Ich HASSE Klappentexte!

Ich HASSE Klappentexte!

Ihr Lieben! Ihr fragt euch jetzt: „Hö? Wieso bastelt die Sookie Bilder von unsympathischen Fischen in der Wüste?“. Tja. Fragt nicht! Hehe! Also, Beziehungsstatus 4 ist fertig und ich auch. Weil – da muss ja vorm Upload noch der Klappentext her. Und ich hasse Klappentexte. Klappentexte sind ja bekanntlich wie das erste Date, wie der einzige Lottoschein, den du jemals bekommen wirst, oder wie die Stelle im Film, wo der Held entscheiden muss, ob er jetzt den grünen oder den roten Draht an der Bombe durchschneidet. Oder wie mein Kollege Schiller einst sprach: „Was du von der Sekunde ausgeschlagen, gibt keine Ewigkeit zurück!“. Für einen Klappentext gibt es keine zweite Chance! Schwitz …

Was ich tue, um Klappentexte zu vermeiden

Weil jetzt aber die Usability auf meinem Blog immer im Vordergrund steht, mache ich euch jetzt mal eine schöne Liste mit Sachen, die man anstellen kann, wenn einem einfach kein Klappentext in die Tastatur flutschen will. Das Fachwort dafür ist Prokrastination, und das kann man auch bei anderen Sachen machen! Wenn man zum Beispiel überhaupt keine Lust hat, das Katzenklo sauber zu machen, putzt man eben die Fenster. Das ist sehr effektiv. Ich hab heute folgende Dinge getan!

 

  1. Ich hab Mambo getanzt, obwohl ich gar keinen Mambo tanzen kann. Danach hab ich die Vorhänge zugezogen, weil mir das Gekicher der Nachbarn zu doof war.
  2. Die Gummifrösche aus der Haribotüte nach Farben sortiert. Ordnung muss sein.
  3. Meine Ukulele verstimmt.
  4. Meine eigenen Klappentexte von den anderen Büchern gelesen und sie alle doof gefunden.
  5. Bei Pixabay das Wort „Klappe“ eingegeben und den Fisch bekommen. WARUM AUCH IMMER! Weil der Fisch einen transparenten Hintergrund hatte, hab ich ihn dann eben in eine Wüste eingefügt. Das erschien mir in dem Moment logisch.
  6. Mich auf Facebook mit wildfremden Herren unterhalten. Wenn sich rumspricht, dass ich mich in dem Messenger rumgetrieben habe, bin ich geliefert!
  7. Festgestellt, dass schon wieder Vollmond ist und mich gefragt, ob ich wohl  einen Werwolf persönlich kenne und da nur nix von weiß.

 

Ja. Und noch ein paar andere sinnentleerte Sachen, die ich immer schon mal machen wollte, um nur keine Klappentexte schreiben zu müssen. Folgendes habe ich jetzt zusammengestoppelt:

Der Klappentext des Grauens

Lebst du noch oder wohnst du schon? John ist sich sicher, am absoluten Tiefpunkt seines Lebens angekommen zu sein. Seit ihm »diese Sache« passiert ist, versucht er, ein ganz normaler Mann zu sein. Er hat einen Keramikfrosch im Vorgarten, einen Induktionsherd und fürsorgliche Nachbarinnen, die eine kleine Treibjagd auf den romantischen Maler mit dem gebrochenen Herzen veranstalten. Nur eines hat er nicht mehr, denn sein Liebesclan ist in alle Winde zerstreut. Die Funkstille ist ohrenbetäubend.

Anna ist nach ihrer Flucht nicht aus Berlin zurückgekehrt und Sven tourt mit den Wikingern durch ganz Europa. Während John einsam seine Wunden leckt, ahnt er nicht, dass Sven und Anna hilflos auseinanderdriften. Denn während Anna den Maler einfach nur vergessen will, kann Sven nicht aufhören, an die gemeinsamen Tage und Nächte zu denken.“

Ja, und dann? Keine Ahnung, dann hänge ich komplett. Da fehlt doch irgendwie der Hook am Ende! Das schafft doch keinen Leeeeseanreiz, oder? Und die zehn Klappentexte, die ich davor wieder gelöscht habe, waren ja auch nicht besser! Na ja, ich plane jetzt, die Gummifrösche der Farbe nach zu essen und dann schlafe ich da mal drüber. Irgendwie schaffen Klappentexte es immer, dass ich mit der Gesamtsituation unzufrieden bin. Vielleicht schreib ich das Buch einfach noch mal neu. Seufz …

 

Kaffeepause im Blog: Heute sch(l)ürfe ich bei Larissa Schwarz

Kaffeepause im Blog: Heute sch(l)ürfe ich bei Larissa Schwarz

Hach, schon wieder eine Kaffeepause in einem Blog, da könnte ja der Eindruck entstehen, dass die tippende Teetasse viel zu viel Zeit hat, höhö, und zu viel Kaffee trinkt, aber um die tippende Teetasse geht es heute, die ist nämlich gerade gerührt, nicht geschüttelt. Meine Kollegin Larissa Schwarz (aside: Liebe Larissa, wenn ich dich im Folgenden volle Ölle förmlich mit vollem  Namen anrede, dient das allein der Suchmaschinenoptimierung, du bist nämlich heute das Keyword, yeay! 😀 ) … wo war ich jetzt? Ach so! Larissa Schwarz hat sich also über Marketing Gedanken gemacht und mich da als Beispiiiiel herangezogen, ja? Mich! Als Beispiel für was? Für die unsichtbare Autorin! 😀

Was schreibt Larissa Schwarz über Sookie Hell?

Ja, das wollt ihr jetzt wissen, nä? Den gesamten Artikel findet ihr natürlich hier, den leg ich euch auch wärmsten ans Herz, aber für die Usability kopiere ich mal kurz die Zitate, auf die ich antworten will.

„Elena Ferrante und Walter Moers halten das seit Jahren so, sie wollen gelesen werden, nicht gesehen. Auch Sookie Hell lässt lieber Protagonisten und Bücher sprechen, es macht also keinen Unterschied, ob man Selfpublisher oder Verlagsautor ist – die Akzeptanz bei Lesern kann auch ohne persönlichen Bezug funktionieren.“

So. Ja. Hmhmhm. Mein Gott, ja, Walter Moers. Ich hab mir früher die Comics gekauft, da gab es Käpt’n Blaubär noch gar nicht. Und ehrlich gesagt hat mich nie interessiert, wie der Typ aussieht, ich weiß das bis heute nicht, aber ich fand die Comics witzig. Und deswegen sehe ich die Sache mit dem persönlichen Bezug zum Leser auch vollkommen anders als Larissa Schwarz.

Ich verwurste in meinen Büchern gnadenlos ein ganzes Leben als „beziehungsunfähige“ (ihr lacht, aber so hieß Polyamorie in den wilden Neunzigern) freischaffende Kreative mit Hochbeknacktenproblematik – mehr persönlicher Bezug geht aus meiner Sicht nicht. Und umgekehrt empfinde ich die Beziehung zu meinen Lesern auch als sehr persönlich. Was ihr mir in Rezensionen, PNs und Kommentaren über eure Leben erzählt, finde ich oft unglaublich offen und mutig, ich liebe meine Leser.

Aber auf die Idee, dass bei unserem so persönlichen Thema wie Polyamorie meine zerknautsche Fresse für irgendjemanden interessant sein könnte, bin ich ehrlich gesagt nie gekommen. Erstens geht für mich heilige Privatsphäre vor Marketing, zweitens hab ich gar nicht die Zeit und noch nicht mal ein Handy, um irgendwelche Selfies zu posten. Wenn ich so hübsch und knusprig  wäre, wie Larissa Schwarz, würde ich mir das vielleicht auch überlegen 😀 , aber, neeee, dann müsste ich immer noch rausfinden, wie man ein Smartphone bedient! Da es für mich aber überhaupt nichts mit persönlichem Bezug zu tun hat, ist es mir einfach wumpe, ick find meine Pixabay-Teetasse ooch chic, wa?

Rückzug von Facebook – Marketing-Selbstmord oder nicht?

So, weider geht datt! Larissa Schwarz schreibt: „Sookie Hell, die ich gerade bereits erwähnte, schreibt humorvolle Romane über Polyamorie. Eine absolute Nische. Ihr freche, aber hochintelligente, Art erlaubt ihr inzwischen sogar den fast vollständigen Rückzug von Facebook auf den eigenen Blog. Sie ist dennoch breiter aufgestellt als die meisten von uns, tummelt sich in Internetforen zum Thema, macht mal subtil, mal mit der Kettensäge Werbung für ihre Bücher und es läuft.“

Das schmeichelt mir rasant und ich geb zu, ich hab für einen Moment mit einem satten Grinsen die Reiswaffelkrümel von meinem Lätzchen gewischt und mir dabei den Bauch gepinselt. Aber! Liebes Keyword, liebste Larissa Schwarz, hihi, SEO ist doch scheiße, oder? Äh … ja. Hase! Nichts anderes erlaubt mir den Rückzug von Facebook als ich selbst. Und ich merke auch an den Verkaufszahlen, wann es mal wieder Zeit wird, einen Buchtrailer durch das blaue Dorf zu treiben. Aber ich hab da auch einen völlig anderen Background als andere Autoren. Ich war schon in der Bloggerszene aktiv, als man noch bei „Blogspot“ glaub ich hieß das, bloggte und wer SEO betrieb, musste damals für Tante Google noch so Hampeleien veranstalten wie „weiße Ledersessel online kaufen“ zehnmal in dreihundert Wörtern unterzubringen.

Also haben wir es gelassen. Das war uns zu doof. Heute ist Blogmarketing allerdings eine richtig spannende Wissenschaft, für die ich gern mehr Zeit hätte, aber ich komme eben noch aus der Garagenpunk-Ecke des Internets, wo wir uns an die Stirn getippt haben beim Gedanken, diesem Datensammler Zuckerzwerg unseren Content zu geben, damit der damit ein Imperium aufbaut. Über Aufstieg und Fall dieses Imperiums hab ich neulich übrigens einen spannenden Artikel entdeckt, die Sache mit dem kenternden Schiff nimmt also Fahrt auf. Heute finden Leute es ganz normal, dass Google weiß, in welchem Geschäft sie gerade rumstehen und dass man am Handy sehen kann, in welcher Wohnung der Partner sich gerade befindet. Ey, halloooo? Leute schneidet euch eine Scheibe von den Polys ab, dann müsst ihr auch nicht schnüffeln, dann erzählt der Hase das ganz von alleine! 😀

Ganz ehrlich gesagt ist mir Facebook einfach zu stressig

Jedenfalls hat meine Einschränkung der Facebookaktivitäten absolut keinen Marketinghintergrund, auch wenn ich es extrem witzig finde, dass von außen der Eindruck entstehen kann, ich hätte das nicht mehr nötig. Für mich ist das, wenn überhaupt, eher eine politische Entscheidung. Herr Zuckerzwerg und ich sind ja nach der Trennung auch befreundet geblieben, aber ich zieh mich schlichtweg raus, weil mir FB viel zu hektisch ist und mir Zeit wegfrisst, die ich zum Schreiben brauche.  Meine Leser hätten also die Wahl: Neues Buch oder die gleiche Anzahl an Worten in Facebook-Posts und ich bilde mir ein, dass wir da alle ein neues Buch vorziehen! 😀

Ich bewundere immer, wie andere AutorInnen das schaffen, ständig auf Social Media Präsenz zu zeigen und trotzdem noch ein Buch fertig zu kriegen. Ich komm da einfach tierisch aus dem Takt. Facebook geht für mich nur Bam-Bam-Bam, Schreiben ist das gemächliche Murmeln einer Quelle. Wenn Facebook mich ständig anschreit, höre ich das Murmeln nicht. Wie der Eindruck entsteht, dass ich breiter aufgestellt bin als andere ist mir daher ein absolutes Rätsel. Manchmal bin ich online in Polygruppen aktiv, weil es einfach wahnsinnig entspannend ist, mit Leuten zu reden, denen man nichts erklären muss, weil sie eine ähnliche Kommunikationskultur und einen ähnlichen Background haben, das ist pures Freizeitvergnügen und auch extrem hilfreich für alle Lebenslagen rund um polyamores Leben.

Bleibt also die Frage nach Marketing und Authentizität

Hm, ja. Meine Buchtrailer-Runden kennt ihr ja, dann seid ihr genervt. 😀 Ansonsten hab ich Autorenmarketing irgendwie komplett aufgegeben, weil das der einzige Weg ist, der sich für mich authentisch anfühlt. Ich bin eben Sookie, ich war immer schon eine schrullige Einzelgängerin, die nichts lieber tut, als still zu beobachten, zu knabbern und zu sortieren. Wenn ich was sage, hab ich auch ein Mitteilungsbedürfnis, weil ich was witzig finde oder klug oder weil es mich begeistert oder ärgert. Meine einzige Marketing-Strategie ist wohl, keine Strategie zu haben. Wenn ich da bin, bin ich da, wenn nicht, stirbt da ja keiner dran, im Internet gibt es genug anderes zu gucken.

Also, liebe Larissa Schwarz und alle anderen, die sich über Marketing so den Kopf zerbrechen: Wenn ihr mich fragt – total überbewertet. Ich glaub, wer ein Buch lesen will, weil ihn das Thema interessiert, der macht das unabhängig davon, wie der Autor aussieht. Oder davon, was er zum Mittagessen hatte und wie seine Katze heißt. Nehmt ein bisschen Druck raus, Mädels, und schlaft euch mal aus, ohne zu grübeln, was ihr posten müsst, um euch so und so zu positionieren.

Ich gehe mal schwer davon aus, dass eure Leser euch auch mögen, wenn ihr sie nicht jeden Tag bespaßt. Leser verstehen nämlich, dass wir Autoren auch Rückzug und Stille brauchen, um komplexe Welten entstehen zu lassen. Für mein Empfinden wird nicht nur das Marketing überschätzt, sondern Leser werden in diesem ganzen Marketing-Hype auch unterschätzt. Als ob die nicht clever genug wären, ihren Lieblingsautoren treu zu bleiben. Lasst euch sehen, wenn ihr was geschrieben habt oder wenn ihr was zu sagen habt. Aber macht euch doch nicht immer so einen Druck. Ist nur Marketing! Tasse Tee?

 

Kaffeepause im Blog bei: Vera Nentwich

Kaffeepause im Blog bei: Vera Nentwich

Ich klick mich ja furchtbar gern für eine Tasse Kaffee auf Blogs, weil – man kann ja nicht immer nur Tee trinken! Und heute hat meine Kollegin Vera Nentwich mit einem kurzweiligen Beitrag mal wieder zu meiner Unterhaltung beigetragen. Übrigens habe ich Vera Nentwich natürlich längst auf Facebook gelikt und freue mich sehr, dass Google+ mir zuverlässig ihre geteilten Inhalte anzeigt! 😀 Ja, ich hör schon auf mit den Facebookwitzen, aber Vera stellt in ihrem Autorenblog die Frage: „Wie findest du deine Marke?“ Und da fiel mir mal so auf: Über mich als Marke hab ich mir nie Gedanken gemacht! Und dann fiel mir noch was viel seltsameres auf: Ich will gar keine Marke sein. Wollte ich noch nie.

Vera Nentwich ist auf jeden Fall eine Marke!

Und zwar eine sehr sympathische, wie ich finde, weil sie so echt ist und man einfach keine Schublade findet, in die man sie reinstecken kann. Und das macht sie fast automatisch zur Marke. Aber sollte das nicht bei jedem Autoren automatisch passieren und zwar durch seine Bücher? Ja, gut, die Bücher müssen natürlich erst mal Sichtbarkeit erlangen, um überhaupt gefunden zu werden, aber ich als Markenflagschiff vorne wech? Näääää. Ich will gar nicht! Ich finde es geil, dass meine Bücher immer mehr zur Marke werden und dass Leute mich begrüßen mit: „Ah, du bist doch die Poly-Autorin!“, aber ich als Person will gar keine Marke sein. Ich wüsste auch gar nicht, mit was.

Ich bin aber jetzt persönlich auch kein Fan von diesem Konzept „Autorin zum Anfassen“. Ey, hallo? Mein Kater, mein Privatleben und mein Mittagessen gehen niemanden was an. Wer was über mich wissen will, kann meine Bücher lesen, da steht alles Wichtige drin. Trotzdem ist diese Markenfrage interessant. Diese Frau Schöneberger, die Vera Nentwich da als Beispiel nimmt, zum Beispiel. Selbst ICH kenn die! Und ich lebe ohne Fernseher, schneide mir die Haare selber (lese also nie beim Friseur die Gala) und schmöker eher so in Medien, in denen solche Leute nie vorkommen. Und trotzdem weiß ich, wenn beim Edeka das Tonband dudelt: „Homannomannomann, ist der lecker!“, ah, das ist die Frau Schöneberger.

Möchte ich für meinen Salatkonsum bekannt sein? Ich sag mal vorsichtig: Nö.

Jetzt frag ich mich ernsthaft: Woher kenne ich die „Marke“ Frau Schöneberger? Über welche Kanäle ist die in mein Gehirn gesickert? Und das Schräge daran ist: Ich hab keine Ahnung, was die Frau beruflich macht! Ist die Schauspielerin, Moderatorin oder was? Ich weiß eigentlich nur, dass die dafür bezahlt wird, dass sie gern Feinkostsalate aus Plastikverpackungen isst, anstatt sich Salat selber zu machen … aber, hm, ja. Eine Marke ist sie wohl, sonst würde ich sie ja nicht kennen. Aber wenn ich mir jetzt vorstelle, ich wäre so eine Marke … sagen wir mal, ich wäre bekannt als die Frau, die beim Edeka vom Band säuselt: „Drei Tassen sind Ostfriesenrecht! Hmmmm!“

Irgendwie … das würde sich schon komisch anfühlen. Nee, ich bleibe lieber markenlos. Sollen meine Bücher ihren Weg mal schön alleine gehen, die schaffen das! 😀 Aber danke, liebe Vera Nentwich, für diesen Denkanstoß, das hat Spaß gemacht, mir darüber mal Gedanken zu machen, die Kaffeepause hat sich gelohnt! Jetzt weiß ich jedenfalls, dass ich kein Marken-Korsett tragen will! 😀

 

Sookie Hell gibt Trennung von Mark Zuckerberg bekannt

Sookie Hell gibt Trennung von Mark Zuckerberg bekannt

Hehe, geiler Titel, oder? Volle Ölle Klickbait, aber was soll ich sagen? Es stimmt! Auch, wenn Herr Zuckerzwerg, äh, Zuckerberg das gar nicht merken wird, aber mein Blog, Herr Zuckerberg und ich hatten gewisse Differenzen und … es ist kompliziert. Um es knapp zu sagen: Ich fühl mich von Facebook einfach nicht richtig verstanden! 😀

Facebook – die Marketing-Macht

Ihr wisst sowieso, was ich jetzt sagen will. Der Aufschrei geht ja regelmäßig durchs Internet. Wenn Facebook hustet, gehen die Autoren am Stock. Herr Zuckerberg schraubt an der Reichweite! Panik in der Bevölkerung! Da hat man als Autor mühsam eine Followerschaft für die Facebook-Seite der eigenen Katze aufgebaut und dann wird niemandem angezeigt, wie die süße Mieze bei Regen so deprimiert aus dem Fenster guckt. Und dann gehen unzählige dieser Posts rum: „Facebook schränkt die Reichweite weiter ein, wenn du das hier siehst, kommentiere oder like, damit Facebook dir meine Beiträge weiter anzeigt!“ Schrägerweise werden mir diese Posts immer von Leuten angezeigt, von denen ich gar nicht wusste, dass ich mit denen vernetzt bin, sonst sehe ich die NIE!

Tja, äh, ich kriege so Sachen wie „Waaah, er nimmt uns unsere Reichweite!“ immer nur mit, weil ich alle paar Tage mal auf diese Startseite klicke und mich dann frage, warum ich das mache. Ich sehe da: Reichweitepanik, in den letzten Tagen verstärkt aufgehübschte Tannenbaumleichen, die mich als Nicht-Weihnachten-Feierin immer zutiefst deprimieren, weil Bäume in den Wald gehören, und zwar lebend! Ja, und dann sind da diese Gruppenbeiträge wie aus dieser „Buchgruppe“, aus der mir neulich so viele OTs nacheinander angezeigt wurden, dass ich mich gefragt hab, ob ich noch auf meiner Startseite bin oder in der Gruppe. OT: „Mein Freund macht gerade Schluss, ich brauche euren Rat!“ Ich, als Sookie vom Dienst, würde da fragen: „Öhm, mit wem macht er denn Schluss, Hase, und hängst du sehr an ihr?“ Höhö! Äh, Schwamm drüber. Jedenfalls werden da Putzmitteltipps, wirksame Methoden zur Vergiftung der Schwiegermutter oder Einhorn-Klopapier diskutiert und ich hör dann immer: Tick, Tick, Tick …

Meine Lebenszeit verrinnt damit, mir die banale Scheiße durchzulesen, von der Herr Zuckerberg denkt, dass sie für mich relevant ist. Wie zur Hölle kommt der darauf, das Einhorn-Klopapier und die Trennungen wildfremder Leute mich interessieren könnten? Die offizielle Version ist ja, dass Facebook jederzeit bemüht ist, mir ein optimales Nutzererlebnis zu bereiten. Ja, äh, Danke, Herr Zuckerberg, das ist, äh … sagen wir mal so: Ich weiß die Mühe zu schätzen.

Aber es wäre schön, wenn mir mal die Beiträge der Seiten angezeigt würden, die ich tatsächlich aus ernsthaftem Interesse gelikt habe, und zwar in dem Dings, Widget, Gadget, Badge oder was auch immer auf ihrem Blog. Zum Beispiel die Seite von diesem kreativen, hilfreichen Menschen, der drüber bloggt, wie man Filme macht oder von der Frau, die so witzige Cartoons malt oder von der Polyamorie-Seite, die Inhalte wirklich fundiert aufbereitet. Projekte, die mich interessieren und die ich mit einem Like supporten will, bekomme ich auf Facebook nie wieder zu Gesicht.

Und das ist laaaangweilig. Als Nutzer hab ich also an Facebook das Interesse zu 98 % verloren, da mal über was zu stolpern, was ich wirklich spannend finde, ist reine Glückssache und passiert nie an den Stellen, wo Facebook mich haben will, sondern eher, weil ich mal wieder Krümel vom Touchpad wische und dabei aus Versehen was anklicke. So, und jetzt kommt mein Denkfehler als User! Ich hab tatsächlich Facebook, voll naiv, immer noch so benutzt, als wäre 2010 und mich dann gefragt, wieso ich immer so frustriiiiert bin. Einhorn-Klopapier … scroll, scroll … oh, endlich mal ein neuer Inhalt, da hat jemand Flamingo-Seife gekauft! Oh, hässlich, äh, süüüß … gähn … scroll, scroll … ah, jetzt gibt es Einhorn-Klopapier auch vierlagig … was mach ich hier eigentlich? … vielleicht kommt ja doch noch was interessanteres … OT: Mein Freund ist schon wieder eine halbe Stunde zu spät zum Essen gekommen, was würdet ihr tun? Ganz ehrlich? Das rote X klicken.

Und was ist mit Blogs?

Ich kann mich an Zeiten erinnern, da herrschte in der Bloggerszene ein wildes Gewusel kreativer Köpfe und ständig besuchte man sich gegenseitig und lachte sich scheckig über die Kommentare. Wir haben schlicht und ergreifend hemmungslos rumgealbert und auf Suchmaschinenoptimierung und Marketing geschissen. Das ist auch schon gar nicht mehr wahr, das war noch, bevor die Gurus der Szene hochploppten und uns allen erklärten, wie wir die Nische eng machen, Headlines texten und Content mit Mehrwert erstellen müssen. Dann haben wir alle gelernt wie es richtigt geht und der Spaß war vorbei.

Und was haben wir jetzt? Ich finde keine Blogs mehr, die mir Spaß machen! Alles ist bis zum Anschlag „optimiert“. Meiner ja auch. Und soll ich euch was sagen? Mein Blog ist mein Stiefkind. Ich guck hier einmal die Woche rein, um die Plug-ins zu aktualisieren und oft schreibe ich Artikel gar nicht, weil ich denke, dass ich jetzt gar nicht die Zeit habe, einen „richtigen“ Artikel zu schreiben. Weil, die Zeit brauche ich ja, um die Facebook-Timeline abzurollen wie eine Rolle – ihr ahnt es.

Und wenn ich dann mal einen Artikel blogge, kommt nie ein echtes Gespräch mit euch in Gang, weil auf Facebook an verschiedenen Stellen dazu kommentiert wird, aber so richtige Kneipenatmosphäre kommt da nicht auf. Man führt dann eben „Einzelgespräche“ und der Herr Zuckerberg kriegt den Content, der für immer dahin ist, denn nichts ist so alt wie der Post von vor einer Stunde. Blogartikel und Kommentare kann man aber auch nach Jahren noch lesen.

Ich versuche, das immer wieder zu durchbrechen, indem ich in Blogs kommentiere, aber offenbar geht es meinen bloggenden KollegInnen so wie mir – man kümmert sich dann um Facebook und oft werden Kommentare gar nicht im Blog beantwortet. Und jetzt frag ich mich und euch: Wollen wir dem Herrn Zuckerberg immer mehr von unserem Content überlassen? Der braucht nämlich unsere Inhalte, um die Löcher zwischen der bezahlten Werbung zu stopfen. Und zwischen den, äh, Klorollen für die User, die sich gern mit Einhörnern den Hintern abwischen.

Parallel dazu betteln eben auf Facebook alle, die irgendwie Marketing machen, verzweifelt um Likes und Kommentare, um nicht immer mehr Reichweite zu verlieren und ich hab da einfach keine Lust zu. Ich hab auch gar keine Lust mehr, mir von Zuckerberg und Co diktieren zu lassen, welcher Content geht und welcher nicht. Textbeiträge ohne Bild gehen gar nicht, Videos von YouTube brauchst du gar nicht auf deiner Seite zu teilen, die werden maximal 0,x % Prozent deiner Fans angezeigt, blabla, ich hab auch keine Lust mehr, „So ficken Sie Facebook von hinten ins Knie, damit der Algorithmus Sie noch anzeigt!“-Ratgeber zu lesen, während mein Blog vor sich hinstaubt. Mein Blog und ich hatten nämlich ein langes Gespräch und er fühlt sich vernachlässigt. Auf Facebook hab ich ja sowieso den Ruf, dass ich immer nie da bin, aber ich werd meine „Aktivitäten“ da noch weiter einschränken.

Mark Zuckerberg und ich bleiben Freunde!

Ja, jetzt wird es haarig. Ich werde nämlich eine Bitch sein und den Herrn Zuckerzwerg und sein blaues Portal weiter nutzen. Nämlich, um den berühmten „warmen Traffic“ abzuholen. Das heißt, ich werde natürlich weiter durchs Dorf rennen, um Blogartikel und Neuerscheinungen zu promoten und auch, um Beiträge meiner Kolleginnen zu teilen, sofern Facebook sie mir überhaupt anzeigt. Ich werde also meine Seite da noch nutzen, um die Fans darüber zu informieren, was hier im Blog passiert. Aber ich werde nicht mehr meinen Content trennen in „Bücher“. „Blog“ und „Facebook“. Mir ist da nämlich was voll krasses aufgefallen: Herr Zuckerberg ist besitzergreifend, und das mag ich nicht.

Ich hatte nämlich neulich eine Frage an meine Leser, also, an die meiner Bücher, und bin dann extrem dämlich komplett unbewusst in die Facebook-Falle getappt. „Leseschnipsel“ gehören auf die Facebookseite, so gehört sich das. Und die Leute, die das gesehen haben, waren auch extrem hilfreich und das war eine für mich komplett interessante Diskussion. Nur: Die Leser meines Blogs haben da nichts von mitgekriegt! Und da dieser Blog die Heimseite meiner Bücher ist, wäre das ja für euch vielleicht auch interessant gewesen, nä? Aber ich bin – ohne Witz! – überhaupt nicht auf die Idee gekommen, den Inhalt in den Blog zu stellen, weil – wegen Facebook-Marketing und weil man das so macht. Bescheuert, oder? Und das, nee, also, das will ich nicht mehr.

Back to the roots: Mein Blog, meine Burg!

In Zukunft wird alles, was mir vor die Flinte kommt, wieder in den Blog geworfen. Wenn ich gerne ein cooles Musikvideo teilen will, mach ich das eben hier, ohne mich zu fragen, ob ich damit „Reichweite“ erziele, mir doch egal! Wenn ich einen interessanten Link aus der Polyszene aufschnappe, kommt der eben hier rein, mir doch egal, wenn ich da aus Zeitmangel keinen „richtigen“ Artikel zu schreiben kann, sondern nur einen kurzen Kommentar. Mein Blog ist mein Blog und kriegt in Zukunft auch meinen Content.

Ich will einfach wieder unabhängig sein und mir um Facebook keinen Kopf mehr machen. Weil ich merke, dass dieses ganze „Facebook-Marketing“ schleichend meine Herangehensweise verändert und das will ich gar nicht. Wenn ihr mit mir quatschen wollt, freue ich mich, wenn wir das hier tun, dann sehe ich nämlich auch, wo eure Blogs stecken und kann euch besuchen und finde dann vielleicht mal wieder spannende Inhalte ohne Einhörner und Flamingos. Und alles ganz ohne einen Algorithmus, der darüber bestimmt, was für mich „relevant“ ist.

Ich kehre auch wieder dahin zurück, mehr Blogs zu abonnieren, anstatt sie nur zu liken und zu hoffen, dass Herr Zuckerberg mir die neuen Beiträge anzeigt. Das macht der ja sowieso nicht, der steckt doch mit der Klopapier-Mafia unter einer Decke! Ich mach lieber Facebook-Detoxing und nutze die Zeit, um wieder mehr Blogs zu lesen, die ich selber für relevant halte. Und wer von euch keine Lust hat, in Zukunft von mir öfter mal Kraut&Rüben-Artikel per Mail zu kriegen, die bis jetzt eben auf der Facebookseite gelandet sind, der muss kein schlechtes Gewissen haben, wenn er sich aus dem Abo austrägt, ich nehm so was nicht persönlich.

Facebook nimmt das ja bestimmt auch nicht persönlich, wenn ich das „Nutzererlebnis“ da so doof finde, dass ich lieber andere Sachen mache. Zum Beispiel Bücher schreiben, was ich jetzt auch sofort wieder tun gehe. Aber die Leseschnipsel landen dann in Zukunft hier und werden über Facebbok nur geteilt und das ist gut so! 😀

Rezensionen: Krieg der Sterne

Rezensionen: Krieg der Sterne

Rezensionen Marketing
Ihr Lieben, heute komme ich mal mit einem Thema bei euch bei, das wahrscheinlich nur für Freaks, also Autoren, interessant ist, aber vielleicht auch nicht. Wir werden sehen. Ich hab nämlich vor ein paar Tagen einen Butterbrot-Artikel über Empfehlungsmarketing geschrieben und dachte mir so: Hm. Empfehlungen sind am Buchmarkt ja schlicht und ergreifend Rezensionen und dazu wollte ich schon lange was schreiben.

Mir sagen nämlich manchmal Leute: »Ach, du! Dir sind Rezensionen ja gar nicht so wichtig!« und das ist eine glatte Fehleinschätzung. Rezensionen sind mir sehr wichtig! Ich halte nur nichts von gezieltem Empfehlungsmarketing. Wenn ich einen Shop für Schuhe oder Strickwolle hätte, fände ich es bestimmt genial, aber bei Büchern ist das einfach was ganz anderes.

Die Wuchtbrumme, die auf ihre Kunden spuckte

Lasst das ein paar Monate her sein, da scrollte ich so über die Facebook-Timeline (alle paar Monate mache ich das mal, das merkt ihr dann daran, dass ich eure Beiträge like 😀 ) und blieb an einem Live-Video hängen. Bis dahin wusste ich gar nicht, dass das geht, deswegen bin ich da hängengeblieben. Und da saß eine Autorin, die wirklich fett im Geschäft ist. Also, äh … nee. Gönne ich mir jetzt den Luxus, mit der Doppeldeutigkeit zu spielen? Gerade ich, die ich mich in den letzten Wochen fast ausschließlich von Mördermonsterkünstlerkuchen ernährt habe, weil ich ja für das eBook immer wieder probebacken musste … äh, ach, egal! Ihr wisst schon!

Also, die Dame gehörte zu der Liga, die eine viel gewichtigere Persönlichkeit ist, als die Muskelmilliardäre auf ihren Covern (was stimmt mit mir nicht, dass ich beim Wort Milliardär immer angewidert an Typen wie Trumbo denke, anstatt mir sinnlich über den Hals zu fahren und dann diskret zu sabbern?). Ja, also, sie passte kaum ins Bild, jetzt ist es raus. Man könnte jetzt meinen, dass die Information vollkommen irrelevant ist und Sookie nur doof ist und über Dicke lästert. Aber ich bin ja selber Typ Kuh, nicht Ziege. Jetzt kommt aber die Verknüpfung, die mich für eine Sekunde nachdenklich machte. Die Dame verdient sich eine güldene Nase damit, dass sie Männer als Lustobjekte ausbeutet. Was ja auch irgendwie legitim ist, auch wenn mir persönlich das einfach nicht schmeckt, aber der Buchmarkt ist für alle da.

Aber da sitzt diese Zweihundert-Kilo-Wuchtbrumme mit Platin-Porno-Frise und schreibt Sexbücher, in denen Männer durchtrainierte Fleischklumpen mit Dauerständer sind. Und irgendwie kommt mir so was immer vor wie das weibliche Äquivalent zu fetten alten Säcken, die in der Kneipe der jungen Kellnerin in den Popo kneifen und überhaupt nicht auf die Idee kommen, dass die junge Frau dieses »Begehren« gar nicht erwidern könnte. Übergriffig. Ohne jede Empathie. Und genau so ging diese Dame eben auch mit ihren Rezensenten um, denn über die lästerte sie in ihrem Video einfach ab. Da fielen tatsächlich Sätze wie »Das geht mir am Arsch vorbei, die können mich mal!«

Und, ja, jetzt wartet! Das, meine Damen und Herren, war geniales zielgruppenorientiertes Empfehlungsmarketing, auch wenn die Dame das in ihrem Kopf bestimmt nicht so nennt. Aber so hat sie ihre Fanbase mobilisiert, selbst so eine »starke« Frau zu sein, der Kritik am Arsch vorbeigeht und das darüber zu äußern, dass sie aus Trotz erst recht richtig gute Rezensionen schreiben. Um es den Rezensenten, die solche Worte wie »Unterschichten-Literatur« fallen lassen, mal so richtig zu zeigen. Im Rudel. Das stärkt ungemein. Ja, da draußen herrscht Krieg. Krieg der Sterne, um genau zu sein.

Was wollte ich jetzt mit dieser Anekdote sagen?

Keine Ahnung, ich wollte das nur loswerden! 😀 Aber Fakt ist doch, dass jeder Autor mit Rezensionen anders umgeht, aber wir alle reagieren sehr emotional. Denn Bücher sind ja nicht einfach wie Autos, die man am Fließband herstellt. Da steckt eben Herzblut drin, das ist das, was die Kunst vom Handwerk unterscheidet. Ein Buch ist immer eine sehr persönliche Sache, mit der wir viel über uns selbst sagen. Wer ernsthaft schreibt und damit an die Öffentlichkeit geht, macht sich angreifbar und das müssen wir alle aushalten. Sichtbarkeit macht eben emotional. Ich zum Beispiel hab gerade einen Hüpfer gemacht, weil ich vor ein paar Minuten diese Rezension entdeckt habe. Wenn sie Telefone hätten, würde ich jetzt sofort meine Romanfiguren anrufen und ihnen erzählen, dass sie das Prädikat »verrückteste WG Deutschlands« bekommen haben.

Ein paar Tage vorher bekam ich aber diese Rezension. Und da hab ich ungelogen zehn Minuten lang geguckt wie eine Kuh im Regen, die am Weidetor steht und sich fragt, warum der Melker sie nicht endlich mal in den Stall holt. Ich hab – ohne Witz – diese zwei Sterne nicht verstanden, weil ich den Text so positiv fand. Ich konnte da nicht mit arbeiten. Und das bei einem fast noch nackten eBook, wo eine Zwei-Sterne-Rezension den Durchschnitt dramaaatisch nach unten zieht. Und was ist passiert? Kaum war diese Rezension online, rutschte das Buch rauf auf den Gesamtverkaufsrang 14! Am ganzen Amazonas gab es nur noch 13 Umsonst-eBooks, die sexier waren als meins. Das hab ich dann noch weniger verstanden. Aber diese Kritik hat mich komischerweise nicht wirklich auf emotionaler Ebene berührt, da haben mich viel bessere Rezensionen schon viel nachdenklicher gemacht! Also hab ich mich gefragt:

Wieso tut Kritik manchmal mehr weh und manchmal weniger?

Es kommt ja immer darauf an, wer uns kritisiert, wie und warum. Insofern kann ich die Dame, die so fett im Geschäft ist, schon verstehen, ich heiße nur ihren Umgang damit nicht gut. Sollte sie sich wirklich ganz bewusst aus Marketinggründen dafür entschieden haben, Milliardäre mit und von der Stange auf den Buchmarkt loszulassen, weil das Genre eben rennt wie kein anderes, kann ich auf intellektueller Ebene nachvollziehen, dass es sie nicht interessiert, wenn Rezensenten bemängeln, dass es sich bei ihren Büchern ja wohl nicht um Literatur handelt. Oder um Einhandliteratur. Denn dann ist ihr selbst völlig klar, dass sie da Massenware für den Markt verfasst, dann eben ohne Herzblut.

Trotzdem bewegen sich da Menschen aus ihrer Komfortzone, friemeln sich durch das Bewertungssystem und überlegen, wie sie jetzt sagen könnten, was sie beim Lesen des Buches gedacht haben. Das verdient immer Wertschätzung, immer! Auch dann, wenn Rezensionen uns Autoren nicht schmecken, trotzdem hat sich da jemand die Mühe gemacht, dem Buch Beachtung zu schenken. Aber manchmal nimmt man das eben eher mit intellektuellem Interesse auf und manchmal heult man wie ein Schlosshund.

Nämlich immer dann, wenn man selber das Gefühl hat, dass der kritische Rezensent Recht hat und dass man eben nachbessern muss. Dieses Aua ist dann immer groß, aber richtig groß. Manche gehen dann damit so um, dass sie ganz offen und ehrlich dazu stehen, dass sie traurig sind. Das erfordert viel Mut und ist eine sehr starke Reaktion. Andere schützen sich dann eben durch Zynismus und banalisieren ihre Rezensenten. Pah, die verstehen mein Buch eben nicht und haben keine Ahnung, diese sogenannten Rezensenten!

Nur lässt man sich dann eben auch die Chance entgehen, darüber nachzudenken, ob nicht ein Fünkchen Wahrheit an der Kritik sein könnte und ob man da nicht besser mal mit arbeiten sollte, wenn man sein gekränktes Ego ein bisschen gepflegt hat. Das ist wohl die schwierigste Arbeit für Autoren überhaupt. Aber Rezensenten haben gegenüber uns Autoren einen entscheidenden Vorteil: Sie sind nicht so nah dran, sie sind nicht betriebsblind. Deswegen können sie einem mit einem »Ich sehe was, was du nicht siehst« aus der Patsche helfen.

Rezensionen und Marketing: Vorsicht, Falle!

Wie gesagt: Empfehlungsmarketing brummt ja. Über sich selbst kann man viel erzählen, aber Kunden finden (vollkommen zu Recht) die Meinung anderer Kunden eben glaubwürdiger als jede Werbestrategie, isso. Und nichts wirkt so unsexy wie ein Buch ohne Rezensionen. Der Markt »Buch gegen Rezension« blüht ja auch überall. Leserunden, Rezensionsgruppen auf Facebook und was weiß ich. Und als ich mit den Beziehungsstatus-Romanen an den Markt gegangen bin, hab ich mich natürlich auch schlau gemacht, was denn beim Autorenmarketing gerade so geht, klar. Aber wegen irgendwas bin ich zurückgezuckt und dachte: »Nee, lass mal lieber. Erstmal still beobachten, was da los ist!«, und heute bin ich saufroh, dass ich das gemacht habe. Weil nämlich immer deutlicher wird, wo die Fallen lauern.

Es gibt immer mehr Bücher, unter denen stehen zwanzig Fünf-Sterne-Rezensionen, die alle irgendwie homogen wirken. Da wird der Klappentext mehr oder weniger wiederholt, dann kommen Sätze wie »Ich fand das Buch flüssig zu lesen« oder »Die Autorin schreibt gut«. Das klingt so prickelnd wie ein Schulaufsatz. »Als wir den Ausflug gemacht haben, war das Wetter schön.« Hm. Wo sind da die Emotionen? Dafür wirft ein Blick auf den Verkaufsrang dann auch noch die Frage auf, ob das Buch im letzten Jahr überhaupt zwanzigmal verkauft wurde, denn ein Rang jenseits der 350.000 lässt nicht wirklich einen Bestseller vermuten. Ich weiß das, ich hab auch schon Ladenhüter-Zeiten erlebt! 😀

Und dann? Dann lässt der Autor oder die Autorin in seinem Rezensionsmarketing irgendwann nach und was passiert dann? Langsam tröpfeln organisch entstandene Rezensionen rein. Die fangen dann an mit Sätzen wie: »Ich hab mir das Buch aufgrund der vielen tollen Rezensionen gekauft und war sehr enttäuscht …« Autsch. Oder auf einem Portal, das der Autor marketingtechnisch nicht gepflegt hat (Social Selling etc.), weichen die Rezensionen krass von dem ab, was beim Riesen Amazon steht.

Und das ist genau die Falle beim Marketing mit Rezensionen, für Autoren wie Leser. Denn wir Menschen ticken ja so: Wenn wir was geschenkt kriegen, bedanken wir uns nicht mit einem Arschtritt. Noch nicht mal mit einer ehrlichen Meinung. Das ist nur menschlich, wir sind dann eben positiv voreingenommen. Das schmeichelt schließlich auch ungemein, wenn man um eine Meinung gebeten wird. Und so kommen, ob man das will oder nicht, Höflichkeitsrezensionen zustande, die uns Autoren nicht weiterhelfen und den Lesern auch nicht. Und wer einen Blick dafür hat, was zwischen den Zeilen los ist, der erkennt sowieso sofort, wann ein Buch Opfer einer übermotivierten Marketingstrategie ist, und wann Rezensionen organisch entstanden sind.

Tja. Das alles hab ich noch nicht so klar gesehen, als ich mich gegen aktives Marketing mit Rezensionen entschieden habe, ich wusste nur, dass ich ein Grummeln im Bauch hatte. Alles, was ich in der Richtung unternommen habe, ist die Bitte an meine Leser im Nachwort meiner Bücher, mir doch eine Rezension zu schenken, wenn sie das Buch gelesen haben. Aber ich bitte niemanden, meine Bücher zu lesen, um mich zu rezensieren. Für mein Gefühl würde ich damit den Gaul von hinten aufzäumen und mir selbst ins Knie schießen, weil ich immer das Gefühl hätte, das Ergebnis zu verfälschen und auf falsche Rezensionen reinzufallen.

Und auf meine ersten paar Rezis hab ich auch Wochen oder sogar Monate gewartet. Dafür steht aber auch in keiner meiner Rezensionen »Das Buch ist sehr flüssig zu lesen«. Bei mir stehen so Sachen wie »Soooookie, du coole Sau!«, »Diese Schweden Bande ist der Oberbrüller« oder ein stolzes: »Ich hab alle Bände gelesen!« Das ist alles so echt, lebendig und emotional, dass das Warten sich wirklich gelohnt hat. Ich bin einfach nur froh, dass ich der Versuchung, meine Rezensionen durch gezieltes Empfehlungsmarketing zu pushen, widerstanden habe.

Also, noch mal: Rezensionen sind dir ja wohl nicht so wichtig?

Nö! Rezensionen sind mir wahnsinnig wichtig. Wenn sie echt sind. Ich verschenke nur keine Bücher, um welche zu erhalten, weil ich dann immer im Hinterkopf hätte: »Das sagst du jetzt nur, weil ich dir das Buch geschenkt habe!« Das ist so ähnlich, wie wenn ich meiner Tochter sage: »Hach, du bist so klug und so hübsch und so einfach, rrrrra, ich bin so stolz auf dich!« Also eine Fünf-Sterne-Rezension. Dann lacht die und sagt: »Das sagst du nur, weil du meine Mutter bist!«

Natürlich bin ich als »Rezensentin« dann gekränkt, weil sie mich nicht ernst nimmt, aber ihr versteht, was ich meine. Irgendwie ist das ein Dilemma. Aber die Sache ist doch die: »Verschenke« ich Bücher für Leserunden auf dafür geschaffenen Portalen oder in Social Media Gruppen mit Gruppenregeln in der Art »14 Tage Zeit für eine Rezension«, gehen die Leser damit ein Commitment ein und müssen mein Buch jetzt lesen, ob sie da gerade Lust zu haben oder nicht. Und ich möchte gar nicht, dass mich jemand liest oder rezensiert, weil er sich verpflichtet fühlt.

Dann lieber weniger Rezensionen, aber dafür organische, die einfach zustande kommen, weil Leser aus ihrer Komfortzone kommen, weil sie denken: »Wenn ich das jetzt nicht irgendwem mitteile, platze ich!« Natürlich freue ich mich da auch viel mehr über fünf Sterne als über zwei, aber jede allein durchs Lesen motivierte Rezension ist auf ihre Art wertvoll, weil Leser damit ganz viel zurückgeben. Sie sagen nämlich damit: »Du hast mich emotional gepackt!«, und das ist schließlich das, was wir Autoren wollen. Oder? Wie seht ihr das?

P.S. DAS war jetzt echt schräg! Ein paar Stunden, nachdem dieser Artikel erschienen war, bekam ich folgende Rezension: „Habe das Buch aufgrund der positiven Bewertungen gekauft… leider, denn es ist das Geld nicht wert! Schwerfällige Versuche, komisch zu wirken. Das Werk einer Anfängerin?“, ein Stern. Offenbar bin ich irgendjemand ganz furchtbar auf den Schlips getreten, das tut mir sehr leid. Aber da kann man mal sehen, was Rezensionen für ein heißes Thema sind!

Bücherflashmob: Hasse ma’ne Mark?

Bücherflashmob: Hasse ma’ne Mark?

Ungelogen, ich bin jetzt total nervös! Dieser Bücherflashmob ist jetzt der Härtetest für meine Reichweite, also für euch! 😀 Weil – ich brauche mal eure Hilfe. Obwohl ich gerade neben mir stehe und eigentlich keine zusammenhängenden Sätze kann, also, schreiben. Sollte. Egal. Ich hab nämlich die ganze Nacht an einem epischen Trailer gebastelt und der geht so:

Bücherflashmob bei Sookie Hell!

Damit du weißt, worauf du dich da überhaupt einlässt …

Die Seite zum Buch findest du hier, aber die Startseite erzählt dir auch einiges über die Geschichte! Sieh dich ruhig erst in Ruhe um, bevor du den Mops unterstützt, ich freu mich ja immer über Besuch im Blog!

Öhm, ja. Was soll ich jetzt noch sagen? *tee schlürf* Äh, was ein Flashmob ist, wisst ihr alle. Alle kommen aus ihren Löchern, knubbeln sich kurz, haben Spaß, machen was Schräges und verschwinden wieder – in this case verschwinden sie im Idealfall, um „Beziehungsstatus 1“ zu lesen. Ein Bücherflashmob hat den Job, Algorithmen auszutricksen und alle Buchverkäufe, die sich sonst so auf den Monat verteilen, zu knubbeln, damit Amazon und Thalia denken: „Hö? Ist die berühmt oder was? Wieso hat uns das keiner gesagt?“ Und dann – flutsch! Rauscht der Mops in seiner Kategorie in die Top 100 und erlangt: Sichtbarkeit! Hach!

So weit der Plan. Aber natürlich kann ich einen Bücherflashmob nicht alleine durchführen, ist klar. Dass meine Stammleser das Buch schon haben, ist auch klar, sonst wären sie ja gar nicht in meinem Blog oder auf meinen Seiten, ist noch klarer. Ihr könnt mir aber trotzdem helfen! Also, äh, natürlich nur für den Fall, dass ihr der Meinung seid, dass meine Bücher cool sind und bekannter werden sollten. Teilt den Mops einfach wie die Wahnsinnigen, helft mir mit eurer Reichweite und dann gucken wir, was passiert! Das wird das geilste Mopsrennen des Jahres, ich schwör mit Blut!

Ja, gut, Möpse haben kurze Beine, aber so unrealistisch ist das gar nicht, dass er es in der Kategorie „eBooks Humor“ schafft, in die Top 100 zu kommen, der Wikinger hätte es nach seinem Erscheinen ganz ohne Bücherflashmob fast geschafft und die kostenlosen Sookies waren alle schon in der allgemeinen Top 100 für Noppes, vielleicht hat unser Mops ja tatsächlich eine Chance?

Ich stelle fest: Ein Bücherflashmob ist nichts für schwache Nerven!

Was hab ich mir da bloß bei gedacht? Was ist, wenn alle mich aufdringlich und doof finden und keiner mitmacht? *heul* Ich kann das jetzt noch löschen … Obwohl, halt! Atmen, Sookie, aaaatmen! Mir fällt da gerade eine Mini-Anekdote ein, die mich motiviert, nicht den Schwanz einzukneifen. Gestern hat eine sehr nette Frau, mit der ich mich in Buchgruppen auf FB manchmal unterhalte, in einem Kommentar erzählt, dass sie bei einem Polytreffen war, die Sprache auf meine Bücher kam und sich herausstellte, dass da ein Riesenfan von mir saß. Ob das „Riesenfan“ sich jetzt darauf bezog, dass der Herr 1,99 m groß ist oder ob er zu denen gehört, die alle meine Bücher gelesen haben, hab ich nicht gefragt, aber ihr versteht, was ich meine.

Man denkt als kleine Nischenautorin immer so: „Buhu, keiner kennt mich!“ und dann unterhalten sich irgendwo am anderen Ende der Welt Leute und einer sagt: „Die kenn ich!“. Ja. Das sind die Momente, wo man als Autorin Herzklopfen hat, weil man das Gefühl bekommt, dass die ganzen durchgemachten Nächte am Laptop sich gelohnt haben und dass die ganze Liebe, die da drinsteckt, nicht versickert, sondern irgendwo ankommt und Menschen berührt und zum Lachen bringt oder was weiß ich. Hm. Jetzt bin ich ganz gefühlig, das wollte ich eigentlich gar nicht. Lösch ich das jetzt wieder?

Scheiß drauf, ich starte jetzt den Bücherflashmob für den 16. und 17. September, das Büffet ist eröffnet!

Wir konzentrieren uns auf AMAZON und THALIA! Und lasst mir gerne einen Kommentar da, falls ihr mitmacht und das hier teilt, ich brauch das heute irgendwie! 😀

Buchtrailer selber erstellen – ohne zu verzweifeln

Buchtrailer selber erstellen – ohne zu verzweifeln

Weltbeste Follower und Neuankömmlinge! Bevor wir zum Thema Buchtrailer kommen, muss ich mich eben kurz entschuldigen für den Fall, dass ich euch zugespamt haben sollte, als ich den Blog optimiert und die bisher geilste Startseite meines Lebens gebaut habe (die immer noch nicht fertig ist), die ihr jetzt bitte hier bewundern sollt, wenn ihr nicht wollt, dass ich in Tränen ausbreche.

Nein, das war jetzt emotionale Ausbeutung und voll gemein. Ich fürchte aber, dass mein Jetpack-Mopped euch jedes mal eine Mail geschickt hat, wenn ich dafür einen neuen Beitrag erstellen musste und das waren einige. Gefühlte tausend, um genau zu sein. Ich sag nur: Nachtschichten! Dass ihr über jedes Pipifax-Gimmick informiert werdet, war aber gar nicht geplant. Falls es aber doch passiert sein sollte, erklärt das, wieso mir kostbare Abonnenten abgesprungen sind, während das Bauarbeiten-Schild vorm Blog hing! Ich wär da auch genervt gewesen! 😀

Für alle, die noch da sind: Heute machen wir mal zur Entspannung was richtig geiles! Wir setzen uns bescheuerte Baskenmützen auf, lassen uns einen zutzeligen Bart stehen (ja, auch die Frauen!), quarzen europäische Zigaretten wie Sven und Anna in emotionalen Ausnahmesituationen (die Nichtraucher mögen hier bitte zu Kaugummi-Zigaretten greifen, denn das ist enorm wichtig für die Authentizität!), denn heute widmen wir uns dem Thema Literaturverfilmung!

Buchtrailer – brauche ich als Autor Hühneraugen nicht dringender?

Nö! Das war nämlich so! Im Sommerloch kam ich auf die Idee, mich mit dem Thema »Buchtrailer selber erstellen« zu befassen, fasste mir ein Herz, fuchste mich in die Technik ein (iiiih, Technik!), fing dann an, kleine Filme zu basteln und ballerte das Internet damit gnadenlos zu. Dann kam die Neuerscheinung, es passierten wieder tausend andere Sachen und ich vergaß meine Buchtrailer, bis ich dann Ende August die Abrechnung für meine Buchverkäufe aus dem Juli bekam. Exklusive Amazon-Autoren fragen sich jetzt: »Hö? Wieso muss die so lange warten?«, aber bei meinem Distributor ist das nun mal so. Ich erfahre immer als Letzte, ob Leute meine Bücher kaufen! 😀

Jedenfalls saß ich dann ganz andächtig da und fragte mich: »Hö? Was war denn im Juli los, dass das so abgegangen ist, was hab ich da angestellt?« Ich grübelte, schlürfte Tee und dann fielen mir die Buchtrailer wieder ein. Und siehe da – die Buchverkäufe hatten sich locker verdoppelt. Das hat mehr gebracht als jede Preisaktion, ich schwör mit Blut! Und außer Zeit und Spaß hat mich das nichts gekostet, geil, oder? Deswegen hab ich mich weiter eingefuchst und vielleicht ist das ja auch für euch interessant – für meine Kolleginnen, aber auch für die Leser, die gern solche Trailer anklicken, um zu sehen, ob sie Lust auf ein Buch haben. Und damit ich mich nicht wieder verzettel, machen wir das jetzt hier einfach mal so super strukturiert, wie ich sonst nur für Geld schreibe! 😀

Vorüberlegungen zum Buchtrailer

Was brauchst du? Erst mal natürlich ein Buch, höhö. Obwohl – gibt es eigentlich auch schon Fan-Art-Buchtrailer? Das wär doch mal geil, falls sich einer meiner Leser berufen fühlt, meine Bücher als Fan-Art zu verfilmen, lasst es fließen! Egal, wo war ich? Deine Vorüberlegungen! Du kennst dein Buch ja besser als jeder andere, aber mir persönlich geht das dann oft so, dass ich total betriebsblind bin und auf die Frage: »Worum geht’s denn da?« nur mit einem knackigen: »Äääääh …« antworte. Das kommt natürlich bei einem Buchtrailer nicht besonders gut, deswegen hangeln wir uns jetzt mal an den Kernfragen entlang.

Wer ist die Zielgruppe für deinen Buchtrailer?

Das mit der Zielgruppe kennst du mit Sicherheit schon von Coverdesign, Klappentext, etc. Wer ist dein Wunschleser? Wen willst du mit einem furiosen Kawämm erreichen? Und jetzt kommt das Schöne an Buchtrailern – bei Klappentext und Cover hast du nur eine Chance, du hast ja in den Shops nur eine Produktseite und bist dadurch kreativ eingeschränkt. Je fokussierter du da bist, umso besser klappt das ja (ich muss da auch noch optimieren *seufz*).

Bei Buchtrailern kannst du aber die Zielgruppen besser differenzieren und dein Buch ist ja mit Sicherheit komplex genug, um verschiedene Leser auf verschiedenen Ebenen anzusprechen. Also: Schüchterne Jungs mit Brille lesen Harry Potter anders als naseweise kleine Mädchen mit fluffigen Haaren, ihr versteht, was ich meine. Beide Lesertypen haben die Bücher geliebt, aber sie lesen aus unterschiedlichen Gründen, weil sie sich mit verschiedenen Charakteren identifizieren.

Versuch also nicht, mit einem Buchtrailer alle anzusprechen, das klappt sowieso nicht, denn dann wird dein Trailer aussehen wie von der Stange. Tob dich lieber kreativ aus und erstelle einfach mehrere Trailer! Ich zeig dir mal an einem Beispiel, wie ich versucht habe, das umzusetzen. Und, äh, für alle, die mir jetzt wieder vorwerfen wollen, dass ich meinen eigenen Blog benutzte, um meine eigenen Bücher zu promoten – äh – lassen wir das einfach. Ich zeig euch jetzt einfach Trailer und dann bilden wir einen Sitzkreis und sprechen darüber! 😀

Das war glaub ich sogar mein allererster Versuch, einen Trailer zu bauen. Der kommt mir jetzt zu behäbig und langsam vor, aber ich wollte sicher sein, dass auch Leute an kleinen Monitoren alles mitbekommen! 😀 Jedenfalls ist hier Eugen die Hauptfigur des Trailers und mein Plan war, Leser anzusprechen, die gerne mal ausbrechen und den Mut aufbringen würden, etwas Neues zu wagen – und da ist das Lesen eines Beziehungsstatus-Romans ja gar nicht so verkehrt!

Wie ihr seht, richtet sich dieser Trailer – für dieselbe Buchreihe – an eine völlig andere Zielgruppe. Er soll ganz gezielt intelligente Frauen ansprechen, die ein komplexes Gefühlsleben haben und bei denen auch nicht immer alles so läuft, wie die CDU sich das vorstellt. Und wenn ich mir meine Leserinnen so ansehe, dann hat das auch ganz gut geklappt! 😀

Trotzdem gibt es bei beiden Trailern noch viel Verbesserungsbedarf, aber da kommen wir gleich zu. Wichtig ist erst mal nur, dass du verschiedene Leser auch verschieden ansprechen kannst und sogar solltest. Achte nur darauf, dass du keine Versprechen machst, die du nicht einhalten kannst und dass dein Buchtrailer die Grundidee transportiert, die die Leser dann auch wirklich durch das Buch begleitet.

Braucht ein Buchtrailer ein Drehbuch?

Yäp! Also, keine Panik, du musst jetzt nicht die ganze Story noch mal neu erfinden und einen Grafiker bezahlen, der dir ein Storyboard kritzelt, es geht nur um die Idee. Ich sehe immer wieder Buchtrailer, die mich leider nicht packen, weil sie viel zu global sind und alles und nichts sagen. Also, bei meinen Büchern wäre das zum Beispiel die Botschaft: »Anna und John verlieben sich ineinander, doch es kommt zu Problemen. Hat ihre Liebe trotzdem eine Chance?« Mööööp! Schon verloren! Da helfen auch keine Bilder von tollen Skylines und epische Musik – abgesehen davon, dass die Skylines in Ostfriesland eher von Wallhecken und Kühen gebildet werden, klingt das nach Groschenroman Nummer 4529584.

Wenn du als Autorin das Standing hast, dass deine Stammleser gerade das suchen und dir jede Neuerscheinung sofort in die Charts bringen, ist das natürlich geil, aber wenn du das nicht hast, musst du dich auf dein Alleinstellungsmerkmal konzentrieren und das dann auch rüberbringen – um die Leser zu erreichen, die genau deine Story wollen, weil sie anders ist! Wenn du das für dich klar hast, dann kommen der Elevator Pitch und der Hook! Iiiiih, das klingt nach Marketing! Yäp!

Elevator Flutsch? Was?

Pitch, es heißt Pitch! Ich konnte mit dem Wort auch nie was anfangen, bis ich irgendwo gelesen habe, dass Bill Gates angeblich tierisch gerne in seinen Firmenfahrstuhl steigt, um Leute zu piesacken und zwar mit der Frage: »Was tust du heute für mein Unternehmen?«

Tja. Wenn du jetzt rumstammelst und was von Nasebohren oder Bleistifte anspitzen erzählst, bist du weg vom Fenster. Wenn du aber flammend und punktgenau raus haust, wie sehr du gerade dafür brennst, Apple mal so richtig mit deiner Innovation in den Arsch zu treten, dann könnte es ja passieren, dass Mister Gates vergisst, an der Kantine auszusteigen, weil er mehr über deine Innovation hören will. Dann hast du es geschafft – du hast einen gelungenen Elevator Pitch abgeliefert! Mir persönlich gelingt das nie spontan, wenn ich bei Microsoft arbeiten würde, würde ich nie ohne Spickzettel in den Fahrstuhl steigen, aber Buchtrailer bastelt man ja zum Glück in Ruhe zu Hause.

Was ist also dein Elevator Pitch? Sollten Menschen dein Buch unbedingt lesen, weil du genau solche Vampir-Romane schreibst wie XY, die leider aber alle schon vor fünf Jahren gelesen haben und die jetzt total out sind? Oder handelt dein Vampir-Roman vielleicht mal von einem Vampir, der total geflasht ist von den Fähigkeiten einer Menschenfrau? Bei Sonne vor die Tür gehen? Gefühle haben? Einen Vampir total unsexy finden, weil er so immer so gefühlskalt ist? Oder müssen deine Vampire eine geheime Umweltorganisation gründen, um das verfickte Ozonloch dieser verantwortungslosen Menschen zu stopfen? Was? Hä? Lass deinen Trailer erzählen, wieso Vampir-Roman-Fans deinem Vampir eine Chance geben sollten!

Der Hook im Buchtrailer – du brauchst also einen Piratenkapitän mit Enterhaken-Klaue?

Yäp! Leg einen Köder aus, damit sie anbeißen. Tease sie, mach sie neugierig und verrate so viel, wie sie wissen müssen, aber nur so viel wie nötig, denn die wenigsten Leser stehen ja auf Spoiler. Wer will schon die letzte Seite zuerst lesen? Erzähl deine Story im Buchtrailer am besten so, dass die Stimmung rüberkommt und die Spannungspitzen angedeutet werden, aber auch so, dass es noch so oder so ausgehen könnte. Lass sie, yeah, mit einer offenen Frage in der Luft baumeln, hihi!

Ich hab das in diesem Beispiel so versucht: Buchtrailer zu Beziehungsstatus 3:

Tja. Watt issen nu eine Bromance? Klar, kann man googeln, aber kann man das beim Googeln erleben? Und was hat das mit Wikingern und Polyamorie zu tun? Ich hab den Buchtrailer zwar noch nicht getestet, aber ich bin gespannt, was passiert, wenn ich ihn ins Netz werfe. Diesen Trailer zu Beziehungsstatus 3 zu basteln hat übrigens tierischen Spaß gemacht (weil ich für die Technik nicht mehr nachdenken musste, höhö!) und mich gleichzeitig vor neue Herausforderungen gestellt. Bisher hatte ich nur Buchtrailer zum »Gesamtkunstwerk« erstellt, aber jetzt wollte ich die Geschichte eines bestimmten Bands mit einfließen lassen. Kniffelig, wenn man die Stimmung transportieren, aber Neulesern nicht den Spaß an Band 1 und 2 verderben will. Ich hoffe mal, das Teil floppt nicht. So, jetzt haben wir uns mit dem Inhalt befasst, jetzt kommt der langweilige Teil: Die Technik! 😀

Buchtrailer erstellen ohne Budget

Geht, ist überhaupt kein Ding, wenn du kreativ bist – was du als Autor sowieso bist – und ein bisschen Geduld hast zum Fummeln und Ausprobieren. Folgende Programme und Gimmicks hab ich benutzt:

Windows Movie Maker

Ich bin ja Volltrottel und Hobby-Buchtrailer-Erstellerin, also fand ich den Windows Movie Maker für die ersten Versuche völlig ausreichend. Wenn man damit arbeitet, fallen einem zwar immer mehr Funktionen ein, die man bei dem Programm gern noch hätte, aber einem geschenkten Barsch guckt man nicht hinter die Kiemen. Ich hab zwar überall gelesen, dass der Movie Maker auf sämtlichen Windows-Rechnern vorinstalliert ist, bei mir war er das aber gar nicht, also hab ich ihn hier runtergeladen. Wie das Ding funktioniert, hab ich mit ein paar einfachen Tutorials auf YouTube gelernt und dann einfach »Lörning bei Do-ing« gemacht. Es gibt für alles einen Back-Button!

Bild- und Videomaterial

Wenn ihr mal lizenzfreie Bilder googelt oder kostenlose Bilder, dann stellt ihr fest, dass sich schon viele Blogger die Mühe gemacht haben, Listen zusammenzustellen, durch die ihr euch durchklicken könnt, zum Beispiel hier und hier. Ich persönlich treibe mich meistens auf Pixabay rum, man darf nur nicht den Fehler machen, so grobe Suchbegriffe wie »Mann« oder »Frau« einzugeben – das tun nämlich verdammt viele Leute und dann nutzt du auch genau dasselbe Bildmaterial wie verdammt viele Leute. Diese junge Dame mit der Wunderkerze ist zum Beispiel so ein Fall. Jeder Blogger denkt da sofort an die Voreinstellungen eines WordPress-Themes.

Lizenzfreie Bilder für Buchtrailer

Natürlich besteht bei kostenlosen Stockfotos immer die Gefahr, dass man denkt: »Mist, da hat einer dasselbe Foto wie ich!«, aber wenn das mal passiert, ist das nicht so schlimm, wie wenn das Foto quasi schon selbst zu Marke geworden ist. Wenn man aber nicht ganz so offensichtliche Suchbegriffe eingibt, kann man Glück haben und Bilder finden, die man nicht schon tausendmal gesehen hat und die passen wie Arsch auf Eimer. Das Bild, das ich für Anna verwende, hab ich zum Beispiel unter dem Suchbegriff »Haare« gefunden. Ich persönlich finde es grundsätzlich immer cool, Bilder zu wählen, die noch Raum für die Fantasie lassen. Was mir gefällt, muss ja meinen Lesern noch lange nicht gefallen, vielleicht stellen die sich meine Hauptfiguren ja ganz anders vor als ich.

Das Sahnehäubchen – der Soundtrack des Buchtrailers!

Bilder auszusuchen macht schon tierisch viel Spaß, ich kann da stundenlang hängenbleiben und manchmal reift die Idee zum »Drehbuch« auch erst richtig aus, wenn ich Bilder sehe, die in meine Geschichte passen. Aber noch viel geiler finde ich es, mich durch Audiodateien zu klicken! Lizenzfreie Musik ist jetzt leider nicht immer sooo der Knaller, aber wenn man sich Zeit nimmt, findet auch bei den für kommerzielle Zwecke verwendbaren Stücken richtig cooles Zeug, das die Stimmung eines Buchtrailers transportiert. Ich suche immer zuerst hier, aber man kann auch bei YouTube im Video-Manager unter Video-Tools in der Audio-Bibliothek cooles Zeug finden. Musik bringt die Stimmung noch mal ganz anders rüber als pure Bilder, also nimm eine Datei erst, wenn du das sichere Gefühl hast: »Yeaaaaah! Geil!«

Der schwierigste Teil: Den Buchtrailer verbreiten

Ja, äh, jetzt könnte ich eine psychologische Abhandlung darüber schreiben, wie sehr uns das Sprichwort »Eigenlob stinkt!« geschadet hat, aber das wäre jetzt ja gar nicht ziiiielführend, nä? Fakt ist ja, dass Autoren einfach keine Rampensäue sind, sonst hätten sie sich für darstellende Künste entschieden, anstatt im stillen Kämmerlein zu arbeiten. Weil ich so harmoniesüchtig bin und immer will, dass alle sich lieb haben, hätte ich jetzt auch fast gesagt: »Lass dich von deinen Selbstzweifeln nicht ausbremsen!«, aber: Nö. Inzwischen sehe ich das anders.

Mir ging das zum Beispiel so mit der ersten Auflage der Beziehungsstatus-Romane. Ich hatte tierische Hemmungen, Werbung zu machen. Natürlich, weil meine Lehrer früher immer gemein zu mir waren und meine Mutter immer gesagt hat, ich muss mich mehr anstrengen, klar. *jammer* *wunden leck* *alle blöd find*

Tja. Dann wurde mir aber klar, dass meine Zweifel tatsächlich Gründe hatten, die auch in meiner Arbeit lagen. Die Zielrichtung war mir zu schwammig, die Aussage nicht klar genug, die Cover zu popelig, da waren einfach noch so ein paar Punkte, mit denen ich mich nicht ganz wohlgefühlt habe und die ich optimieren musste. Also hab ich so lange Arbeit in das Projekt gesteckt, bis ich das Gefühl hatte, ab jetzt ist es okay. Komplett neue Cover, umfassende Überarbeitung der Inhalte, das für mich ganz wichtige Prequel, neue Klappentexte. Das hab ich so lange gemacht, bis ich das Gefühl hatte: Jetzt ist es okay genug, um auch mal auf die Kacke zu hauen. Allen gefallen kann und will ich eh nicht, aber mir muss es gefallen, dann stehe ich auch voll dahinter. Ich sag jetzt nicht, dass es bei euch noch was zu optimieren gibt, aber für mich persönlich war das so.

Diese Fragen im Kopf! Was sollen meine Facebookfreunde denn von mir denken, wenn sie fünfmal angezeigt bekommen, dass ich was in einer Gruppe gepostet habe! Jetzt mal ohne Witz: Ich hab euch alle lieb, aber wer genervt ist, kann ja das Abo meiner Beiträge abstellen oder mich entfreunden, das ist doch völlig okay! Mir ist ehrlich gesagt inzwischen wichtiger, dass ich meine Leser erreiche, dafür mache ich das schließlich! Das wollte ich nur mal gesagt haben! 😀

Portale richtig bespielen und Buchtrailer hochladen

Also: Die Verbreitung des Buchtrailers solltest du doppelt aufstellen. Zum einen natürlich auf YouTube, denn von da aus kannst du ja ins gesamte Web verlinken, zum Beispiel auf deinen Blog, hehe! Facebook dagegen bespiele ich einzeln. Ich hatte mich total oft gewundert, wieso ich eine winzige Reichweite habe, wenn ich auf YouTube ein Video toll finde und das auf meiner Facebook-Seite teile. Dann wurde mir angezeigt, dass das fünfzehn Leute gesehen haben. Frustrierend.

Dann hab ich gelesen, dass Facebook »eigenen« Content, also direkt beim Herrn Zuckerzwerg hochgeladene Bilder und Videos, bevorzugt behandelt. Und siehe da, mit direkt bei FB hochgeladenen Buchtrailern erziele ich Reichweiten weit über tausend, wenn ich das Video auf meine Seite stelle und von da aus in ein paar Gruppen teile. Schräg, oder? Wollte ich nur mal erwähnt haben.

Ich weiß nicht, wie andere Portale das handhaben, aber grundsätzlich geht der Trend ja zum »User auf der Seite einsperren und Inhalte für sich behalten«, auf Google+ zum Beispiel ist die Funktion verschwunden, mit der man Inhalte mal eben seinen FB-Freunden zeigen kann. Also verteilt man seinen Content wohl besser direkt auf den Portalen. Tjaja, solche Sachen muss man wissen, wenn man sich im Internet wichtig machen will!

Ich persönlich hab mich jetzt für heute genug wichtig gemacht, ich hoffe, ihr konntet was mit meinen Erfahrungen anfangen und wenn ihr selbst jetzt sabbert und auch einen Buchtrailer basteln wollt, dann lasst mich wissen, was draus geworden ist! Fühlt euch frei, euren inneren Chabrol von der Leine zu lassen oder – wie Anna sagen würde – euren Fellatio Fellini. »Verfilmt« euer Buch, habt Spaß dabei und dann haut den Buchtrailer raus!