Sabine Joey Schäfers

Kaffeepause im Blog: Heute bin ich bei Sabine Joey Schäfers!

Ihr lieben Menschen! Heute komm ich mal wieder mit einer Kaffeepause bei euch bei! Eine meiner Lieblingskolleginnen, Sabine Joey Schäfers, hat nämlich gerade einen Artikel überarbeitet, der passt für mich im aktuellen Projekt wie … jetzt fällt mir keine hochdeutsche Redewendung für „Arsch auf Eimer“ ein. Äh, es passt einfach! Um den Artikel zu lesen, könnt ihr jetzt hier drauf klicken!

Bauchschreiber sein ist geil!

Ich lese Sabine Joey Schäfers Artikel ja sowieso immer gerne, aber ich glaub, so viel wie heute hab ich noch nie genickt! Ich bin nämlich auch Bauchschreiberin aus Überzeugung. Deswegen: Go, Joey, go! Und 2007 kann ich noch toppen! Die erste Version für Beziehungsstatus 1 hab ich ungelogen 2001 geschrieben. Mehr oder weniger für meine Schublade. Oder für meine Festplatte. Oder sagen wir es einfach offen: Für mich. Aus purem Spaß. Weil ich das Buch gern lesen wollte und es das noch nicht gab, hab ich es dann eben geschrieben. Völlig intuitiv, ohne Planung, aus dem Bauch raus. Und trotzdem!

Jetzt im Rückblick kann ich sagen, dass ich damals noch (unbewusst) nach einem „erlernten Programm“ gearbeitet habe, immer mit so einem „Was sollen denn die Leute denken!?“ im Hinterkopf. Einen Roman schreibt man so und so, eine Szene baut man so auf, einen Dialog gestaltet man so. Und je länger ich an dem Ding rumgeschustert hab, umso eiheitsbreiiger wurde das. Dann hab ich zufällig irgendwo gelesen, dass man sich die Jugendwerke erst von der Seele schreiben muss und dachte so: Yeah! Dann hab ich einfach erst mal weiter gelebt, ganz andere Projekte gemacht und bin gereift. Hach! Heute bin ich oll, schrullig und zerbeult, aber sowas von reif! 😀

Und deswegen: Einfach schreiben, nicht denken!

Wer mir schon länger folgt, weiß, dass ich null Plan habe von so Sachen wie „Plot-Bunnys“. Ist das überhaupt richtig geschrieben? Für mein Empfinden ist das einzige, was wirklich beim Schreiben hilft, das Schreiben selbst. Ich schreibe zu jedem Roman mehrere Versionen (eine fange ich ja gerade sogar online an, damit ihr zugucken könnt, wie planlos ich bin, hehe!).

Sookie, warum machst du den Scheiß? Das macht doch voll Arbeit!

Yäp, das tut es! Aber die Arbeit macht tierischen Spaß! Und für mich ist das so: Eine Geschichte wird mit jedem Mal, wo man sie erzählt, besser. Für mich werden die Bilder deutlicher, die Stimmen klarer, die Figuren immer mehr sie selbst, wenn ich es einfach fließen lasse. So, wie mit Djuna jetzt bei dem aktuellen Projekt. Sie kommt neu ins Beziehungsstatus-Universum und muss ihren Platz finden und sie selbst werden. Die Figur braucht ihre ganz eigenen Eigenheiten, ihre liebenswerten Schwächen, ihre Stärken, ihre eigenen Wörter, ihre eigene wörtliche Rede. Und das wächst langsam, da will ich Figuren Zeit geben.

Ich arbeite gerade am zweiten Kapitel und da war dann zum Beispiel dieser Moment. Djuna geht nah an John vorbei und will cool sein, sieht aber schüchtern zu ihm auf, weil sie nicht weiß, wie sie sich verhalten soll. Für Djuna war das eine völlig neue Situation, sie hatte erst ihren zweiten Arbeitstag in meinen Romanen und kennt sich nicht aus. Dafür nahm John mich sofort zur Seite und flüsterte: „Bild dir bloß nicht ein, dass ich anfange zu führen, weil sie so nieldich guckt, das mach ich nicht!“

„John, jetzt hör mir doch erst mal zu“, sag ich da, „das ist doch nur eine Probe! Die Kleine ist doch ganz neu bei uns und fühlt sich eben noch unsicher, das muss doch gar nichts heißen!“. „Trotzdem!“, sagt er dann, „Das war so nicht geplant!“

Dann roll ich natürlich mit den Augen und grummle: „Du wieder!“. Und was war? John hat das ganze Kapitel geschmollt und war irgendwie komisch. Die arme Djuna. Und ich mittendrin. „John, jetzt biete ihr doch wenigstens einen Kaffee an!“ Schubs …

Dank Sabine Joey Schäfers weiß ich jetzt, dass ich nicht alleine bin! 😀

Das witzige daran ist, dass ich immer dachte, dass ich komplett unproduktiv und planlos bin und dann auch noch total neunzehntes Jahrhundert. Als Selfpublisher muss man ja heute eigentlich alle drei Monate einen neuen Roman auswerfen. Und ich sitz immer ewig da und lass meine Figuren spielen und reifen. Ich bewundere Autoren, die so wahnsinnig produktiv sind, aber ich kann das nicht.

Für mich sind Romanfiguren wie Lieblingsmenschen. Was schnell zusammenkommt, geht auch schnell wieder auseinander. Was sich Zeit lässt zum Schnuppern, Wachsen und Reifen wird unverwechselbar. Schreiben und Leben sind sich eben sehr ähnlich. Aber nach den Schreibtipps, die man sonst immer überall liest, bin ich gar keine Autorin. Jetzt weiß ich aber, dass es ein Wort für Leute wie mich gibt – ich bin Bauchschreiberin. Und da bin ich jetzt auch ein bisschen stolz drauf! Sabine Joey Schäfers, mein Keywördchen, hehe, du hast mir den Tach versüßt!

2 Gedanken zu „Kaffeepause im Blog: Heute bin ich bei Sabine Joey Schäfers!

  1. Da guck ich nur mal eeeben, nur ganz kurz — versprochen! — mal ein bisschen ins Internet vor dem Abendessenmachen … und was seh ich da? … Hab ich so gern gemacht, Sookie und ich bin grad selbst ganz geflasht, dass mein Artikel immer noch zu was nütze ist. Dabei ist der doch selbst gar nicht mehr taufrisch. Aber dafür noch mal schön nachgereift und verfeinert. So wie das halt geht beim Bauchschreiben. Du wirst lachen, da musste ich mich selbst unlängst von einem lieben Kollegen dran erinnern lassen, dass ich doch den meisten Spaß immer hab, wenn ich es so laufen lasse. So sind wir halt, wir Bauchschreiber 😀

    1. Yäp, ich fange an, das Wort „Bauchschreiber“ zu lieben! 😀 Und manchmal braucht man wirklich jemanden, der einen dran erinnert, dass Schreiben immer noch am besten flutscht, wenn es puren Spaß macht. Nichts gegen Handwerk, Handwerk ist wichtig und das mach ich den ganzen Tag, aber Romane müssen eben ihr Eigeneleben führen dürfen, wir schreiben nur mit! 😀

      Aber oft wird man wirklich so zugepflastert mit den ultimativen Regeln und dann noch Marketing, aber: Pffffü! Die Avantgarde schritt immer schon ohne Vorbild voran, sonst wär sie ja keine! 😀

Und was ist deine Meinung?