Nicht-Beziehung? Wie Neunziger …

Nicht-Beziehung? Wie Neunziger …

Nicht-Beziehung fürs Leben
Die Nicht-Beziehung fürs Leben!

Ihr lieben Menschen! Ich stolperte neulich in einer Polyamorie-Gruppe über den Link zu einem Artikel über Nicht-Beziehungen. Also, nur zur Klarheit: Polyamorie ist das krasse Gegenteil einer Nicht-Beziehung, deswegen wurde das da auch diskutiert! 😀

Aber dieses Wort blieb bei mir hängen und beschäftigt mich jetzt seit Tagen und darüber denken wir jetzt mal bei einer Tasse Tee zusammen nach! Ich frage mich nämlich:

Wie zur Hölle führt man eine Nicht-Beziehung?

Für mich ist das vergleichbar mit Kommunikation. Kunststück, Beziehungen bestehen ja aus Kommunikation. Und, um mal Watzlawick an seinen Axiomen herbeizuziehen: Man kann nicht nicht kommunizieren. Das klappt einfach nicht. Jeder, der schon mal einen Soziopathen kannte, der die Kommunikation »verweigert«, hat festgestellt, dass der trotzdem kommuniziert. Und zwar, dass er »nix« hat und man jetzt mal schön selber nachdenken soll! Gruselig, solche Leute, aber weit verbreitet! 😀

Oder diese Menschen, die andere mit voller Absicht ignorieren. Das ist auch sehr lustig. Man spürt sofort den Unterschied zwischen »Hm, die hat mich wohl einfach nicht gesehen!« und der Aussage: »So, Frollein, ich bestrafe dich gerade mit Liebesentzug, jetzt schäm dich mal ordentlich!« Und dabei verstehen solche Leute ja immer nie, dass sie das Gegenteil der beabsichtigten Botschaft senden, wenn sie sich volle Lutsche anstrengen, einem zu zeigen, wie egal man ihnen ist. 😀

Egal. Kommunikation ist immer da, sobald ein Sender und ein Empfänger aufeinandertreffen. Und mit Beziehungen ist das auch so. (Deswegen ist es auch für viele Menschen so schwierig, eine gute Beziehung zu sich selbst aufzubauen. Immer zum Spiegel zu rennen, um sein »Gegenüber« mal zu sehen, ist solchen Leuten einfach zu anstrengend!) Daher grüble ich jetzt seit Tagen über dieses Ding mit der Nicht-Beziehung nach. Man kann nicht nicht eine Nicht-Beziehung haben! Äh …

Man kann nicht eine Nicht-Beziehung nicht haben? Wartet, ich komm noch mal rein … Äh, also! Man kann ja keine Beziehung nicht haben! Oder? Hä? Ihr macht mich ganz bekloppt, Kinnings! Also … jetzt hab ich es! Weil man keine Nicht-Beziehung … Jetzt hab ich es! Aber diesmal wirklich! Man hat immer eine Beziehung! schnauf

Dieses ganze Negativ-Gedöns bringt mich ganz durcheinander und das – ha, ich hab ihn! – ist der Kern der Sache. Das defizitorientierte Denken bringt uns dazu, Nicht-Beziehungen zu führen und das verursacht Aua. Isso. Denn um auf so Wörter wie Nicht-Beziehung überhaupt zu kommen, muss man ja erst mal ein Bild davon haben, was eine Beziehung überhaupt ist. These, Antithese. Und deswegen hat das neue Trend-Wort mich so verwirrt. Ich dachte, wir hätten die Zweigleisigkeit des Entweder-Oder-Denkens langsam mal hinter uns. Spätestens, seit Hegel das Wort »Synthese« in den Ring geworfen hat, hätten wir doch anfangen können, mal das duale Denken zu erweitern, aber: Nö.

Was ist eine Beziehung?

Tja. Ich naives Schaf behaupte ja einfach: Ich hab eine zu jedem Menschen, den ich kenne. Sogar zu dem riesigen rothaarigen Kater, der irgendwo in der Nachbarschaft wohnt und mich manchmal besuchen kommt. Wir haben den »Herr Hetfield« gerauft, weil er aussieht, wie der Frontmann von Metallica. Und falls ihr immer schon mal davon geträumt habt, James Hetfield auf dem Schoß zu haben, vergesst es!

Er beißt sich in eurem T-Shirt fest, sabbert wie ein Baby und stratzelt dann Augen rollend und schnurrend mit den Krallen in eurem zarten Bauchspeck rum, also, das ist gar nicht so toll, wie man immer meint. Aber trotz unserer unterschiedlichen Bedürfnislagen »Iiiiih, du Sau, sabber mein Shirt nicht voll!« und »Schnurrrrrrr«, haben er und ich ja eine Beziehung und arrangieren uns irgendwie. Ich würde niemals auf die Idee kommen, die Gefühle dieses Katers zu verletzen, indem ich sage: Wir haben eine Nicht-Beziehung!

Nach den Maßstäben von Rosamunde Pilcher und der gesamten Sonntag-Abend-im-ZDF-Liga haben dieser Kater und ich selbstverständlich keine Beziehung, denn da gibt es ja ganz klare Parameter, an die man sich halten kann! Was praktisch ist, auf jeden Fall! Denn dank dieser Parameter weiß man immer genau, wann man geliebt wird und muss nicht auf das eigene Gefühl hören. Das könnte sich ja als verwirrend erweisen, also ist es besser, wenn man klare Regeln hat, die außerhalb der eigenen Person liegen und an die sich alle halten. Liste? Liste!

Es ist Liebe, wenn …

  • … dein Gefühl exklusiv ist, wie beim Highlander: Es kann nur einen geben!
  • … alle anderen Menschen für dich so sexy sind wie unmarinierte Tofuwürfel.
  • … es für immer ist und das Gefühl immer so bleibt wie am ersten Tag! Falls nicht, war es wohl nicht der Richtige, also weitersuchen!
  • … der Gleichklang zweier Seelen immer im Takt schwingt. Wenn einer Bock auf Pizza hat und der andere vorsichtig sagt: »Och, ich hätte auch mal Lust auf Kartöffelchen!«, ist das ein ernstes Warnzeichen und es wird Zeit, eine Frauenzeitschrift zu kaufen und Beziehungstipps zu lesen!
  • … du den Drang verspürst, einen Bausparvertrag abzuschließen.
  • … du Paul Anka hören kannst, ohne zu lachen.

Ja, gut, der letzte Punkt war ausgedacht. Ich muss immer lachen, wenn ich Paul Anka höre. Bei »You are my destiny« ist bei mir so was von Feierabend, ich weiß nicht, wen ihr mir da nackend auffen Bauch binden müsstet, damit ich nicht vor Lachen von der Couch falle.

Egal, also Fakt ist: Es gibt eben Richtlinien, an denen wir erkennen können, ob wir eine Beziehung haben oder nicht. Tja. Ich zum Beispiel war aufgrund dieser Richtlinien wohl zu 98 % meines Lebens dann eben Single. Nee, 100 %. Ich hatte nie einen Bausparvertrag. Gut. Jetzt haben wir das Wort Beziehung schön lecker eingegrenzt und können weitermachen, puh!

Wieso kommen Menschen auf die Idee, eine Nicht-Beziehung zu führen?

Gehirnwäsche sitzt ja richtig tief, da sind wir uns alle einig. Selbst eine Gehirnwäsche bei 30° kann dazu führen, dass ein Gehirn einläuft. Und schon können wir nur noch ganz klitzekleine Sachen denken. Zum Beispiel eben den Gedanken, dass ein Gefühl nur dann Liebe ist, wenn wir alle Parameter erfüllen. Oder dass die Liebe schon kommen wird, wenn wir erst mal den Bausparvertrag abschließen und eine XXL-Pizza für zwei bestellen, obwohl wir ja eigentlich doch viel lieber, also, so ein paar feine Kartöffelchen mit Soße … egal. Die Baukastenliebe muss auch richtig zusammengebaut werden!

Und spätestens nach der dritten Liebe fürs Leben werden die Menschen dann irgendwie misstrauisch. Wir fragen uns irgendwann, wie lange »immer« für diesmal hält. Wer das nicht tut, der ist, ich sag das jetzt mal ganz vorsichtig, in meinen Augen … total naiv. Von daher finde ich, dass die Nicht-Beziehung schon mal auf einen Lernschritt hinweist. Man sagt ja damit: »Also, äh, diese Baukastenliebe für die Ewigkeit ist mir ein paar mal gescheitert, ich will dir da jetzt lieber nichts versprechen, was ich hinterher vielleicht nicht halten kann.« Das finde ich persönlich eher klug als verantwortungslos. Was mir da Sorge macht: Warum immer so negativ? Wir haben doch heute ganz andere Optionen!

Negative Sprache weckt negative Gefühle

»Ich will mit dir keine Beziehung!« ist abwertend, negierend, verletzend. Das Wort Nicht-Beziehung ist verletzend. Wir alle haben dieses Negativdenken ganz tief in unseren Köpfen. Buhuhu, er will keinen Bausparvertrag abschließen, er liebt mich nicht! Noch viel, viel schlimmer: Er will keine Exklusivität, da ist aber Panhas am Schwenkmast! Da stemmen alle deine Freundinnen (von denen du weißt, dass die heimlich fremdgehen), empört die Hände in die Hüften und rufen aus: »Das Schwein! Du hast wirklich was Besseres verdient!«

Falls du dann wagst anzumerken, dass du es eigentlich ganz cool fändest, mal drüber nachzudenken, dass du dann nicht für alle seine Bedürfnisse rund um die Uhr allein verantwortlich bist und auch mal … nee. Das wird jetzt zu radikal. 😀 Fakt ist: Wir sind alle darauf fixiert, emotional in den Miesen zu sein. Wir starren ständig auf das, was wir nicht kriegen. Nämlich eine „richtige“ Beziehung. Weil wir die Liebe nach Ausschlusskriterien festnageln, klammern wir uns immer an das, was nicht ist. Und wenn wir so defizitorientiert sind, verharren wir in einer passiven Opferrolle.

Als ich noch jung und knusprig war …

Ja, war ich, da braucht ihr jetzt gar nicht zu lachen! Das war sogar ziemlich geil damals, nach dem Krieg. Nach welchem? Irgendwann nach dem zweiten Golfkrieg. Die Kerle hatten Matten bis zum Arsch, trugen Lederhosen und die Tattoos sahen endlich nach was aus, nicht mehr diese selbst gestochenen Grabhügelkreuze der Vorgängergeneration, und dann auch noch mit falschem Schattenwurf, buah!

Und damals hatten wir alle die ersten großen Teenagerlieben hinter uns und stolperten orientierungslos durch die Clubs und über die Festivals. Keiner glaubte mehr an den Mythos von der ewigen Liebe, aber wir wussten auch nicht, dass es Alternativen gibt. Denn Hippie wollte ja auch keiner sein, dass die »Freie Liebe« gescheitert war, wusste ja jeder. Also waren auch wir defizitorientiert und verletzend. Man lernte sich kennen, grinste sich an, schnupperte und sagte am ersten Abend: »Ich will keine Beziehung!«

Tatsache war aber: Wir hatten dann aber welche! In der Praxis! Und nach einer Phase der Unsicherheit und Angst, in der wir uns alle gegenseitig hilflos verletzten mit Ansagen wie: »Ich will keinen Bausparvertrag, also liebe ich dich nicht!«, hatte ich irgendwie, ohne es zu merken, gelernt, mit Freiheit umzugehen. Und ich kann jetzt rückblickend sagen: Das war ein verdammt wichtiger Knackpunkt. Ich hörte auf, mich an diese strunzdummen Dogmen zu klammern und fing einfach an zu leben.

Ich machte mich frei von dem Gedanken, dass ich nur was wert bin, wenn ich einen »abkriege«. Und, boar, war das befreiend! Das hatte dann sogar den Effekt, dass ich mehr abkriegte, als ich geplant hatte. Weil ich aufgehört hatte, zu bewerten, wann eine Beziehung eine ist und wann nicht, hatte ich dann irgendwie mehrere. Heute würde ich das, was ich damals schon gelebt habe, ganz klar als Polyamorie bezeichnen. Es war wirklich Liebe, die sich auch so anfühlte (na ja, bis auf die Sache mit Paul Anka, aber irgendwo hat jeder seine Grenzen), es war langfristig und es war vollkommen transparent.

Wir hatten nur noch kein Wort dafür. Da kostete eine Stunde Internet auch noch sechs Mark, aber es stand auch noch nichts drin, im Internet, man bekam da eigentlich nur AOL-Telegramme mit Anfragen wie: »Luts zum fieken?« oder »Stest du auf füsse?«, das war gar nicht so erquicklich, wie man immer meint. Doch, da hat sich mit der digitalen Evolution schon einiges getan. Aber Recherche war da eben noch ein bisschen schwieriger und bestell dir mal ein Buch über ein Wort, das du noch nie gehört hast!

Dann tauchte auch immer öfter der Begriff »offene Beziehung« auf, aber uuuh, war der negativ besetzt, boar! Mit dem Begriff ruderten nämlich damals immer die Klappspaten rum, die erst auf Monogamie pochten und dann fremdgingen. Dann hieß es: »Ab jetzt haben wir eine offene Beziehung, ich hab übrigens mit einer anderen geschlafen!« Seitdem hab ich kein Vertrauen mehr in Leute, die ständig von Treue labern, das sind die Schlimmsten! 😀

Rückschritt immer, vorwärts nimmer?

So. Jedenfalls hatte ich die Erfahrung gemacht, dass uns positiv besetzte Worte gefehlt haben und dadurch haben wir uns oft verletzt. »Ich will mit dir keine Beziehung!«, tut wahnsinnig weh. »Ich liebe es, die ganze Nacht mit dir zu kuscheln und alte Schwarzweißklassiker zu gucken, aber ich will keinen Bausparvertrag!«, tut nicht weh, sondern ist schön. Weil es eine positive Sichtweise hat, man freut sich dann einfach knubbelig über das, was man hat, kann sich ein Stück Pizza nehmen und fragen: »Film Noir oder Screwball-Komödie, wonach ist dir heute?«

Aber da mussten wir selbst drauf kommen. Aus Mangel an Worten mussten wir auch alles immer komplett neu aushandeln. Heute kann man sagen: »Ich bin polyamor!«, »Ich will Beziehungsanarchie, also lass uns einfach mal verhandeln!« und neulich wurde mein Blog sogar gefunden über die Suchanfrage »Beziehungsstatus ich mag Einhörner«. Ja, man kann heute Einhörner mögen oder sogar sagen: »Ich bin sapiosexuell, wenn nur blöde Leute um mich rum sind, werd ich einfach nicht scharf!« 😀

Es GIBT heute Worte für alles, wir können alles in konstruktive Worte fassen, die Bedürfnisse äußern und unserem Gegenüber sagen: »Ich bin so und so, ich möchte dies und das, was möchtest du, willst du mitmachen?« Da weiß jeder, wo er dran ist und kann frei entscheiden, ob er das will oder eben nicht. Wozu brauchen wir dann ein Negativ-Trendwort wie Nicht-Beziehung? Man muss sich ja nicht gleich auf ein Wort wie Polyamorie festlegen, aber wie wäre es mit: »Ich möchte keine Beziehung im herkömmlichen Sinne, ich möchte gerne eine Beziehung mit dir, die zu uns passt! Können wir mal reden, wie wir das machen?«

Heißt Nicht-Beziehung keine Verantwortung?

Schon wieder so ein unglaublich negatives Paradoxon. Die Autorin des oben verlinkten Artikels schreibt: »Eine Generation, die Nicht-Beziehungen als neue Kategorie erlebt, ist nämlich auch feige. Beziehung heißt Verantwortung, heißt Verpflichtung. Heißt: Ich stehe Dir bei. Ich kümmere mich um Dich. Ich bin da, versprochen. Das ist Nicht-Beziehungs-Menschen zu viel. Sie wollen schon auch kuscheln und sorgen, aber vor allem wissen, wo der Notausgang ist.«

Ich muss zugeben, da hab ich dezent mit den Augen gerollt. Wer sich nicht in das Hollywood-Schema pressen lässt und ewige Liebe verspricht, ist automatisch feige und nicht bereit, Verpflichtungen einzugehen. Schublade auf, zack, rein, Schublade zu. Ich kenne Menschen, die sich nicht ins Beziehungsschema pressen lassen und nichts versprechen, und wenn du die brauchst, sind die einfach da. Und ich kenne Menschen, die machen Kniefälle, schwören wer weiß was und biegen um die nächste Ecke und vergessen deinen Namen, wenn ihnen danach ist.

Da wird wieder pauschalisiert und die Beziehung wird abgegrenzt von der Nicht-Beziehung als das Modell, das Sicherheit verspricht. Weil – da macht jemand ein Versprechen. Manche Leute haben sich aber auch einfach nur versprochen, als sie was versprochen haben. Die in diesem Denkmuster geforderte Sicherheit gibt es einfach nicht.

Generation Nicht-Beziehung?

Hallo, können wir hier bitte noch etwas mehr Beton haben? Wir müssen das Klischee zementieren! Ja. Generationenproblem, wenn ich das schon höre! Als wäre das Scheitern an der überfrachteten Hollywood-Liebe neu! Jede Generation hat das Problem, nur werden die Freiheiten größer, sich damit auseinanderzusetzen und konstruktivere Wege zu suchen, zum Glück! Aber irgendwo in dem Artikel steht: »Versucht das mal euren Großeltern zu erklären!«

Wenn ich das Alter der Autorin, die Ansprache des Lesepublikums und die Zielgruppe der Seite richtig einschätze, dann müsste das die Großeltern-Generation sein, die die sexuelle Revolution angestoßen hat oder die alles entschuldigt mit: »Mein Gott, es waren die Siebziger!« 😀

Und die Generationen davor hatten noch ganz andere Probleme! Die Eltern der Großeltern haben ihre Kindheit im Luftschutzkeller verbracht und wer weiß was für Ängste verdrängt, deren Eltern haben »von nichts gewusst«, Vaddern kam mit einer Kriegsneurose irgendwann wieder nach Hause, falls er überhaupt kam, und was Muddern alles durchgestanden hatte, wurde sowieso nie erwähnt. Das waren schweigende, traumatisierte Generationen, wie gefühlvoll können deren Beziehungen gewesen sein? Ich denke, da haben viel mehr Paare eine Nicht-Beziehung geführt, nur waren die eben verheiratet.

Nicht Beziehung

Ich glaube einfach nicht an den Mythos, dass Führer … na, früher alles besser war und dass die Menschen ja »damals«, wann immer das war, durch ihr Verantwortungsbewusstsein viel erfülltere Beziehungen geführt haben als die »Generation Nicht-Beziehung«, das halte ich für pure Nostalgie. Ständig steigende Scheidungsraten heißen nicht automatisch, dass Beziehungen früher schöner waren, es heißt nur, dass die Leute sich früher nicht scheiden ließen.

Ich denke viel mehr, dass wir das Wort Verantwortung in Beziehungen mal überdenken müssen! Gerade eben habe ich zum Beispiel wieder Werbung für ein Buch gesehen: »Lesen Sie einen fesselnden Roman über eine Frau, die bereit ist, alles für die Liebe ihres Lebens aufzugeben!« Auch noch nach einer wahren Begebenheit.

Die Moral des Buches ist: Was hab ich in dem Schwein nur gesehen, pfui! Und für den hab ich alles aufgegeben, ich lass mich jetzt scheiden! Langer Leidensweg, enttäuschte Liebe, blabla, so was zählt heute als Befreiungsroman für die moderne Frau. Die moderne Frau gibt sich komplett auf, aus Liebe macht man das so. Oh, nee, immer noch? Yäp! Und wenn er dann nicht all ihre Bedürfnisse befriedigt, als wäre sie ein hilfloses Baby, ist er eben der Arsch, aber die Traumhochzeit war ja trotzdem ganz schön. Aber die moralisch saubere Heldin ist immer noch die, die alles aufgibt für die Liebe! Wer aus »Liebe« seine Eigenverantwortung komplett abgibt, wie soll der Verantwortung in einer Beziehung tragen, hä? Versteh ich nicht!

»Denn eine Nicht-Beziehung ist eine Harmonieversicherung für Menschen, die vor allem gemocht werden möchten. Wer eine Nicht-Beziehung beendet, macht ja mit niemandem Schluss und muss sich deswegen auch keine Vorwürfe anhören.«

Hm. Ja. Das steht da auch in dem Artikel. Ich denke, das soll sarkastisch sein, oder interpretiere ich das falsch? Sarkasmus wäre da auch angebracht, aber ist das wirklich so einfach? Geht man eine Nicht-Beziehung ein, damit man sich keine Vorwürfe anhören muss? Wäre es dem in dem Artikel beschriebenen Nicht-Beziehungs-Menschen nicht eh komplett egal, wenn ihm jemand Vorwürfe macht? Wozu sollte jemand Vorwürfe annehmen, der so tickt?

Ist es nicht eher so, dass inzwischen viele Menschen die Verantwortung übernehmen, flexiblere Beziehungsmodelle zu suchen, weil sie sich selbst Vorwürfe machen, falls sie jemanden verletzen? Und bei aller Nicht-Liebe zu dem Nicht-Wort Nicht-Beziehung: Mir ist da eine selbstreflektierte Nicht-Beziehung immer noch lieber als ein serieller Monogamist, der den Himmel auf Erden verspricht und dann nach zwei Jahren in die nächste monogame Beziehung verschwindet. Echt jetzt! 😀

Aber glücklicherweise haben wir heute auch positive Worte, mit denen wir sagen können, was wir wollen. Nicht nur Nicht-Worte, mit denen wir sagen können, was wir nicht wollen. Mir persönlich gefällt das Wort Liebe immer noch am besten. Und die Parameter kann dann ja wohl jedes Paar selbst festlegen! Hach, das war jetzt ein schönes Ende.

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Bücherflashmob: Hasse ma’ne Mark?

Bücherflashmob: Hasse ma’ne Mark?

Ungelogen, ich bin jetzt total nervös! Dieser Bücherflashmob ist jetzt der Härtetest für meine Reichweite, also für euch! 😀 Weil – ich brauche mal eure Hilfe. Obwohl ich gerade neben mir stehe und eigentlich keine zusammenhängenden Sätze kann, also, schreiben. Sollte. Egal. Ich hab nämlich die ganze Nacht an einem epischen Trailer gebastelt und der geht so:

Bücherflashmob bei Sookie Hell!

Damit du weißt, worauf du dich da überhaupt einlässt …

Die Seite zum Buch findest du hier, aber die Startseite erzählt dir auch einiges über die Geschichte! Sieh dich ruhig erst in Ruhe um, bevor du den Mops unterstützt, ich freu mich ja immer über Besuch im Blog!

Öhm, ja. Was soll ich jetzt noch sagen? *tee schlürf* Äh, was ein Flashmob ist, wisst ihr alle. Alle kommen aus ihren Löchern, knubbeln sich kurz, haben Spaß, machen was Schräges und verschwinden wieder – in this case verschwinden sie im Idealfall, um „Beziehungsstatus 1“ zu lesen. Ein Bücherflashmob hat den Job, Algorithmen auszutricksen und alle Buchverkäufe, die sich sonst so auf den Monat verteilen, zu knubbeln, damit Amazon und Thalia denken: „Hö? Ist die berühmt oder was? Wieso hat uns das keiner gesagt?“ Und dann – flutsch! Rauscht der Mops in seiner Kategorie in die Top 100 und erlangt: Sichtbarkeit! Hach!

So weit der Plan. Aber natürlich kann ich einen Bücherflashmob nicht alleine durchführen, ist klar. Dass meine Stammleser das Buch schon haben, ist auch klar, sonst wären sie ja gar nicht in meinem Blog oder auf meinen Seiten, ist noch klarer. Ihr könnt mir aber trotzdem helfen! Also, äh, natürlich nur für den Fall, dass ihr der Meinung seid, dass meine Bücher cool sind und bekannter werden sollten. Teilt den Mops einfach wie die Wahnsinnigen, helft mir mit eurer Reichweite und dann gucken wir, was passiert! Das wird das geilste Mopsrennen des Jahres, ich schwör mit Blut!

Ja, gut, Möpse haben kurze Beine, aber so unrealistisch ist das gar nicht, dass er es in der Kategorie „eBooks Humor“ schafft, in die Top 100 zu kommen, der Wikinger hätte es nach seinem Erscheinen ganz ohne Bücherflashmob fast geschafft und die kostenlosen Sookies waren alle schon in der allgemeinen Top 100 für Noppes, vielleicht hat unser Mops ja tatsächlich eine Chance?

Ich stelle fest: Ein Bücherflashmob ist nichts für schwache Nerven!

Was hab ich mir da bloß bei gedacht? Was ist, wenn alle mich aufdringlich und doof finden und keiner mitmacht? *heul* Ich kann das jetzt noch löschen … Obwohl, halt! Atmen, Sookie, aaaatmen! Mir fällt da gerade eine Mini-Anekdote ein, die mich motiviert, nicht den Schwanz einzukneifen. Gestern hat eine sehr nette Frau, mit der ich mich in Buchgruppen auf FB manchmal unterhalte, in einem Kommentar erzählt, dass sie bei einem Polytreffen war, die Sprache auf meine Bücher kam und sich herausstellte, dass da ein Riesenfan von mir saß. Ob das „Riesenfan“ sich jetzt darauf bezog, dass der Herr 1,99 m groß ist oder ob er zu denen gehört, die alle meine Bücher gelesen haben, hab ich nicht gefragt, aber ihr versteht, was ich meine.

Man denkt als kleine Nischenautorin immer so: „Buhu, keiner kennt mich!“ und dann unterhalten sich irgendwo am anderen Ende der Welt Leute und einer sagt: „Die kenn ich!“. Ja. Das sind die Momente, wo man als Autorin Herzklopfen hat, weil man das Gefühl bekommt, dass die ganzen durchgemachten Nächte am Laptop sich gelohnt haben und dass die ganze Liebe, die da drinsteckt, nicht versickert, sondern irgendwo ankommt und Menschen berührt und zum Lachen bringt oder was weiß ich. Hm. Jetzt bin ich ganz gefühlig, das wollte ich eigentlich gar nicht. Lösch ich das jetzt wieder?

Scheiß drauf, ich starte jetzt den Bücherflashmob für den 16. und 17. September, das Büffet ist eröffnet!

Wir konzentrieren uns auf AMAZON und THALIA! Und lasst mir gerne einen Kommentar da, falls ihr mitmacht und das hier teilt, ich brauch das heute irgendwie! 😀

Ein Einhorn auf der Flucht!

Ein Einhorn auf der Flucht!

<h2>Polyamorie-Lesehappen 1: Ein Einhorn auf der Flucht!</h2>

<p>Das „Einhorn auf der Flucht“ ist der Auftakt der „kleinen“ Reihe, die bereits abgeschlossen ist und die Vorgeschichte von Sven und Anna erzählt! Für eingeschweißte Fans des Liebesclans Sven – Anna – John ein absolutes Muss!</p>

<h3>Klappentext zu „Ein Einhorn auf der Flucht“:</h3>

<p>Anna und Sven leben seit Jahren in einer polyamoren Beziehung – sie haben beide auch andere Partner und reden offen über alles. Svens neue Freundin bei einem netten Essen näher kennenzulernen, ist für Anna also eine ihrer leichtesten Übungen – schließlich mag sie Katja und freut sich für Sven, dass er so eine liebenswerte weitere Gefährtin gefunden hat.
Doch dann entwickelt sich der Abend ganz anders als erwartet, denn anscheinend haben Sven und Katja einen gemeinsamen Wunsch, von dem Anna nichts geahnt hat. Denn beide wünschen sich ein „Einhorn“, also eine gemeinsame Geliebte …</p>

<p>Die Polyamorie-Lesehappen erzählen die Vorgeschichte der »Beziehungsstatus-Romane« und lassen die Leser tiefer in die Welt der Hauptfigur Anna eintauchen. Wie ist das Leben einer Frau, die sich traut, mehrere Männer zu lieben?</p>

<h3>Der Polyamorie-Lesehappen „Ein Einhorn auf der Flucht“ ist überall zu haben, wo es kostenlose eBooks gibt!</h3>

<p>Hier findest du die direkten Links zu Amazon und Thalia!</p>

 

 

John – der schüchterne Bad Boy

John – der schüchterne Bad Boy

John O’Molloy, „das Malerchen“. John ist einer dieser auffallend hübschen Kerle, von denen weder Männer noch Frauen die Augen wirklich abwenden können, aber es bedeutet ihm nichts. Er hasst Friseure und zieht seinen Maßanzug nur an, wenn er auf seinen Vernissagen mit Kunstsammlern Champagner schlürfen muss. Gruselig. Er hasst es, über seine Bilder zu reden. Die Leute sollen gefälligst selber gucken und ihn in Ruhe lassen. Er hasst es, wenn Menschen es interessant finden, mit einem Künstler gesehen zu werden. Denn John fühlt sich nicht interessant, er fühlt sich einsam.

John ist ein wurzelloser Streuner und hat seinen Weg am internationalen Kunstmarkt gemacht. Der hochbegabte Träumer ist aufgewachsen zwischen Dublin und Ostfriesland, fühlt sich in mehreren Sprachen zu Hause und auch in mehreren Betten. Seine Schüchternheit hat John längst perfektioniert – er ist der geborene passive Aufreißer und weiß genau, wie er Frauen um den Finger wickeln kann.

Aber was nützt das alles? John fühlt sich wie ein Außerirdischer, der seinen Heimatplaneten nicht findet. Er ist ein Gefangener seines skurrilen Humors, seiner absurden Gedankensprünge und des sinnlichen Hungers, der sein Bedürfnis nach Liebe nie stillt. Enttäuscht von der Welt zieht John sich zurück nach Ostfriesland, um in einem ausgebauten Bauwagen zu wohnen und wenigstens das einfache Leben zu suchen. Aber er findet Anna.

John kennt sich selbst nicht mehr wieder. Die gläsernde Wand, die ihn sonst von anderen Menschen trennt, scheint bei Anna einfach nicht da zu sein. Sie versteht ihn intuitiv. Aber sie weckt auch eine wilde Leidenschaft in ihm, die ihm Angst macht. Er will sie auf Händen tragen, unterwerfen, ihre ganze Lust beherrschen und ihre Hingabe wecken. John besteht nur noch aus wilden, pulsierenden Gefühlen. Aber Leidenschaft ist kein guter Berater, wenn Mann sich damit anfreunden muss, dass er die Frau seiner Träume nicht für sich haben kann …

Anna – die rotzfreche Elfe

Anna – die rotzfreche Elfe

Woher sie den Spitznamen „die wilde Annika“ hat, ist Anna selbst nicht ganz klar. Sie lebt gern zurückgezogen und verbringt den Tag mit ihrem Brotjob – sie schreibt unter dem Pseudonym „Viktoria Nisch“ mittelalterliche Erotikschnulzen über schottische „Hochlandrammler“ nach Schema F. Starker Nackenbeißer erhebt unerfahrene Jungfrau durch seine Liebe und rettet sie vor was auch immer, Hauptsache, am Ende wird geheiratet. Annas Leserinnen lieben das. Annas eigenes Leben verläuft aber so gar nicht nach Schema F …

Denn Anna ist polyamor – sie kann zwei Männer lieben. Sie kann nicht nur, sie will sogar, und das am liebsten für immer und natürlich ganz offen. Denn so funktioniert Polyamorie eben. Transparent, dauerhaft und einvernehmlich. Am glücklichsten ist Anna, wenn ihre Männer sich mögen. Und wenn sie deren Frauen auch mag. Aber so ein Liebesclan ist eine verdammt komplizierte Angelegenheit und an manchen Tagen hat Anna das Gefühl, mehr in die Kissen zu heulen, als einfach zu leben.

Als Annas Beziehung zu ihrem lebenslangen Gefährten Sven dringend eine Pause braucht, flüchtet sie nach Ostfriesland in die Künstler-WG und verliebt sich unsterblich in John. Sie spürt, dass der liebeshungrige, sinnliche Maler ein Seelenverwandter ist, der ihre geheimsten Sehnsüchte teilt. Johns ungestüme Liebesüberfälle wecken in Anna den Wunsch, sich einfach nur fallenzulassen und sich seiner leidenschaftlichen Strenge zu unterwerfen.

Nur eine Sehnsucht scheint John absolut nicht verstehen zu können – die nach einer polyamoren Beziehung zu zwei Männern, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Anna wird verdammt viele Taschentücher brauchen, bis John den Schock überwunden hat, dass eine Beziehung mit ihr nicht so funktioniert, wie er sich das vorstellt …

Eugen- der „Master of Teetafel“

Eugen- der „Master of Teetafel“

Als Gründer der WG hat Eugen sich selbst ins kalte Wasser geworfen: Er ist von seinem „Kinderzimmer“ ins wahre Leben gesprungen und nun weht ihm der bunte, aber bisweilen raue Wind in der Künstler-WG um die Ohren. Eugen findet schnell seine Rolle als „die Mutter der Truppe“. Er versorgt alle mit Tee und Kuchen, damit es niemanden auch ja nie an gar nichts fehlt.

Sein Platz hinter der Teekanne gibt Eugen Sicherheit, aber er kämpft immer wieder gegen seine krankhafte Schüchternheit an. Dabei merkt er selbst gar nicht, wie liebenswert und unersetzlich er ist. Denn für seine verpeilten Künstler ist Eugen der ruhende Pol und egal, was passiert – drei Tassen sind Ostfriesenrecht. Die wildesten Liebeshändel verblassen, wenn Eugen pünktlich um drei die Teetafel deckt – denn während der Teezeremonie herrscht in Ostfriesland Waffenstillstand!

Katja

Katja

Die schöne Katja, Katjuscha, ist Svens zweite Gefährtin und teil mit ihm das Leben in Berlin. Obwohl sie mit einem sicheren Job und einer schönen Wohnung so im Leben angekommen zu sein scheint, wie Sven und Anna es niemals schaffen werden, ist sie innerlich zerrissen. Katja ist bisuexuell und versucht, ihr Dilemma mit Polyamorie zu lösen.

Aber das Leben im Liebesclan ist viel schwieriger, als Katja sich das vorgestellt hatte. Gegen ihren Willen reagiert sie immer wieder wie eine betrogene Ehefrau und versucht, Sven gegen Anna einzunorden. Aber ein Nordmann lässt sich nicht einnorden, schon gar nicht gegen die Gefährtin, mit der er schon sein ganzes Leben zusammen ist. Auf seine Art liebt Sven seine Katjuscha, trotzdem ist er für Katja ein schwieriger Partner. Denn er ist so sehr daran gewöhnt, sich für seine Affären Annas Segen zu holen, dass er Katjas Bedürfnisse dabei oft vergisst …