Polyamorie vs. 50 Shades: Da muss ein zweiter Teil her!

Das haben wir jetzt davon! Tja.

Ihr Lieben! Zu meinem Artikel von gestern sind mir in einer geschlossenen FB-Gruppe so viele Fragen um die Ohren geflogen, dass ich beschlossen habe, meine Gedanken dazu in einem weiteren Artikel zusammenzufassen. Denn die Gruppenmitglieder waren extrem hilfreich und inspirierend und haben mir gezeigt, an welchen Stellen ich mal wieder zu chaotisch war. Schwachstellen im Statement? Wo? Wrrrrrrrrrrrrommmmmmmmmm …

Au, ja, ich hab eine Idee, wir machen einfach einen List-Post, dieses komische Ding für die Usability, ihr wisst schon, mit Zahlen. Ich hasse Zahlen. Aber wir kriegen das hin! Ich lass es jetzt einfach mal fließen.

Punkt 1: Und was hat Miss Steel jetzt mit Polyamorie zu tun?

Sookie legt müde den Kopf auf die Tischplatte und seufzt: „Alles, einfach alles!“

Ja. Da muss ich mir wieder so was von an die Nase fassen, aber so was von! Offenbar war ich mal wieder total betriebsblind und dachte, es weiß ja eh jeder, was ich meine! Jetzt gerade fühle ich mich, als hätte ich eine Deutscharbeit abgegeben, in die ich nur reingeschrieben habe „Wer das liest, ist doof!“, und mich dann wundere, wieso der Lehrer das zugehörige Universum in meinem Kopf nicht da heraus lesen konnte. Dabei handelt es sich doch ganz klar um eine Brecht-Interpretation, die es einfach auf den Punkt bringt!

Also, Sookie, durchatmen, Tee kochen, weiter geht’s. Für mich ganz persönlich, ja, wie gesagt, kein Monolith, ist die Gegenüberstellung 50 Shades und Polyamorie quasi zwingend, zwingend!, ja? (Mein Gott, ich hör mich schon an wie meine Omma, die hat auch immer die wichtigen Wörter kursiv wiederholt.)

Denn: Miss Steel ist die Anti-Polyfrau!

Ich versuche, mich kurz zu halten, ihr habt auch noch was anderes zu tun, also stelle ich das so knackig wie möglich gegenüber:

Miss Steel: Weil ich auf mich halte, ziere ich mich zwar immer ein bisschen, aber ich messe meinen Wert als Frau schon daran, was ein Mann mir für Geschenke kauft, klar. Wenn er ungefragt mein geliebtes olles Auto verkauft, um mir einen Neuwagen vor die Tür zu stellen, lasse ich mir auch kichernd den Popo verhauen, wieso nicht? Wenn er mich nicht lieben würde, würde er doch nicht über meinen Kopf hinweg meine Sachen stehlen und verkaufen! Ich muss ihm wirklich was bedeuten! Das verpflichtet mich ja natürlich auch irgendwie zu sexuellen Handlungen, die ich gar nicht verstehe und eigentlich auch nicht mag, aber das Auto ist so süß!

Polyfrau: Samma, geht’s noch?

Miss Steel: Christian ist ein unverheirateter Milliardär, natürlich sind die ganzen Bitches an der Uni scharf auf ihn! Aber denen hab ich es richtig gezeigt, hihi! Ich hab einfach rumerzählt, dass er schwul ist! Aber was soll ich machen? Wenn ich ihn für mich haben will, muss ich die Konkurrenz ausschalten, oder nicht?

Polyfrau: Liebes, möchtest du nicht mal drüber nachdenken, ob eure Beziehung nicht wertvoller ist, wenn er um deinetwillen mit dir zusammen ist und nicht deshalb, weil du die Konkurrenz ausgeschaltet hast? *kopfschüttel*

Miss Steel: Ich mag es ja nicht, zu springen, wenn ein Mann pfeift, aber was solll ich denn machen? Wenn er mich in seinem Hubschrauber mitnimmt oder auf Partys bei den Reichen und Schönen, da muss ich doch schwach werden! Ich lass dann alles stehen und liegen! Und natürlich ist Christian mir wichtiger als die Karriere, für die ich jahrelang studiert habe! Wenn er nicht möchte, dass ich berufliche Termine wahrnehme, dann mach ich das auch nicht, eine gute Frau tut so was schließlich für ihren Partner und Christian mag es eben nicht, wenn ich ohne ihn das Haus verlasse.

Polyfrau: Äääääh, darüber muss ich erst nachdenken … aus welchem Jahrhundert kommst du noch mal genau?

Ich könnte die Liste endlos fortführen, aber ich denke, ihr habt verstanden, worauf ich hinaus will. Anti-Polyfrau. Da kommt auch schon die Vorlage für:

Punkt 2: Emazipation muss heißen, dass jede Frau wählen kann, wie sie leben möchte. Also auch Miss Steel.

Jein. Natürlich verstehe ich das Argument und nicke da sofort. Allerdings hinterfrage ich da auch das Wort Emanzipation, denn das bezieht sich ja nicht nur auf die Gleichstellung aller sechzig Geschlechter, sondern auch auf einen geistigen Wachstumsprozess. Und der findet für mich hier nicht statt, oder ich hab ihn übersehen.

Emanzipation findet dann statt, wenn man sich aus Abhängigkeiten befreit. Dafür muss eine Bewusstwerdung bestehender Abhängigkeiten vorangehen. Wenn eine Frau also aufgrund bewusster Denkprozesse entscheidet, dass sie jetzt eben einfach mal die Rolle des romantischen Mädchens an der Seite eines starken, reichen Mannes ausleben will, obwohl sie auch die Wahl hätte, andere Lebensmodelle zu leben, bin ich die Erste, die gratuliert. Genießt es und lasst es euch gut gehen, keine Frage.

Wenn eine Frau aber schon als Mädchen gelesen hat, dass der stieselige Mister Darcy deshalb attraktiv ist, weil ihm die halbe Grafschaft und Pemberly gehören, und wenn sie in einem Umfeld lebt, in dem ausschließlich Frauen unterwegs sind, die hirnlos sabbern, weil sie darauf konditioniert sind, Speichel abzusondern, wenn ein unverheirateter Milliardär mit seinem Glöckchen …

Oh, neeee! Sorry, aber das muss jetzt eben sein, sonst platze ich! Ich hab nämlich neulich bei einer meiner etymologischen Forschungsdingdas gelernt, dass … also. Ich komme da jetzt drauf wegen des Glöckchens und eigentlich war ich da gestrandet, weil ich den Namen einer Pflanze recherchieren musste und fragt mich jetzt bitte nicht nach der History in meinem Gehirn, ich hab den Cache gelöscht, aber das Wort „Pimmel“ kommt aus dem Niederdeutschen und ist die Entsprechung zum hochdeutschen „Bimmel“. Also, öhm, wenn der Milliardär also bimmelt, dann sabbern die konditionierten Damen. Höhö, ich schmeiß mich weg, ich liiiiebe die deutsche Sprache, sie ist so komplex! Den Pawlowschen Hund mit Emanzipation und albernen Wörtern für Geschlechtsteile zu verknüpfen kann auch nur mir passieren!

Jetzt hab ich aber gelesen, dass Frauen „kleine“ Wörter für eben jenes Geschlechtsteil bevorzugen oder sich lieber sachlich und erwachsen äußern, also Penis oder Glied, ganz wertfrei. Männer hingegen bevorzugen Wörter, die sich nach großen und harten Sachen anhören. Rohr, Latte, Ständer, etc. Interessant, oder? Wie wir so über Sprache unsere Selbstwahrnehmung äußern. Und ich geb offen zu, ich könnte auch keinen Mann ernst nehmen, der von seinem Pillemännchen redet. Ist ja auch egal. Ich formuliere es einfach anders, euer Ehren.

Wenn der Milliardär mit dem Zaunpfahl winkt, sabbern also die Damen in Miss Steels Welt. Und da kommt der Haken bei der in meinen Augen fehlenden Emanzipation. Das arme Hascherl strebt nach dem goldenen Käfig als Lebensmodell, weil sie schlicht und ergreifend keine Alternative kennt. Aber sonst, wie gesagt, falls ihr aus freien Stücken glücklich seid mit einem Milliardär und einen Housesitter für eins eurer Anwesen braucht, hinterlasst mir einen Kommentar!

Punkt 3: Öh, wie formuliere ich das jetzt. Ich hab den Artikel geschrieben, um alles in eine Schublade zu stopfen und mich in meiner Opferrolle zu suhlen.

Hm. Ja. Die Wahrnehmung respektiere ich natürlich. Der Kommentar tat auch gut, weil, ich hab mich dann sofort heulend aufs Bett geworfen und konnte mich mal wieder so richtig als unverstandenes Opf … Sookie, aus! Jetzt lass das! Hol mal eben die Goldwaage, jetzt wird es wirklich kniffelig. Ich muss das eben noch mal nachlesen …

Ja. Die Leserin hatte das so verstanden, dass ich mich von dem Film angegriffen fühle und darin sehe, dass er „Slutshaming“ betreibt. Fantastisches Wort, das kommt sofort in meinen aktiven Wortschatz, danke dafür! Ich hab jetzt intensiv darüber nachgedacht, womit ich den Eindruck vermittelt haben könnte, dass ich mich von Miss Steel angegriffen fühlen könnte. Wenn ein mobiles Einsatzkommando mein Arbeitszimmer stürmt, mich auf den Boden schmeißt und die Waffen auf mich richtet, dann fühle ich mich angegriffen. Das Phänomen 50 Shades sehe ich allerdings eher als ein intellektuellles Problem, dessen Auswirkungen mich emotional machen, ja? Die Auswirkungen! (Danke, Omma.)

Nur als ganz praktisches Beispiel. Ich nehme an jeder Ecke wahr, dass das Frauenbild, von dem wir als kleine Mädels mit unseren „Petting statt Pershing“-Stickern in den Achtzigern dachten, dass es in der Zukunft frei und großartig sein wird, immer reaktionärer und abwertender wird. Eine meiner Töchter ist die geborene Analytikerin und eine sehr, wie soll ich das sagen, sachlich-distanzierte Forscherin, wenn es um das menschliche Verhalten geht.

Neulich erzählte sie mir, dass eine neue Mitschülerin sich mit den Jungs besser versteht, gerne mit denen rumhängt und jetzt in der Clique auch einen Freund hat. Da denke ich mit meiner Prägung: Cool, wir waren damals als Mädels auch die besseren Jungs! Nein, das war blöd, keine Wertung, aber als ich klein war, wollte ich Starsky und Hutch werden. Später hab ich begriffen, dass das gar kein Beruf ist, aber eine Männerdomäne, Mist.

Jedenfalls wird dieses Mädchen, das da gern mit den Jungs rumzieht, von den anderen Mädchen als Schlampe, Bitch oder eben Slut klassifiziert. Also, junge Mädchen und Frauen fungieren hier als die besten Wächter des patriarchalen Gedankenguts und wissen es nicht! Dafür sind sie aber am Valentinstag alle ins Kino gerannt, um seufzend mit Miss Steel zu erleben, dass sie im Tausch für ihre Jungfräulichkeit auch mit einem Ring belohnt wird. Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben, und ewig zu binden. Tja. Tolkien war wahrlich ein Visionär, höhö.

Öhm, was ich sagen wollte: Jetzt, wo ich so drüber nachdenke, es gibt tatsächlich Momente, wo ich mich wie ein Opfer fühle. Und zwar, weil ich in einer Welt lebe, die durch ein paar tausend Jahre menschenverachtende Gehirnwäsche geprägt ist. Manchmal darf ich jammern. Sonst hätte ich ja keine Ausrede, Schokolade zu essen.

Allerdings bin ich kein wehrloses Opfer, sondern eins, das ja die Klappe aufreißen kann, wenn ihm was nicht passt. Unter anderem unterwandere ich deshalb den süßen Mainstream-Buchmarkt und hab letzte Woche voll subversiv das Wort „Polyamorie“ in die Top 100 für zeitgenössische Literatur bei Amazon gebracht. Dass ich heimlich beladen mit Sendung bin, soll natürlich keiner wissen, sonst wär das auch mit Platz 15 nichts geworden, man könnte sich ja anstecken. Aber dem Vorwurf, dass ich eine Jammersuse bin, die nur über Rollenmodelle winselt, anstatt dem mal was entgegenzusetzen, kann ich ganz entspannt ins Gesicht lächeln.

Punkt 4: Restzipfel, damit wir heute noch mal fertig werden!

Wenn ich sage, dass ich einen BH verbrennen gehe, was mein ich damit? Da hab ich zu hoch angesetzt und ein hausinternes Synonym zu salopp verwendet, das könnt ihr ja nicht wissen. „Ich geh einen BH verbrennen!“ heißt: Mir ist gerade danach, was feministisches zu tun. Ich könnte auch das Fenster aufreißen und schreien: „Der Feminismus lebt! Ihr kriegt mich nicht klein, ihr nicht!“

(Meine Töchter tippen sich auch immer nur an die Stirn und sagen: „Bist du bescheuert? Weißt du, wie teuer die Dinger sind?“ Ich erkläre ihnen dann, dass die Symbolik aus einer Zeit stammt, als amerikanische Hausfrauen noch ein Leben wie Doris Day geführt haben, und da haben die Männer noch die „Büstenhalter“ bezahlt. Dann fragen sie natürlich „Who the fuck is Doris Day?“, aber … nein, doch. Ich wollte gerade sagen, wir machen Fortschritte, aber wenn Miss Steel nicht die neue Doris Day wäre, hätten wir den ganzen Salat hier ja nicht und könnten alle was sinnvolleres machen. Ist ja auch egal. Muss ich noch eine Klammer zu machen? Ich mach’s einfach mal.)

Nächster Zipfel. Aus meinem Artikel tropfen viel Traurigkeit und Frustration. Erst wollte ich gekränkt sein. Man ist auf Facebook so daran gewöhnt, dass Gefühle als Schimpfwörter benutzt werden. Aber, nö, du hast Recht, liebe Kommentatorin, ich bin manchmal traurig und frustriert und beschließe jetzt, mich einfach mal richtig wahrgenommen zu fühlen und das ist gut so.

Ah, jetzt geht mir mal kurz das Herz auf: Eine kluge Frau, die mit Wortwitz und mentaler Schärfe angemessen umgehen kann, ist erotisch. *seufz* Ich gönne mir einen kurzen Moment nostalgischer Eitelkeit und sonne mich in dem Gefühl, dass die schrullige tippende Teetasse mit Berlin gleichzieht: Arm und sexy! Tschacka! Ich sollte öfter mal mit meiner Clownsmakse auf die Straße gehen, vielleicht guckt mir dann auch mal wieder jemand hinterher! 😀

Was hatten wir noch? Der Artikel ist wenig reflektiert und schmeißt wütend in alle Richtungen. Yäp! Das macht tierischen Spaß, du solltest das auch mal ausprobieren! Aber wie ich schon sagte: Sach- und Fachartikel, aber auch erzählende Literatur schreibe ich für Leser und für Geld. Meinen Blog schreibe ich, weil die Kettensäge so geil in der Hand liegt und ich beim Schreiben oft Tränen lache, einfach, weil ich es liebe, dieser Flow, wenn es einfach nur blubbert. Ich bin ja nicht die linke Bürgerpresse, höhö! Ich bin hier ganz gerne einfach mal emotional und „unreflektiert“, das ist herrlich entspannend und gibt meinen Lesern auch die Möglichkeit, die Menschin hinter den Romanen zu lesen.

Apropos Menschin! Was nichts mit dem russischen Längenmaß „Arschin“ zu tun hat. Für Tolstoileser muss man das ja dazu sagen. Irgendwo war glaub ich auch noch was, oder war das woanders? Auf jeden Fall hab ich im Kopf, dass ich irgendwie feministisch, also gegen Männer bin. Das ist genau der Grund, wieso ich mich hin und wieder bei Schwestern dafür entschuldige, dass ich keine bekennende Feministin bin. Denn Feminismus bedeutet immerhin, dass man Menschen noch in Geschlechter unterteilt. Das hab ich aufgegeben. Für mich sind Menschen einfach Menschen.

Ach so, ähm, Zipfel … äh, dass Frauen zurück ins neunzehnte Jahrhundert gehören, war nicht meine Projektion, sondern die von Miss Steel … und, ja. Alle Kerle, die Frauen im 70er Jahre Look attraktiv finden, sind eindeutig pädophile Schweine. Schwanz ab! Zack! Kettensäge, alle an die Wand, und da sind die Gnadengesuche schon berücksichtigt! 😀

Ähm, was ich eigentlich damit sagen wollte, war, dass in meinen Augen in diesem epischen Werk, das zweifelsohne von den geistigen Erben Leni Riefestahls verfilmt wurde, in dieser Hochglanzästhetik einige Sidekicks nicht so ganz klar rausgearbeitet wurden, wie zum Beispiel das verhalten gestaltete „Schulmädchensex“-Klischee, das auch dazu geeignet ist, mit Herren mit entsprechender Neigung einfach Kasse zu machen.

Und, was soll’s, ich bezieh da jetzt ganz klar Stellung. Ja, ich habe total unreflektiert und vollkommen off topic mal kurz dem Porno-Genre „Schulmädchensex“ mit der Kettensäge en passant den Schädel rasiert. Und das arbeitet nun mal erwiesenermaßen mit dem gleichen Style wie Miss Steel. Flache Schuhe, kurze Röckchen, kindliche Frisur und unschuldiger Blick. Wenn man das Wort „Unschuld“ aber in diesem Kontext begreift, wo weibliche Lust eben mit „Schuld“ behaftet ist …

Nein, ich hab mich verfranst, ich komm noch mal rein, das ist echt ein sensibles Thema und ich will niemanden triggern. Also, irgendwo klang an, dass ich gegen Frauen bin, die gern mit ihrer Unschuld Männer verführen. Ich bin nicht gegen Frauen als Individuen, niemals, ich bin gegen die komplexen Metaebenen, die uns allen im Alltag kaum bewusst sind. Aber ich bin gegen das Wort „Unschuld“ im patriarchalen Sinne, denn dieses Wort hat mit der christlich-abendländischen Prägung schon genug mitgemacht. Denkt nach, Schwestern! Und, äh, Brüder, ihr natürlich auch!

Eine Frau, die keinen Sex hat, ist unschuldig. Daraus folgt, dass eine Frau, die Sex hat, schuldig ist. War ein Mann schon mal schuldig, weil er sexuelle Erfahrung hat? Ich kenn keinen. Ist ja auch egal. Jedenfalls wehre ich mich dagegen, mich als Frau schuldig zu fühlen, weil ich Sex habe. Jetzt als Frau zu genießen, dass Männer mich begehren, weil ich unschuldig bin, ist nach dieser Logik aber ein Paradoxon. Denn wenn ich es genieße, begehrt zu werden und Sex zu haben, kann ich ja gar nicht unschuldig sein! Liest überhaupt noch jemand mit? Egal, weiter!

So. Unschuldig wird also als Vokabel in diesem Zusammenhang gestrichen. Sich mal schwach zu fühlen, anzulehnen, einem vertrauten Partner die Führung zu überlassen und sich einfach mal fallen zu lassen, kann wunderschön sein. Aber das Recht sollten Männer dann auch haben, oder? Nur mit Schuld oder Unschuld hat das in meinen Augen nix zu tun. Diese ewigen Schuldzuweisungen für schöne menschliche Gefühle müssen endlich mal aufhören.

Abschließend: Und ich entschuldige mich bei allen Hardlinern dafür, dass ich mich jetzt vorsichtig ausdrücke – Herren, die das Beuteschema „Schulmädchen“ präferieren, sind mir eben nicht sympathisch, und ja, ich habe in dem Film gesehen, dass diese Zielgruppe angesprochen wurde. Ich bin eben total paranoid.

Fazit?

Ich hab Hunger. Nein, doch! Aber: Es tut mir leid, dass es schwierig ist, mir zu folgen, aber für die ganzen komplexen Zusammenhänge kann ich ja nix, die fallen mir eben nur auf. Jedenfalls danke ich euch für eure Geduld und euer interesse an meiner verwirrenden Gedankenwelt. Sookie tut weh, ich weiß. Ich lebe jeden Tag mit ihr! 😀

Ach so! Jane Austen war innovativ! Im Kontext ihrer Zeit. Heute ist sie es nicht mehr. Hoffentlich werde ich auch eines Tages total überholt sein, weil junge Frauen sich denken: „Mein Gott, die hatten Probleme! Wieso sollte eine Frau, die mehrere Partner gleichzeitig hat, irgendwas erklären müssen?“

In diesem Sinne: Opferrolle rückwärts, ich bin dann mal auf einer anderen Baustelle, es gibt ja genug. Jetzt dreh ich erstmal „By demons be driven“ auf. Wir singen die Strophen drei und fünf.

2 thoughts on “Polyamorie vs. 50 Shades: Da muss ein zweiter Teil her!

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