Leseschnipsel: Mir fällt keine Überschrift ein!

Leseschnipsel: Mir fällt keine Überschrift ein!

Das ist mal eine extrem suchmaschinenoptimierte Headline, oder? Tja, is‘ aber so! Äh, brääääs. Meine Konzentration geht heute gegen Null, aber das hindert mich nicht daran, das Elend mit euch zu teilen! 😀 Also kommt jetzt ein Leseschnipsel aus Beziehungsstatus 4, der weder überarbeitet, noch korrigiert, noch sonst was ist, also Sookie unplugged. Je mehr ich darüber nachdenke, umso weniger „wichtig“ ist der Abschnitt auch, man kann jetzt nicht behaupten, dass er die Handlung vorantreibt, aber ich mag ihn trotzdem! 😀 Na ja, mal gucken, ob er es ins Buch schafft, aber vielleicht braucht ihr gerade Unterhaltung für die Kaffeepause.

Leseschnipsel aus Beziehungsstatus 4:

Anna klemmte sich ein Haargummi zwischen die Zähne und drehte ihre Haare zu einem zweiten Dutt auf. Lothar ließ das Regalbrett sinken und legte den Kopf schief. »Jetzt erklär mir, wieso du dir zum Anstreichen nicht einfach einen Dutt machst!«

Anna nuschelte: »Was stimmt mit meiner Frisur nicht?« und steckte sich den zweiten Dutt irgendwo über dem Ohr fest.

Lothar schüttelte den Kopf. »Nichts! Nur, dass du aussiehst wie ein lernbehindertes Löwenbaby, dem die Ohren verrutscht sind!«

Anna stülpte sich den viel zu großen Hut aus gefaltetem Zeitungspapier über und erklärte geduldig: »Wenn ich mir nur einen Dutt mache, ist die Matte so schwer, dass das Ding immer raus rutscht! Außerdem hält der Hut so viel besser!«

Der Hut strafte sie lügen und rutschte ihr übers Gesicht. Lothar stöhnte resigniert, stellte das Regalbrett ab und zog Anna den Hut vom Kopf. Anna protestierte. »Was machst du?«

Lothar drückte zwei Löcher in das Zeitungspapier und setzte Anna den Hut so wieder auf, dass die Löwenohren raus guckten. »Jetzt hält er!«

Anna sah nach oben. Lothar wandte sich ab, murmelte: »Blöd wie ein Meter Feldweg!« und griff sich wieder das Regalbrett. »Das verdammte Teil verkantet sich immer!«

Anna seufzte hinter ihm übertrieben sehnsüchtig. »Ich wünschte, Ivar wäre hier!«

Lothar schnaubte. »Glaubst du, ein Schwede könnte das Ding besser zusammenschrauben als wir?«

Anna nickte eifrig. »Ivar und dieses dämliche Kellerregal haben eine wahnsinnig tiefe spirituelle Verbindung! Das Teil ist doch sogar nach ihm benannt!«

Lothar schlug auf das zickige Brett und murrte: »Und ich dachte, die Hedlunds wären nach Möbeln benannt, nicht umgekehrt!«

Anna nickte ernst. »Sven ist nach dem Esstisch benannt, auf dem er gezeugt wurde! Hat er dir das nie erzählt? Mit vollem Namen heißt er Sven Viggo Hedlund, Bucheoptik, furniert!«

Lothar trat gegen das Regal und es fiel wieder krachend auseinander. »Wenn wir das dämliche Teil nicht gerade zusammen kriegen, können wir wenigstens die Seitenteile als Leitern nehmen, wenn wir die Decke streichen!«

Anna hob das Seitenteil des Regals wieder auf und tätschelte es tröstend. »Das ist keine Leiter, wie oft muss ich das noch sagen! Da fehlt doch jede zweite Sprosse, das ist nur ein Halbleiter! Das hat irgendwas mit dem negativen Temperaturkoeffizienten des spezifischen Widerstands zu tun, fragt mich nicht, aber da kann man auf jeden Fall nicht dran hochsteigen!«

Lothar warf ihr einen bösen Blick zu. »Kannst du mal aufhören mit mir zu reden, als wäre ich hier der Lothar?«

Anna lachte hell auf. »Aber du bist der Lothar!« Sie beugte sich forschend über den Halbleiter. »Guck mal, du hast ja auch die Pömmel nicht auf derselben Höhe eingesteckt, kein Wunder, wenn das Brett da nicht gerade rein geht, das kann ja gar nicht!«

Lothar verschränkte schmollend die Arme. »Das sind keine Pömmel, das sind Stifte!«

Anna tippte sich an die Stirn. »Mit Stiften haben Menschen mit analoger Kindheit Ausmalbilder bunt gemalt! Das hier sind Pöppel!«

»Gerade hast du gesagt Pömmel!«

Anna schlug stöhnend die Hände über dem Kopf zusammen und das Regalteil fiel wieder scheppernd um. »Ja, mein Gott, dann sind es eben Stömmel, bist du jetzt zufrieden?«

Lothar bückte sich jammernd und richtete das Regalteil wieder auf. »Hast du die Zange da, damit ich die Föppel wieder rausziehen kann?«

Anna deutete anklagend auf ihren Kameramann. »Du hast die doch in der Küche liegen lassen! Geh du doch!«

Lothar zeigte auf das Regal wie eine leicht bekleidete Messehostess auf eine Waschmaschine. »Ich muss das Regal festhalten!«

Es klingelte. Anna rollte mit den Augen, dann machte sie sich auf den Weg in die Küche, drückte im Vorbeigehen den Türsummer und öffnete einen Spalt breit die Tür. »Alter, wenn morgen der erste Interviewgast kommt und wir haben die Sofa-Ecke noch nicht fertig, dann wird sich einer von uns erschießen müssen, um die Ehre des Kanals zu retten, und das werde nicht ich sein!«

Lothar rief aus dem Arbeitszimmer: »Erst erschießen wir unser bestes Pferd und die Hunde, bis dahin haben die sich wieder beruhigt!«

»Na, super, dann haben wir die Tierschützer am Hals!« Anna kramte in der Schublade, um die Zange zu finden und rief über die Schulter der Tür zu: »Milan, jetzt komm endlich rein! Ist dir schon wieder die vegane Bartcreme ausgegangen oder was?«

Lothar rief: »Vielleicht ist das Ivar! Er hat gespürt, dass sein Regal in Not ist!«

Anna packte die Zange, machte einen Satz in den Flur und riss weit die Tür auf, dann schlug sie die Hand vor den Mund und murmelte: »Oh, Scheiße!«

So, Leseschnipsel ende!

Ich hoffe, ihr habt jetzt den Kaffee auf! Also, äh, dass der Leseschnipsel lang genug war für eine kleine Pause! Und wer da vor der Tür steht … tja. 😀

4 thoughts on “Leseschnipsel: Mir fällt keine Überschrift ein!

    1. Na ja, öhm, hüstel, dann bleibt es drin und du bist schuld! 😀 Im Moment juckt es mich auch in den Fingern, nach einem Veröffentlichungskonzept zu suchen, bei dem ihr nicht immer warten müsst, bis ich ein neues Buch in Romanstärke mit 600.000 Zeichen zusammen habe. Aber ich will auch das alte Konzept nicht einfach umschmeißen und Leser verwirren. Es ist kompliziert! 😀

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