Die Buchblogger-Misere oder wie finden wir frische Inhalte?

Die Buchblogger-Misere oder wie finden wir frische Inhalte?

50 Shades of Langeweile?
50 Shades of Langeweile?

Es ist mal wieder Zeit, mit Anlauf in den Fettnapf zu springen und zu gucken, wer mitmacht. Mir läuft da nämlich seit Wochen ein Problem im Kopf rum, und das muss jetzt einfach mal raus! Ich sehe nämlich, dass viele andere dasselbe Problem haben und vielleicht schaffe ich es, eine kleine Diskussion auf „neutralem Boden“ anzustoßen. Und das Problem heißt: Frust bei Buchbloggern!

Einige misstrauische Geister werden mir natürlich unterstellen, dass ich keineswegs neutral bin, denn dies hier ist mein Autorenblog. Aber den Gedanken, everybodys Darling sein zu müssen, habe ich mir eh schon vor Jahren abgeschminkt, und wer sich in meinem Blog umsieht, stellt auch schnell fest, dass es mir hier nicht darum geht, mich selbst zu beweihräuchern, sondern um den Austausch mit euch. Ich bin nämlich im Netz als Autorin, als Leserin und als Bloggerin unterwegs und folgendes beschäftigt mich: Ich sehe immer mehr Artikel von Buchbloggern, die sich trauen, mal anzusprechen, dass sie mit dem derzeitigen Buchmarkt nicht mehr wirklich glücklich sind, zum Beispiel hier und hier. Da geht die Lust am Lesen verloren, die Bücher scheinen immer austauschbarer zu werden und irgendwann hat man das Gefühl „Kennst du eines, kennst du alle!“ Hat man die ersten drei Seiten gelesen, weiß man, wie es ausgeht.

Als Buchblogger auf dem Drahtseil

Buchblogger machen einen sehr schwierigen und inzwischen sehr wichtigen Job. Der Handel hat ja längst erkannt, dass Blogs, die Bücher besprechen, ein wichtiges Marketinginstrument geworden sind. Viele dieser Blogs werden mit wahnsinnig viel Liebe, Zeitaufwand und manchmal auch Kostenaufwand gepflegt, und wenn es für die Verlage gut läuft, kostet diese Werbung sie keinen Cent, nämlich dann, wenn Blogger ihre Blogs aus Liebe zur Sache pflegen. Solche Blogger sind für mich die Helden, denn sie sind „konzernfrei und unabhängig“. Trotzdem müssen auch diese Blogger sich an die Spielregeln halten, um sich eine Reichweite zu erarbeiten. Zielgruppenorientierter Content, eine klare Ausrichtung, Social Media Marketing, alles, was im Hinterzimmer passiert, SEO, Plug-ins, Backlinkaufbau, ihr kennt das.

Da ich selbst weiß, wie viel Arbeit in einem Blog steckt, kippe ich manchmal hinten über, wenn ich Buchblogs anklicke, die schon ein riesiges Archiv haben. Denn gerade bei Büchern ist so ein Artikel ja nie mal eben schnell geschrieben. Man muss eine Vorauswahl treffen, die Zeit zum vielen Lesen erst einmal finden und dann noch darüber reflektieren, bevor man schreibt. Und dann sind da ja auch noch die ganzen Fallstricke. Man möchte keinem Autoren schaden, aber man möchte seinen Lesern auch ehrliche Rezensionen bieten, und Lesen ist ja sehr individuell, was dem einen gefällt, findet der andere gruselig und umgekehrt. Da ist es kniffelig, den richtigen Ton zu treffen und keinen Leser zu verschrecken – denn darum geht es letztendlich ja, um die Leser.

Denn Leser wollen wir alle, sonst hätten wir als Medium ja ein altes Schulheft gewählt und würden unsere Gedanken einfach da rein schreiben. Aber trotz der vielen Arbeit bekommen viele Buchblogger einfach nicht die Reichweite, die sie verdienen. Und ich spreche jetzt einfach mal ganz klar aus Lesersicht. Ich folge auf Social Media Portalen oder direkt auf dem Blog vielen Buchbloggern und scrolle immer gern durch Gruppen, in denen Blogger ihre neuen Artikel posten. Das ist gewissermaßen meine individuelle Tageszeitung, und dafür nehme ich mir gerne Zeit. Aber diese Zeit ist einfach begrenzt.

Und wenn ich dann den zehnten Artikel über ein und dasselbe Buch sehe, dann muss ich den Blogger schon sehr mögen, um den Artikel auch anzuklicken. Natürlich ist es da schwer für Buchblogger, sich eine Reichweite zu erarbeiten, besonders dann, wenn man in den Strom gerät, Neuerscheinungen ganz schnell „durchackern“ zu müssen, um einer der ersten zu sein, die das Buch besprechen. Klar, dass da auch der ursprüngliche Spaß am Lesen zur Pflicht wird.

Ist Nummer sicher auch Nummer langweilig?

Natürlich erhofft man sich als Blogger immer eine große Reichweite. Man freut sich riesig, wenn Artikel geteilt werden, wenn Leser kommentieren und Leben in den Blog bringen. Und sich diese Anerkennung zu wünschen ist gut und berechtigt. Denn Buchblogs sind ein ganz wichtiger Beitrag zum bunten und demokratischen Medium Internet. Aber wie immer frisst die Revolution ihre Kinder.

Die großen Verlage mit einem entsprechenden Werbebudget haben Blogger längst instrumentalisiert. Der Effekt ist klar: Wenn alle dieselben Exemplare kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, besprechen auch alle dieselben Bücher. Da sind wir wieder bei der „Schwarmintelligenz“ und Bestseller werden immer noch genau so gemacht, wie vor der Digitalisierung des Buchmarktes. Wer seine Bücher am besten platziert und überall in die Kamera hält, bekommt auch die größten Verkaufszahlen.

Fernab vom Inhalt werden so die Lebensansichten geschiedener Fußballergattinnen (die sowieso von Ghostwritern geschrieben werden, also, die Lebensansichten, nicht die Exgattinnen) zum Bestseller. Einfach durch die Verfügbarkeit. Was in jeder noch so kleinen Buchhandlung direkt am Eingang liegt, wird gekauft. Und natürlich liegt für Blogger da der Gedanke nah, die großen Bestseller zu besprechen. Das Problem ist nur: Alle anderen Blogs bewerben ihre Artikel zum gleichen Buch! Und das macht es wirklich schwierig bis unmöglich, sich da ein Alleinstellungsmerkmal zu erarbeiten, dass eine nachhaltige Leserbindung schafft!

Wenn man ein bisschen drin herum porkelt, wird einem sogar klar, dass die Misere noch größer ist, als es auf den ersten Blick scheint. Denn wenn man als Blogger selbst schon immer öfter das Gefühl hat: „Das Cover ist ja nett, und ich mag auch den Stil des Autors, aber irgendwie … kommt mir das alles zu den Ohren raus!“, wie soll man dann seine Leser begeistern? Aber – wo kriegt man jetzt frischen Wind her?

Ein Gedankenspiel

Stell dir vor, du bist Buchblogger. Da ich zu diesem Artikel ganz gezielt Buchblogger eingeladen habe, dürfte das einigen von euch gar nicht so schwer fallen! 😀 Also, du bist Buchblogger, und du kommst in einen Buchladen. Der Laden ist zwar groß, aber urgemütlich. So, wie ein schöner Buchladen eben aussieht – man fühlt sich sofort zu Hause. Aber irgendwas ist anders. Du stolperst am Eingang gar nicht über den Tisch mitten im Raum, auf dem sich die Spiegel-Bestseller stapeln. Stattdessen liegen da Buchtitel, von denen du noch nie gehört hast! Die Cover könnten kreativer und unterschiedlicher nicht sein, die Titel klingen ungewohnt, skurril, lustig, manchmal extrem klug, manchmal befremdlich bis strunzdoof. Wo bist du hier gelandet?

Du gehst weiter und stellst fest, dass die Erfolgstitel, die jeder liest und über die jeder bloggt, nirgendwo zu sehen sind. Die meisten Autorennamen hast du noch nie gehört! Du ziehst zaghaft ein paar Bücher aus den Regalen und überfliegst die Klappentexte. Manches klingt nach grottenschlechtem Schrott. Aber manches klingt auch nach so witzigen, originellen oder wichtigen Ideen, dass du dich fragst: „Wieso führen die anderen Buchläden das nicht?“ Bist du in einem Paralleluniversum gelandet? In einem mit einem vollkommen anderen Buchmarkt? Was machst du jetzt?

Du findest eine schrullige, bunte Verkäuferin mit Lesebrille und Staubfusseln in den Haaren. Vorsichtig fragst du: „Entschuldigung, haben Sie gar kein 50 Shades of Gähn oder ‚Biss zum Abwinken‘?“ Es wäre ja irgendwie beruhigend, die vertrauten Titel zu entdecken und zu wissen, dass du nicht in einem fremden Universum bist. Die Verkäuferin sieht dich kurz irritiert an, dann leuchtet ihr Gesicht auf. „Warten Sie, ich hab da einen sehr schönen Oscar Wilde Comic für Sie! 50 Shades of Dorian Grey, ich hab mich weggeschmissen vor Lachen! Oder hier, die Abwink-Trilogie, die Geschichte einer Frau, die Heiratsanträge von Milliardären ablehnt, weil sie lieber Meeresschildkröten rettet, das ist so romantisch!“ Du stehst jetzt vor der Wahl – entweder du gehst rückwärts wieder raus oder du fängst an zu stöbern und Bücher zu entdecken, die du niemals für möglich gehalten hättest.

Willkommen auf dem parallelen Buchmarkt!

Vielleicht denkst du jetzt: „Was für ein Saftladen, da würde ich sofort rückwärts wieder rausgehen!“ Und wer sollte sich auch dafür interessieren, wenn du Bücher besprichst, die niemand kennt? Da klickt doch kein Mensch! Vielleicht aber auch doch. Da wird zehnmal der neue Fitzek besprochen, was absolut toll ist für Herrn Fitzek, ich freue mich aufrichtig für ihn. Aber du besprichst den neuen Kokoschinsky. Denkst du, dass alle weiterscrollen, um die elfte Besprechung über Herrn Fitzek zu lesen? Oder bleiben einige hängen, weil sie denken: „Who the fuck is Kokoschinsky? Da klicke ich mal drauf!“ Herzlichen Glückwunsch, du hast neue Leser gewonnen und vielleicht sogar einen neuen Autoren entdeckt!

Die gute Nachricht ist: Es gibt diesen geheimen parallelen Buchmarkt längst. Die schlechte Nachricht ist: Kein Mensch hat Zeit, das alles zu sortieren! Und kein Blogger möchte nur Müll besprechen und seinen liebevoll gepflegten Blog in einen Linkfriedhof verwandeln. Ihr wollt schließlich lebendige Leser mit tollen Buchtipps versorgen, das ist ja der Sinn der Sache. Aber wo findet man die?

Der große Graben: Blogger und Selfpublisher

Oh, ja, autsch, jetzt wird eine heilige Kuh geschlachtet! Aber mit Anlauf in Fettnäpfe zu springen ist mein Hobby und für alle zaghaften Gemüter unter euch zeige ich euch jetzt kurz ein Bild meiner Blogstatistik nach dem letzten Meckerartikel über Marketing:

Das passiert, wenn man dem Internet mal die Meinung geigt!
Das passiert, wenn man dem Internet mal die Meinung geigt! 😀

Ihr seht also, manchmal trifft man auch einen Nerv und findet darüber tolle Leser, die einen durch kluge und durchdachte Kommentare unheimlich inspirieren können, weiter zu denken. Und der Nerv, an dem ich jetzt mal schmerzhaft zupfe, ist der zwischen dem „richtigen Buchmarkt“ und dem Garagenpunk-Buchmarkt. Selfpublishing hatte immer schon einen wahnsinnig schlechten Ruf. Vor der Geburt des Kindle galten Autoren, die ihre Bücher selbst drucken ließen, als selbstverliebte Dilettanten, die einfach nicht kapieren wollten, dass kein Verlag dieser Welt sie mit der Kneifzange anfassen würde.

Ein Buch selbst herauszubringen und zu vermarkten kam einem Selbstmord als Autor gleich. Wer das nötig hat … Auch der Handel nahm solche Bücher nur ins Sortiment auf, wenn der Autor ein Stammkunde war, der für seine Großfamilie in dem betreffenden Buchladen einkaufte und die nette Buchhändlerin einfach nicht wusste, wie sie „Nein!“ sagen sollte. Iiiiih, Selfpublishing, na, das wird ja schöner Schrott sein! Auf den Inhalt hat da niemand mehr geguckt.

Und dieser Graben hat sich nur ein kleines bisschen verschoben. Durch die Digitalierung sind einige Autoren groß geworden, indem sie sich ihr ganz eigenes Publikum erobert haben. Dann kam wieder die Revolution, happs-happs, und plötzlich lief es umgekehrt: Die Verlage traten an die Autoren heran, die sich bereits eine Fanbase aufgebaut hatten und wenig Arbeit, aber viel Kasse versprachen. Der Großteil der Autoren bleibt aber vom Mainstream unentdeckt (übrigens auch auf dem „ersten“ Buchmarkt). Und – Achtung: Nestbeschmutzer-Alarm! – es gibt auf dem Selfpublisher-Markt tatsächlich viel Schrott.

Wir hatten ja schon diverse Diskussionen, dass Autoren sich gar nicht über andere Autoren äußern dürfen. Da wird gleich Futterneid unterstellt und was weiß ich. Aber wo landen wir, wenn noch nicht mal die Leute, die wissen, wie es ist, ein Buch zu schreiben, sich untereinander austauschen dürfen? Ist das fruchtbar, so ein Tabu zu installieren? Kreative haben sich immer gefetzt, geliebt, gegenseitig verrissen, unterstützt, gezofft. Plötzlich gilt das als verpönt. Futterneid. Ich mache garantiert auch nicht alles richtig. Wer Lust hätte, einen bösen Verriss zu schreiben, würde sicher auch bei mir fündig, keine Frage. Wenn ich wollte, könnte ich mich sogar selbst verreißen, aber, hey, ich bin Autorin, schreiben kann ich, und Verrisse machen mehr Spaß! 😀

Aber irgendwie müssen wir ja mal anfangen, Dinge beim Namen zu nennen. Ich – als bewusste Selfpublisherin – verstehe jeden Blogger, der sofort dicht macht, wenn Selfpublisher ihre Exemplare anbieten. Oh, neeee, nicht schon wieder, der hunderste Aufguss eines Erfolgstitels (der innovativ war, als er erschien, nicht fünf Jahre später, als ihn schon alle abgeschrieben hatten), „Ommas Lebenserinnerungen“ (die wirklich nur die Familie interessieren) oder endlich mal ein „neuer“ Vampirroman, in dem der Vampir auch noch Rockstar ist – oh, süüüüß. Wenn ich Buchblogger wäre, würde ich da auch ganz schnell die Rollos runter machen und tun, als wäre im Blog keiner zu Hause. Aber!

Stille Denker – Die Randgruppe am Rande der Randgruppe

Es gibt nämlich auch gerade im Selfpublishingbereich AutorInnen, die unfassbar viel auf der Pfanne haben und sich ganz bewusst dagegen entscheiden, ihre Manuskripte Mainstream-Verlagen anzubieten. Diese AutorInnen sind eine Randgruppe, keine Frage. Oft sind sie schon etwas lebenserfahrener (nicht unbedingt älter) als die Facebook-Überflieger, die tausende von Fans sammeln, um dann ihre Groschenromane an sie zu verkaufen. Diese AutorInnen sind nicht unbedingt für das digitale Zeitalter geschaffen. Sie bevorzugen den Rückzug, lassen ihre Bücher in selbstgewählter Einsamkeit reifen, jonglieren unermüdlich mit Worten, weil sie gar nicht anders können und das sogar tun würden, wenn keiner guckt, einfach, weil sie das Schreiben im Blut haben.

Diese AutorInnen sind scheue Wesen, hochsensibel, und sie tun sich schwer damit, ohne jeden Selbstzweifel auf den Putz zu hauen. Solche AutorInnen sind tatsächlich SchriftstellerInnen. Und manchmal haben diese sensiblen Wesen nach fünf Minuten auf Facebook Kopfschmerzen und bleiben deshalb unentdeckt. Obwohl gerade sie es sind, die der Buchmarkt so dringend braucht. Denn sie sind keine oberflächlichen wandelnden Tagtraum-Fabriken, sondern die neuen Stimmen, die viele von uns gern mal lesen würden.

Diese scheuen Rehe des Buchmarktes stehen sich aber selber im Weg. Um wirklich gut zu schreiben, braucht man die Fähigkeit, vielschichtig auf vielen Ebenen gleichzeitig zu denken. Man muss ein guter analytischer Psychologe sein und gleichzeitig die Empathie einer lieben Mama haben, die jede Romanfigur versteht und liebt wie sie ist. Wirklich gut zu schreiben erfordert einfach Lebenserfahrung, Abstraktionsvermögen, sprunghaftes Denken auf vielen Ebenen, das zu logischen Handlungssträngen verknüpft wird. Und wer so tickt, hat ein Problem. Erstens: Es braucht viel Zeit und Energie, gut zu schreiben, da hat man den natürlichen Trieb, sich vor ständigen Ablenkungen zu schützen. Zweitens: Wer so komplex und vielschichtig denkt, leidet auch an komplexen und vielschichtigen Selbstzweifeln. Isso. Wissenschaftlich erwiesen.

Die Fähigkeiten, die man also zum Schreiben braucht, werden zum Stolperstein, wenn es darum geht, sich selbst zu vermarkten. Ich kenne Autorinnen, die arbeiten wirklich sehr hart an ihrem Marketing, fühlen sich dabei aber gar nicht wohl. Weil sie stille Denkerinnen sind, Schriftsteller sind schüchtern, sonst wären sie Rockstar geworden. Und solche Autorinnen finden es von ihrem Wesen her extrem unangenehm, im Mittelpunkt zu stehen. Sie finden ja schon den Gedanken schlimm, dass jemand denken könnte, dass sie im Mittelpunkt stehen wollen! Weil es einfach nicht wahr ist! Noch schwieriger ist es dann, sich selbst in den Mittelpunkt stellen zu müssen, damit endlich mal die Bücher irgendwann im Mittelpunkt ankommen.

Alle nicht-schreibenden unter euch können sich jetzt vielleicht eher ein Bild davon machen, warum es so schwierig ist, die „anderen“ Bücher (die es ja definitiv gibt!) zu finden. Weil die Schöpfer derselben sich eigentlich lieber mit ihrem Laptop unterm Tisch verstecken und ungestört schreiben würden, anstatt laut klappernd durchs globale Dorf Internet zu laufen und sich selbst zu loben. Das ist einfach verdammt schwer.

Wie schaffen wir jetzt eine Schnittstelle?

Ich freue mich riesig, wenn ihr als Buchblogger oder Leser (und natürlich auch die Autoren unter euch!), Ideen habt, wie man die vom Einheitsbrei gefrusteten Buchblogger und die stilleren Autoren mit den „anderen“ Büchern zusammenbringen kann. Vielleicht könnten Buchblogger sich für die Kategorie „Selfpublisher“ oder „Nischenautor des Monats“ öffnen oder ähnliches und damit auch ein alternativeres Lesepublikum anziehen. Vielleicht könnten die Buchblogger, die sich hierher verirren, uns Selfpublishern auch Anregungen geben, was euch helfen könnte, eine Auswahl zu treffen. Was braucht ihr von uns? Vielleicht kommen auch welche von den eher stillen AutorInnen hierher und erzählen kurz, wie sie sich mit ihrem Marketing fühlen und was sie gern anders hätten?

Und wo wir gerade dabei sind: So viel Eigenwerbung muss mir jetzt erlaubt sein! Falls du Buchblogger bist und Frischfutter suchst, sieh dich ruhig auf meinem Blog um, ich bin zu jeder Schandtat bereit! 😀

Und jetzt bin ich sehr gespannt auf eure Meinungen, danke euch fürs Lesen dieses meterlangen Artikels und freue mich auf die Kooperationen, die vielleicht entstehen werden!

Eure Sookie

98 thoughts on “Die Buchblogger-Misere oder wie finden wir frische Inhalte?

    1. Ja, das finde auch, Isabella! Superartikel, habe ich gleich mal getwittert. Ich werde es auch auf meine Autorenseite teilen. Wirklich erfrischend – und so wahr!

      viele Grüße an Sookie, unbekannterweise
      von Marlies Lüer

  1. Toller Artikel. Es hat Spaß gemacht ihn zu lesen. Als Buchbloggerin kann ich vieles von dem bestätigen, was Du schreibst. Ich gehe nun den Weg, die Bücher zu rezensieren, die ich wirklich lesen mag. Dadurch habe ich schon Bücher auf meinem Blog, die nur bedingt Mainstream sind. Darunter sind dann auch Selfpublisher. Der Nachteil ist dann wiederum, das ich keine feste Nische habe, denn ich blogge eben nicht nur zu einem Thema und auch selten die gerade aktuellen Bücher.
    Die Selfpublisher, von denen ich bisher Bücher rezensiert habe, habe ich fast alle persönlich auf den Buchmessen kennengelernt. Sobald ich mit einigen in Kontakt war, wurden die Bekanntschaftskreise immer größer und so eben auch die Vielfalt der Selfpublisher-Bücher, die ich kennenlernen konnte. So habe ich einige wundervolle Bücher entdeckt, aber auch Bücher, für die im Nachhinein die Lesezeit zu schade war. Das ging mir aber auch schon bei Verlagsbüchern so.

    1. Hallo Martina!

      Vielen Dank für diesen tollen Kommentar aus Buchblogger-Sicht! Ich war gerade schon in deinem Blog und er hat mir wahnsinnig gut gefallen, gerade durch seine Vielschichtigkeit. Bei dir bekommt man Lust, auch mal ein völlig neues Genre auszuprobieren und sich überraschen zu lassen!
      Es ist also nicht immer ein Nachteil, keine feste Nische zu haben, bei dir geht es authentisch zu und man wird (also, „man“ klingt doof), ich werde bei solchen Blogs immer neugieriger, als wenn ich auf den ersten Blick sehe: Aha, hier wird nur Chick-Lit oder ähnliches besprochen!
      Und noch ein wichtiger Aspekt, den du beigetragen hast: Auch bei Verlagsbüchern kann man natürlich das Gefühl haben, dass es schade um die Zeit war. Umso schöner, dass du so offen bist für Selfpublisher!

      Liebe Grüße, Sookie

  2. Ich habe die Suche nach den hier beschriebenen Buch-Bloggern aus der „Parallelwelt“ mittlerweile aufgegeben. Die sind selten wie siebenblättriger Klee. Dein toll gemachte Artikel bringt auf den Punkt, warum. Außerhalb des Mainstreams ist es eben nicht so sicher. Ich würde mir in diesem Bereich generell mehr Mut zur Vielfalt wünschen, auch als Leser.

    1. Hallo Ryek!

      Mir geht das auch aus Lesersicht ganz genau so. Vor ein paar Tagen war ich auch mal wieder in einem Buchladen und bin nach zehn Minuten gegangen. Da war einfach nichts für mich dabei!
      Dass es außerhalb des Mainstreams eben nicht so sicher ist, bringt ganz genau auf den Punkt, woran es krankt, nicht nur bei Büchern. Das Sicherheitsbedürfnis kommt mir inzwischen völlig übersteigert vor und hat ja auch längst Kreative im Internet erreicht. Es gibt ja auch überall die gleichen Anleitungen dafür, womit du auf der „sicheren“ Seite bist. Zielgruppenorientierung, spitze Nische, Kundentrichter aufbauen. Das Wort Kundentrichter sagt ja schon, dass es nach unten immer enger wird, da fallen breit gefächertes Denken und Vielfalt natürlich schwer.
      Und beim Schreiben sind wir ja schon so weit, dass Literaturagenten und Verlage wissen wollen, mit welchen Titeln dein Manuskript vergleichbar ist. Ich bin der Typ, der dann sagt: „Mit nix! Deswegen hab ich es ja geschrieben, ich wollte selber mal wieder was originelles lesen!“ Da bist du schneller im Papierkorb, als du „Schleudertrauma“ sagen kannst! Deswegen bin ich Selfpublisher! 😀

      Vielfältige Grüße, Sookie

      1. Ich auch. 😉 Da hat man alle Möglichkeiten offen. Wenn man sich selbst und seine Chancen realistisch einschätzt, dann sage ich für mich, dass ich lieber für eine Handvoll Leser schreibe, die meine Texte mögen, als mich mit zehntausenden Mainstream-Autoren um den „Markt“ zu prügeln. Entsprechend wenig umfänglich ist dann auch mein persönliches Marketing. Ich schreibe in meinem Blog rund um das Thema Schreiben oder was mir sonst auf dem Herzen liegt, wenn ich Zeit und Lust dazu habe, bin in einigen Facebook Gruppen für zumeist brauchbare Beiträge bekannt, und mache ab und zu Werbung für meine Texte. Wem mein Modell gefällt, der kann es ja dann gern weitererzählen.

        Viele Grüße,

        Ryek

  3. Klasse. Dein Artikel trifft für mich so sehr auf den Punkt, wie lange keiner zum Thema Bücher mehr. Genau das ist mein Problem als Leser und Autor.
    Sprich: viele der letzten Bücher die ich gelesen habe, fesselten mich nicht. Sie waren vielleicht nett und auch durchaus gut geschrieben, aber oft genug konnte ich sie zur Seite lege und dachte erst irgendwann wieder „ach da war ja was zum weiterlesen“. – Ich selbst habe einige Jahre Rezensionen in Blogs geschrieben und mich dabei weder vor Kleinverlagen, noch vor Selfpublishern verschlossen. Allerdings muss ich sagen, dass ich sowohl über Schrott, als auch über Perlen gestolpert bin (unter Selfpublishern, Kleinverlagen und Publikumsverlagen). Schlimm fand ich die Autoren, die ein „Nein“ nicht akzeptieren konnten. Wichtig für eine solche Absage war für mich immer eine Leseprobe und auch die Art des Anschreibens. Aber bei der Flut an Büchern kam ich irgendwann nicht mehr nach, zumal mich manche der Publikumsverlage regelrecht mit unverlangten Rezensionsexemplaren überschwemmt haben (und mir teilweise immer noch Bücher zuschicken, obwohl ich seit über 5 Jahre nicht mehr rezensiere). Aus Sicht als ehemalige Buchbloggerin muss ich sagen, dass ich gerne experimentiert habe. Autoren, die ich nicht kannte und nach Möglichkeit keine Bestseller. Einfach war es nicht und einen Leserstamm aufzubauen noch viel schwieriger.

    Die Perspektive der schüchternen Autorin ist mir allerdings auch sehr bekannt. Mittlerweile habe ich das eine oder andere Werk „fertig“, aber mich immer noch nicht entschieden, welchen Weg ich gehen möchte. Meine Texte sind kein Mainstream, aber bei Kleinverlagen und Selfpublishing befürchte ich im Marketing unterzugehen. Ja, ich habe viele Freunde und Bekannte, die ich dazu befragen kann, trotzdem: ich hasse es im Mittelpunkt zu stehen und mich selbst zu bewerben. Genau das müsste ich aber tun, wenn ich mich für diesen Weg entscheide. Ideen dazu fände ich daher ebenfalls sehr spannend. Wie trete ich so an Buchblogger heran, dass sie vielleicht Interesse an meinem Werk zeigen, ich ihnen nicht auf die Nerven gehe und ich als Autorin dadurch nicht in der Versenkung verschwinde? Laut einigen befreundeten Autoren / freiberuflichen Lektoren taugen meine Texte angeblich durchaus, aber … naja der Berg an Selbstzweifeln ist groß.

    1. Hallo Eluin!

      Ich wollte diesen Kommentar früher beantworten, habe mich dann aber in deinem schönen Blog festgelesen! Ich freue mich sehr, dass du hier das Thema Selbstzweifel noch mal so offen aufgreifst, weil da wohl viel mehr Autorinnen mit kämpfen, als man glauben könnte, wenn man eben die lauten „Klapperer“ auf den Social Media Portalen sieht.
      Die Entscheidung Verlag oder Selfpublishing kann dir natürlich niemand abnehmen (darüber, ob man einen Verlag findet, entscheidet man ja auch nicht unbedingt selbst). Du könntest natürlich auch versuchen, einen Agenten zu finden, damit du dich nicht selbst mit einem Verlag auseinandersetzen musst.
      Ich bin auch wahrlich kein Insider der Branche, aber ich beobachte auch immer öfter, dass eine Verlagserscheinung einen nicht vor dem Marketing bewahrt, dass das eher inzwischen erwartet wird. Ich sehe auf Social Media fast schon genau so viele Verlagsautoren Marketing betreiben wie Selfpublisher. Erst, wenn du eine gewisse Größe hast, machen die anderen das Marketing für dich.
      Daher glaube ich, dass wir einfach ein anderes Marketing brauchen, passend zum Paralleluniversum der stillen Schriftstellerinnen. Aber wir fangen ja gerade hier und jetzt an, ein kleines Netzwerk aufzubauen, da werden sich noch schöne Dinge ergeben, da bin ich ganz sicher. Wie du in deinem Blog geschrieben hast: Auch, wenn wir die Sterne gerade nicht sehen können, sind sie trotzdem da!
      Das schwierigste am Veröffentlichen ist für Hochsensible wohl, dass man dadurch sichtbar wird, wo man doch eigentlich lieber still beobachten möchte. Und natürlich, dass man so komplex denkt, dass man überall noch so winzige Fehler entdeckt, die andere vielleicht gar nicht wahrnehmen. Trotzdem macht man sich mit diesen vermeintlichen Fehlern ständig verrückt! 😉
      Du zum Beispiel fragst dich, wie du Buchblogger anschreiben könntest, ohne ihnen auf die Nerven zu gehen und vergisst darüber deine eigene Erfahrung und dein Potenzial. Du warst selbst Buchbloggerin, ich bin also sicher, dass du den richtigen Ton finden würdest, wenn du dich nicht selbst mit Zweifeln ausbremst! Und das sag ich nicht nur zu dir, sondern zu uns allen, mich eingeschlossen! 😀

      Liebe Grüße, Sookie

      1. Huhu Sookie,

        zunächst: Danke für dein Kompliment <3

        Beim Thema Selbstzweifel stimme ich dir absolut zu. Gerade in meinem Freundeskreis, der mittlerweile auch zu einem großen Teil aus Autoren besteht, merke ich es immer wieder. Ich kenne kaum einen Autor, der damit nicht zu kämpfen hat.

        Derzeit bin ich tatsächlich am Überlegen, ob Agentur, Verlag oder Selfpublishing. Noch habe ich mich nicht entschieden, aber ich denke das kommt nun in der nächsten Zeit. Mit dem Marketing hast du da definitiv recht. Das ist auch mein Eindruck.
        Im Moment wird das Selfpublishing immer attraktiver für mich, weil ich eben keinen Mainstream schreiben möchte, sondern lieber Texte, die mich wirklich interessieren. Daher finde ich dein Thema auch so spannend. Das Risiko (sowohl als Autor als auch als Leser) ist zwar durchaus höher, aber ich hab das Gefühl, dass die Ergebnisse umso beeindruckender werden können. Teilweise hab ich schon echt geniales im Selfpublishing gelesen, wo sich Verlage gescheut hätten derartiges zu veröffentlichen. Leider kann ich im Moment keine Titel nennen.

        Dein Vergleich mit dem Paralleluniversum der stillen Schriftsteller finde ich einfach klasse. Genauso dein Vorhaben mit den Interviews.

        Allerdings finde ich SEHR spannend, dass du mich auch in den Bereich Hochsensibel packst – das meine ich nicht negativ. Nur gerade gestern hat mich eine ehemalige Mitschülerin auch darauf gestoßen. Ein Thema, das ich bislang liebend gerne weggeschoben habe, um nicht noch eine Baustelle aufzumachen. Aber ich denke langsam wird es Zeit.

        Deine Idee, wie ich an Buchblogger herantreten kann finde ich klasse. Danke! Mir gefallen deine Gedanken hier sehr!

        Alles Liebe
        Eluin

    2. Hallo Eluin,
      vieles hat Sookie schon geschrieben. Als Selfpublisher musst du Marketing betreiben, ohne wird es sehr, sehr schwierig. Mittlerweile gibt es aber auch Autorengemeinschaften, die sich zu Marketingzwecke zusammengeschlossen haben. Dies sind in der Regel Selfpublisher. Spontan fällt mir ein, das Autorensofa, Quindie, die Herzblut-Welten… Wahrscheinlich gibt es noch viele mehr. Diese Gemeinschaften sind sehr unterschiedlich, von den Autoren und auch von der Webpräsenz.
      Sich dort anzuschliessen ist für jemanden, der sich ungern selbst darstellt vielleicht ein machbarer Weg.
      In diesem Jahr waren auf der Leipziger Buchmesse viele dieser Autorengemeinschaften vertreten. Für eine erste Kontaktaufnahme und um einschätzen zu können welche Gemeinschaft zu einem passen könnte wäre das eine Möglichkeit.
      Hinzu kommt, dass viele dieser Autorengemeinschaften „ihre“ Blogger haben, mit denen sie zusammenarbeiten.

      Einfach mutig sein und den Schritt wagen 😉

      1. Huhu Martina,

        danke für deinen Tipp mit den Autorengemeinschaften. Ich habe zwar schon mal was vom Autorensofa mitbekommen, aber gerade in dem Hinblick hatte ich es nicht auf dem Schirm. Sehr hilfreich!

        Und jaaaa ich werde den Schritt wagen. Mittlerweile bin ich da fest entschlossen. Danke fürs Mut machen!

        Alles Liebe dir

        Eluin

  4. Hallo Sookie,
    dein Beitrag ist super und du sprichst mir aus der Seele.
    Ich bin Buchbloggerin mit noch vielen anderen Hobbys.
    Meine Devise ist, ich versuche, dass zu lesen was mir gefällt.

    Jeder hat es schon einmal erlebt, man hat ein Buch. Klappentext und cover ansprechend und dann liest man rein und bäm.. nix für mich.
    Das heißt aber nur, dass ich meine persönliche Meinung ausspreche in den Rezensionen. Anderen gefällt das Buch. Daher versuche auch ich nicht alles nieder zu machen, was mir nicht gefällt. Ist aber in meinem Leben (welches schon relativ lang ist) erst 2 Mal passiert.
    Würde ich dem Autoren eine zweite Chance geben.. Ja ich denke schon.

    Ich hasse gehypte Bücher, lese sie aber trotzdem ab und an, weil sie mir gefallen.

    Aber ich habe auch die Indi-Autoren für mich entdeckt.

    Im Moment habe ich eine Staffel, in der ich eben solche Autoren/innen interviewe mit speziellen Fragen.
    Auch versuche ich immer gerne gerade solche Schätze vorzustellen, auch wenn mein Blog und meine FB-Seite nicht soo bekannt ist.
    Es ist für gute Indi-Autoren wirklich schwer Gehör zu finden, denn die meisten schreiben, wie du schon sagst, leise vor sich hin und mögen sich nicht bewerben. Leider.
    also müssen wir Blogger in die Bresche springen..
    Es ist ein schmaler Grad, bekannt zu werden, aber eben auch noch Privatsphäre zu behalten, daher stelle ich z.B. grundsätzlich keine Fragen über die Familie. Ich kann das sehr gut verstehen.
    Wenn ein autor etwas über sich und seine Familie erzählen möchte, finde ich persönlich das klasse, weil man dem Mensch-Autor näher kommt, aber ich kann auch verstehen, dass es Autoren gibt, die das eben nicht mögen.

    Ich glaube, wenn ich meinen Blog als Buchladen sehen würde, kämmen die Schätze vorne, aber falls jemand eben doch gerne ein gehyptes Buch kaufen möchte, ein paar gibt es andere könnte ich zur Not bestellen.
    Man möchte ja gerne alle Leser/innen zufriedenstellen.

    1. Hallo Sabana!

      Ich wünschte, ich hätte gerade Zeit, mir deinen Blog in Ruhe anzusehen, aber ich hole das nach, sobald es hier ruhiger wird, was du aus Bloggersicht schreibst, klingt nämlich einfach nur klasse. Du hast mich aber mit deinem Kommentar noch auf einen ganz anderen Gedanken gebracht, den ich ohne deinen Beitrag so schnell und so klar gar nicht gedacht hätte.
      Natürlich ist es für viele Leser spannend, Details aus dem Privatleben von Autoren zu erfahren. Für viele Autoren ist es das aber nicht! Wer komplexe Bücher schreibt und ohne Vorbild innovative Literatur aus dem eigenen Kopf fließen lässt, anstatt einfach Massenware zu produzieren, die keine persönliche Erfahrungwelt erfordert, fragt sich tatsächlich: „Wieso sollte ich Bilder von meiner Katze posten? Wen interessiert das?“
      Weil es die Autoren selbst nicht interessiert! Das ist von Autorenseite auch keineswegs böse oder abwertend den Lesern gegenüber gemeint, aber wer sich zum Beispiel gerade in einer Fantasywelt bewegt und da mit seinen unsichtbaren Freunden die Welt retten muss, kann auf einfache Fragen wie „Bist du verheiratet?“ tatsächlich irritiert reagieren! 😀
      Da müssen einfach beide Seiten mit Spaß und Offenheit aufeinander zugehen, dann erst wird Marketing auch wirklich persönlich im Sinne der Autoren. Denn nichts ist für Autoren persönlicher als die eigene Arbeit. Wer Geschriebenes veröffentlicht, lässt andere in seinen Kopf sehen, und ich glaube, da liegt für introvertierte AutorInnen die eigentliche Schwierigkeit.
      Lustig finde ich deine Äußerung, dass du gehypte Bücher hasst, das ging mir auch oft so! So Klamotten wie „Nicht ohne meine Tochter“ muss ich echt nicht lesen, nur weil die breite Masse es tut, und vor ein paar Tagen hab ich im Buchladen die Fortsetzung gesehen. Wo wir doch alle gerade so Angst vor dem Islam haben, hat der Verlag da wohl die Welle geritten. Tja. Andere Bestseller, wie den Schafskrimi Glennkill habe ich dagegen geliebt. Das einzige, was hilft ist eben: Selbst lesen und sich ein eigenes Bild machen! Aber dafür muss man von Büchern ja eben erst einmal erfahren, darum seid ihr Blogger so wichtig!

      Liebe Grüße, Sookie

  5. Vielen Dank für den tollen Artikel.
    Ich musste lachen, als ich den Teil mit den schüchternen Autoren gelesen habe, da mein Autoren-Ich sich darin deutlich wiedererkannt habe.
    Als Leserin freue ich mich immer über neue Anregungen und spätestens die dritte Vorstellung des aktuellen Hype-Buchs lese ich nicht mehr.

    Ganz liebe Grüße
    Jeannine

    1. Hallo Jeannine!

      Ich freue mich riesig, wie viele scheue Rehe hier auftauchen und sich einfach mal trauen zu sagen: „Hach! Geht mir genau so!“
      Ich denke, das wird auf eine neue, locker strukturierte Autorenvereinigung hinauslaufen, vielleicht in Form eines Blogrings oder ähnliches, ich tüftel da noch ein bisschen!
      Aber merkst du, was passiert? Ausgerechnet wir Autoren bestärken die Blogger, auch mal vom Mainstream abzuweichen, und zwar nicht aus dem so oft unterstellten Eigeninteresse, sondern weil wir auch Leser sind und eben keine Einzelkämpfer, sondern selbst neue Autoren entdecken wollen! Einfach nur klasse, was hier gerade passiert!

      Liebe Grüße, Sookie

      1. Huh, mein Deutsch lässt heute wieder zu wünschen übrig. Sorry, manchmal klappt auch die Hirn-Finger-Koordination in Verbindung mit dem Smartphone nicht. 😉 ich bin schon gespannt was noch kommt.

        Liebe Grüße
        Jean

  6. Dankeschön für den Artikel. Ich bin auch dafür, dass man denen ein Gesicht geben sollte, die es auch verdienen. Ich handhabe es auch auf beiden Blogs und entscheide selbst, was und wen ich veröffentliche lg ~Bea

    1. Hallo Bea,

      das nenne ich mal ein Statement! Bamm! Kurz und knapp, du hast einfach Recht! Kannst du uns vielleicht noch sagen, welche Erfahrungen du damit machst? Ist das eher gut oder schlecht für deine Reichweite?

      Neugierige Grüße, Sookie

    1. Hallo Kari!

      Dich kenne ich doch von Google+, ich verfolge immer deine Beiträge! Und, ja, das sind die schönen Tage im Internet, wenn das globale Dorf sich einfach mal einig ist! 😀

      Liebe Grüße, Sookie

  7. Super Blogbeitrag,
    Ich finde mich als Buchblogger hier wieder. Bin ich skurril weil ich nicht den xyz Bestseller toll finde. Ist es richtig 90 % Indies auf meinem Buchblog zu haben. Ich sage JA das ist es. Weil es mein Hobby ist und ich viele herrausragende Autoren dadurch gefunden habe. Es muss nicht Kafka und Co. sein due ich bespreche.

    Danke für deine Worte.

    Lieben Gruß
    Jeanette von Eine Bücherwelt

    1. Hallo Jeanette!

      Ich finde es einfach nur geil, wie konsequent du das durchziehst und wie offen du für Selfpublisher bist! Ich finde, wir sollten das Wort „skurril“ einfach mal neu bewerten. Skurril ist bunt, mutig, einzigartig! Und genau so sollten unsere Blogs und Bücher auch sein! Ich freue mich drauf, wenn ich einen ruhigen Moment habe, um deinen Blog zu durchforsten.

      Liebe Grüße, Sookie

      1. Ich bin mal so frech, hier einen Kommentar drunter zu hinterlassen, weil mir das gerade hier so gefällt mit der Neubewertung von „skurril“ 🙂
        Aber warum nur „bunt, mutig, einzigartig!“ (was so schon eine geniale Beschreibung ist)? Warum nicht auch „verrückt, experimentier freudig und einfach mal „ich selbst“ unter allen anderen“?
        Denn das macht uns doch alle eigentlich aus: In keine Schublade stecken lassen, gegen den Strom gehen und zwar nicht die Reichweite erreichen, wie die 10 Blogs vor mir mit der 10 Besprechung des gleichen Buches, aber dafür mich wohl in meiner Haut fühlen und das machen, was ich möchte 😀

        Schublade oder nicht. Festgelegt oder nicht. Freiheit für alle, die bereit sind, Risiko einzugehen und für das einzustehen, was sie sind, wie sind und was sie lieben <3

        Liebe Grüße
        Diana

  8. Huhu!

    Mir ist bei deinem Artikel gerade das Herz aufgegangen. Mir gehen jetzt so viele Gedanken durch den Kopf, die ich erstmal zu Ende denken muss… dennoch hab vielen, lieben Dank!

    Liebe Grüße

    Andrea

    1. Hallo Andrea!

      Da geht mir jetzt gerade das Herz auf! Ich hatte gerade parallel noch eine Diskussion auf Social Media, das Blogs tot sind. Wenn mein Artikel bei dir dieses aufregende Kribbeln im Gehirn auslöst, bei dem man erstmal in Ruhe nachdenken muss, sind wir der Gegenbeweis! Blogs sind ein lebendiges Medium, und den Buchmarkt schaffen wir auch noch! 😀

      Liebe Grüße, Sookie

  9. Hallo Sookie,
    ein wirklich toller Artikel, der auch mir aus der Seele spricht. Was ich hingegen gerne noch dazu anmerken möchte … Du hast die vielen Autoren vergessen, die in Klein- und Kleinstverlagen veröffentlichen. Sie fristen, ähnlich wie viele SPler, ein wenig bis gar nicht beachtetes Dasein, obwohl es auch hier Perlen zu entdecken gibt. Und ja, ich kann das Dilemma zwischen Sichtbarkeit und „dem Mut zur Nische“, vor dem die Blogger dann regelmäßig stehen, durchaus nachvollziehen, denn es ist dasselbe, vor dem all jene Autoren stehen, die du so treffend in deinem Aritkel beschreibst, und zu denen ich mich ebenfalls zähle. Ich bin kein Marketing-Typ. Ich liebe den persönlichen Kontakt zu meinen Lesern, aber ich möchte niemandem „meine Bücher aufzwingen“. Somit ist es auch für mich schwer, auf dem übervollen Markt wahrgenommen zu werden. Aber, und das muss ich fairerweise ebenfalls zugeben, es GIBT sie, die Mutigen, die auch jenseits des Mainstreams rezensieren (und Martina Schütt ist eine von ihnen <3 ) Deshalb glaube ich ganz fest daran, dass, neben dir, auch andere bereit sein werden, diesen Weg zu gehen, und ihr dann wie eine Welle, langsam aber stetig, ebenfalls an Größe und Sichtbarkeit zunehmen werdet.

    1. Hallo Susanne!

      Du hast natürlich Recht, die „kleinen“ Verlagsautoren gehören genau so in die Diskussion wie Selfpublisher und die großen Fische der Publikumsverlage! Ich hatte sie beim Schreiben des Artikels auch im Kopf, muss mich aber immer zurückhalten, um Blogartikel nicht auf Romanumfang anschwellen zu lassen! 😀
      Wir hatten hier weiter oben in den Kommentaren auch kurz schon das Thema, dass eine Verlagsveröffentlichung auch schon lange kein Schutz mehr ist vor Marketing! Gerade kleine und kleinste Verlage sind ja auch einfach aus Kostengründen auf aktive Mithilfe ihrer Autoren angewiesen – man muss also so oder so seinen Stil im Marketing finden. Mir selbst wird immer klarer, dass der Weg, auf dem Markt wahrgenommen zu werden, nur über Authentizität führen kann. Und dafür brauchen wir unsere Kreativität heute weit über das eigentliche Schreiben hinaus, aber sie ist ja da, wir müssen sie nur aktivieren!
      Zu den Klein- und Kleinstverlagen: Mich macht es oft traurig, zu sehen, was da passiert. Da kämpfen Garagen-Verlage mit minimalem Budget dafür, echte Liebhaberbücher auf den Markt zu bringen und manchmal landen sie einen Treffer und ein Autor wird groß. Dann kommen die großen Verlage und werben die erfolgreichen Autoren ab, und natürlich steht man da als Autor vor einer GANZ schwierigen Wahl! Treue oder Erfolg. Mir kommt das immer vor wie beim Fußball. Kleine Vereine machen die Jugendarbeit und fördern Talente, und wenn dann ein Erfolgsgarant auftaucht, kauft Bayern München ihn auf. Ich hasse Bayern München! 😀
      Stille Denker spielen da eben nicht …

      Liebe Grüße, Sookie

  10. Danke für diesen tollen Artikel <3 Du triffst da einige Nägel auf den Kopf, und ich musste schmunzeln, weil ich nämlich auch so ein scheues Reh bin 😉

    1. Hallo Monika!

      Ich bin völlig überwältigt, was dieser Artikel auslöst. Ich kann nur noch sagen: Scheue Rehe aller Länder vereinigt euch, wir rocken ab jetzt den Buchmarkt! Natürlich ganz still und leise! 😀

      Liebe Grüße, Sookie

  11. Oh, was für ein schöner Beitrag. Ich stimme Dir in vielen … ach was … allen Dingen zu. Schmunzeln musste ich an der Stelle, an der ich mich wiedergefunden habe als Selfpublisher. Mein Ort des Schreibens wäre oben auf einem Berg in einer Holzhütte mit Internetzugang, fern des Alltagsgetümmels … wo mich keiner findet *räusper*.

    Wie der eine odere andere vor mir bereits erwähnt hat, so bin auch ich eine Marketingniete, obwohl ich ständig daran rumdenke, was ich anders oder besser machen kann. Aber dein Beitrag gibt mir Hoffnung, dass sich irgendwann mal etwas ändert und auf der Suche nach Buchbloggern bin ich derzeit auch.

    mfg Rike Moor

    1. Hallo Rike!

      Meine Hütte stünde näher am Strand, aber im Prinzip sind wir uns einig! 😀 Dieses am liebsten nicht gefunden werden, ist ja genau unser Problem. Marketing macht so sichtbar! 😉
      Ich erfahre aber gerade am eigenen Leib, dass Marketing dann funktionieren kann, wenn man einfach man selbst bleibt. Ich hab tausend Marketingtipps gelesen (im Prinzip waren es immer die drei selben), und wirklich alles in mir hat sich dagegen gesträubt, mich mit meiner Katze zu posten und auf FB mein „privates“ Salatrezept für warme Sommertage zu posten. (Hallooo? Ich lebe in Niedersachsen! Ein warmer Sommertag ist hier, wenn der Regen nur von oben kommt, nicht von vorne!)
      Ich hätte dann sowieso mit zehntausend Salatrezepten von anderen Autorinnen konkurrieren müssen. Auch bei diesem Blog hab ich gesagt: „Scheiß drauf, ich werd mich jetzt hier nicht selbst in den Mittelpunkt stellen und nur über meine Romane reden!“
      Dabei gehört sich das ja so für einen Autorenblog! Ich hab aber einfach gemacht, wonach mir war, und jetzt kriege ich von euch allen überwältigendes Feedback und kann Kontakte aufbauen, die zu mir passen. Hätte mir vorher jemand gesagt: „Vorsicht, du wirst sichtbar!“, hätte ich mich wohl verkrochen, aber wenn du dann darüber Leute triffst, die deine Sprache reden, kann Sichtbarkeit auch einfach nur geil sein, also trau dich! 🙂

      Liebe Grüße, Sookie

  12. Vielen Dank für diesen so ehrlichen und vor allem fesselnden Artikel. Du triffst bei allen angesprochenen Themen den Nagel auf den Kopf. Auch ich bin eine zurückhaltende Autorin, die nicht mit dem Strom schwimmt (und in Selbstzweifeln versinkt). Es wäre schön, wenn unsereins an Sichtbarkeit gewinnen könnte, ohne sich verbiegen zu müssen.

    1. Hallo Petra!

      Vielen Dank für den wichtigen Aspekt, denn genau um das Verbiegen geht es! Die Digitalisierung des Buchmarkts ist im Prinzip die Revolution, auf die wir alle gewartet haben. Aber sie hat auch (erst) einen völlig neuen Autorentyp erfordert. Wer überhaupt nicht auf den Gedanken kommt, dass es banal sein könnte, als Autor für seine Facebook-Fans zu posten: „Guckt mal, was für süße Sandalen ich mir heute gekauft habe!“, war da ganz schnell ganz weit vorne. Das Phänomen, mit Autoren „befreundet“ zu sein, ist neu und aufregend, waren Autoren doch bisher immer die stillen Geister, die man nur erreichen konnte, wenn man seine Fanpost an den Verlag schickte.
      Ich persönlich hab mit diesem Phänomen der „Greifbarkeit“ (Autoren zum Anfassen, yippieh!) auch massive Probleme. Ich möchte für meine Inhalte wahrgenommen werden, nicht für meine Schuhe. Aber ich habe das Gefühl, dass sich da auch langsam was dreht. Es wird einfach Zeit, unsere Selbstzweifel mal neu zu bewerten und zu sagen: „Na, und? Dann bin ich halt eine Marketingniete! Denn DIESE Form von Marketing möchte ich nicht!“
      Hüllen wir uns doch einfach wieder in das private Mysterium, das wir als Autoren brauchen, um fokussiert und konzentriert zu arbeiten und uns dann als die Denker und stillen Beobachter, die wir sind, aktiv einzumischen. Mit Inhalten. Diese Diskussion hier ist ja der beste Beweis dafür, dass es funktioniert. Denn wir alle schenken uns hier und jetzt gerade Aufmerksamkeit und gewinnen an Sichtbarkeit (dieser Artikel wurde bis jetzt über 1200 mal gelesen). Und das uns stillen Rehen! Alles, ohne uns zu verbiegen. In die Richtung sollten wir weiterdenken.

      Liebe Grüße, Sookie

  13. Wow! Du hast es erfasst – und das schreibe ich mit einem überwiegenden Anteil als Leser einer und
    ‚Stiller Denker – Die Randgruppe am Rande der Randgruppe‘ und zu einem immer mehr verschwindenden Anteil eines in seiner Sturm- und Drang Jugend von gewissen Ambitionen geplagten Möchtegern-Schriftstellers.

    Nun,meine einstigen Hoffnungen mussten der Vernunft weichen, ich tummelte mich derweil in der Welt und erlebte dabei mehr als manche Bücher hergeben. Und zwar hautnah die komplette Skala von Gefühlswelten, von Euphorie bis Verzweiflung, von glückhaften Momenten bis sehr schmerzhaften Erfahrungen. Nebenbei kann ich das schreiben natürlich nicht lassen, aber ich gehöre zu den Stillen, die nur für Freunde und mich selber versuchen die Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven, sichtbarer als ein Erinnerungsfoto es vermag, verständlicher als eine verblassende Erinnerung, festzuhalten.

    Nachdem du auch die ‚Leser‘ in deinem erfreulich erfrischenden Blog-Beitrag eingeladen hast, will ich auch hier in das Fettnäppfchen springen und meine Meinung (als Leser, nicht als Schriftsteller !) kundtun. Die meisten Blogs in den Foren die ich kenne (facebook meide ich konsequent) sind sowas von langweilig, nichts sagend und offensichtlich völlig nur dem Marketing dienend. Das kollidiert mit meinem Verständnis von Schriftstellerei. Für mich schreibt ein/e Schriftsteller/In einfach weil es diese dazu drängt, mit Herzblut und Verve was sie zu sagen haben, oder vermeinen sagen bzw. schreiben zu müssen, öffentlich, damit ja alle davon wissen. Das ist gut so, wenn es so wäre und Schriftsteller sich als Künstler empfinden würden, die in Kauf nehmen, dass ihre Kunst nicht gleich (oft überhaupt nicht zu Lebzeiten) keinen Gewinn abwirft, der eine Existenz sichert. Existenzsicherung aber scheint mir meistens als das Motiv der zahlreichen, jungen und weniger jungen ‚Autoren/Innen zu sein, und zwar orientieren sie sich an den Verkaufszahlen einiger hochgejubelten Besteller.

    Soviel Klarheit in ihrem Denken kann man schon von einem Schriftsteller erwarten, dass das, bei den mehr als Hundertausend Neuerscheinungen pro Jahr, nicht funktionieren kann. Auch nicht bei einer noch so ausgefeilten Marketing-Strategie in den social media.

    Liebe Freunde des geschriebenen Wortes, der Literatur – bitte kümmert euch um die Leser, nicht so sehr ums Marketing. Schreibt eure Gedanken und Phantasien in einem hervorragenden Stil. Wenn ihr Glück habt werdet ihr entdeckt, per Zufall – ansonsten begnügt euch damit, nicht massenhaft Käufer eurer Werke zu erreichen, sondern den Leser – und seien es nur deine engsten Freunde zu erfreuen. Oder im schlimmsten Fall, wie andere Künstler – z. Bsp. Musiker – ihr Glück daraus ziehen mit einer Sonderbegabung das eigene Leben zu erfüllen.

    Mit ganz viel Liebe für Euch und euer Tun!

    Roland

    1. Hallo Roland!

      Kawämm! Da merkt man sofort: Hier meldet sich jemand, dem es nicht darum geht, sich selbst als „Künstler“ darzustellen, sondern es einfach zu sein. Auch, wenn gerade mal keiner guckt, denn darum GEHT es nicht. Ich ziehe immer wahnsinnig gern den guten alten Goethe an den Haaren herbei: „Wenn ihr’s nicht fühlt, ihr werdet’s nie erjagen!“
      Manche von uns haben einfach diese Stimme im Kopf, die alles, was gerade passiert, direkt in Literatur umsetzt. Zwanghaft, das ist einfach ein Mechanismus den man hat oder eben nicht. Ich persönlich kann noch nicht mal die Mülltonne an die Straße rollen, ohne im Kopf darüber „zu schreiben“. Und wenn man so tickt, hat man eben nur zwei Möglichkeiten: Man sucht einen künstlerischen Ausdruck für all das, um es zu kanalisieren, oder man lässt ihn halt platzen, den Kopf. Aber wir wissen alle, was das für Ärger mit sich bringt. Der schriftstellerische Nachlass ist noch gar nicht fertig, wer soll sich um die Urheberrechte kümmern, und tapeziert werden muss dann auch, ist ja nicht schön, wenn das explodierte Gehirn des verkanten Genies an der Wand klebt … 😀
      Und da wir hier unter uns sind (der Artikel hier wird heute etwa hundertmal pro Stunde gelesen *wink*), gestehe ich jetzt ganz offen: Oft sehe ich auf Social Media Autorinnen, die sind Anfang 20, zauberhaft süße Mädchen, und das meine ich jetzt absolut nicht abwertend, und die schreiben zauberhaft süße Romane darüber, wie sie den süßesten und zauberhaf … Stopp! Meine ich das doch abwertend? Nein! Weiter. Also. Die Romanheldinnen treffen in der Schule oder im Büro den süßesten aller Typen, und er ist ja so unabhängig und frei, der lässt sich nicht an die Kette legen! Und irgendwie ist er ja auch ein bisschen arrogant, dass MUSS ja ein interessantes Exemplar seiner Gattung sein! Nach 250 Seiten hat er dann erkannt, dass sie die einzig Richtige ist, er erhebt sie durch seine Liebe in den Stand der Ehe und heiratet sie weg. Und das ist sie dann auch. Weg. Verschwunden in der Villa am Meer, er verdient ja genug.
      Und es gibt Tage, da habe ich das Gefühl, der halbe Buchmarkt besteht nur noch aus aufgeschriebenen Jungmädchenträumen, die von anderen jungen Mädchen gelesen werden. Die Helden sind wahlweise Vampire, Rockstars oder Milliardäre. Und wenn ich diese ganzen Autorinnen sehe, dann denke ich: Fangt doch erstmal an, selber zu LEBEN, bevor ihr schreibt! Verheizt doch nicht jetzt euer Sprachtalent und euer ganzes Potenzial, ihr verpasst nämlich eben eure Sturm und Drang Zeit, die euch zu wirklichen Schrifstellerinnen reifen lassen würde.
      Um gut zu schreiben muss man nämlich die Skala erlebt haben, die du beschreibst, von Euphorie bis Verzweiflung. Und das ist vielleicht Teil des Problems. Vieles, was heute erscheint, hat – ups, ich werde deutlich – einfach keine Eier.

      Liebe Grüße, Sookie

  14. Hallo Sookie,
    vielen dank für diesen wunderbaren Beitrag. Ich muss gestehen ich habe ihn gelesen und dabei mein Mittag gegessen – Müsli mit Joghurt und Obst 😉
    Jedenfalls bin ich sehr begeistert. Du schreibst ehrlich darüber wie die meisten Buchblogger nur noch über das schreiben, was Millionen andere Blogger auch gelesen und Vermarktet haben.

    Ich muss auch gestehen das ich als Buchblogger sehr vorsichtig bin. Ich habe Erfahrungen mit Selfpublisher gehabt und ich bin nicht ganz so zufrieden. Gerade die Autoren, die eine riesen Fanbase auf Facebook haben, bekommen meist Rezensionen mit 5 Sternen wo ich mir oft denke „Ist das euer Ernst? Habt ihr das Buch gelesen oder einfach nur bei anderen abgeschaut?“ Bei einigen musste ich dann zugeben das die Story wirklich sehr gut war, bei anderen wollte ich einfach nur Weinen.

    Ich unterstütze Autoren die auch unter einem Verlag erreichbar und dennoch unbekannt sind. Ich bin auch für Selfpublisher offen, aber ich mir ist immer wichtig das Autoren es Akzeptieren wenn ich Ihnen knallhart schreibe das mir ihr Buch nicht gefallen hat, weil….

    Ich will dann nicht mit dem jeweiligen Autor diskutieren und mich vielleicht auch beleidigen lassen denn dies habe ich schon bei dem ein oder anderen Bloggerkollegen mit bekommen.

    Von daher, wenn es Autoren gibt, dem mein Blog gefällt dann darf er mir jederzeit eine Mail schreiben 🙂

    Liebe grüße
    Lea

    1. Hallo Lea!

      Erstmal: Schön, dass du so ein gesundes Mittagessen hattest, dafür sind so lange Artikel ja da! Und das mein ich tatsächlich ernst, wenn man mal einfach nur lesen kann, anstatt zu tippen, kann man wenigstens in Ruhe löffeln! 😀 Ich hatte den ganzen Tag nur Reiswaffeln am Laptop und sitze auf einer ploppenden Krümelschicht!
      Jetzt aber ans Eingemachte, du schaffst es nämlich trotz der überwältigend vielen Kommentare, noch mal einen völlig neuen Aspekt in die Diskussion zu bringen, nämlich den der Autoren, die mit Kritik nicht umgehen können und dadurch nur erreichen, dass Blogger, die schlechte Erfahrungen gemacht haben, vorsichtig werden.
      Damit schaden sie dann natürlich auch anderen, Autoren wie Bloggern, denn durch solches Verhalten werden Kooperationen für alle erschwert.
      Natürlich steckt jeder Autor (im Idealfall) sein ganzes Herzblut in seine Arbeit, und da kann Kritik natürlich auch weh tun. Interessanterweise sehe ich aber bei den Autoren, die sich öffentlich über schlechte Rezensionen aufregen (und Recht bekommen wollen von ihren Kollegen) auch oft, dass es dann schon um reine Formsachen geht wie: Sätze enden im Nichts oder sind unverständlich, die Rechtschreibung ist haarsträubend und die Grammatik verursacht bei empfindsamen Seelen Schmerzen. Niemand von uns ist perfekt, keine Frage, und selbst lektorierte und korrigierte Verlagsbücher weisen Tippfehler oder Grammatikpatzer auf, das ist ja auch alles nicht schlimm.
      Aber mir scheint es, dass die Autoren, die tatsächlich einfach nur lieblos irgendwas zusammenklatschen, sich am lautesten und unprofessionellsten über negative Kritik aufregen – vielleicht aber auch, weil sie spüren, dass die Kritik verdient ist. Die stillen Denker reagieren da sicher anders. Schlucken, vielleicht sogar ein paar Tränchen verdrücken, und dann konstruktiv drüber nachdenken. Denn wer sich sichtbar macht, muss eben auch mit Reaktionen rechnen, positiven wie negativen. Und da muss man eben auch ein einfaches Nein hinnehmen können. Das erfordert allerdings fast noch mehr Reife als gutes Schreiben. Umso schöner, dass es immer noch Buchblogger wie dich gibt, die wach und offen bleiben und Selfpublishern die Tür öffnen!

      Liebe Grüße, Sookie

      1. Guten Morgen Sookie 🙂
        Ich sehe keinen Grund darin den Autoren den Weg zu versperren ;).

        Ich finde auch, wenn man ein Buch negativ Bewertet egal aus welchen (natürlich nachvollziehbaren) Gründen, sollten sie daraus lernen. Es sind ja nur gut gemeinte Tipps und selbst Blogger sind nicht Rechtschreib- und Grammtikfehlerfrei ;). Bei mir wird vorher auch alles korrigiert und selbst meinem Freund passieren Fehler :p.

        Ich finde auch traurig das manchmal eine einzige Person so einen Hype um ein Buch auslösen kann, dass jeder es kaufen muss. Dabei sind es oft die gleichen Inhalte, wo es immer wieder um Feen, Hexen oder Zauberer geht.

        Ich selbst hab nur eine Handvoll Lieblingsautoren und das auch nur weil sie sich, trotz diverser Wiederholungen von Themen immer noch abheben.

        Aber wie gesagt, ich bin immer erfreut über neue Autorenanfragen.

        Liebe Grüße
        Lea

  15. Hallo Sookie,
    es ist ein generelles Problem im Buchmarkt, dass alle immer auf einen Erfolgszug aufspringen und es immer schwieriger wird, Neues zu etablieren. Ich mache als Autorin aber auch die Erfahrung, dass Leser (und auch Blogger) oftmals ebenso fokussiert sind und ein Buch schon deshalb weniger beachten, weil es nicht direkt in ihre Schubladen passt.
    Die generelle Lehre beim Buchmarketing ist, möglichst immer in eine Schublade zu passen.
    Dies betrifft übrigens nicht nur die Bücher sondern auch die Autoren und Autorinnen. Sieht man sich die Präsentationen verschiedener Autorinnen an, hat man fast das Gefühl, es handele sich um Klone.
    Gegen den Strom schwimmen ist eben extrem anstrengend und frustrierend.
    Daher finde ich deine gedanken, dies etwas aufzubrechen, sehr lobenswert.
    Herzlichen Gruß,

    Vera

    1. Hallo Vera!

      Wie schön, dich hier zu sehen, ich bin nämlich ein Fan deiner Videos und schmeiße mich weg vor Lachen, wenn du über mittelalten Gouda und Nektarinen des Grauens referierst! Damit bist du ja auch ausgewiesene Fachfrau im „gegen den Strom schwimmen“. Aber mal ganz ehrlich: Haben Leute wie wir eine andere Wahl?
      Ich sehe das inzwischen so: Ich hab verdammt viel Zeit damit verbracht, nach der Schublade zu suchen, in die ich reinpassen könnte. Und als ich jünger war hab ich – ganz ernst jetzt – oft unter der Einsamkeit gelitten (auch unter fehlender Anerkennung). Aber irgendwann hat sich das gedreht. Die bekannten Schubladen haben nämlich einen ganz entscheidenden Nachteil. Die sind voll! Wenn du dich da dazu setzt, findet dich keiner mehr!
      Du zum Beispiel. Glaub nicht, dass ich die fünftausend auf Facebook aktiven süßen Bestsellerautorinnen alle auseinanderhalten kann. Aber wenn ich dich im Netz sehe, denk ich sofort: „Ach, guck mal, die Vera!“ Das ist deine Stärke, dein Alleinstellungsmerkmal, keine Schwäche!
      Und ich denke, der Mainstream-Zug läuft sich irgendwann tot. Wir haben alle gelernt, was wir als Blogger machen müssen, um erfolgreich zu sein. Wir haben alle dieselben Tipps gelesen und dieselben Newsletter abonniert. Und was haben wir jetzt? Alle dieselben Blogs! Ähnlich ist es beim Schreiben. Was rennt, wurde tausend Mal kopiert. Und jetzt kommt der magische Moment, wo es kippt. Die Klone können ja auf ihrer Wiese spielen. Das heißt aber nicht, dass wir keine Wiese haben!

      Liebe Grüße, Sookie

      1. Oh wow, da bin ich aber geflasht, dass du meine Videos kennst. Ich habe lange damit gehadert, nicht so recht ins Schema zu passen. Dann sieht man die vielen Autorinnen, die alle viel erfolgreicher und irgendwie gleich sind.
        Insofern freut mich wirklich sehr, dass ein paar meiner Aktivitäten bei den Leuten ankommen.
        Letztlich ist läuft man immer am besten damit, so zu sein, wie man ist. Und im übrigen auch die Bücher zu schreiben, die man selbst auch gerne liest. Wenn es dann mit dem Erfolg nichts wird, dann ist das eben so und man ist wenigstens zufrieden mit sich. Aber wer weiß, vielleicht zahlt es sich ja auch aus. 🙂
        Herzlichen Gruß,

        Vera

  16. Herzlichen Dank für diesen interessanten Einblick in die Gemütswelt einer Bloggerin.

    Als Autorin stehe ich eher auf der „anderen Seite“ und habe mich schon oft gefragt, wie ein Blogger die inzwischen aufs Unübersichtliche angewachsene Menge an publizierten Büchern sieht.
    Für mich ist der Blogger das vom Verlag hofierte Wesen in zwei Kategorien – die Sicht eines Bloggers auf die Verlagswelt und die Autoren ist daher für mich höchst aufschlussreich.

    Wie gern wäre ich die selbstversunkene Autorin, die sich nur ums Schreiben kümmern müsste, doch leider sieht die Realität anders aus. Selbst als Verlagsautor oder unter Vertrag bei einer großen Agentur, bleibt ein Großteil des Marketings an dem Autoren selbst hängen – mir nimmt das die Energie zum Schreiben.
    Am Ende kann ich sagen „Mein Marketing ist genial, aber ich habe meine Fantasie und Kraft dort verheizt und das eigentlich Kreative, das Schreiben, ist untergegangen.“

    Für mich kann das nur eine Konsequenz nach sich ziehen.

    In diesem Sinne danke ich Dir für Deinen Beitrag, der mich ans Wesentliche erinnert hat.

    Beste Grüße,

    Kerstin Steiner

    1. Hallo Kerstin

      und ich danke dir, dass du das Wesentliche hier klar und unübersehbar benennst: Sinn eines/r Schriftstellers/In ist das Kreative, das Schreiben. Wer sich darauf – und nicht überwiegend auf das Marketing – konzentriert wird den Leser erreichen. So der so und irgendwie, mal mehr, mal weniger. Wer sich der Kunst widmet, kann nicht erwarten, dass ihm ein finanzieller Erfolg vom Himmel fällt Und das will doch Marketing: finanzieller Erfolg, oder?

      Wir Leser hungern nach lebensechten Schriftstellern, wir wollen uns in ihren Werken mit einem AHA Effekt erkennen, was wir im täglichen Wahnsinn selbst (oder gerade dort) erleben aber uns die Worte dafür fehlten.

      LG Roland

      1. Wie cool, ich mach Pause und ihr diskutiert hier einfach schon mal weiter! 🙂

        Ich persönlich hab mir, weil ich das Problem schon von anderen Projekten kannte, tatsächlich entgegen aller Tipps (Bau dir eine Fanbase auf, bevor du das erste Wort schreibst!) ganz bewusst ein Social Media freies Jahr genommen, um meine Romanreihe in aller Ruhe zu konzipieren, zu schreiben, dreimal umzuschreiben und noch mal neu zu konzipieren (ihr kennt das, Manuskripte führen ein Eigenleben).
        Ich habe mich ganz bewusst dagegen entschieden, mit Testlesern oder ähnlichen „Marketinginstrumenten“ zu arbeiten. Nennt mich gerne größenwahnsinnig, stur oder autistisch oder alles zusammen, aber wenn ich schreibe, folge ich meiner eigenen Logik, da geht mir schon der Nachbar mit seinem Rasenmäher auf die Nerven, da hat mir einfach keiner reinzureden. Wenn ich fertig bin, stelle ich mich gerne Kritik und versuche auch, mit Würde einzustecken, aber Marketing ist ein Zeitfresser und folgt vor allem einem völlig anderen Rhythmus als das Schreiben selbst.
        Deswegen finde ich es wichtig, sich Phasen für beides zu nehmen. Rückzug und Offenheit, wie Ebbe und Flut. Wenn man natürlich an einen Verlag gebunden ist, hat man da einfach nicht denselben Spielraum wie ein Selfpublisher, da man ja auch, so blöd das klingt, Verantwortung für seinen Verlag hat. Aber was bei eben jenem genialen Marketing vieler Autoren herauskommt sehen wir ja. Das Wesentliche leidet einfach darunter, so traurig das ist.

        Nachdenkliche Grüße, Sookie

        1. Liebe Sookie,
          als ich meine beiden ersten Romane veröffentlicht habe, hatte ich nicht einmal eine Facebook-Seite – ich hatte pro Buch ein Jahr mit dem Schreiben verbracht, dann bewusst ohne Verlag ein Lektorat und eine Cover-Designerin beauftragt, die Romane ohne jede Werbung einfach als Ebook veröffentlicht und stand 2 Tage später bei Amazon auf Platz 1, ohne auch nur über Marketing nachgedacht zu haben.
          Wenig später habe ich das erste Mal bei einem der größten deutschen Verlage auf der FBM lesen dürfen.
          Die Angebote der kleinen und großen Verlage habe ich bewusst abgelehnt, ebenso die Zusammenarbeit mit bekannten Agenturen.
          Ich habe mit den Verlagen und Agenturen lange Gespräche geführt und mich für meine Selbständigkeit, mein eigenes Tempo und meine höchst eigene Kreativität entschieden.
          Ganz ohne „Sichtbarkeit“ wird es nicht gehen, aber ich werde für das neue Werk wieder „abtauchen“.
          Andererseits arbeitet jeder Autor anders und ich kenne einige Kollegen, die gerade im Umgang mit den Lesern und via Marketing besonders kreativ sind und einen Roman nach dem anderen schreiben können.

  17. Hallo 🙂
    Vielen Dank für diesen doch sehr zum Nachdenken anregenden Artikel <3
    Ich muss sagen, dass ich im Moment eine gute Mischung aus Selfpublishern und Verlagsbüchern lese, aber auch, weil ich einige sehr liebe, sehr gut schreibende Selfpublisher durch das Bloggen kennengelernt habe und eigentlich jederzeit zu jeder Schandtat bereit bin.
    Tatsächlich finde ich deinen Artikel nicht prekär oder gar direkt ins Fettnäpfchen, sondern die pure Wahrheit! Es gehen so viele so tolle Bücher unter, wo die Atmosphäre, die kreative Gestaltung und die ehrlichen Charaktere einfach stimmen, doch diese werden gar nicht so groß gefördert oder gesehen….
    Was ich immer schade finde, ist: Wenn ich angeschrieben werde, ob ich Lust hätte ein Buch zu rezensieren von einem Selfpublisher, aber da einfach nur steht "Hast du Lust mein Buch zu lesen und ihm Sterne zu geben? Gib mir nur deine Adresse und ich schicke es dir sofort zu!"
    Kein Hallo, keine Vorstellung, kein Klappentext oder Leseprobe (da reicht mir sogar der Link zum Buch, damit ich mir die Infos zusammensuchen kann dann :D) Wenn ich gut gelaunt bin, dann wird der Name des Absenders (der ja zum Glück – oh welch Wunder bei solch einem Meister, der von sich ausgeht, jeder kenne ihn bereits *Sarkasmus off* – doch beim "Grüße XY" steht) in Amazon mal eingefügt und nach dem Buch gesucht.
    Wenn ich keine Lust darauf habe, wird die E-Mail meistens mit einem kurzen "Nein, danke, kein Interesse" beantwortet und das war es dann auch schon…
    Ich kann verstehen, wenn diese schüchternen Autoren sich eher zurückhalten, aber gleichzeitig glaube ich auch, dass gerade diese Autoren niemals so eine Mail schicken würden, sondern sich erst Recht Gedanken über das Anschreiben machen.

    Dein Artikel ist wirklich toll! Danke dafür, denn der Einheitsbrei macht einen wirklich langsam wahnsinnig…. Ich geh in meinen Lieblingsbuchladen, sehe mich und runzele die Stirn, weil ich die Titel und Cover zum hundertsten Mal auf FB gepostet gesehen habe und damit dann auch nicht groß was anfangen kann. Wenn ich den Autor kenne, ja, dann nehm ich mir auch das gehypteste Buch raus und les den Klappentext. (Beispiel: Dark Elements von Armentrout, das wird auch gehypt und ich gestehe, ich LIEBE diese Bücher und freue mich wie irre auf den 3 Teil, den ich mir schon vorbestellt habe. Aber solche wie "Black Dagger" oder "Shades of Eintönigkeit"… da lauf ich vorbei, weil es mich nicht packt, weder von der Story noch von den Charakteren noch vom ach so hoch gelobtem Schreibstil des Autors…)

    Nur mal meine 5 Cent Buchblogger-Gedanken 😉

    Liebe Grüße
    Diana aka Lizzy

    1. Hallo Diana!

      Ich geb dir mal fünf Sterne für deine Buchblogger-Gedanken, denn sie machen Selfpublishern noch mal klarer, was ein Buchblogger wirklich braucht, um eine Auswahl zu treffen, die zu seinem Blog passt. Wenn man schreibt „Ey, Alter, gib Sterne!“, darf man sich natürlich nicht wundern, wenn Blogger keine Lust haben! Ich würde mich da als Buchblogger weder geschätzt noch ernst genommen fühlen.
      Aber du schätzt das ja genau richtig ein: Wer dazu neigt, sich eher zu viele Gedanken zu machen als zu wenig, der überlegt auch genau, was er Bloggern für Anschreiben schickt, vielleicht zerstreut das die Selbstzweifel einiger scheuer Rehe hier ein bisschen.
      Aber umso erstaunlicher, dass es noch so engagierte Buchblogger wie dich gibt, die dann manchmal sogar noch auf eigene Faust recherchieren, was der Künstler ihnen eigentlich sagen will! Vielleicht machen deine 5 Cent (oder Sterne!) Buchblogger-Gedanken den eher verhaltenen Autoren auch Mut, mal aus ihrem Schneckenhaus zu kommen und doch von sich aus auf Blogger wie dich zuzugehen. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, was da noch alles kommt!

      Liebe Grüße, Sookie

      1. Hallo Sookie,

        Danke für deine Antwort und die Sterne (statt Cents 😉 )

        Was die Sache mit dem „Engagiert“ angeht: Da ich Mitten in der Prüfungsphase bin und auch so recht wenig Zeit habe, sehe ich zu, dass ich das lese und für die Bücher Werbung mache, wo ich selbst auch dahinter stehe und selbst wenn ich mal so einen Einheitsbrei als Mail bekomme, dann nehm ich mir doch kurz die Zeit, um zu sehen, ob das vom Inhalt nicht vielleicht doch etwas für mich wäre. Eher selten der Fall, meine größten Glücksgriffe habe ich bis jetzt mit Selfpublishern gemacht, indem ich sie angeschrieben und eigentlich schon mit einer fetten Absage gerechnet habe (oh man, da war ich noch ganz neu in der Bloggerszene >_<) oder als die Autoren auf mich zukamen über FaceBook und der FB Blog Seite.

        Ich finde es einfach wichtig, dass Autoren auch etwas über sich preis geben und ihr Buch. Es muss keine Biographie sein, keine Erklärung, wieso man schreibt oder irgendwelche privaten Dinge… Sondern eher: Wie kam der Autor auf meinen Blog? Wieso will er mich für sein Buch haben? Will er auch eine ehrliche Meinung oder nur, dass ich ihm viele Sterne und eine gute Bewertung schreibe, selbst wenn ich nicht dahinter stehe? (mach ich übrigens nicht…)
        Ich gestehe auch, dass ich einfach mal auch länger für ein Buch brauche, aber dafür kann man dann auch ausgehen, dass ich auch wirklich eine Buchbesprechung schreibe und nicht nur drei Sätze…

        Und ja, neben Wortwahl und Informationen/Inhalt der Mail kommt es für mich auch einfach drauf an, ob mir das Geschriebene her einfach sympathisch ist. Ich weiß gar nicht, wie genau ich das beschreiben soll… Hm… es gibt Menschen, die können einfach sympathisch schreiben und welche, wo – egal wie höflich, egal wie nett formuliert es ist – man merkt, dass man mit der Person doch nicht zurecht kommen wird, weil immer irgendetwas mitschwingt… ich kann das nicht beschreiben, aber dieser Unterton ist dann eher auf meinen Mist gewachsen und da haben die Autoren nichts mit zutun eigentlich 😀

        Man darf sich nur niemals entmutigen lassen und auch trotz zugeknöpfter Blogger, die nichts von Selfpublishern halten, einfach nett bleiben und weiter versuchen, den es gibt wirklich durchaus total liebe und nette Blogger, die Selfpublisher lieben (ich kenn eine Menge toller Bloggerinnen, die auch häufig Aktionen für richtig schöne Bücher machen von Selfpublishern und wo ich ohne sie niemals auf den Autor gekommen wäre!)

        Ich bin auch gespannt, was ich bei dir auf der Seite für Schätze vielleicht finden werde 😉

        Liebe Grüße
        Diana

  18. Nach diesem Artikel glaube ich, es ist wirklich ein großer Vorteil, dass ich nicht mit Rezensionsexemplaren arbeite, denn die immer gleichen Bücher gehen spurlos an mir vorbei. Okay, ich sehe sie im Buchladen rumliegen, aber ich wähle meinen Lesestoff selber aus und hatte dieses Jahr schon einige Perlen dabei, die ich nicht unbedingt schon in zig anderen Blogs gesehen habe, die aber vielleicht nicht angefragt oder zur Verfügung gestellt werden. Oder ich bespreche auch mal ein Buch, das schon eine ganze Weile auf dem Markt ist, da ich immer rezensiere, was ich gerade gelesen habe, und das muss nicht immer eine Neuerscheinung sein.

    Ich habe auch schon ein paar Bücher von Selfpublishern besprochen. Auch da nehme ich keine Rezensionsexemplare, aber wenn es jemandem gelingt, mich neugierig zu machen, dann lese ich das auf eigene Faust. So habe ich nicht das Gefühl, dass jemand auf meine Rezension wartet. Es kann nämlich sein, dass ich ein Buch kaufe, weil ich weiß, dass es mein Ding ist, aber erst ein Jahr später lese, weil erst dann seine Zeit gekommen ist. Ich mache das einfach für mich wie ich es richtig finde und freue mich dann, wenn mir jemand zurückmeldet, dass er oder sie das toll so findet, wie ich es angehe, trotz meiner Eigenarten 😀

    1. Hallo Claudia!

      Mensch, das klingt wirklich nach einem individuellen, unabhängigen Blog, ganz im ursprünglichen Sinne des Bloggens, als DEIN Medium, kein Marketingsinstrument der großen Fische, einfach nur klasse. Und du sprichst auch noch etwas ganz wichtiges an! Ich finde es extrem empathisch, wie du dich in die Autoren hineindenkst. Für viele beudetet es natürlich ganz furchtbaren Nervenkitzel, auf eine Rezension zu warten, besonders, wenn sie vorher angekündigt wurde.
      Viele Rezi-Gruppen oder ähnliches in Social Median arbeiten ja daher mit Zeitvorgaben, was dann aber wieder die Blogger und Rezensenten unter Druck setzt. Aber wenn man mit dem Gefühl „Mist, das muss ich ja auch noch machen!“ an ein Buch herangeht, geht verständlicherweise der Lesespaß ein bisschen unter, das ist nur menschlich. Und wenn man mal von dem ganzen Marketingtrubel absieht, schreiben wir Autoren ja in erster Linie, um Leser zu unterhalten, um sie mal mit Muße in eine andere Welt zu entführen. Auf uns alle prasseln jeden Tag so viele Reize ein, dass wir einfach selektieren müssen. Und als Autorin halte ich es auch gar nicht für sinnvoll, mit der Peitsche hinter Rezensenten zu stehen und zu sagen: „Jetzt mach doch endlich!“
      Mir ist es dann doch lieber, eine Rezension kommt irgendwann, dafür aber dann von Lesern, die meine Bücher gelesen haben, weil sie das Gefühl hatten: „Mensch, da hab ich jetzt richtig Lust drauf!“ 🙂

      Liebe Grüße, Sookie

  19. Was für ein toller Artikel, vielen Dank dafür. Als Buchbloggerin stimme ich dir voll zu, nur Mainstream langweilt irgendwann sehr. Klar, es gibt Bücher von den „Großen“, die will ich einfach lesen und entsprechend rezensieren. Aber die größten Schätze, die besten Überraschungen, habe ich unter den Selfpublishern gefunden. So versuche ich, auf meinem Blog die Waage zu halten und beide Bereiche abzudecken. Generell lese ich sowieso nur, was mich inhaltlich auf den ersten Blick anspricht und dabei ist es eigentlich völlig egal, ob ein großer Verlag dahinter steckt, oder nicht. Wirklichen Schrott erwische ich daher glücklicherweise selten. Manche Selfpublisher disqualifizieren sich schon gleich beim Anschreiben, die werden dann eben sofort aussortiert. Bei allen anderen ist es mir ein Anliegen, ihre Werke zu bewerben, so gut es geht, ich habe z.B. ein Gästezimmer speziell für unbekannte Autoren eingerichtet. Hier können sie sich selbst vorstellen und ich jage es durch meine (bescheidenen) Sozial-Media- Kanäle. Wie auch immer: Deinen Stöber-Buchladen ohne Bestseller würde ich lieben 😂
    Liebe Grüße
    Tanja

    1. Hallo Tanja!

      Ja, auf die Idee mit dem Buchladen der Parallelwelt bin ich gekommen, als ich mal wieder in einem „echten“ Buchladen stand und da tatsächlich mal wieder das blöde Gefühl hatte, dass mich einfach nichts richtig ansprach. Ich wollte tatsächlich nach Hause zu meiner Kindle-App und Selfpublisher lesen! 😀
      Und natürlich gibt es auch Bestseller, die absolut verdient die breite Masse erreichen und die sollen und müssen ja auch besprochen werden. Aber ich persönlich hab inzwischen das Gefühl, dass man da als Leser schon ein Gespür für entwickelt. Selbst am Tisch im Eingangsbereich scannt man schon schnell durch: „Schwarmintelligenz, weg, Schwarmintelligenz, weg, Schwarmintelligenz, weg, ups, was ist das denn?“
      Umso cooler finde ich kreative Ideen wie dein Gästezimmer, ich hoffe, dass viele AutorInnen, die die Diskussion hier verfolgen, deinen Blog anklicken und ich sie dann vielleicht mal bei dir finde! Ich wünschte, ich hätte gerade selbst die Zeit, einfach mal die Füße hochzulegen und in aller Ruhe die Blogs zu durchstöbern, die hierher verlinkt wurden, ich hätte nie gedacht, dass hier so viele tolle alternative Buchblogger auftauchen, aber sobald es hier ruhiger wird, komme ich euch alle besuchen!

      Liebe Grüße, Sookie

  20. Hallo liebe Sookie,

    erstmal toller Artikel und ich bin ein Buchblogger der querbeet liest.
    Ich lese alles, sei es von Selfpublishern bis hin zu Verlagsautoren. Was mich ansprechen muss, ist ganz klar ein WOW… Moment.

    Sei es jetzt der Klappentext und Cover oder beides. Ich liebe Bücher die mich überraschen und mitnehmen in die Fantasy Welt. Und ich schau mich gleich noch genauer um bei dir und muss dir nochmal ein Kompliment machen, sehr gut geschrieben.

    Liebe Grüßle Susanne von Bücher aus dem Feenbrunnen

    1. Hallo Susanne!

      Erst einmal vielen Dank für das Kompliment, aber Schreiben ist eben nicht nur meine Leidenschaft, sondern auch mein Handwerk! 🙂
      Ich freu mich, wenn du dir Zeit nimmst, dich ein bisschen umzusehen, noch mehr freue ich mich, dass hier wirklich so viele Buchblogger auftauchen, die so offen sind für Selfpublisher und ihrem Gefühl mehr vertrauen als dem Marketingapparat großer Verlage. Damit zeigt ihr nämlich auch euren Lesern, wie wichtig es ist, sich eine eigene Meinung zu bilden und nicht nur mit der Herde zu laufen, und das ist ja nicht nur bei Büchern wichtig!

      Liebe Grüße, Sookie

  21. So, jetzt habe ich schon so vele Kommentare hier gelesen – jetzt habe ich doch auch Lust bekommen, noch einmal darüber zu schreiben, wie genau ich die Sache sehe:
    Ich selbst habe erst im Februar 2015 angefangen, zu schreiben. Davor zehn Jahre nicht. Und davor bloß ein paar Geschichten, die ich entweder wieder weggeworfen und/oder verbrannt habe. Ich bin kein typischer Autor, der die ganze Zeit schreibt.
    Ich habe nicht bloß Selbstzweifel – für mich sind meine Geschichten bloß Ergebnisse. Ergebnisse aus Erlebtem oder aus Gewünschtem. Wie Roland und Sookie geschrieben haben, geht es mir in erster Linie darum, etwas mitzuteilen – auf eine Art, wie ich es denke, dass es richtig ist. Ich stehe hinter meinen Geschichten, sie sind ein Teil von mir. Jedoch hat das nichts mit Selbstbewusstsein zu tun. Als Autor (jedenfalls so weit ich das bisher erlebt habe) ist es ein ewiger Kampf. Genauso wie im wahren Leben – wenn nicht sogar noch um einiges härter. Man erhofft sich einmal eine Rezension … oder auch nur ein Danke, wenn man ein Buch verschenkt. Bekommen tut man nichts … Wenn man Glück hat, hört man irgendwann einmal, dass die Geschichte gefallen hat. Meine positiven Rückmeldungen kann ich auf einer Hand abzählen. Ich war deshalb fertig … jetzt ist es mir ziemlich egal geworden …
    Auf was ich hinaus will?
    In der ganzen Zeit, in der ich gehofft habe, dass ich einmal eine Rückmeldung bekomme, habe ich mein drittes Buch im Amazon-KDP-Forum reingestellt. Und durch die darauffolgenden Reaktionen habe ich wieder einmal erfahren müssen, dass der Großteil der Autoren genauso einen an der Waffel haben, wie die Leute, mit welchen ich tagtäglich zu tun habe.
    Meine Erfahrungen, was Bestseller-Ware angeht, fasse ich folgendermaßen zusammen:
    Wenn du nicht Mainstream-Geschichten oder das krasse Gegenteil davon schreibst (also irgendwelchen besonders poetischen oder psychologischen Kram) bist du nur ein Amateur, der es nicht wert ist, gelesen zu werden.
    Seitdem ich das weiß, habe ich mir gesagt: (und sorry für den kommenden Kraftausdruck) Diese elenden Vollidioten können mich kreuzweise. Ich schreibe, weil ich das aufschreiben möchte, was ich fühle. Mir geht es nicht darum, reich zu werden. Ich möchte Leute bloß glücklich machen. Ich freue mich, wenn Leser sich für eine kurze Zeit in meinen Geschichten verlieren. Wenn ich ihnen mein Gefühl übermitteln kann. Wenn sie meinen Subtext herauslesen. Wenn ich jemand ein Buch widmen kann und der sich darüber freut. (Das ist jedoch noch seltener vorgekommen, als ein Danke)
    Ich bin selbst wahrscheinlich einer der kritischsten Leser überhaupt: Ich habe nicht viele Bücher gelesen. Ich hasse Liebesromane (obwohl ich sie selbst schreibe). Ich ertrage Fantasyromane beim besten Willen nicht. Mich widern diese ganzen Krimis schon dergestalt an, dass ich bereits eine Wut bekomme, wenn ich an solchen Büchern bloß vorbeispaziere.
    Die Bücher jedoch, die ich lese, sind für mich wie eine Familie. Dazu zählen bisher bloß fünf Autoren. Aber nur, weil ich, was Geschichten anbelangt, sehr wählerisch bin, bedeutet das nicht, dass diese ganzen Mainstream-Romane schlecht sind. Die Leute sollen lesen, wonach ihnen ist. Aber jetzt kommt das große Aber: Dann sollen diese Leser und/oder Autoren auch ihr Maul halten, wenn sie sich mit einer Geschichte (egal von welchem Autor – hier geht es nicht nur um mich) nicht identifizieren können. Ich habe schon drei Liebesromane gelesen – von einem Autor, der auf Amazon 100-150 (!) Bewertungen pro Buch aufzulisten hat (und beinahe durchwegs 5-Sterne). Und keines der Bücher hat mir zugesagt. Nicht im geringsten. Deshalb verfasse ich aber keine negative Rezension. Es ist einfach nicht mein Geschmack. Weshalb soll ich jemand also bekritteln, bloß weil mir seine Geschichte nicht gefällt?
    Sorry, für das Gejammer. Aber das musste jetzt einfach mal raus. (Und vielleicht geht es ja dem einen oder anderen genauso)
    Lange rede kurzer Sinn: Ich fände es auch gut, wenn Selfpublisher mehr Aufmerksamkeit bekommen. Wenn mainstreamfremde Geschichten eine Chance bekommen.
    Ja, es gibt viel Müll unter Selfpublishern (und ich zähle meine Werke da oft genug dazu). Doch Geschmäcker sind eben unterschiedlich. Und bloß, weil 90% der Leute meine manchmal etwas zu ruhigen (und ohne Intrigen auskommenden Romane) nicht gut genug sind, bedeutet das nicht, dass es niemand gefällt.
    Mit ziemlicher Sicherheit werde ich nicht mehr Leser zusammenkratzen, als an die zwanzig Stück. Aber wenn diese sich an meinen Geschichten erfreuen, dann bin ich glücklich.

    So, mehr will ich nicht schreiben … sonst wird es ohnehin zu lang.

    Sollte ich das Thema zu sehr verfehlt haben, dann Kommentar bitte löschen.

    Wünsche jeden, der bis hierher durchgehalten hat, ein schönes Wochenende

    Ein stiller Schreiberling, dem Marketing auch ankozt und bloß im Leben ankommen will 🙂

    PS: Rechtscheibfehler, die gefunden, dürfen gerne als Geschenk angesehen und behalten werden …

    1. Hallo Isabella,

      deinen frust kann ich gut verstehen, aber das gehört wohl zum Los jedes Künstlers. Sonst wäre er/sie keiner.
      Es ist halt wie im richtigen Leben, man muss über Schwierigkeiten hinweg, durch Enttäuschungen hindurch und trotzdem nicht den Mut verlieren, das zu tun, wozu man sich berufen fühlt. Alles Andere wäre nur Anpassung – und genau das ist doch hier das Thema – Anpassung an einen Markt. Auf einem Markt will verkauft werden, ob Gemüse oder Bücher. Der/die angehende Schriftsteller/In kann sich entscheiden. Will er/sie unbedingt, unbedingt von ALLEN gelesen (und vielleicht auch noch geliebt) werden, dann muss er sich dem Moloch Marketing unterwerfen. Auch möchte ich hier – wie sookie so schön schreibt – ein Zitat ‚an den Haaren herbeiziehen‘, diesmal von Leo N. Tolstoi:

      ‚Das Glück besteht nicht darin, das du tun kannst was du willst, sondern dass du immer willst, was du tust!‘

      Wer aber nur aus einem Bedürfnis heraus schreibt, weil er/sie was zu sagen hat soll es tun, ohne Rücksicht auf einen Markt, der einem Illusionen vorgaukelt, wie in Hollywood Filmen (jeder kann Millionär, Präsident, berühmt werden – nur hart genug daran arbeiten). Dabei arbeiten Milliarden Menschen auf der Erde so hart wie wir es kaum vorstellen können, wenn er es selbst (wie ich) nicht in fremden Ländern gesehen hat – und die haben kaum das notwendige Essen! Als Trost schickt man ihnen Hollywood und Bollywood Filme – dann haben sie was zu träumen!

      Träumen tun, so wie ich das hier lese, wohl die meisten sich als AutorInnen berufen fühlenden jungen Talente. Da stimme sookie vollkommen zu, sie sollten erst einmal LEBEN, das ist die beste Schule fürs Schreiben. Wer von der Schriftstellerei leben (oder gar reich und berühmt werden will) der kann diesen Traum gleich begraben. Nicht begraben aber sollten diese Begabten das Schreiben. Schreiben macht nämlich auch Freude, wie Malen, Musizieren, Gestalten. Sich an der Kreativität erfreuen, Künstler sein ohne Anspruch – auch nicht auf Anerkennung, einfach aus einem Herzensbedürfnis heraus.

      Das habe ich persönlich erkannt, denn der Auslöser meiner jugendlichen Blütenträume war der Schriftsteller Joseph Conrad (Herz der Finsternis, Taifun u.a.) – so dass ich selber zur See fuhr um ihm (er war Kapitän) nachzueifern.
      Dabei erlebte ich so viel, so tief, dass ich erst richtig verstand was er geschrieben hatte. Das war wie eine Erleuchtung. Nicht was erfinden und in hohle Worte fassen, sondern erleben, leiden, lieben, enttäuschen und enttäuscht werden, kämpfen, unterliegen, gelegentlich aber auch siegen über die Unbilden des Lebens. Dann darüber schreiben, erst Briefe an deine Lieben und Freunde, gelegentlich auch mal in Zeitungen – aber nicht unbedingt Bücher veröffentlichen wollen, es sei denn es ergibt sich.

      Ich bin erst seit kurzen aus Neugier in bestimmten Foren unterwegs, um mal zu sehen was da so heutzutage in der Szene läuft. Bisher traf ich überwiegend nur auf Marketingprobleme und nicht auf Probleme des Schreibens an sich. Jetzt die erste Ausnahme von sookie! So habe ich mir das vorgestellt und deshalb werde ich auch noch eine Weile als Literaturfreund und Leser hier bleiben, ansonsten wäre ich bald weg.

      Liebe Grüße an Alle die sich angesprochen fühlen.

      Roland

      1. Hallo Roland!

        Dein Kulturpessimismus ist sicher teilweise berechtigt, wenn man sich den Markt für die breite Masse ansieht und auch beobachtet, mit welchen – ja auch durchaus berechtigten – Fragen die breite Masse der Autoren sich im Internet beschäftigt. Aber das Phänomen, sich als Autor selbst vermarkten zu müssen, ist relativ neu und betrifft ja nicht nur Selfpublisher, daher kann ich gut verstehen, dass es in Gesprächen unter Autoren viel Raum einnimmt. Ich schließe daraus nicht automatisch, dass Autoren, die öffentlich Marketingfragen diskutieren (müssen), allein im stillen Kämmerlein nicht hart an der Qualität ihrer eigenen Texte arbeiten (falls sie noch dazu kommen … )
        Aber als die liebe Tante Sookie vom Dienst kann ich dir nur bedingt Recht geben, wenn es darum geht, die Meinung zu verfechten: Wer ein ernsthafter Künstler ist, verdient eh nix, also versucht es erst gar nicht, wenn ihr Künstler sein wollt!
        Mit Anfang zwanzig hab ich auch so gedacht. Mah, alle doof, keiner versteht mich, besser, ich lecke meine Wunden und halte mich für ein verkantes Genie. Das bewahrt einen schließlich davor, sich dem rauen Wind des Kulturmarktes zu stellen, denn dieser IST ein Markt, definitiv. Irgendwann ging mir meine eigene resignative Haltung aber nur noch auf die Nerven, denn sie deckelt mein Potenzial!
        Um mal wieder ein Zitat an den Haaren herbeizuziehen: Käthe Kollwitz hat gesagt „Eine Gabe ist eine Aufgabe“. Wenn gerade die Querdenker, die Hochsensiblen, die Hochbegabten, die Schüchternen sich zurückziehen, dann fehlt an eben diesem Markt ihre so wichtige Stimme. Und sich für seine Fähigkeiten und Leistungen Anerkennung zu wünschen und diese auch aktiv zu suchen, ist wahrlich nichts schlechtes, sondern ein mutiges Bedürfnis. Im Gegenteil, ich finde es extrem wichtig, dass Autoren und Künstler, die eben nicht den Mainstream vertreten, ihre Nische am Markt finden, um nämlich arbeiten zu können. Deshalb führen wir diese Diskussion ja! 😀
        Sein eigenes Talent anzunehmen, ernst zu nehmen und sich damit zu arrangieren, ist ein Reifungsprozess, der viel Energie erfodert. Irgendwann die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass man dieses Talent eben nun mal hat und dann aber auch wirklich was daraus zu machen, sollte aber der nächste Schritt sein. Und dazu gehört eben auch, die digitalen Möglichkeiten zu nutzen (wir hatten es noch nie so leicht, am Markt mitzumischen wie heute), sich sichtbar zu machen, seinen eigenen Marketingstil zu finden. Wer sagt „Der Markt ist eh doof, ich bin eben Künstler!“, wertet nämlich sein eigenes Talent ab. Viel konstruktiver finde ich es zu sagen: „Mein Talent ist einzigartig, es ist eine wichtige Gegenstimme zum Mainstream, es wird schlichtweg gebraucht, um die kulturelle Vielfalt zu sichern!“
        Denn wenn alle alternativen Autoren sich enttäuscht von diesem bösen Markt zu Hause verstecken, lassen wir nämlich die Leser hängen, die eben nicht mit Hollywood und Bollywood zufrieden sind.

        Liebe Grüße, „Tante“ Sookie

        1. Liebe Tante Sookie,

          ich umarm dich für deine Güte, denn ich mag dich, auch wenn ich meine, dass du meinen (wirklich nicht vorhandenen) Kulturpessimismus nicht richtig verstanden -oder bewußt ausweichend beantwortet hast. Aber erst mal ist es umwerfend nett, dass du jeden Kommentar beantwortest, das ist wirklich überwältigend und zeigt auch deine Gabe für eine echte, lebensechte Schriftstellerin.

          Nun aber zu den Punkten die du so verstehen willst, dass ich allen hoffnungsvollen Schreibtalenten rate, es gar nicht erst zu versuchen. Das meinte und schrieb ich aber nicht, sondern sie sollten nicht zuviel erwarten, sich nicht so erfolgsorientieren an den Bestsellern, möglichst nicht den blöden Markt verantwortlich machen wenn er wenig Ertrag abwirft (eifrig dann neue Marktstrategien entwickeln) um das zu verbessern. Aber ich riet nicht vom Schreiben ab, sondern dazu, sich an ihrem Talent erfreuen – und das geht auch ohne dass gleich was erfolgreich veröffentlich werden kann, Betonung auf erfolgreich!

          Schreiben kann man auch, wenn auch mit einigen zeitlichen Mühen, neben einem Erwerbsberuf. Dabei steht man/frau mitten in diesem (möglicherweise einem so vorkommenden) Scheißleben und erlebt hautnah über was sich zu schreiben lohnt. Da SchriftstellerInnen über Maßen hinaus intelligent sein müssen (so wie du es auch schon angeführt hast, sie müssen vielschichtig denken, ihre verschiedenen Romanfiguren-Charaktere glaubhaft darstellen können, was sowohl Logik wie Sensibilität, Phantasie wie klares Denken erfordert. Diese begabten Menschen könnten durchaus ihre realistischen Chancen auf dem Buchmarkt berechnen, dazu bräuchten sie nur mal sich damit befassen, als würden sie einen Roman über dieses Thema schreiben, mit allen Protagonisten, Antagonisten, Schurken und Nebenfiguren….

          Dass Autoren unter sich, sich mit dem Marketing befassen ist mir durchaus verständlich. Es sollte aber in den Foren nicht als das bestimmende Thema so rüberkommen, so dass dem LESER – und um den geht es doch (bitte nicht vergessen!) der Eindruck entsteht, er sei hier auf einer Werbeplatform gelandet. Die Reaktion ist wie beim Werbefernsehen – der Leser schaltet auf stumm und nach einer Weile, wenn nichts Neues kommt, bleibt er weg.

          Dank dir, liebe Tante Sophie, gibt es neue Hoffnung. Und so bleibe ich erstmal.

          Liebe Grüße, euer Leser

    2. Liebe Isabella!

      Erstmal: Bämm! Hier wird gar nix gelöscht, mein Blog ist keine Deutscharbeit und dein wirklich offener Brief an uns alle ist absolut nicht „am Thema vorbei“ – geht es nicht genau darum, dass es „am Thema vorbei“ gar nicht mehr geben sollte?
      Jedenfalls hab ich mir, nachdem ich deinen Kommentar gelesen hatte, erstmal einen Tee gemacht und musste dann erstmal in Ruhe „sinnieren“. (Ich liebe es, zu sinnieren, am liebsten hätte ich dafür einen abgewetzten Ohrensessel und eine samtene Hausjacke, aber nach deinem reichhaltigen Kommentar ging es auch so! 😀 )
      Ich lese zur Zeit deinen Roman „The sound of your soul“ und ich bin jetzt ja nicht als Buchblogger oder Rezensent hier, aber man hat sofort das Gefühl an das authentische Werk eine „jungen Wilden“ geraten zu sein. Man spürt durch die dichten Charaktere, dass da eine Autorin schreibt, die fast zu schlau, zu nachdenklich, zu gefühlvoll für diese oberflächliche Welt ist und sich (und ihre Romanfiguren) hart macht gegen die ständigen Enttäuschungen, die das Leben mit sich bringt, wenn man extrem sensible Antennen hat.
      Natürlich merkt man auch, dass man da kein lektoriertes Verlagsbuch vor sich hat, aber im positiven Sinne. Dein Buch ist einfach echt. Natürlich darf man, wenn man sich eine schöne, teure Verlagsausgabe kauft, erwarten, dass das Buch tadellos und fehlerfrei ist, aber ich hab bei Verlagsausgaben immer öfter das Gefühl, dass mir die Bücher vorkommen wie Flußkiesel. So lange weichgespült, durch so viele Hände gegangen, dass die Ecken und Kanten fehlen. Beides hat seinen Reiz, aber „unmittelbare“ Bücher lesen zu können, die nicht für den Geschmack der breiten Masse rundgeschliffen wurden, ist für mich einer der größten Pluspunkte am Garagenpunk-Buchmarkt geworden.
      Das heißt ja nicht, dass wir nicht alle einen sehr hohen Anspruch an uns selbst haben. Ich denke, jeder Selfpublisher kennt das Gefühl, nachts hochzuschrecken, weil man sich plötzlich panisch fragt, ob man den Tippfehler auf Seite 137 vor dem Upload auch WIRKLICH noch korrigiert hat! 😀
      Zu den Widmungen: Keine Freude für eine Widmung zu bekommen, ist natürlich unglaublich traurig. Aber vielleicht kommt die Freude bei dir nur nicht an, weil manche nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen, nie gelernt haben, „Danke“ zu sagen oder dich sonstwie nicht erreichen können. Aber eigentlich geht es darum ja auch gar nicht. Wichtig ist doch, jemanden zu haben, dem man etwas widmen kann! Ich hab zum Beispiel in meinem zweiten Beziehungsstatus-Band folgende Widmung: „Dieser Band ist all meinen Autorenkolleginnen gewidmet, die abseits des Mainstreams neue Ideen mit intelligentem Witz veröffentlichen. Haut rein, Mädels, wir rocken den Buchmarkt!“
      Ich erwarte nicht, jemals eine Reaktion auf diese Widmund zu bekommen, aber der Gedanke, dass irgendwann mal eine Autorin, die ich gar nicht kenne, diese Widmung liest und ein Lächeln im Gesicht hat, gefällt mir einfach! 🙂
      Und zum Schluss noch zu den Rezensionen: Lass dich nicht verrückt machen. Natürlich sind sie ein wichtiges Marketinginstrument, aber wir hatten in dem Artikel „Was Marketing mit uns macht“ schon eine spannende Diskussion in den Kommentaren zu dem Thema, der Artikel ist in diesem Artikel über dem Bild von der kleinen Blogstatistik verlinkt!

      Liebe Grüße, Sookie

  22. Ein wirklich guter Artikel!! – Scheint leider wohl so zu sein… daher hab ich mir im Laufe der Jahre einiges einfallen lassen, um meine Geschichten bekannten zu machen.

    Hierfür nutze ich meine anderen Talente….. so sind wunderschöne Lesungen mit Tanz und Musik entstanden…. oder ein Theater für Kinder mit den Figuren in Stoff zum Anfassen – dennoch bleibt es sehr schwierig, wenn man sich nicht dem Hauptstrom unter ordnen will bzw. glaubt, dass es wichtigere Themen gibt, die gesehen werden wollen. Den Leuten, die da waren, gefallen meinen Sachen ungemein gut! – Nur….
    Man wird regelrecht übergangen von den „Verantwortlichen“ … darf höchsten ne Mail mit einer Bewerbung hinschicken, aber eine Antwort oder gar ein direktes Gespräch, das bleibt aus.

    Gut, am Anfang waren meine Sachen für Viele wohl zu Vielschichtig, das hab ich inzwischen etwas reduziert, damit es mehr Menschen verstehen können.
    Ich persönlich lese aber sehr gerne Geschichten oder Wissenschafts-Sachen, die so geschrieben sind, dass ich mich richtig gefordert fühle (ist bei Hochbegabten und Hochsensiblen nun mal so)

    Es gibt aber ne kleine Seite, bei der ich ab und zu einen kurzen Text einreiche, die nichts mit diesem Mainstrom zu schaffen haben… die Querdenker!

    https://querdenkende.com/2016/01/18/interview-mit-luzifer/

    1. Hallo Andrea!

      Du hast doch wirklich tolle, kreative Ideen, um mit deinen Lesern in Kontakt zu kommen (da können wir Schüchternen nur verwirrt blinzeln!) und bei den Querdenkern auch schon eine Nische gefunden, die wirklich zu dir passt, wie schön!
      Aber das Gefühl, Vielschichtigkeit ein wenig „entschärfen“ zu müssen, kennen wir wohl alle, ich finde das aber überhaupt nicht negativ. Das macht je gerade die Kunst beim Schreiben aus, gerade, wenn man abseits des Mainstreams unterwegs ist, komplexe Inhalte so darzustellen, dass sie allegemein verständlich sind. Wenn ich in dem Moment, wo mir ein neues Romankonzept durch den Kopf rast, „alles“ in einem Augenblick aufschreiben könnte, würde da wahrscheinlich stehen: „Gnorksiobütomant!“ Damit wäre für mich alles gesagt! 😀
      In dem Moment habe ich natürlich wahnsinnig viel Spaß mit meinem wohlig prickelnden Gehirn, aber da hat ja kein Leser was von! Die Herausforderung bei einer Hochbegabung besteht ja eben darin, aus einem grellen Geistesblitz eine stimmungsvolle Lichtinstallation zu machen, an der sich alle erfreuen können! 😀

      Liebe Grüße, Sookie

    1. Hallo Ryek!

      Ich bin auch völlig geflasht davon, was hier los ist und wie vielschichtig die Diskussion ist! Und das hier ist nur der „harte Kern in der Küche“. Auf Facebook wird tatsächlich in einigen Profilen, die den Artikel geteilt haben, noch weiter diskutiert! Am Buchmakrt tut sich was, das brodelt überall im Untergrund! 😀

  23. Wie findet man einen geeigneten Buchblogger? Keine Ahnung, trotz aller Tipps in allen Foren und Gruppen.
    Es gibt „Blümchen-Blogs“ wie Sand am Meer, wo man den Eindruck hat, es wird ununterbrochen gegrinst, gekichert und mit Einhörnern geworfen (oder mit halbnackten Kerlen). Wenn ich dagegen gemäß der Prämisse suche „finde einen Blogger der zu deinen Texten passt“ – nada. Mal abgesehen von dem Türschild, das ich bisher überall entdeckt habe: „Nehme vorläufig keine Rezensionen mehr an.“
    Die „Alternative“ sind geschlossene, verschworene Gemeinschaften, die offensichtlich von vornherein kein Interesse an aufdringlichen SPlern haben. Es gibt keinen Hinweis, keinen Link, keine Email-Adresse, wie und wo man vielleicht auf sich aufmerksam machen darf.
    MIt denjenigen konkurrieren zu wollen, die am lautesten schreien, ist hoffnungslos – nicht nur aus Zeitmangel – denn ich wüsste nicht, was ich wohin rufen sollte. Und die meisten Formen des Marketings sprechen mich auch selbst überhaupt nicht an.
    Ich lese Bücher, weil ich Geschichten mag, und nicht, weil ich in den Personenkult um den Verfasser eintreten oder ein Lesezeichen haben möchte.
    Es geht mir nicht darum, irgendwo irgendwas zu etablieren, und sei es auch noch so „frisch“, sondern ich möchte Science Fiction und Fantasy Stories so schreiben, dass ich dafür geradestehen kann.
    Ich hasse es, mich hinzustellen, und „hier, hier!“ mit dem Zaunpfahl zu winken. Es passt nicht zu meinen Texten, und ich komme mir dabei lächerlich vor. Und heuchlerisch.
    Es gibt so viele viel bessere Bücher als meine. Es gibt massenweise Autoren, die pro Jahr mehrere Bücher raushauen, Leser bindende Serien produzieren … wie sollte ich da mithalten können, wenn man auf ein neues Buch zwei Jahre lang warten muss?
    Meine „Taktik“ besteht darin, mich darauf zu verlassen, dass mich der „Herr der Bücher“ auf den verschlungenen Pfaden des Internets auf den rechten Weg führt, sodass trotz allem jemand ab und zu aus Versehen eine meiner Geschichten liest 🙂

    1. Guten Abend, Christine 🙂

      Darf ich ganz dezent fragen, unter welchem Namen Sie ihre Bücher veröffentlichen? Mich macht es gerade neugierig, was Sie hier geschrieben haben, bezüglich Fantasy und Science Fiction und dass Sie dahinter stehen wollen.
      Jetzt würde ich gerne mal ein bisschen recherchieren <3

      Danke schon einmal für Ihre Antwort 🙂

      Liebe Grüße
      Diana

      1. Unter meinem eigenen. Die Bücher sind nur bei Amazon zu haben. Ich bin mir zwar bewusst, dass ich da mehr machen sollte, aber einerseits finde ich, ich habe noch nicht genug anzubieten, und andererseits ist halt die nicht vorhandene Zeit ein ewiges Problem. Es reicht immer nur für entweder Schreiben oder etwas anderes. Auf der Seite hier ist das wenige aufgelistet, das ich bisher zuende gebracht habe: https://commanderlara.wordpress.com/veroffentlichungen/. „Commander Lara“ kam zustande, weil alles, was mit „Christine“ zu tun hat, als Nick- und Blog- und sonstiger Name schon hundertmal in Gebrauch ist, aber offensichtlich noch niemand auf die Idee kam, Star Trek und Tomb Raider zu kombinieren 🙂

        1. Hallo Christine 🙂

          Danke für den Link 😀 Ich habe gestöbert und dein Name ist gleich mal auf meine Wunschliste gewandert, weil mir auch die Leseprobe gefallen hat <3 Jetzt muss ich nur noch mein Examen hinter mich bringen und dann kann ich anfangen, mir die Bücher zu holen und zu lesen 😀
          Sehr fesselnder Schreibstil übrigens und die apokalyptische Welt finde ich sowieso immer eine geniale Idee, Hauptsache, sie wird gut durchdacht und noch besser umgesetzt 😀

          Liebe Grüße
          Diana

            1. P.S. Hallo Lizzy! Ich wollte dir eine PN schicken, aber ich habe keinen Schimmer, wie man das über Google+ macht 🙂 Mein Profil da ist eher nur pro forma, und ich nutze es so gut wie nie.
              Was ich noch hinterher schicken wollte: Ich hätte meine Stories auch als Tb für dich, allerdings noch mit dem alten Cover. Solltest du daran interessiert sein, melde dich einfach bei mir, wenn du soweit bist. Dann schicke ich es dir zu 🙂 LG, Christine

              1. Hey Christine 🙂

                Vielen Dank für die Erfolgswünsche <3 Ich hoffe, dass das auch gut gehen wird 😀 Nur noch 6 Wochen, dann ist es für's erste geschafft 😉 <3

                Aww, dankeschön für das Angebot! *__* Ich werde mich auf alle Fälle melden, weil das einfach nur spannend klingt und sicher was für mich wäre <3

                Liebe Grüße
                Diana

                PS.: Ich schreib dir einfach hier meine Mail, weil wie es mit Google+ geht, weiß ich auch nicht xD
                hast die Wahl:
                Lizzy@buecherfunke.de
                Lizzy_buchmelodie@web.de
                SelinaMesnova@googlemail.com

                Alle 3 für Blogangelegenheiten gedacht <3

    2. Hallo Christine!

      Ich habe gerade zwischen dem Lesen deines herrlich sarkastischen und so wahren Kommentars und seiner Beantwortung etwas gesehen, wo ich dachte: „Ja. Äh …“
      Du hast mich zum Lachen gebracht mit deiner Passage über Blümchen-Blogs, weil ich zum Weinen keine Lust habe. Mein Kopfkino dachte sich dann gleich, dass es viel praktischer wäre, wenn die halbnackten Kerle gleich mit den Einhörnern werfen, das spart enorm viel Zeit, und viele haben ja einfach nicht mehr so eine lange Aufmerksamkeitsspanne.
      Dieses Bild noch frisch vor Augen scrollte ich durch eine Bloggergruppe und sah, dass eine Bloggerin ganz stolz ihren ersten Post einer neuen Kategorie ankündigte. Sie bespricht jetzt Bücher nach Farben! Und die erste Farbe ist: Pink! „Oh, süüüß, das ist pink, das les ich!“
      Mehr Oberflächlichkeit GEHT für mich gar nicht! Und in der Mitte lag das pinke „Calendar Girl“, das ich glücklicherweise nur aus einer anderen Besprechung in einem Blog kenne. Die Geschichte eines „anständigen Mädchens“, das durch „äußere Umstände“ gezwungen ist, leider jeden Monat mit einem anderen Milliardär ins Bett zu gehen. *augenroll*
      Die gute Nachricht: Natürlich gibt es bessere Bücher als unsere, aber es gibt auch viel schlechtere! Die schlechte Nachricht ist: Wenn man solche Buchblogs sieht, möchte man gar nicht, dass das eigene Buch damit in Verbindung gebracht wird, hilfe! Da KANN man als Autorin eigentlich nur verzweifeln! Und dann komme ich in meinen Blog, und sehe, dass Diana sich für deine Bücher interessiert! Diana, du bist meine Heldin, du hast mir den Tag gerettet!
      Und diese eingeschworenen Gemeinschaften kenne ich auch. Ich bin da inzwischen völlig schmerzfrei. Wenn ich was zu sagen habe, kommentiere ich. Wenn der Rest des Clübchens dann weiter kichert und sich mit Glitzer bewirft, weil sie auf ihre Fragen sowieso keine Antwort wollen, ist das nicht mein Problem! 😀
      Umso mehr freue ich mich aber, dass hier so eine vielfältige und offene Diskussion mit den verschiedensten Leuten entstanden ist, die hoffentlich auch Autorinnen wie dir irgendwo eine kleine Nische öffnet, um mehr Sichtbarkeit zu erlangen. Denn wir brauchen wirklich ganz dringend Bücher vom anderen Ende der Skala als „Calendar Girl“.

      Liebe Grüße, Sookie

      1. Liebe Sookie,
        kann ich nur zurückgeben. Dein Artikel „made my day“ 🙂
        Ich gebe offen zu, dass ich auch schon überlegt habe, unter dem Peudonym Violetta di Gamba eine Romantikserie namens „Rosenfels“ aus dem Boden zu stampfen, aber ich fürchte, dass ich das Genre nicht beherrsche, da ich es eben auch nicht lese. Vielleicht kann man ja irgendwann die Sparte „Subversive Romantik“ eröffnen.
        Was ich mit den „besseren Büchern“ meine: Ich lese gerade „Die linke Hand der Dunkelheit“ von Ursula K. Le Guin (hätte ich schon längst mal tun sollen), und erlebe daran auf jeder zweiten Seite Momente, wo ich denke, wieviel Mut es tatsächlich erfordert, so lange zu graben, bis das, was man erzählen will, wirklich so herauskommt, wie es gemeint ist. Ohne nach links und rechts zu schielen, an welchen Trend man sich dranhängen könnte. Tatsächlich sind mir Trends egal, aber ich habe noch unendlich viel zu lernen und bin noch lange nicht frei genug.
        Es bringt mich immer wieder aus der Fassung, was für ein Hype um Bücher stattfindet, die mich schon nach fünf Sätzen schaudern lassen.
        Dabei habe ich nicht grundsätzlich etwas gegen Einhörner und stramme Kerle – es gibt schließlich für jeden Pott den passenden Deckel, und jeder soll lesen dürfen, wie er/sie lustig ist – aber dass man sich inzwischen davor fürchtet, in seinen Büchern politisch Unkorrektes zu behandeln (süße Katzen sterben lassen, zum Beispiel), Charaktere die mehr als nur eine Eigenschaft haben, dabei sind, auszusterben, und Literaturvorschläge, die sich an Frauen richten, nichts weiter zu bieten haben, als sonnige Wiesen und schwingende Kleidchen oder scharfe Eckzähne, das finde ich trostlos.
        Wenn sich da etwas tun würde, das wäre toll.
        Ich hatte auch schon überlegt, einen eigenen Blog für gelesene Bücher aufzumachen, aber für mehr als gelegentlich auf meinem Blog das eine oder andere zu erwähnen, dafür reicht die Zeit nicht.
        LG, Christine

        1. Hallo Christine!

          Das ist einer dieser Momente, wo ich wünsche, wir könnten am Küchentisch sitzen und beide gleichzeitig reden, vor allem lachen, aber da wir uns gar nicht kennen und öffentlich im Blog schreiben, haben vielleicht auch noch andere was davon. „Subversive Romantik“ gefällt mir ausgesprochen gut, das ist das erste mal, dass ich einen Genre-Namen höre, bei dem ich mich wiederfinden könnte.
          Und haben wir nicht alle schon mit dem Gedanken gespielt, uns einfach ein Pseudonym zuzulegen, das klingt, als würden wir den ganzen Tag in einem wallenden Blümchenkleid mit frisch lackierten Nägeln und malerischem Strohhut durch die Toskana schweifen und uns zauberhafte Liebesgeschichten ausdenken, die mit dem stöhnsten … na! Mit dem schönsten Tag im Leben enden?
          Ich hab den Trieb, das zu tun, einfach so kompensiert, dass eine meiner Romanfiguren unter dem Pseudonym „Viktoria Nisch“ den Markt mit Erotik-Schmonzetten über schottische Hochlandrammler bedient, damit sie privat in Ruhe Spaß mit ihrer Hochbegabung haben kann.
          Ich selber könnte das aber nicht, ich beherrsche es noch nicht mal, das Genre zu lesen! Neulich habe ich mir zur Recherche ein kostenloses Erotik-eBook runtergeladen und Tränen gelacht, als „ihre Blütenblätter weinten“. Das ist jetzt etwas aus dem Zusammenhang gerissen, aber die Autorin meinte: „Sie wurde rattenscharf“.
          Ich hab es nicht ausgelesen, aber eine süße Katze wurde wohl nicht umgebracht, dabei heißt es doch: „Cat-Content geht immer!“ 😀
          Über die Idee, selbst mal Bücher zu besprechen, hatte ich auch mal nachgedacht, aber dann war ich fünf Minuten auf Facebook. Ich hab da gelernt, dass Autoren, die sich zu Autoren äußern, miese Charakterschweine sind, die ihren primitiven Neid öffentlich austoben. Dreckig, feige und gemein! Oder die beste Freundin der Autoren, die sowieso nur rumschleimt. Sie finden auf jeden Fall einen Weg, dich nicht ernst zu nehmen.
          Deshalb hatte ich die Idee, meinen Blog auch zu nutzen, damit Autorinnen (nicht Bücher) sich vorstellen können, und ich komme jetzt seit Tagen nicht dazu, eine entsprechende Seite für das Konzept einzurichten, weil ich plötzlich schon mittendrin bin. Dieser Post ist schon zu einer so lebendigen und bunten „Vorstellungsrunde“ verschiedener Autorinnen und Blogger geworden, dass ich völlig überwältigt bin. Er wird so unüberschaubar viel geteilt, dass ich mich gar nicht bei allen bedanken kann, die den Artikel verbreiten und im Netz auf ihren Seiten weiter diskutieren. Inzwischen hat der Link es ins Deutsche Schriftstellerforum geschafft und die ersten Blogger verfassen Antworten, die Diskussionen, die auf Social Media weitergeführt werden, kann ich gar nicht alle verfolgen.
          Wir erleben also gerade live und in Farbe, dass der Bedarf, mal am stagnierenden Buchmarkt zu kratzen, groß ist und da öffnet sich für uns „Underdogs“ gerade eine Tür, die wir nutzen sollten, um neben den spitzen Eckzähnen zu bestehen. Wir schaffen das! 😀

          Liebe Grüße, Sookie

          1. 😀 Hei Sookie – ich habe hier gerade unter dem Tisch gelegen vor lachen! Ja. Küchentisch wäre klasse, aber ich komme vermutlich erst übermorgen an, weil ich erst mal ein Flugzeug nehmen muss 🙂
            Es gibt hier (in Norwegen) reichlich Endlosserien, die man vor allem im Supermarkt und an Tankstellen kaufen kann. Durchgehend romantischer Kram, gerne aus früheren Jahrhunderten auf dem Lande – mit Pfaffe, Herrenhof und Dienstboten und so – aber egal in welcher Zeit, immer geht es um irgendwie verbotene Leidenschaften (keine Erotik!), Zickenkrieg und stattliche Männer, die alle haben wollen (ein Schelm, wer jetzt irgendwelche Schlüsse zieht 😉 ).
            Wenn so eine Serie neu beginnt, findest du Band 1 auch schon mal gratis im Briefkasten, ansonsten kosten sie nur ein Drittel von dem, was später die Folgebände kosten. Also habe ich mal zugeschlagen. Dachte, ich schau mal, ob das etwas für mich wäre. Wie man sowas schreiben muss, damit es gekauft wird. Tja. Es ist super professionell gemacht. Die Damen (ausschließlich) beherrschen offensichtlich ihr Handwerk. Genau die richtige Anzahl von Adjektiven, damit man sich selbst nix dazudenken muss, aber auch nicht so viele, dass es einen verwirren könnte, und die Erzählung schreitet mehr oder weniger in Echtzeit voran.
            Ich habe mich mal mit einer norwegischen Autorenkollegin darüber unterhalten, die die gleiche Idee hatte wie ich (sie schreibt sonst wunderbare, kluge Bücher für Kinder), und wir waren uns aber so was von einig: Genau die richtige Lektüre für Leute, die schon nach einer Tasse Kaffee den Herztod nahen fühlen.
            Was das beurteilen von Kollegenbüchern angeht, habe ich mich einmal aus purer Unwissenheit mit einer sachlichen Drei-Sterne-Rezension auf Amazon mitten in die Nesseln gesetzt. Es endete mit der Löschung der Besprechung, dem Verlust einer Fünf-Sterne-Rezension für mein eigenes Buch und folgender Lektion: Rezensiere niemals einen SP-Kollegen mit weniger als vier Sternen.
            Immerhin entstand daraus kein Krieg, und seitdem halte ich mich an diese Regel. Auch wenn ich es immer mal wieder bedaure, nicht einfach mit dem Hexenbesen ausholen zu können 😀
            Die Idee, Autoren sich selbst statt ihrer Bücher vorstellen zu lassen, finde ich übrigens klug. Nichts ist öder, als sich durch eine endlose Kolonne von Klappentexten und Lobpreisungen scrollen zu müssen, zu denen ja meist jede sich bietende Gelegenheit, die eigenen Bücher erwähnen zu dürfen, im Laufe von wenigen Wochen verkommt.
            Ich hoffe, du findest die Gelegenheit, die Seite einzurichten, während du vom Tsunami der Reaktionen umspült wirst. Ich bin gespannt, was sich daraus entwickelt.
            Und bevor ich es vergessen: einen herzlichen Gruß an „Viktoria Nisch“, die um einiges schlauer ist als ich 😀
            LG, Christine

      2. Guten Abend, Sookie <3

        Ich gestehe gerade einmal kurz: Ich kenne "Calender Girl" nicht und nach deiner kurzen, (sarkastischen) Zusammenfassung verspüre ich auch keine Lust, es kennenzulernen 😀
        Lieber: Ich rette dir gerne für 5 Minuten den Tag und genieße die Kommentare hier, weil hier so vieles aufgegriffen wird, dass mich auch beschäftigt.
        Ich überleg selbst die ganze Zeit, wieso ich beim Stöbern im Buchladen kaum noch Bücher für mich finde, sondern erst auf ebay und medimops und arvelle gehen muss zum stöbern, um kleine Schätze für mich zu finden. Klar, die sind alle von Verlagen dort, aber manche Bücher sind älter und die werden mir z.B. bei Amazon gar nicht angezeigt in den Vorschlägen.
        Und von SPlern landet entweder eine Anfrage in meinem Postfach oder aber ich stolpere bei einem meiner Lieblingsblogs über einen neuen Autor. Das ist im Moment meine einzige Möglichkeit o.o Ich sollte mal meine Blogpartnerin Nessie dazu ziehen und mir mit ihr noch mal einen Extrapunkt nur für SPler überlegen 😀 Drüber diskutieren lohnt sich auf alle Fälle und wir sind schon am Planen für einen Weihnachtskalender im Dezember, wo der Großteil der Autoren SPler sind (nur so als eine unserer Werbemöglichkeiten, wo wir die SPler, die uns überzeugen konnten, einbeziehen wollen 🙂 )

        Aber noch etwas anderes wollte ich los werden: Danke! Durch diesen Artikel bin ich auf Christines Novellen gestoßen und habe auch so einige Autoren wiedergefunden von FB, aber auch neue gesehen, wo ich ihre Sichtweise echt zu schätzen weiß und das auch berücksichtigen kann später im Kontakt mit schüchternen Autoren ^_^

        Liebe Grüße
        Diana

  24. Ha! Ich habe eine neue tolle Seite entdeckt!
    Habe mir die Fragen schon öfter aus meiner Sicht als Autorin gestellt.
    Wünsche gutes Gelingen + dass sich was ändern möge.

    Liebe Grüße aus Wien,
    Anni Bürkl

    1. Hallo Anni!

      Irre, das ist ja hier wie früher im Fernsehen bei Aktenzeichen XY! Und wir schalten nach Wien! Ich bin sehr zuversichtlich, dass sich was ändern wird, wie euer aller Interesse an diesem Artikel beweist!

      Liebe Grüße aus dem kalten Norden, Sookie

  25. Hier meldet sich eine Nischen-Bloggerin zu Wort. Aber wo fange ich nur an? Vielleicht beim Mainstream: Der Begriff sagt ja rein gar nichts über Qualität aus, sondern nur etwas über den Bekanntheitsgrad. Daher können die einzelnen Titel qualitativ ja auch sehr unterschiedlich sein – und verschiedenste Geschmäcker bedienen. Mainstream muss also nicht unbedingt etwas „Negatives“ sein, aber die Welt ist eben bunt und vielfältig – und genauso der Literaturmarkt. Viele Mainstream-Titel klingen bzw. sind für meinen Geschmack zwar auch zu „oberflächlich“, aber es gibt eben auch andere.

    Ich wähle meine Bücher nicht danach aus, wie sie veröffentlicht wurden, sondern danach ob sie mich ansprechen und ob mich die Leseprobe überzeugen kann. Denn es sind die Geschichten, um die es mir geht – und was sie mit mir machen. Daher lese ich sowohl Bücher aus großen Verlagen, kleinen Verlagen und von Selfpuplishern. Einfach weil es meinem Geschmack entspricht. Und genau über diese Bücher blogge ich dann auch. Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, nur Bestseller zu besprechen, um eine größtmögliche Sichtbarkeit zu erhalten. Es ist eher so, dass ich sehr lange mit meinem Geschmack gerungen habe, weil ich mit den Jahren immer öfter Bücher gelesen habe, die kaum auf anderen Blogs vertreten waren. Ich fand das zwar toll, weil ich so anderen auch unbekanntes vorstellen konnte, aber gleichzeitig habe ich gerade in den letzten Jahren gemerkt, dass es womöglich nicht das ist, was die Masse an Lesern möchte. Es wird per Mail viel gemeckert, generell über meinen Blog und meine Art zu schreiben, aber auch über meine Buchauswahl. Ja, natürlich kam es bei einigen Leuten nicht so gut an, dass ich auch SP rezensiere. Aber lustigerweise bekomme ich wegen meinem Mainstream-Lieblingsautor mehr Meckermails. Ich musste also stärker werden, um ich selbst zu bleiben und nicht aufzugeben – und um manches nicht nur zu ignorieren, sondern auch darüber lächeln zu können. Aber die Leser, die bleiben, mögen dafür eben die Mischung inkl. Büchern, die man oft nicht in einer Buchhandlung findet.

    Autoren aus großen Verlagen, die eben nicht zu den „großen“ Namen gehören, haben marketingtechnisch ja das gleiche Problem wie die meisten SP und Autoren aus kleinen Verlagen. Mehr oder weniger unbekannte Autoren, die mich mit ihrem Buch überzeugt haben, stellen für meine Leser also einen größeren Mehrwert dar. Trotzdem lasse ich es mir nicht nehmen, über meinen Mainstream-Lieblingsautor zu schreiben oder generell über Autoren, von denen ich schon mehrere Bücher kenne. Ohne schlechtes Gewissen. Einfach, weil sich das bei mir eben so mischt. SP unterstütze ich gern, aber eben nicht nur und generell. Ich bin auch ein Teil des Qindie-Netzwerks, beschränke mich – was SP betrifft – aber nicht nur auf diese Bücher.

    Womit sich einige Selfpuplisher aber wirklich keinen Gefallen tun, ist die persönlich angegriffene Reaktion auf Absagen bzgl. Rezensionsexemplaren. Dafür kann es ja viele Gründe geben – es trifft nicht den Geschmack des Bloggers oder er hat einfach keine Zeit zum Beispiel. Reaktionen, in denen mir unterstellt wird, dass ich ja sowieso nur den oberflächlichen Mainstream lese, dumm bin und nur mit Verlagen arbeite, um viele Bücher abzugreifen, gehen da gar nicht. Sie vergraulen und werfen eben auch generell ein schlechtes Licht auf das SP. Ich hatte das Glück, solche Reaktionen erst zu erhalten, als ich schon einige SP kannte, sonst hätte mich das womöglich auch verschrecken können.

    Und noch etwas: Wenn mich ein Buch reizt, ich das aber aus Zeitgründen ablehnen muss (ich habe eben nicht so viel Lesezeit und lese eben auch „andere“ Bücher), biete ich inzwischen immer die Möglichkeit zu einem Gastbeitrag an. In meinen Augen haben davon beide Seiten einen Vorteil – der Autor kann auf sich aufmerksam und neugierig machen, ich bekomme andere Inhalte, die zu meinem Blog passen. Autoren, die ich davor noch nicht kannte, reagieren auf dieses Angebot in der Regel nur leider überhaupt nicht. Also wäre es vielleicht mal eine Überlegung wert, sich nicht nur auf Rezensionen zu fokussieren, sondern auch andere Inhalte in Betracht zu ziehen. Auch das ist Marketing.

    1. Hallo Marny!

      Damit wir uns nicht verzetteln, fange ich einfach mal unten an. Ich finde deine Idee, Autoren die Möglichkeit zu Gastbeiträgen zu geben, fantastisch, eine win-win-Situation, wie sie sein sollte. Und ich hoffe, dass deine Idee die Kreativität einiger Autoren, die das hier lesen, zum Sprudeln bringt (ich werde mich auf jeden Fall mal bei dir melden, wenn es hier ruhiger wird!)
      Denn du hast vollkommen Recht, Marketing kann auch ganz andere Wege gehen als nur Rezensionen oder FB-Likes. Ich weiß nicht, ob du das geplant hattest, aber mit deinem Kommentar erinnerst du auch gerade die stillen Autoren daran, dass sie das, was sie vielleicht als Schwäche empfinden – nämlich die Unfähigkeit, auf den ausgetretenen Marketingpfaden mitzulaufen – als ihre größte Stärke sehen sollten. Warum nicht einfach mal das eigene Schreibtalent nutzen, um Blogger ganz individuell und persönlich anzuschreiben? Warum nicht einfach Gastbeiträge anbieten oder vielleicht kostenlos Kurzgeschichten zur Verfügung stellen?
      Und dann auch – ganz wichtig – mit Ablehnungen professionell umzugehen. Natürlich ist jeder Autor geplagt von Selbstzweifeln, aber trotzdem auch verliebt in das eigene Buch (wäre ja schlimm, wenn nicht!). Aber wer ins Profilager wechseln und verkaufen will, muss lernen, das zu trennen und nicht jede Ablehnung persönlich zu nehmen. Manchmal passt es einfach nicht, oft sogar. Die Standardabsage von Verlagen lautet schließlich auch: „Passt nicht in unser Programm, die Ablehnung stellt kein Werturteil dar“ usw. So kann auch ein Blogger tausend Gründe haben, ein Buch abzulehnen, für die er sich auch nicht entschuldigen müssen sollte.
      Aber wenn ich einem Fachgeschäft für Sportschuhe meine selbstgehäkelten Topflappen anbiete, verschwende ich meine Energie auch nicht auf eine allumfassende persönliche Krise, weil die sagen: „Gute Frau, wir verkaufen Schuhe an Sportler. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass Kunden hier rein kommen, weil sie nach Topflappen suchen?“ 😀
      Und natürlich kann Mainstream auch total klasse sein (ich hab damals meinen Kindern alle sieben Harry Potter Bände zweimal vorgelesen, das waren so schöne Stunden, dass wir die alle nie vergessen werden), aber wichtig sind eben auch Blogger wie du, die selbstbewusst vertreten, dass sie lesen, was ihnen gefällt, unabhängig davon, wo es herkommt.

      Liebe Grüße, Sookie

  26. Hallo Sookie,
    ein klasse Artikel in dem auch ich mich ein Stückchen wiederfinde und der mich auf jeden Fall zum nachdenken anregt.

    Meinen Buchblog habe ich 2009 ins Leben gerufen und ich hatte einige Jahre große Freude damit. Leider überkam mich in den letzten 1 1/2 Jahren zuerst ein Lesetief und dann fehlte mein Antrieb über etwas schreiben zu wollen. Bücher haben mich immer mehr gelangweilt und die Lust auf das nächste Buch war einfach nicht mehr vorhanden.

    Jetzt hat es mich allerdings gepackt und ich möchte neu durchstarten. Vielen Dank nochmals für deinen Beitrag der mir neue Denkanstöße gegeben hat!

    Liebe Grüße
    Bella

    1. Hallo Bella!

      Wie schön, dass wir alle hier dich inspirieren konnten, wieder einzusteigen! Aber ich kenne so was selber, manchmal braucht man selbst von dem, was man liebt, eine Pause, danach stellt man dann meistens fest, dass man auf einem neuen Level weiter macht! Ich hoffe, du findest ein paar echte Leseperlen dafür!

      Liebe Grüße, Sookie

  27. Eins mal vorneweg: …bist du überhaupt autorisiert, ein Psychogramm von mir zu veröffentlichen;-)? !
    Der Herdentrieb des witzigerweise als „Homo sapiens“ bezeichneten rezenten Menschen umgeht sein bewusstes Denken & Wissen, indem er sich stets unreflektiert bemüht, sich einer Gruppe anzuschließen. IN der Mege mitlaufen = Sicherheit, allein umherstreifen ist mit dem Risiko verbunden, dass dich der nächste Säbelzahntiger als Snack genießt. Dieses ebenso atavistische wie unumgängliche Erbe treibt Menschen in die Arme flacher Romanfiguren, „Biss alle mental geschändet und vergraut“ sind. Da können die scheuen Rehe wildentschlossen und singend splitternackt aus dem Wald traben – es wird sich wieder nur eine kleine neue Herde bilden, oder bestenfalls einige wenige Grüppchen – sodass die Hauptmasse der empfindlichen Seelen sich erneut frustriert und verletzt ins dornige Gestrüpp der vertieften Selbstzweifel zurückzieht. Dumme Sache das mit unseren uralten verhaltensprogrammen: Wir kommen nicht daran vorbei…

    1. Liebe Barbara,

      das wird jetzt hart für dich, aber das ist gar nicht dein Psychogramm, du bisr ein Archetyp! 😉
      Und düster ist das wortgewaltige Bild, das du da vom Buchmarkt zeichnest, aber ich hab auch diese Momente. Manchmal frage ich mich auch, ob ich nicht einfach drei Erfolgstitel lesen, einen neuen Titel für den Herdengeschmack daraus stricken und dann einfach wieder in den Ring werfen soll. Ein halbnackter Milliardär auf dem Cover, eine Tussi, die sich ein bisschen ziert, bevor sie seinem mysteriösen Charme erliegt …
      Aber, seufz, ich kann es einfach nicht.
      Und dann muss man ja auch noch bedenken, dass Außenseiter für die Herde eine wichtige systemerhaltende Rolle spielen.
      Funktionsträger zu sein ist natürlich kein nettes Gefühl. Aber dann tauchen wieder Leser auf, die sagen: „Ich hab deine Bücher gelesen und war total geflasht, endlich mal was anderes!“
      Die sind dann der Wind unter meinen Flügeln. Für solche Leser schreiben wir doch, oder? Genau! 😀

Und was ist deine Meinung?