leckt, ahnt er nicht, dass Sven und Anna hilflos auseinanderdriften. Denn während Anna den Maler einfach nur vergessen will, kann Sven nicht aufhören, an die gemeinsamen Tage und Nächte zu denken.“

Ja, und dann? Keine Ahnung, dann hänge ich komplett. Da fehlt doch irgendwie der Hook am Ende! Das schafft doch keinen Leeeeseanreiz, oder? Und die zehn Klappentexte, die ich davor wieder gelöscht habe, waren ja auch nicht besser! Na ja, ich plane jetzt, die Gummifrösche der Farbe nach zu essen und dann schlafe ich da mal drüber. Irgendwie schaffen Klappentexte es immer, dass ich mit der Gesamtsituation unzufrieden bin. Vielleicht schreib ich das Buch einfach noch mal neu. Seufz …

 

Kaffeepause im Blog: Heute sch(l)ürfe ich bei Larissa Schwarz

Kaffeepause im Blog: Heute sch(l)ürfe ich bei Larissa Schwarz

Hach, schon wieder eine Kaffeepause in einem Blog, da könnte ja der Eindruck entstehen, dass die tippende Teetasse viel zu viel Zeit hat, höhö, und zu viel Kaffee trinkt, aber um die tippende Teetasse geht es heute, die ist nämlich gerade gerührt, nicht geschüttelt. Meine Kollegin Larissa Schwarz (aside: Liebe Larissa, wenn ich dich im Folgenden volle Ölle förmlich mit vollem  Namen anrede, dient das allein der Suchmaschinenoptimierung, du bist nämlich heute das Keyword, yeay! 😀 ) … wo war ich jetzt? Ach so! Larissa Schwarz hat sich also über Marketing Gedanken gemacht und mich da als Beispiiiiel herangezogen, ja? Mich! Als Beispiel für was? Für die unsichtbare Autorin! 😀

Was schreibt Larissa Schwarz über Sookie Hell?

Ja, das wollt ihr jetzt wissen, nä? Den gesamten Artikel findet ihr natürlich hier, den leg ich euch auch wärmsten ans Herz, aber für die Usability kopiere ich mal kurz die Zitate, auf die ich antworten will.

„Elena Ferrante und Walter Moers halten das seit Jahren so, sie wollen gelesen werden, nicht gesehen. Auch Sookie Hell lässt lieber Protagonisten und Bücher sprechen, es macht also keinen Unterschied, ob man Selfpublisher oder Verlagsautor ist – die Akzeptanz bei Lesern kann auch ohne persönlichen Bezug funktionieren.“

So. Ja. Hmhmhm. Mein Gott, ja, Walter Moers. Ich hab mir früher die Comics gekauft, da gab es Käpt’n Blaubär noch gar nicht. Und ehrlich gesagt hat mich nie interessiert, wie der Typ aussieht, ich weiß das bis heute nicht, aber ich fand die Comics witzig. Und deswegen sehe ich die Sache mit dem persönlichen Bezug zum Leser auch vollkommen anders als Larissa Schwarz.

Ich verwurste in meinen Büchern gnadenlos ein ganzes Leben als „beziehungsunfähige“ (ihr lacht, aber so hieß Polyamorie in den wilden Neunzigern) freischaffende Kreative mit Hochbeknacktenproblematik – mehr persönlicher Bezug geht aus meiner Sicht nicht. Und umgekehrt empfinde ich die Beziehung zu meinen Lesern auch als sehr persönlich. Was ihr mir in Rezensionen, PNs und Kommentaren über eure Leben erzählt, finde ich oft unglaublich offen und mutig, ich liebe meine Leser.

Aber auf die Idee, dass bei unserem so persönlichen Thema wie Polyamorie meine zerknautsche Fresse für irgendjemanden interessant sein könnte, bin ich ehrlich gesagt nie gekommen. Erstens geht für mich heilige Privatsphäre vor Marketing, zweitens hab ich gar nicht die Zeit und noch nicht mal ein Handy, um irgendwelche Selfies zu posten. Wenn ich so hübsch und knusprig  wäre, wie Larissa Schwarz, würde ich mir das vielleicht auch überlegen 😀 , aber, neeee, dann müsste ich immer noch rausfinden, wie man ein Smartphone bedient! Da es für mich aber überhaupt nichts mit persönlichem Bezug zu tun hat, ist es mir einfach wumpe, ick find meine Pixabay-Teetasse ooch chic, wa?

Rückzug von Facebook – Marketing-Selbstmord oder nicht?

So, weider geht datt! Larissa Schwarz schreibt: „Sookie Hell, die ich gerade bereits erwähnte, schreibt humorvolle Romane über Polyamorie. Eine absolute Nische. Ihr freche, aber hochintelligente, Art erlaubt ihr inzwischen sogar den fast vollständigen Rückzug von Facebook auf den eigenen Blog. Sie ist dennoch breiter aufgestellt als die meisten von uns, tummelt sich in Internetforen zum Thema, macht mal subtil, mal mit der Kettensäge Werbung für ihre Bücher und es läuft.“

Das schmeichelt mir rasant und ich geb zu, ich hab für einen Moment mit einem satten Grinsen die Reiswaffelkrümel von meinem Lätzchen gewischt und mir dabei den Bauch gepinselt. Aber! Liebes Keyword, liebste Larissa Schwarz, hihi, SEO ist doch scheiße, oder? Äh … ja. Hase! Nichts anderes erlaubt mir den Rückzug von Facebook als ich selbst. Und ich merke auch an den Verkaufszahlen, wann es mal wieder Zeit wird, einen Buchtrailer durch das blaue Dorf zu treiben. Aber ich hab da auch einen völlig anderen Background als andere Autoren. Ich war schon in der Bloggerszene aktiv, als man noch bei „Blogspot“ glaub ich hieß das, bloggte und wer SEO betrieb, musste damals für Tante Google noch so Hampeleien veranstalten wie „weiße Ledersessel online kaufen“ zehnmal in dreihundert Wörtern unterzubringen.

Also haben wir es gelassen. Das war uns zu doof. Heute ist Blogmarketing allerdings eine richtig spannende Wissenschaft, für die ich gern mehr Zeit hätte, aber ich komme eben noch aus der Garagenpunk-Ecke des Internets, wo wir uns an die Stirn getippt haben beim Gedanken, diesem Datensammler Zuckerzwerg unseren Content zu geben, damit der damit ein Imperium aufbaut. Über Aufstieg und Fall dieses Imperiums hab ich neulich übrigens einen spannenden Artikel entdeckt, die Sache mit dem kenternden Schiff nimmt also Fahrt auf. Heute finden Leute es ganz normal, dass Google weiß, in welchem Geschäft sie gerade rumstehen und dass man am Handy sehen kann, in welcher Wohnung der Partner sich gerade befindet. Ey, halloooo? Leute schneidet euch eine Scheibe von den Polys ab, dann müsst ihr auch nicht schnüffeln, dann erzählt der Hase das ganz von alleine! 😀

Ganz ehrlich gesagt ist mir Facebook einfach zu stressig

Jedenfalls hat meine Einschränkung der Facebookaktivitäten absolut keinen Marketinghintergrund, auch wenn ich es extrem witzig finde, dass von außen der Eindruck entstehen kann, ich hätte das nicht mehr nötig. Für mich ist das, wenn überhaupt, eher eine politische Entscheidung. Herr Zuckerzwerg und ich sind ja nach der Trennung auch befreundet geblieben, aber ich zieh mich schlichtweg raus, weil mir FB viel zu hektisch ist und mir Zeit wegfrisst, die ich zum Schreiben brauche.  Meine Leser hätten also die Wahl: Neues Buch oder die gleiche Anzahl an Worten in Facebook-Posts und ich bilde mir ein, dass wir da alle ein neues Buch vorziehen! 😀

Ich bewundere immer, wie andere AutorInnen das schaffen, ständig auf Social Media Präsenz zu zeigen und trotzdem noch ein Buch fertig zu kriegen. Ich komm da einfach tierisch aus dem Takt. Facebook geht für mich nur Bam-Bam-Bam, Schreiben ist das gemächliche Murmeln einer Quelle. Wenn Facebook mich ständig anschreit, höre ich das Murmeln nicht. Wie der Eindruck entsteht, dass ich breiter aufgestellt bin als andere ist mir daher ein absolutes Rätsel. Manchmal bin ich online in Polygruppen aktiv, weil es einfach wahnsinnig entspannend ist, mit Leuten zu reden, denen man nichts erklären muss, weil sie eine ähnliche Kommunikationskultur und einen ähnlichen Background haben, das ist pures Freizeitvergnügen und auch extrem hilfreich für alle Lebenslagen rund um polyamores Leben.

Bleibt also die Frage nach Marketing und Authentizität

Hm, ja. Meine Buchtrailer-Runden kennt ihr ja, dann seid ihr genervt. 😀 Ansonsten hab ich Autorenmarketing irgendwie komplett aufgegeben, weil das der einzige Weg ist, der sich für mich authentisch anfühlt. Ich bin eben Sookie, ich war immer schon eine schrullige Einzelgängerin, die nichts lieber tut, als still zu beobachten, zu knabbern und zu sortieren. Wenn ich was sage, hab ich auch ein Mitteilungsbedürfnis, weil ich was witzig finde oder klug oder weil es mich begeistert oder ärgert. Meine einzige Marketing-Strategie ist wohl, keine Strategie zu haben. Wenn ich da bin, bin ich da, wenn nicht, stirbt da ja keiner dran, im Internet gibt es genug anderes zu gucken.

Also, liebe Larissa Schwarz und alle anderen, die sich über Marketing so den Kopf zerbrechen: Wenn ihr mich fragt – total überbewertet. Ich glaub, wer ein Buch lesen will, weil ihn das Thema interessiert, der macht das unabhängig davon, wie der Autor aussieht. Oder davon, was er zum Mittagessen hatte und wie seine Katze heißt. Nehmt ein bisschen Druck raus, Mädels, und schlaft euch mal aus, ohne zu grübeln, was ihr posten müsst, um euch so und so zu positionieren.

Ich gehe mal schwer davon aus, dass eure Leser euch auch mögen, wenn ihr sie nicht jeden Tag bespaßt. Leser verstehen nämlich, dass wir Autoren auch Rückzug und Stille brauchen, um komplexe Welten entstehen zu lassen. Für mein Empfinden wird nicht nur das Marketing überschätzt, sondern Leser werden in diesem ganzen Marketing-Hype auch unterschätzt. Als ob die nicht clever genug wären, ihren Lieblingsautoren treu zu bleiben. Lasst euch sehen, wenn ihr was geschrieben habt oder wenn ihr was zu sagen habt. Aber macht euch doch nicht immer so einen Druck. Ist nur Marketing! Tasse Tee?

 

Kaffeepause im Blog: Das Polyversum

Kaffeepause im Blog: Das Polyversum

Ihr lieben Menschen, heute mache ich die Kaffeepause in einem Blog zwar um eine Zeit, wo andere Leute sich noch einen Baldriantee kochen, damit sie gut einschlafen können, aber da könnt ihr mal sehen, wie unermüdlich ich an Band 4 arbeite! 😀 Schlüüüürf … ich liebe Kaffee zum Tee! Jedenfalls hab ich heute den Blog Polyversum entdeckt, den ich absolut hinreißend finde. Liebevoll, lebensklug und witzig, und den muss ich euch natürlich zeigen.

Ich reblogge also stolz „7 Strategien aus 7 Jahren“ mit Polyamorie und ich finde die Strategien einfach klasse, da sind ein paar dabei, bei denen ich emsig nicke und denke: „Genau so isses! Hätte ich das mal vor zwanzig Jahren schon gewusst!“

Man muss gar nicht poly sein, um das Polyversum cool zu finden!

Besonders faszinierend finde ich an diesem Artikel aus dem Polyversum, dass sich zwar alle Strategien 1A auf Polyamorie anwenden lassen, aber nicht nur. Es sind einfach Strategien, die dabei helfen, liebevoll bei sich zu bleiben und so zu kommunizieren, dass man ehrlich bleibt und nicht einfach nur was verspricht, weil es sich eben gehört, solche Sachen zu versprechen. Ich zum Beispiel hab mit sechzehn mal ewige Liebe versprochen. Ja. Heute traue ich mich nicht mal mehr, den Kerl zu googeln, ich will das gar nicht wissen! 😀

Wie gesagt: Hätte es solche Artikel mal eher gegeben! Wenn man immer selber auf alles kommen muss, dauert das ja schon mal länger! Also, ganz lieben Dank an die Crew des Polyversums!

Probekapitel: John beim Poly-Stammtisch???

Probekapitel: John beim Poly-Stammtisch???

Liebe Menschen! Ich hatte ja neulich rumgetönt, dass ich das Manuskript zu Beziehungsstatus 4 erst mal eine Woche liegenlasse, bevor es ans Finish für die Veröffentlichung geht, aber natürlich hab ich das nicht eine Nacht durchgehalten. Jetzt seh ich so fit aus wie Frodo, als er den Schicksalsberg erreicht, aber der Upload kommt nächste Woche! Yeah! Jetzt hab ich aber ein Problem und will euch was fragen, deswegen muss ich euch ein Probekapitel zeigen. Aus dramaturgischen Gründen musste John leider zu einem Polyamorie-Stammtisch. Ja, ich weiß, der Maler beim Poly-Stammtisch ist absurd, aber genau darum ging es ja! 😀 Jetzt frag ich mich aber, bin ich mit dem Stammtisch zu hart? Und jetzt fragt ihr euch: Hö? Was ist denn mit der Kettensägen-Sookie los, hatte die zu viel Weichspüler im Tee oder was? Flausch … schäum …

Jetzt hab ich aber das Problem, dass ich an eine Grenze meines persönlichen Erfahrungsschatzes komme. Normalerweise steht in meinen Romanen nichts, was ich nicht irgendwie aus persönlicher Erfahrung kenne. Ich kann also alles vertreten! 😀 Also, äh, meine Faustregel lautet: Ich mach mich nur über Sachen lustig, die mir selber schon passiert sind. Im Groben. Äh. Ja.  Aber ungelogen, ich war in meinem ganzen Leben noch nie bei einem Stammtisch. Meine einzige Berührung mit etwas stammtischähnlichem war der Tag, an dem die Damen von der Fantifa mich gewinnen wollten und mir erklärt haben, dass sie einen Ordner angelegt haben, in dem Worte wie „Patriarchat“ erklärt sind. „Wow“, hab ich damals gedacht, „jetzt gehen bestimmt alle Glatzen nach Hause und denken über ihr Leben nach!“

Ja, äh, und seitdem habe ich an nichts mehr teilgenommen, wofür ein Tisch reserviert wird. Ich hab also von Stammtischen gar keine Aaaaahnung! Aber ich bin sicher,  dass es total tolle Poly-Stammtische gibt, wo sich super liebe Menschen treffen, die richtig Plan haben! Bestimmt, oder? (Ich nicke gerade beschwörend!)  Ich weiß nämlich aus zuverlässiger Quelle, dass ich Leser habe, die zu Poly-Stammtischen gehen! Und ich möchte euch natürlich nicht vor den Kopf stoßen, indem ich einen Poly-Stammtisch satirisch verwurste! Ach, seufz, es ist schwierig. Also, solltet ihr das Gefühl haben, dass ich hier voll gemein und ungerechtfertigterweise die Poly-Stammtisch-Szene durch den Kakao ziehe, schickt mir eine Warnung, noch kann ich umarbeiten! Und jetzt geb ich einfach mal die Spoiler-Warnung raus und blogge euch das Kapitel, um das es geht!

Ach so, solltet ihr das Gefühl haben, dass ich mich gerade aufführe wie Daniel Day Lewis, als er es abgelehnt hat, den Aragorn zu spielen, weil er fand, es ließe sich nicht mit Method Acting vereinbaren, einen Fantasy-Helden zu spielen, obwohl er selbst noch nie ein Fantasy-Held war,  dann könnt ihr mir das auch ruhig sagen! Ich weiß, dass ich Unterhaltung viel zu ernst nehme! 😀

Poly-Stammtisch mit Maler

John betrachtete unschlüssig den biederen Landgasthof und konnte sich einfach nicht überwinden, aus dem Auto zu steigen. Er war sowieso schon eine Viertelstunde zu spät, er konnte auch gleich wieder fahren. Der Gedanke an Menschen war ihm sowieso mehr als unangenehm.

Er schrak zusammen, weil hinter ihm ein Mofa auf den kleinen Gästeparkplatz knatterte und beobachtete dann, wie ein Typ mit Gummistiefeln, Landarbeiterklamotten und Wampe vom Mofa stieg, seinen Helm abnahm und sich den fettigen Pferdeschwanz richtete. John rutschte tiefer in den Sitz.

Der wollte garantiert nicht zu diesem Polyamorie-Stammtisch. John ja eigentlich auch nicht. Aber mit irgendjemandem musste er ja reden. Und die Veranstalterin des Stammtisches hatte ihm wenigstens ganz nette Nachrichten geschickt und ihn dreimal ermutigt, doch einfach mal vorbeizukommen. Hiltrud. Rafaels Mutter hieß auch Hiltrud, aber die würde ja wohl kaum einen ostfriesischen Polyamorie-Stammtisch gründen und dafür im Internet in sämtlichen Polyamorie-Gruppen werben.

John holte tief Luft, dann stieg er endlich aus und schlenderte zum Eingang der Kneipe, der man von außen schon ansah, wie sie innen eingerichtet war. Ein Landgasthof eben. »Kennst du einen, kennst du alle!«, dachte John seufzend und betrat den schummrigen Gastraum.

An der Theke saßen ein paar versprengte Gestalten und nuckelten an ihrem Bier, die Tische waren leer bis auf einen spärlich besetzten großen Tisch hinten in einer Fensternische. John rieb sich nervös das Kinn an der Schulter, dann nahm er Kurs auf den Tisch und sah sich fragend um. »Poly-Stammtisch?«

Eine große, breite Frau um die fünfzig stand auf und schüttelte ihm die Hand wie eine Bäuerin, die eher daran gewöhnt war, die Mistgabel zu schwingen. »Du musst John sein, wie schön, dass du zu uns gefunden hast! Ich bin die Hilli!«

Die Hilli griff einen Marker vom Tisch, beschriftete eine Rolle Klebeband und klebte John kurzerhand seinen Namen auf die Brust. John nickte scheu und musterte mit einem verstohlenen Blick die Runde am Tisch. Der Mofa-Zopf und ein hagerer Mann undefinierbaren Alters, der ein schwarzes Nietenhalsband trug und eher aussah, als hätte er zu viele BDSM-Pornos auf DVD, sahen ihn glasig an. Etwas abgerückt von diesen wenig attraktiven Burschen saß ein Pärchen um die dreißig, das hitzig miteinander tuschelte. Die Hilli strahlte John an und setzte sich mit einer einladenden Geste. »Dann können wir ja anfangen!«

Der Mofa-Zopf murrte: »Sollen wir nicht auf die Weiber warten? Zu so einem Stammtisch kommen doch bestimmt auch Weiber, oder?«

John setzte sich und seufzte tief. Hilli ignorierte die Frage und klappte eine Aktentasche auf. »Ich hab uns heute mal ein paar Schaubilder mitgebracht, über die können wir vielleicht diskutieren! Und dann kann der John uns ja, wenn er mag, ein bisschen über sich erzählen!«

John registrierte, dass die kleine Blonde, die gerade noch so hitzig getuschelt hatte, ihm einen heißen Blick zuwarf und dann ihren Tischpartner hämisch angrinste. John wandte irritiert den Kopf ab. Wo war er hier bloß gelandet?

Hilli hielt ein Klemmbrett hoch und tippte mit einem Kugelschreiber auf ein paar Grafiken, die aussahen wie Buchstaben. »Hier können wir sehr schön sehen, was für Beziehungskonstellationen es in der Polyamorie gibt! Hier zum Beispiel sehen wir eine V-Konstellation aus drei Partnern, die nicht zu verwechseln ist mit einem Dreieck, denn bei dieser Konstellation hat einer der Partner zwei Partner, die nicht miteinander verbunden …«

Neben John tauchte eine Kellnerin im vollen Ornat auf, schwarzer Rock, weiße Bluse, Rüschenschürze, und hielt gelangweilt einen Notizblock im Anschlag. John sah sich um. Mit was für einer Bestellung rechnete die Dame, dass sie sich Notizen machen musste? Er räusperte sich verwirrt. Hillis Gequassel störte ihn beim Denken. Und außer ihm hatten schon alle Getränke, also murmelte er nur: »Wasser.«

»Ein Wasser!« Die Kellnerin schrieb sich die Bestellung tatsächlich auf und watschelte dann wieder hinter ihren Tresen. Der Mofa-Zopf raunte John zu: »Trocken?«

»Äh, Wasser? Nee, nass!«

Der Zopf ruckte mit dem Kopf. »Ob du trocken bist! Oder wieso trinkst du Wasser?«

John verstand. »Ich muss noch fahren.«

Der Zopf winkte ab. »Ein echter Mann kann immer saufen!«

Hilli strafte die Störenfriede mit einem strengen Blick. »In der Z-Konstellation hier könnt ihr sehr genau sehen, wie ein Polykül sich gestaltet, wenn vier Partner wie eine Kette miteinander verbunden sind. Die beiden mittleren Partner verfügen jeweils über zwei Partner, während …«

Der Zopf raunte John ins Ohr: »Ich such ja eine F-Konstellation!«

John sah den Mann irritiert an. Der Zopf grinste schmierig: »F wie Ficken!«

John schloss mit einem tiefen Atemzug die Augen und wandte den Kopf ab. Die kleine Blonde schaltete sich ein. »Und wie heißt das, wenn ein Mann seine Frau betrügt und das dann Polyamorie nennt? Ist das dann besser als fremdgehen?«

Der Tischpartner der Dame murmelte verlegen: »Jetzt hör doch mal endlich auf damit!«

John knurrte gereizt: »Wenn er seine Frau betrügt, ist es keine Polyamorie!«

Alle sahen ihn an. Hilli ließ ihr Klemmbrett sinken und fingerte sich eine Lesebrille auf die Nase, um John über den Rand anzusehen. »Möchtest du uns das erklären?«

John schniefte und verschränkte trotzig die Arme. »Was muss ich denn da erklären? Ich dachte, das hier wäre ein Poly-Stammtisch! Hallo? Transparenz, Einvernehmlichkeit?«

Die kleine Blonde in der Ecke lachte höhnisch auf. John beugte sich vor und zuckte sofort wieder zurück, weil die Kellnerin ihm ein Wasser vor die Nase stellte. John sah fragend in die Runde. »Wer von euch lebt denn überhaupt polyamor?«

Die Kellnerin blieb neben ihm stehen und stellte fest: »Das wüsste ich auch gern! Das klappt doch nie!«

Hilli warf sich in die Brust. »Ich hab da die meiste Erfahrung! Als ich als junge Frau ein Jahr in der Stadt gelebt habe, hatte ich zwei Freunde, ich bin also mit den Problemen vertraut! Und ich kann euch viele Bücher empfehlen, aber die meisten sind auf Englisch, vielleicht versteht ihr die nicht so gut!«

John fuhr sich über die Augen und murmelte sarkastisch: »That’s the dogs bollocks!«

Offenbar war die Kellnerin die einzige, die ihn verstand. Oder die zumindest verstanden hatte, dass er etwas Englisch konnte. Sie lachte laut auf, legte ihm kurz die Hand auf die Schulter und verschwand vom Tisch. Der Zopf stieß John an. »Wenn du dich so gut auskennst, erzähl doch mal! Wieso hast du deine Hühner nicht einfach mitgebracht?«

John warf ihm einen bösen Blick zu. »Weil ich keine Hühner habe?«

Der kleinlaute Beisitzer der bissigen Blondine schaltete sich ein. »Hast du da echt Erfahrung?«

John sah dem Mann zum ersten Mal in die Augen und erkannte seine eigene Verzweiflung wieder. Er nickte langsam. »Hab ich. Und ich hab mein eigenes Polykül in die Luft gejagt, weil ich mich nicht an die Regeln gehalten habe. Also, wenn du meinen Rat hören willst: Nimm das mit der Einvernehmlichkeit bloß ernst!«

Die Blonde stieß ein triumphierendes »Ha!« aus, während der Fettzopf hämisch lachte. »Sind deine Weiber dir abgehauen?«

John konzentrierte sich darauf, ruhig zu atmen, um diesem Idioten nicht einfach nur was aufs Maul zu geben. Hilli räusperte sich und griff wieder ihr Klemmbrett. »Würdest du uns denn auf dem Schaubild zeigen, welche Konstellation dein Polykül hatte?«

John holte Luft, dann hob er hilflos die Hand. »Mein Polykül war kein eindimensionaler Buchstabe auf einem Schaubild! Das war ein rauschender Ozean aus Farben, Licht, Gefühlen und Sound, das war lebendig! Wir sind Menschen mit echten, tiefen Gefühlen! Und stellt euch vor: Jeder von uns hatte seine eigenen! Und seine eigene Geschichte, seine eigenen Ängste und Wünsche und wenn das alles aufeinandertrifft, dann ist das ein wildes, ohrenbetäubendes Rauschen, das musst du fühlen, das musst du spüren, das musst du zulassen! Wenn sie dich beide im Arm halten, sich direkt vor deiner Nase voller Gefühl küssen und dabei zusammen deine Hand halten, das kannst du nicht in ein Schaubild packen! Das kannst du auch nicht in einem Fachbuch nachlesen! Wenn du gerade fliegst wie ein Adler, liest du dabei auch kein Buch über Flugzeugkonstruktion, dann fliegst du einfach!«

Erst, als er die betroffenen Gesichter sah, wurde ihm bewusst, dass er zu laut geworden war. Der Fettzopf rülpste. »Alter, erzähl keinen Scheiß, du hattest nie im Leben zwei Bräute im Bett!«

Die Hilli straffte ihre breiten Schultern und sah den Fettzopf strafend an. »Uwe, ich weiß nicht, ob du zu unserem Stammtisch passt, wir versuchen hier wirklich, etwas aufzubauen!«

Für einen Moment verspürte John Mitleid mit dieser Frau, wenigstens gab sie sich Mühe und verurteilte Mehrfachbeziehungen nicht, was auch immer ihr Beweggrund dafür war. Fast hätte John überlegt, wie er Hilli aus der Patsche helfen könnte, aber Uwe stieß ihn an und kicherte: »Stell mir deine Bräute doch mal vor, ich bin auch voll poly, Alter!«

John sprang auf und lief zur Tür, dann fiel ihm ein, dass er das Wasser gar nicht bezahlt hatte. Er drehte sich wieder um, legte der Kellnerin fahrig einen Schein auf den Tresen und deutete mit dem Kopf auf die Zigarettenschachtel, die hinter ihr lag. »Kann ich da eine von haben?«

Die Kellnerin griff die Schachtel, bot ihm eine an und zwinkerte: »Automat hängt draußen!«

John zupfte gierig eine Zigarette aus der Schachtel und schniefte. »Hab aufgehört.«

Die Kellnerin beugte sich über den Tresen, gewährte ihm Einblick in ihr strammes Dekolletee und flüsterte ihm zu: »Am zweiten Dienstag im Monat ist der Swinger-Stammtisch da, vielleicht ist das ja eher was für Sie!«

John lachte hysterisch auf, dann steckte er sich die Kippe an und floh aus der Kneipe. Er wollte ins Auto steigen, dann fiel ihm aber ein, dass er in seinem Familienvaterauto unmöglich rauchen konnte. Außerdem wusste er eh nicht, wo er hin wollte. Zurück zu der tickenden Küchenuhr? Er blieb also auf dem Parkplatz stehen und zog gierig an der Zigarette.

Hinter ihm hörte er die Tür wieder aufschwingen, dann trat der stille Beisitzer der Blondine neben ihn und räusperte sich. »Ich bin Stefan.«

John knurrte: »John!« und riss sich den Klebebandstreifen mit seinem Namen vom Hemd. Stefan behielt seinen Klebebandstreifen, offenbar brauchte er diesen angeblichen Polyamorie-Stammtisch dringender als John. Stefan steckte sich ebenfalls eine Zigarette an und trat dann von einem Fuß auf den anderen. »Hattest du wirklich zwei Freundinnen, die sich geküsst haben?«

John schüttelte den Kopf und starrte auf die Kuhweide auf der anderen Seite der Landstraße. »Freundin und Freund.«

Stefan trat mit einem diskreten Hüsteln ein Stück zur Seite. John streifte ihn mit einem Blick aus dem Augenwinkel. »Keine Sorge, du wirst nicht schwul, wenn du neben mir stehst.«

Stefan lachte verkrampft. »Entschuldigung. Tut mir leid, das war blöd.«

John nickte nur knapp. Stefan kam wieder vorsichtig ein Stück näher. »Es funktioniert also nicht, oder? Hab ich mir gleich gedacht.«

John sah diesen Stefan jetzt tatsächlich interessiert an. »Was funktioniert nicht?«

Stefan zuckte die Schultern. »Diese Polyamorie! Ich hab das im Internet gelesen und das klingt ja alles toll, aber ich bin da in diese Kollegin verliebt und meine Frau macht mir die ganze Zeit nur die Hölle heiß!«

John seufzte tief. »Ja, das kenne ich.«

»Wie, hat deine dir auch die Hölle heißt gemacht? Etwa wegen diesem Kerl?«

John verzog das Gesicht. Wegen dieses Kerls, Genitiv. Dass diese verdammten Deutschen einfach ihre Fälle nicht beherrschten! John schüttelte den Kopf. »Ich ihr. Ich hab ihr die Hölle heiß gemacht. Bis ich ihn kennengelernt hab. Jetzt kann ich mir Monogamie nicht mehr vorstellen.«

Stefan nickte verwirrt. »Aha. Und wieso bist du dann alleine hier?«

John zog wieder gierig an der verbotenen Zigarette. »Weil ich aus dem V ein Z gemacht habe, ohne die beiden zu fragen.«

Stefan sah ihn unsicher an. »Und warum hast du das gemacht?«

John zog noch einmal an der Zigarette, dann schnippte er sie auf den Boden und trat sie aus. »Weil ich ein hirnloser Idiot bin. Es ist auch nicht so, dass ich meine Ex ins Polykül holen wollte, absolut nicht! Da war nur was passiert und ich hab das einfach gebraucht, um damit abzuschließen. Diesen einen miesen Fick, der mein ganzes Leben gesprengt hat. Und ich hab keine Chance mehr, es zu erklären, weil sie weg sind. Weil sie beide weg sind. Ich hab meine große Liebe, meinen ganzen Traum, meinen neuen besten Freund, mein Zuhause, meine WG, meine Wahlfamilie, meine Freunde und alles verloren, was mir wichtig war. Für diesen einen miesen, völlig überflüssigen Fick. Weil ich einfach nicht aufhören konnte, mich wie ein ganz ordinärer monogamer Betrüger zu benehmen!«

Stefan nickte resigniert. »Es funktioniert also nicht.«

John straffte die Schultern. »Bei dem Paar, das ich liebe, funktioniert es seit zehn Jahren. Nur nicht mit mir.«

Er tippte sich grüßend an die Schläfe, dann stieg er in sein Auto und fuhr einsam in den Sonnenuntergang.

 

Coming soon: Demut, Verzweiflung und John

Coming soon: Demut, Verzweiflung und John

Seid umschlungen, Klingonen! Heute stolpere ich mit einem Füllhorn der Liebe über die Wiese, rutsche auf einem nassen Grasbüschel aus und pack mich dynamisch ab, aber egal! Kennt ihr diesen Rausch, in dem einfach alles flutscht, weil ein Knoten platzt und ein Geysir an Klarheit hochblubbert? Genau das hab ich heute! Und warum? Weil „Demut, Verzweiflung und John“ so gut wie fertig ist! Beziehungsstatus 4 kommt!

Ein Rausch ist ein Rausch ist ein Rausch

Ich mach uns jetzt mal eben Musik an, damit ihr euch vorstellen könnt, in welchem Tempo ich in den letzten 48 Stunden getippt habe.

Das war hier sowas von Kachaturian, aber sowas von! Zum Tee gab’s Kaffee und Haferflocken aus der Mikrowelle mit Zucker und Zimt sind total underrated! Ernsthaft! Powerfutter, ich sach datt! Und wie kam das jetzt? Wer den letzten Beitrag verfolgt hat, weiß ja, dass ich eine tiefe Sinnkrise mit dem bestehenden Format hatte. Das könnt ihr alles hier nachlesen. Und dann kamen meine Kolleginnen, allen voran Dana Brandt, Sabine Joey Schäfers, Nora Amelie und Savannah Lichtenwald.

Mädels: Ihr wart einfach bombe, ganz, ganz extrem fetten Dank an euch. Weil nach dem informellen Stammtisch mit euch eins klar war: Scheiß auf Marketing, auf so angstbesetzte Fragen wie: „Verstehen Leser das, wenn man ein Format ändert? Darf man das?“  Ihr habt mich nämlich daran erinnert, dass Schreiben in allererster Linie eine Leidenschaft ist und Lesen auch. Und wenn ein Band in die Tastatur flutscht, weil das Schreiben so bannich viel Spaß macht, dass man auf Schlaf und Schnitzel verzichtet, weil man vom Laptop nicht weg kann, dann flutscht das bestimmt auch für die Leser. Allen kann man es nicht recht machen, Figuren brauchen Platz und meine Leser sind kluge Menschen. Ihr versteht den Tempowechsel schon! 😀

Warum jetzt: Demut, Verzweiflung und John?

Das war so! In Zweifelsfällen mache ich bei uns in der WG eine schnelle Umfrage. Also, in unserer echten WG, quasi beim Vorbild der Flying Kluntje. Und wenn die Mitbewohnerin, die wir auch liebevoll Sheldon Cooper nennen, das Gesicht verzieht und heimlich grinsen muss, dann weiß ich, dass der Titel irgendwas hat. Was, weiß keiner, aber wird schon klappen! 😀

Ich zeig euch jetzt erst mal den Cover-Entwurf, den ich gerade gebastelt habe:

Demut, Verzweiflung und John

An der Schriftgröße und den Farben kann ich noch ein bisschen schrauben, aber jetzt könnt ihr euch schon mal vorstellen, wie es gemeint ist. Ja. Kürzer, knackiger, schneller. Und ich freu mich riesig, ich kann es gar nicht erwarten, „Demut, Verzweiflung und John“ zu veröffentlichen, aber ich leg es trotzdem noch eine Woche auf Halde, bevor ich das Finish mache und dann mit Firnis drüber gehe. Dann noch Klappentext und so Gedöns und raus damit. Haaaaa! Es wird! Ich bin dann jetzt weiterarbeiten, wollte euch nur kurz Bescheid sagen! Äh, Licht und Liebe! Tanderadei! Holt schon mal das Kleingeld aus der Waschmaschine! 😀

 

Beziehungsstatus 4: Ich brauche dringend euren Rat!

Beziehungsstatus 4: Ich brauche dringend euren Rat!

Ich würde jetzt sagen „I bims“, aber das ist ein Jugendwort und nix ist so peinlich wie eine olle Schrulle, die Juuuugendsprache spricht, deswegen, öhm, könnt ihr mal alle eben kurz näher rücken? Am besten wir bilden einen Stuhlkreis, ja, und wenn jeder seine Wolldecke … Mist. Ich bin verwirrt. Das seid ihr von mir natürlich nicht gewohnt. Es geht um Beziehungsstatus 4 und wir müssen reden. Aber ungelogen: Ich hab jetzt seit Wochen diesen Gesichtsausdruck:

Beziehungsstatus 4

Ich hab da nämlich ein Problem mit Beziehungsstatus 4, und da wir als Autorin und Leser ja irgendwie alle im selben Boot sitzen, muss ich euch jetzt mal aus der Komfortzone locken! Und, ja, auch die stillen Leser dürfen mitreden! Falls ihr online nicht mit mir gesehen werden wollt, auch gerne als PN über Facebook, treibt sich ja nicht jeder gern öffentlich in der Polyamorie-Ecke des Internets rum, da hab ich vollstes Verständnis für! Worum geht’s?

Beziehungsstatus Romane führen ein Eigenleben, so viel ist klar!

Äh, ich will euch jetzt gar nicht mit der ganzen Geschichte langweilen, was vom ersten Erscheinen des ersten Bandes bis heute, blabla, aber Fakt ist: Geplant war das ganze Ballett ja als Fortsetzungsroman, der quasi relativ kurzgetaktet Neuerscheinungen hervorploppt. Plopp. Da is‘ wieder einer! Weil ich aber Sookie bin, hab ich mir dann wieder selber Beine gestellt und komplett umgearbeitet, extrem dicker gewordene Neuauflage, was soll ich sagen, es ist aber auch einfach immer so kompliziert! Mit der Liebe und der Polyamorie und dann haben die Romanfiguren wieder ihren eigenen Kopf und – ihr kennt das. Wie heißt das? Schreiben ist das, was passiert, während du plottest. Oder so.

Jedenfalls sind Beziehungsstatus 1 – 3 ja jetzt verdammt fett. Also, nicht so fett wie Tolstoi, aber der hat Krieg und Frieden auch achtmal umgeschrieben, der kannte das auch, diesen ewigen Optimierungszwang. Mein Dank gebührt übrigens Missus Tolstoi, die das alles immer wieder von Hand abgeschrieben hat. Manchmal frage ich mich, ob ich nicht doch heiraten sollte. Das steht aber jetzt hier nicht öffentlich zur Debatte! 😀

Ja, auf jeden Fall: Die drei ersten Bände so als Reihe, aber irgendwie schon auch ein bisschen in sich abgeschlossen, also quasi mit „Themenschwerpunkten“, waren für mich extrem wichtig bei der Arbeit. Aber die Figuren verändern sich, es kommen neue hinzu, das Universum breitet sich aus und wird bunter und wer bis jetzt mitgelesen hat, kann das auch wechseln. Was Polyamorie überhaupt ist und wer mit wem und an welchen Schauplätzen und überhaupt – inzwischen kennen wir uns ja alle. Und jetzt endlich meine Frage:

Könntet ihr ab Beziehungsstatus 4 mit einer Umstrukturierung leben?

Die Sache ist nämlich die: Ich hatte echt nicht mit euch gerechnet. Mit so tollen Lesern wie euch. Mit Lesern, die sich so viele Gedanken machen, die so mitfiebern, so individuelle Rezensionen schreiben, die mir so tolle, tiefgründige Nachrichten schicken und die vor allem meinen speziellen Humor teilen. Ich dachte, das wär eben eins meiner üblichen Projekte, bei denen nie einer guckt, ich stell mal ein Buch ein, dann rutscht das ins Nirvana und ich fange ein neues Projekt an. Ziegenkäse wegschmeißen oder alte Duschgelflaschen als Vasen upcyceln oder so. Aber jetzt seid ihr da und ihr scharrt mit den Hufen und wollt wissen, wie es weitergeht.

Und für mich hat sich auch vieles geändert. Die Figuren sind für mich inzwischen wie Familienmitglieder, man kennt sich eben. Ich bin inzwischen auch mit der Story so verwachsen, das ich nicht mehr überlegen muss, wie es weitergeht, ich weiß es einfach. Ich will nur noch schreiben, schreiben, schreiben und raushauen, KAWÄMM! Jetzt ist aber das Ding: Bis jetzt hatten wir quasi drei fette Bände in Spielfilmlänge. So wie „Star Wars“, als die Welt noch in Ordnung war. Oder „Fluch der Karibik“, bevor Jack Sparrow diese neuen Extensions bekam und bescheuert aussah. Drei Teile sind watt Ehrliches. Und Beziehungsstatus 4 soll und muss es einfach geben, da sind wir uns hoffentlich einig! 😀

Aber ich würde jetzt einfach lieber ins Serienformat wechseln. Weil die Story einfach gerade danach verlangt. Irgendwie. Und ihr auch. Irgendwie. Und mein Marketing auch irgendwie, denn das effektivste Marketing sind immer noch Veröffentlichungen. Isso. Die Weihnachtsgeschichte war der Knaller und hat viele Neuleser ins Beziehungsstatus-Universum gespült, die mich sonst nie gefunden hätten. Sichtbarkeit rulez!

Wenn Romane nicht immer so fett wären!

Aber Bücher in Romanstärke mit rund 600.000 Zeichen brauchen einfach ihre Zeit. Besonders bei einer so komplexen Story mit so vielen Charakteren, die alle Aufmerksamkeit verdienen. Meine Arbeitstechnik ist nämlich auch so: Ich mache alles im Kopf. Ich mach mir noch nicht mal Notizen. Wenn ich sehe, was andere Autoren da für Mindmaps und Plotgedöns anlegen – mach ich alles nicht. Bei mir muss das fließen und dann wird zehnmal umgeschrieben, bis die 300 Seiten rund sind. Das dauert über den Daumen pro Buch ein Jahr, weil der ganze Aufbau für dicke Schmöker doch sehr komplex ist. Und beim jetzigen Format bin ich drauf eingeschossen, dass ich mehrere Handlungsstränge auch zeitgleich zusammenfügen muss (auch, wenn man das beim Lesen vielleicht gar nicht so merkt, aber isso!) Aber jetzt kommt ein Punkt, wo mich das bei der Arbeit an Beziehungsstatus 4 bremst. Und das wollen wir doch alle nicht! 😀

Ich will also jetzt gerne weg von den fetten Schmökern. Beim Lesen kommen die euch ja hoffentlich nicht wie fette Schmöker vor, aber beim Schreiben sind sie de facto welche! 😀 Ich will lieber hin zu einem neuen Format, kürzere Folgen, mehr Handlungsstränge, und ich glaube, das passt auch. Wir haben inzwischen die Wikinger, dann kommt die Moooni, Siobhan muss auftauchen und überhaupt. Wenn ich allen Figuren gerecht werden will, muss ich weg vom bisherigen Format. Und ich hab da heute in einer neuen Rezension einen Satz gelesen, der dazu irgendwie passte wie Arsch auf Eimer: „Dazu passt der offene Schluss, der eben nicht alle Fragen beantwortet, sondern Lust auf Fortsetzung macht.“ Da sind mir aber die Cocktailtomaten von den Augen, ploff!

Weil: Die Bücher haben sich entwickelt, die Figuren, ich und ihr auch. Und wir sind jetzt, tada, an einem Punkt, wo wir die letzten eingefahrenen Strukturen des klassischen Liebesromans verlassen können. Echt jetzt. Das Happy End am Ende brauchen wir alle nicht mehr, oder? Lebendige Liebe ist eben nicht statisch, die fließt, da gibt es immer Drama, Liebe, Wahnsinn, Zwischen-Happy-Ends und woanders kann es gerade donnern. Besonders in Ostfriesland. Da donnert es ja öfter.

Was machen wir jetzt?

Umverdingsung, Wurschtelung, muss also sein. Denn dann könntet ihr den nächsten Band vielleicht schon Ende des Monats haben. Schlanker, aber auch ein bisschen günstiger natürlich. Die Frage ist jetzt nur, was meint ihr: Ist es Selbstmord, mitten in der Reihe das Format und den Preis zu ändern? Oder klappt das? Oder sollen wir einfach mit einer neuen Reihe starten? Das geht! Ich müsste nur im Nachwort von Beziehungsstatus 3 darauf hinweisen, wo es weitergeht! Aber lieber würde ich bei der bestehenden Reihe bleiben, oder? Nehmen Leser das krumm, wenn sich was ändert? Oder, ah! Eine zweite Staffel! Wie wäre es mit einer zweiten Staffel? Das wär geil, oder? Oder ist das blöd? Aber dann wäre Beziehungsstatus 4 Band 1 der zweiten Staffel … Ist das verwirrend? Ich lass euch jetzt mal was sagen, vielleicht seht ihr das ja alles ganz anders! Und kommentiert, wo immer ihr wollt, eure Meinung ist wiiichtig! 😀

Nackte Kerle, Google und ich: SEO kann auch Spaß machen!

Nackte Kerle, Google und ich: SEO kann auch Spaß machen!

Liebes Internet! Heute machen wir mal was zusammen. Wir werfen einen Blick auf die Suchbegriffe, die mir in der Google Search Console angezeigt werden. Für den geneigten Laien: Da kann man die Keywords sehen, die Leute googeln und dann „plopp“ wird der eigene Blog angezeigt. Wenn man Glück hat. Jetzt frag ich mich: Wieso mache ich mir überhaupt die Mühe, mein gesamtes Weltbild in hochgradig philosophische Artikel zu zimmern, wenn meine Besucher googeln: Nackte Kerle, geile nackte Kerle, nackte Männer und äh, ja. „Monogamie Kreuzworträtsel“. Das ist übrigens die „Einehe“, ihr Narren! Muahahahaaaa! Öhm, hab mich wieder im Griff. Weiter geht’s.

Wer nackte Kerle googelt, soll ja auch was zu gucken haben, nä?

Manchmal, wenn ich nichts zu lachen habe, stelle ich mir die Gesichter der Menschen vor, die „nackte Kerle“ googeln und dann in meinem Blog landen. Weil – hier ist weit und breit kein nackter Kerl! Ich hab keine Ahnung, wieso Google die Leute zu mir schickt! Glücklicherweise ist „Sookie Hell“ der Top-Suchbegriff (ich bin wohl doch eine Marke) mit einer Klickrate von 15,38 % (der Rest klickt hoffentlich direkt auf einen Buchdealer, hehe!), aber direkt danach kommen die nackten Kerle. Die CTR, also die „Click Through Rate“ beträgt 4,76 %. Und da muss man mit ernst gemeintem Content erst mal hinkommen, ja?  Besonders, wenn man nicht eine einzige SEO-Maßnahme ergriffen hat, um für seine nackten Kerle gefunden zu werden! Das faszinierende und für mich vollkommen mysteriöse Wort „erotikdas“ hat übrigens auf meinem Blog eine CTR von 50 %, sollte jemand von euch wissen, was ein erotikdas ist, schreibt mir bitte einen Kommentar!

Jedenfalls müssen die User, die bei mir nackte Kerle suchen, bodenlos enttäuscht sein. Also dachte ich mir: Sookie, das musst du ändern! Usability geht schließlich vor! Ich hab also, gar nicht faul, einen Bleistiftstummel gesucht (das Wort „Stummel“ kommt jetzt in dem Zusammenhang auch komisch, aber ich bin sicher, es wird in Kürze in der Search Console auftauchen! 😀 ) und bin künstlerisch tätig geworden! Ja, gut, John kann das besser, aber ich bin zufrieden! Hier kommt jetzt also die Galerie der nackten Männer, die ich extra für euch zusammen gestummelt habe!

Nackte Männer sind so ein inspirierendes Keyword! Vielleicht.

Nackte Kerle

Ja, äh, also hier seht ihr Diddi und Günther. Die Pornobalken müsst ihr euch jetzt wegdenken, aber mein Blog wurde als familienfreundlich eingestuft, das wollen wir ja nicht riskieren, nä? (Welches Programm auf die Idee gekommen ist, ist mir übrigens auch schleierhaft, aber egal.) Diddi und Günther bedienen die SEO Keywords „nackte Kerle“, „nackte Männer“ und, ja, ihr lacht, wurde aber gegoogelt: Happy Birthday, nackte Männer! Kommen wir zum nächsten Suchbegriff!

Geile nackte Männer!

geile nackte männer

Ja, ähm, Freddie ist gerade ein bisschen verlegen, weil sein Balken verrutscht ist, aber das kann passieren, Freddie! Das ist vollkommen natürlich und kein Grund, sich zu schämen! Vielleicht hat er einfach „geile nackte Frauen“ gegoogelt, man weiß es ja nicht! 😀

Das Highlight der Google-Kunst: „schöne nackte schwule kerle“!

geile schwule nackte männer

Ja, öhm, wie nennen wir den Kerl denn jetzt? Nennen wir ihn doch einfach Christian! Nur für den Fall, dass jemand 50 Shades googelt, SEO ist ja wichtig, nä? Also, Christian deckt gleich mehrere Suchbegriffe ab. Schöne nackte Kerle, schwule nackte Kerle, geile nackte Schwule, schöner mann nackt. Und natürlich „nakte mener“, da war wohl die Mama nicht zu Hause und die Kinder haben kichernd mit Google gespielt. Beachtet bei diesem Werk aus dem Nackte-Männer-Zyklus bitte auch, dass ich dafür extra Frisuren-Trends gegoogelt habe, und Nazi-Frisen und Bärte gelten ja heute als chic, warum auch immer.

Fazit? Das wär erledigt! Wer in Zukunft bei mir landet, weil er nackte Kerle googelt, wird jetzt auch fündig. Sollte jemand noch ein Cover für seine Gayromance brauchen, ich bin noch die ganze Woche hier! Und ich kann das auch in Ööööl! 😀 Und übrigens, wo wir gerade da sind: Ich schreibe auch Bücher! In denen kommen tatsächlich auch Männer vor, die manchmal nackt sind! Gnihihihi! Genug Marketing für heute, ich geh mal Tee kochen.

Ah, das hätte ich jetzt fast vergessen! Liebe Menschheit, immer wieder googelt ihr „Ulle ins Jenseits schicken“! Ich gebe zu, ich hatte keine Ahnung, was das bedeutet, aber ich hab das für euch recherchiert! Wie gesagt: Usability geht vor! Ob Ulle nackt ist, weiß ich allerdings nicht! 😀