Bücherflashmob: Hasse ma’ne Mark?

Bücherflashmob: Hasse ma’ne Mark?

Ungelogen, ich bin jetzt total nervös! Dieser Bücherflashmob ist jetzt der Härtetest für meine Reichweite, also für euch! 😀 Weil – ich brauche mal eure Hilfe. Obwohl ich gerade neben mir stehe und eigentlich keine zusammenhängenden Sätze kann, also, schreiben. Sollte. Egal. Ich hab nämlich die ganze Nacht an einem epischen Trailer gebastelt und der geht so:

Bücherflashmob bei Sookie Hell!

Damit du weißt, worauf du dich da überhaupt einlässt …

Die Seite zum Buch findest du hier, aber die Startseite erzählt dir auch einiges über die Geschichte! Sieh dich ruhig erst in Ruhe um, bevor du den Mops unterstützt, ich freu mich ja immer über Besuch im Blog!

Öhm, ja. Was soll ich jetzt noch sagen? *tee schlürf* Äh, was ein Flashmob ist, wisst ihr alle. Alle kommen aus ihren Löchern, knubbeln sich kurz, haben Spaß, machen was Schräges und verschwinden wieder – in this case verschwinden sie im Idealfall, um „Beziehungsstatus 1“ zu lesen. Ein Bücherflashmob hat den Job, Algorithmen auszutricksen und alle Buchverkäufe, die sich sonst so auf den Monat verteilen, zu knubbeln, damit Amazon und Thalia denken: „Hö? Ist die berühmt oder was? Wieso hat uns das keiner gesagt?“ Und dann – flutsch! Rauscht der Mops in seiner Kategorie in die Top 100 und erlangt: Sichtbarkeit! Hach!

So weit der Plan. Aber natürlich kann ich einen Bücherflashmob nicht alleine durchführen, ist klar. Dass meine Stammleser das Buch schon haben, ist auch klar, sonst wären sie ja gar nicht in meinem Blog oder auf meinen Seiten, ist noch klarer. Ihr könnt mir aber trotzdem helfen! Also, äh, natürlich nur für den Fall, dass ihr der Meinung seid, dass meine Bücher cool sind und bekannter werden sollten. Teilt den Mops einfach wie die Wahnsinnigen, helft mir mit eurer Reichweite und dann gucken wir, was passiert! Das wird das geilste Mopsrennen des Jahres, ich schwör mit Blut!

Ja, gut, Möpse haben kurze Beine, aber so unrealistisch ist das gar nicht, dass er es in der Kategorie „eBooks Humor“ schafft, in die Top 100 zu kommen, der Wikinger hätte es nach seinem Erscheinen ganz ohne Bücherflashmob fast geschafft und die kostenlosen Sookies waren alle schon in der allgemeinen Top 100 für Noppes, vielleicht hat unser Mops ja tatsächlich eine Chance?

Ich stelle fest: Ein Bücherflashmob ist nichts für schwache Nerven!

Was hab ich mir da bloß bei gedacht? Was ist, wenn alle mich aufdringlich und doof finden und keiner mitmacht? *heul* Ich kann das jetzt noch löschen … Obwohl, halt! Atmen, Sookie, aaaatmen! Mir fällt da gerade eine Mini-Anekdote ein, die mich motiviert, nicht den Schwanz einzukneifen. Gestern hat eine sehr nette Frau, mit der ich mich in Buchgruppen auf FB manchmal unterhalte, in einem Kommentar erzählt, dass sie bei einem Polytreffen war, die Sprache auf meine Bücher kam und sich herausstellte, dass da ein Riesenfan von mir saß. Ob das „Riesenfan“ sich jetzt darauf bezog, dass der Herr 1,99 m groß ist oder ob er zu denen gehört, die alle meine Bücher gelesen haben, hab ich nicht gefragt, aber ihr versteht, was ich meine.

Man denkt als kleine Nischenautorin immer so: „Buhu, keiner kennt mich!“ und dann unterhalten sich irgendwo am anderen Ende der Welt Leute und einer sagt: „Die kenn ich!“. Ja. Das sind die Momente, wo man als Autorin Herzklopfen hat, weil man das Gefühl bekommt, dass die ganzen durchgemachten Nächte am Laptop sich gelohnt haben und dass die ganze Liebe, die da drinsteckt, nicht versickert, sondern irgendwo ankommt und Menschen berührt und zum Lachen bringt oder was weiß ich. Hm. Jetzt bin ich ganz gefühlig, das wollte ich eigentlich gar nicht. Lösch ich das jetzt wieder?

Scheiß drauf, ich starte jetzt den Bücherflashmob für den 16. und 17. September, das Büffet ist eröffnet!

Wir konzentrieren uns auf AMAZON und THALIA! Und lasst mir gerne einen Kommentar da, falls ihr mitmacht und das hier teilt, ich brauch das heute irgendwie! 😀

Lothar – das Bärchen

Lothar – das Bärchen

Als Lothar in die Künstler-WG kam, spielte er eine Rolle. Er war der lustige, ein bisschen dämliche Klassen-Clown, der zufällig einen Bestseller gelandet hatte und auf der Flucht war vor den Teenagern, die ihn für einen Kultstar der digitalen Generation hielten. Aber Ostfriesentee ist ein Wahrheitsserum und Lothar mausert sich schnell vom albernen WG-Küken zu einem jungen Künstler mit ernsthaften Ambitionen.

Auf der Suche nach einem gemeinsamen Projekt mit seinen Mitbewohnern stößt Lothar die Idee an, den Video-Kanal „Flying Kluntje“ zu gründen. Kultur-Comedy aus Ostfriesland und ausgefuchstes Online-Marketing – Lothar macht als der Kameramann „Livecam-Lothar“ die WG berühmt. Aber für seine Mitbewohner bleibt er „das Bärchen“, das liebenswerte WG-Küken.

Speziell mit seiner „Frontfrau“ Anna entwickelt Lothar eine kongeniale künstlerische Beziehung, die beiden sind bald ein berühmt-berüchtigtes Video-Team und versetzen Ostfriesland mit absurden Interviews in Angst und Schrecken. Aber auch menschlich kommen sie sich sehr nah, denn hinter seiner niedlichen Fassade ist Lothar ein sehr tiefgründiger Mensch, der Anna nicht für ihren Lebensstil verurteilt. Ihr gemeinsames Gefühl für Sprache und ihr absurder Witz schweißen sie zusammen.

Familiendrama in Ostfriesland!

Familiendrama in Ostfriesland!

Herzlichen Glückwunsch, du bist auf einen LitBait gestoßen und hast Literatur gefunden!

Heute gibt es Kapitel 1 aus „Beziehungsstatus 1: Wer’s zuletzt macht, macht’s am besten!“ Hol dir eine Tasse Tee und genieß die Pause!

 

Wir beginnen mit einer Beerdigung, bei der Eugen fast seine Mutter mit einer Nussecke erschießt

Obwohl Eugen lange darauf gewartet hatte, Tante Gesa zu beerben, fühlte er sich jetzt, an ihrem Grab, nicht besonders wohl.

Er hatte seinen schwarzen Anzug seit der Hochzeit seiner Cousine nicht mehr getragen, und die war inzwischen schon wieder geschieden. Irgendwie waren die Ärmel viel zu knapp und kniffen ihm unter seinem verschossenen Wintermantel ständig in die Achselhöhlen.

Eugen zupfte sich verstohlen am würgenden Kragen und versuchte, sich auf die getragenen Worte des Pastors zu konzentrieren. Aber sein Blick und seine Gedanken schweiften immer wieder ab. Er würde sowieso noch einmal herkommen und sich in Ruhe von Gesa verabschieden, wenn der ganze Rummel vorbei war.

Die Gruppe der Trauernden, die sich hier auf dem penibel gepflegten Friedhof der kleinen ostfriesischen Stadt Esens versammelt hatte, war beachtlich. Für einen Moment fragte Eugen sich, wie viele Besucher zu seiner eigenen Beerdigung kommen würden, aber außer Mama fiel ihm nicht wirklich jemand ein. Vielleicht sein Meister und die niedliche kleine Aushilfe vom Kiosk – Papa hätte wahrscheinlich Rückenschmerzen oder das Wetter wäre ihm zu feucht.

Die verhärmten Gesichter von Tante Gesas Freundinnen aus dem Landfrauenverein waren hart und bitter. Man hätte unmöglich sagen können, ob sie um Tante Gesa trauerten, oder viel mehr darum, dass sie selbst noch am Leben waren.

Die dazugehörigen Gatten, allesamt in frisch aufgebügelten Schützenuniformen, schienen sich eher auf die Schnäpse nach der überstandenen Beerdigung zu freuen. Gesas Nachbarn waren auch alle da. Eugen versuchte, diffus und freundlich in die Menge zu lächeln, ohne dabei fröhlich auszusehen, aber schließlich hatte er mit Tante Gesas Anwesen große Pläne und wollte sich mit den Nachbarn gut stellen.

Als Eugens Mutter sein Lächeln bemerkte, stieß sie ihm diskret und brutal zugleich in die Rippen. So war sie immer, diskret und brutal.

Von allen Trauergästen trug Eugens Mutter den elegantesten Mantel und die höchste Nase. Sie und die Landfrauen musterten sich mit abwertenden Blicken. Aber als der junge nervöse Pastor endlich zum Ende kam, war Eugens Mutter es, die als erste an das offene Grab trat und mit einem dumpfen „Ploff“ eine Schaufel voll Erde auf den Sarg warf.
Zwanzig Jahre hatte sie nicht mit ihrer Schwester geredet. Und jetzt war sie tot.

Als alles erledigt war, wandte sich die gesamte Beerdigungsgesellschaft wie eine Schafherde in Richtung Altstadt. Mamas Großstadtschuhe machten auf dem feuchten Pflaster in den engen Gassen unangenehme Geräusche. Als sie stolperte, bot Eugen ihr unbeholfen den Arm, aber sie ignorierte ihn und zischte stattdessen: »Hier irgendwo muss dieser Immobilienmakler sitzen. Den könntest du gleich heute noch beauftragen, die Pension zu verkaufen, dann müssen wir nicht in diesem Kaff übernachten.«

Eugen blickte sich verlegen um. Hatte einer der Trauergäste die Bemerkung gehört? Doch die schwarzgraue Herde aus Trauermänteln und Schützenuniformen bewegte sich bereits zielstrebig zu der Teestube, in der Kuchen und Schnäpse bereit standen.

Eugen sog verstohlen die süße ostfriesische Luft ein. Jetzt, im November, lag Esens wie in einem tiefen Schlaf unter norddeutschem Nebel. Die kleinen Kunstateliers und Souvenirläden schienen dunkel und abweisend, nur die kleine Buchhandlung in ihrem pittoresken Altstadthaus strahlte ein warmes Licht aus. Hier hatte Eugen immer wieder einen Besuch abgestattet, wenn er die Ferien bei Tante Gesa verbrachte, und das war sein ganzes Leben lang so gewesen. Nun war Gesa nicht mehr da.

In der behaglichen Teestube mit der niedrigen Decke und den blanken Holzbalken prasselte ein Kaminfeuer. Die sicherlich extra für diesen Anlass zusammengetrommelten Aushilfen segelten bereits geschäftig mit Rumflockentortenstücken und Teekannen mit kitschigen Ostfriesenrosen von Tisch zu Tisch.

Eugens Mutter steuerte zielstrebig auf den einzigen Tisch für zwei Personen zu, während die Landfrauen schon mit der stillen Präzision von geübten Kulissenschiebern die zwei größten Tische aneinander schoben.

Eugen schüttelte Tante Gesas Nachbarn die Hände und machte artig mit bei dem höflichen Gemurmel über die schöne Grabrede und den heimtückischen Krebs.
»Sie hat ja nicht lange leiden müssen.«
»Am Ende ist es doch sehr schnell gegangen.«

Genau dasselbe hatte Tante Gesa vor zwei Jahren über ihren Cocker Spaniel gesagt.
Als Eugen das pikierte Gesicht seiner Mutter bemerkte, beeilte er sich, zu ihr an den Tisch zu kommen. Ausgerechnet heute wollte er auf jeden Fall eine Szene vermeiden. Er fuhr sich vorsichtig tastend durch das schon schütter werdende rotblonde Haar und fragte höflich: »Hast du dir schon was bestellt, Mama?«

Seine Mutter deutete nur mit verkniffenem Gesicht auf eine Kellnerin, die grade Kurs auf ihren Tisch nahm.

Eugens Mutter grunzte: »Die Nussecke ist für meinen Sohn!«

»Danke, Mama.« Eugen hasste Nussecken. Besonders die mit ganzen Nüssen und schwarzer Bitterschokolade.

»Warum isst du nicht! Du magst doch Nussecken so gern.«

Eugen sah sich betreten um. Alle aßen mit ihren billigen Blechkuchengabeln. Also nahm auch er seine Gabel und stieß sie in die Nussecke. Das Geräusch erinnerte an einen Autounfall.

Zwei für immer aneinander karamellisierte Nüsse schossen vom Teller wie ein Projektil, verfehlten seine Mutter nur um Haaresbreite und schlugen mit einem hohlen Knall gegen die stöhnende Heizung. Eugen spürte, wie sein Kopf rot anlief und nahm die Nussecke vorsichtig zwischen seine verschwitzten Finger.

Seine Mutter nippte an ihrem Kaffee, den sie ganz offensichtlich aus Opposition zur Nation der Teetrinker bestellt hatte. »Papa hat schon einen Interessenten.«

»Wieso ist er eigentlich nicht mitgekommen?«

»Du weißt doch, wie ungern er auf Beerdigungen geht.«

»Gesa war immerhin seine Schwägerin.«

Eugens Mutter lächelte süßsauer wie eine Pekingente. »Und nicht nur das!«
Immer, wenn die alte Geschichte auf den Tisch kam, und das tat sie häufig, schämte Eugen sich. Obwohl er gar nicht wusste wofür. Vielleicht einfach dafür, dass sein eigener Vater Sex gehabt hatte.

Es war schon schlimm genug, dass Papa mit seiner eigenen Frau … aber dann auch noch mit Tante Gesa?

»Äh, wofür hat Papa einen Interessenten?«

»Na, für den Gulfhof natürlich.«

»Aber …« Eugen wusste nicht genau, wie er jetzt vorgehen sollte. Eigentlich wollte er das Thema nicht gerade bei der Beerdigung anschneiden, aber dass seine Eltern schon wieder alles für ihn beschlossen hatten, machte ihn so wütend, dass er sich traute, seiner Mutter die Stirn zu bieten. »Ich werde Tante Gesas Pension nicht verkaufen.«

Die Kuchengabel seiner Mutter blieb in der Luft hängen. »Was? Wieso das denn nicht?«
»Weil ich dort einziehen werde.«

An den umliegenden Tischen wurden jetzt endlich Schnäpse gereicht. Langsam wurde die Trauergesellschaft lustiger.

»Was willst du denn allein in dem alten Kasten? Pensionsgäste findest du für das olle Ding sowieso nicht mehr. Kein Mensch fährt mehr an die Nordsee. Und eine Schwiegertochter ist ja wohl nicht in Sicht, oder? Nein, mein Junge, du bleibst schön bei uns, bei Papa und mir.«

»Mama, ich werde bald dreißig, ich bin nicht mehr dein Junge.«

»Ich weiß schon, wo der Hase lang läuft. Das hat Gesa dir eingeredet. Das ist die späte Rache meiner verstorbenen Schwester, fabelhaft! Jetzt will sie mir auch noch meinen Sohn wegnehmen!«

Eugen holte tief Luft und schloss für einen Moment die Augen. Dann blickte er seine Mutter traurig an. »Mama, Gesa hat dir Papa damals nicht weggenommen. Sie hat nur Trost bei ihm gefunden, nachdem Onkel Onno damals auf See geblieben ist und …«

»Auf See geblieben! Aus dem Staub gemacht hat der sich! Schließlich ist seine Leiche nie gefunden worden! Aber bei seiner Frau war das ja auch kein Wunder.«

Eugen spürte, dass ihm gegen seinen Willen vor Wut die Tränen kamen. »Mama, Gesa ist tot, verstehst du? Kannst du vielleicht an diesem einzigen Tag in deinem Leben mal nicht schlecht von deiner Schwester sprechen?«

Seine Mutter tupfte sich den Mund ab. »Dass du wieder auf ihrer Seite bist, ist ja klar. Du warst ja immer der Sohn, den sie nie gehabt hat! Weißt du, was du bist? Ein Erbschleicher! Jetzt hast du diesen verrottenden alten Hof, der sich Ferienpension nennt, geerbt und glaubst, du kannst mir Vorschriften machen! Aber du wirst schon sehen, was du davon hast! Spätestens, wenn du einen Winter allein in dieser Einöde hinterm Deich verbracht hast, kommst du wieder angekrochen!«

Eugen straffte die Schultern. »Ich werde nicht allein in dem großen Haus wohnen.«

»Sondern?«

Eugen holte Luft. »Ich werde eine Künstlerkolonie eröffnen.«

»Eine was?«

»Eine Künstlerkolonie. Eine Gemeinschaft von kreativen Menschen, die zusammen leben und arbeiten. Ich habe das zusammen mit Gesa genau überlegt. Ich werde die Räume gegen ein geringes Entgelt an freischaffende Künstler vermieten, als Dauergäste. Ich werde in der Hochsaison nicht viel verdienen, dafür bin ich das ganze Jahr über ausgelastet. Und ich werde so etwas wie ein Mäzen sein.«

Als Eugens Mutter laut und höhnisch lachte, blickten Tante Gesas hinterbliebene Freundinnen herüber wie ein siebenköpfiges Landfrauenmonster. Eugens Mutter duckte sich und beugte sich zu ihm über den Tisch. »Das wirst du nicht tun! Papa und ich haben dich etwas Anständiges lernen lassen, du bist Elektriker, keiner von diesen langhaarigen Schwulen, die dem Staat auf der Tasche liegen und sich Künstler nennen! Mit solchen Leuten haben wir nichts zu schaffen. Die gehen nur wild durch alle Betten und verderben mir meinen Jungen!«

Eugen legte den Rest der Nussecke zurück auf den Teller und tupfte sich mit der Papierserviette den Mund ab. Dann sagte er langsam: »Weißt du was, Mama? Ich hasse Nussecken.«

Du willst sofort weiterlesen? Ich liebe dich! Rechts in der Sidebar findest du den Weg zur kostenlosen Monster-Leseprobe. Du willst lieber gleich den ganzen Roman? Alle Infos findest du HIER!

Den ganzen Roman gibt es für wenige Tage für 99 Cent, also ran an den Speck!

Roman für intelligente Männer erschienen!

Roman für Männer

Wie die Rumszeitung berichtet, ist die Autorin Sookie Hell fest entschlossen, literarischen Selbstmord zu begehen und bei Amazon im untersten Keller zu landen. Kritiker werfen ihr vor, dass sie mit der Veröffentlichung eines Romans für „intelligente Männer“ für ein elitäres Nischenpublikum schreibt, dessen Existenz bisher nicht erwiesen werden konnte!

„Ich glaube fest an die Existenz intelligenter Männer!“,

verrät die etwas naiv und verpeilt wirkende „schreibende Teetasse“ Sookie Hell im Interview. „Der Trend am Buchmarkt geht leider zum vollkommen hohlköpfigen, eindimensionalen Alphamännchen mit Sixpack, der Kopf ist nicht so wichtig, dafür aber der Kontostand. Wenn ich ein Mann wäre, hätte ich auch keine Lust, so einen Roman zu lesen!“

Auf die Frage, ob diese Alphamännchen nicht genau das seien, was Frauen in Romanen lesen wollen, verriet die Schriftstellerin: „Natürlich bedienen Bücher Träume und der triviale ‚boy meets girl‘-Roman hat eine lange Tradition und auch seine Berechtigung. Aber viele Frauen und noch weniger Männer finden sich in diesen Geschichten wieder. Jedenfalls nicht die Menschen, die ich kenne. Manche Menschen sind sapiosexuell, verlieben sich also in die Intelligenz ihres Gegenübers. Das passiert Männern wie Frauen gleichermaßen und führt oft zu sehr lustigen Missverständnissen. Denn je intelligenter ein Mensch ist, umso komplizierter ist er auch, umso schwieriger wird es, Rollenklischees wirklich auszufüllen. Über solche Figuren habe ich geschrieben, um Leser zu erreichen, die das von sich selbst kennen. Und das können – ja! – auch Männer sein!“

Wo holt man intelligente Männer ab, im Tierheim?

Auch auf diese Frage weiß die schrullige Autorin eine Antwort: „Intelligente Männer sind ja keine Pinguine, die in Kolonien leben und Touristen anlocken. Sie sind mitten unter uns! Oft werden sie nur mit Blödmännern verwechselt, weil sie mit glasigem Blick still in der Ecke sitzen. Der glasige Blick resultiert aber aus chronischer Unterforderung, weil sie nichts zu lachen haben. Für diese Männer – und natürlich für die vielen Frauen, die das ebenfalls kennen – schreibe ich und bin fest entschlossen, sie zu erreichen. Dazu habe ich eine LitBait-Woche geplant und biete meine Bücher in dieser Woche zu einem stark reduzierten Preis an. Wir werden sehen, ob die intelligenten Männer sich dann aus der Grauzone wagen und mal ein Buch lesen, das von Gefühlen handelt. Denn die haben sie selbst ja auch, zweifellos!“

Die Frage, was ein LitBait ist, konnte die RUMS trotz intensiver Recherche nicht ganz klären. Aus gut unterrichteten Kreisen erfuhren wir, dass es sich dabei um Schlagzeilen handeln soll, die Sensationslust wecken und dann zu einem literarischen Text führen. So sollen die Leser abgeholt werden, die sich erst über ihre niederen Instinkte ärgern und dann erfreut sind, wenn es tatsächlich eine Geschichte hinter der reißerischen Schlagzeile zu lesen gibt. Was reißerische Schlagzeilen sind, ist der RUMS allerdings nicht bekannt. Den ersten Band der Romanreihe finden Sie hier für kurze Zeit zum Vorzugspreis von 99 Cent. Liest ja eh keiner. Intelligente Männer! Muahahahaaaa ….

Beziehungsstatus Romane für intelligente Männer

Sookie hat Haushalt – ein Tag im Leben einer Autorin!


Liebe Gemeinde, Freunde und Feinde, nachdem wir in der letzten Zeit so furchtbar viele Probleme gewälzt haben, machen wir heute mal was langweiliges. Wir erleben einen Tag im Leben einer Schriftstellerin!

Heute ist ein guter Tag zum Sterben! Arschbommmmmbe! Ja, meine Lieben, ihr seht, Sookie ist in Fahrt, weil – heute ist ein: Tag. Ihr kennt das vielleicht. Diese Dinger, die morgens schon anfangen, mittags eskalieren und gegen Abend endlich überwunden werden. Und dann, ahhh, dann kommt sie endlich. Die Nacht. Meine Zeit. Wo ich mit meinen unsichtbaren Freunden allein bin und Bücher schreibe. Aber vorher, vorher, muss selbst ich selbst den Nihilismus noch verneinende olle Knötterkröte dieses Ding überstehen. Tag. Und weil ich das loswerden muss, nerve ich euch heute mit dem Aufsatz:

»Sookie hat Haushalt!«

Also. Meistens fängt es ja ganz harmlos an. Mit dem telefonischen Weckruf eines verzweifelten Callcenter-Agenten, der ganz dringend einen Abschluss braucht. Also, ihr müsst euch das so vorstellen. Ich bin irgendwann morgens gegen acht oder neun auf die Matratze in meinem Arbeitszimmer gefallen und liege gerade so mit mindestens drei flauschigen Samtkissen aus dem schwedischen Möbelhaus im Arm auf dem Rücken und schnarche wie ein dekadenter Römer, der die ganze Nacht gebechert hat. Oder, um es mit Gottfried Keller zu sagen: »Wie ein Ratz!«

In der einen Hand habe ich wahrscheinlich noch die Fliegenklatsche, weil ich mal wieder bei der Mückenjagd eingeschlafen bin. Ich hab mir in dem Oma-Edeka umme Ecke diese formschöne und garantiert niemals grundwasserneutral verrottende Klatsche geleistet, weil ich mir immer vorkam wie King Kong auf dem Empire State Building, wenn ich Mücken mit der Hand jage wie King Kong Flugzeuge. Und das Kreischen der imaginären weißen Frau ging mir immer so extrem auf die Nerven, dass ich dachte, ich muss die Vision loswerden. Dann hab ich mal recherchiert, wie schnell Mücken eigentlich fliegen können, dass die Biester mir immer entwischen.

Als Vergleichswert hatte ich noch das Ergebnis einer jüngst erfolgten Recherche im Kopf, und ein Samenerguss bringt es auf 18 Kilometer pro Stunde. Wobei ich mich gefragt habe: Wie messen die das? Der fliegt doch keine Stunde! Hallo? Geht dann da einer mit dem Maßband hinterher und ruft nach einer Stunde vom anderen Ende des Ackers: »18 Kilometer!«? Und wer erklärt sich bereit, das … ja, Sookie, jetzt such mal schön das Wort in deinem Gehirn … das Ejakulaaat … ich mein, einer muss das ja losschießen, oder?

Jedenfalls dachte ich noch total überlegen: »Pah! Da bin ich ja mit dem Fahrrad schneller!« Und dann lese ich, dass Mücken ganze zwei Stundenkilometer schaffen, zwei! Ja, gut, ich bin jetzt in meinem Zimmer auch selten mit dem Fahrrad unterwegs, aber …

Und deswegen hab ich jetzt diese Klatsche. In Che-Guevara-Rot, sehr hübsch. Die Mücken interessiert aber überhaupt nicht, dass ich bewaffnet bin, die zerstechen mich trotzdem. Scheiß Arschlochmücken.

Was wollte ich jetzt sagen? Hab’s vergessen. Auf der anderen Seite steht mein braver Laptop und liest mir ein Hörbuch vor, im Moment meistens Stanislaw Lem. Ja, ich weiß, das ist Männerkram, aber ich schlaf ja sowieso. Nur nicht, wenn mir keiner was vorliest. Dann kann ich nicht. Und dann klingelt diese Zumutung called »Festnetztelefon«. Ich hasse das Teil. Ich spreche nicht mit Menschen. Schon gar nicht mit Menschen, die ich nicht sehen kann. Der Callcenter-Agent kann mich auch nicht sehen.

Was aber auch ganz gut ist, wie mir ein kurzer Blick auf Sookie herself beweist. An meinem linken Fuß steckt tatsächlich noch eine Socke. Wie hab ich das denn geschafft? Ich kann mit Socken nicht einschlafen, ich bin Künstler! Meine Socke ist aber jetzt total unmodern und außerdem saisonalen Schwankungen unterworfen, denn sie ist weihnachtsrot und Elche gehen darauf spazieren. Das mottenlöchrige »Arschloch-Cafe«-T-Shirt, das da wie ein Schwarm Glühwürmchen meinen ehemals geschmeidigen Luxuskörper brautumjunfert, sieht aus, als wäre ich mal wieder auf einem Stück Fokolade eingeschlafen.

Ich bin also dankbar, dass ich für den Special Agent unsichtbar bin und krächze ins Telefon: »Hell?«
Er: »Guten Tag, Firma Arschkrampe! Spreche ich mit Frau Hell?«
Ich: »Nee, Dunkel, hab ich doch gerade gesagt!«
Er: »Mit wem spreche ich denn bitte?«
Ich: »Äh, Sookie. Sookie ›fucking‹ Hell! Wissen Sie, eigentlich bin ich noch gar nicht verheiratet, aber das Facebook-Orakel hat mir prophezeit, dass ich in drei Monaten fällig bin! Erst war ich entsetzt, aber als ich drüber nachgedacht habe, dass ich ja einen Herrn Fucking treffen könnte, fand ich den Gedanken an einen Doppelnamen dann doch arschcool. Ich hätte aber gerne dann noch einen zweiten Mann, damit ich ›Fucking-Hell-Yeah‹ heiße, das ›Yeah‹ am Ende stelle ich mir irgendwie ziemlich geil vor, aber ich glaub, der Gesetzgeber ist noch gar nicht so weit, oder? Was denken Sie?«
Er: »Ich möchte Sie darüber informieren, dass Sie beim Strom zu viel bezahlen!«
Ich: »Also, beim Strom schon mal gar nicht! Für den Strom vielleicht, aber ›beim‹ Strom würde bedeuten, dass ich mich neben einem Strom befinde, während ich latze, und dann muss man ja auch noch bedenken, dass Strom ein Teekesselchen … «
Er: »Frau Hell, ich mache Ihnen einen Vorschlag! Sie holen jetzt Ihre Stromrechnung, und dann gehen wir zusammen … «
Ich: »Tschuldigung, wenn ich Sie unterbreche, könnten Sie mir vielleicht eben verraten, woher Sie meine private Geheimnummer haben?«
Er: »Haben Sie die Rechnung da? Dann gehen wir die einzelnen Posten einfach zusammen durch.«
Ich: »Ich geh mit Ihnen zusammen durch, alles klar! Hallo? Ich hatte Genies, Revolutionäre, Zeitreisende und langhaarige Schlagzeuger, ich geh doch nicht mit einem Callcenter-Fuzzi durch! Na, warten Sie mal, wenn ich erst mal den Herrn Fucking kennengelernt habe, dann wird der Ihnen aber was erzählen!«
Er: »Frau Hell, ich möchte Ihnen beweisen, dass Sie beim Strom definitiv zu viel bezahlen!«
Ich: »Am Strom.«
Er: »Sie bezahlen am Strom zu viel, Frau … *raschel* Hell. Die Firma Arschkrampe … «
Ich: »Sagen Sie mal, ist so ein Cold Call eigentlich verboten oder ist das unerlaubt?«
Er: »Frau Hell, Sie möchten doch sicher auch sparen und sich mal den einen oder anderen Wunsch erfüllen! Darf ich denn fragen, was Sie beruflich machen?«
Ich: »Das geht Sie zwar nix an, aber ich bin ein spülmaschinenfester Storyteller, ich werde dafür bezahlt, dass ich Leuten Geschichten erzähle. Aber für Sie mach ich das umsonst. Aus Liebe.«
Er: »Äh, Frau … Sie wollen sich doch sicher auch mal was gönnen und … «
Ich: »Entweder, Sie legen jetzt auf oder ich, aber irgendwie haben Sie nicht verstanden, dass Sie in Ihrer Schulung nicht gut genug aufgepasst haben, um mich zu knacken, oder?«
Er: »Nun, Frau Hell, wenn wir Ihre Rechnung zusammen durchgehen … «
Ich: »Nein.«
Er: »Frau Hell, wie viel bezahlen Sie denn jährlich?«
Ich: »Nein.«
Er: »Frau Hell, Sie werfen Geld zum Fenster raus!«
Ich: »Jetzt pass mal auf, Kollege, hab ich gesagt ›Armeslänge Abstand‹? Ich hab gesagt: Nein!«
Er: »Frau Hell, Sie sind dumm, wenn Sie nicht … «
Ich: »Aus meinem letzten Highscore beim IQ-Test können Sie noch nicht mal die Quersumme errechnen, aber ich kann Ihnen auch gerne das Wort Nein einfach mal buchstabieren. Haben Sie was zu schreiben?«
Er: »Frau Hell, was zahlen Sie denn für die Kilowattstunde?«
Ich: »Herr Dings, wie viel Kilowatt pro Stunde muss ich Ihnen denn um die Ohren ballern, bis Sie aufgeben! Nein! Das ist doch gar nicht so schwierig! Einfach nein!«
Er: »Aber Frau Hell, Sie bezahlen zu viel, verstehen Sie das?«
Ich: »No, No, No … unglaublich geschmeidiger Song, Dawn Penn, kennen Sie den? No, No, No … könnte ich den ganzen Tag singen! Da kann man auch super swaggy zu auf Norwegersocken über Laminat rutsch … «
Tut … tut … tut …

Ah, diese Ruhe, wenn keiner meine geheime Geheimnummer anruft … Schon cool, wenn sie zuerst auflegen. Erstmal entspannt die Hände in den Nacken legen und sinnierend an die Decke starren. Gleich lecker Kaffee kochen und dann 270 Romanseiten querlesen, dann kann ich die nachts überarbeiten.

Ploff.

Oh, nee! Das Geräusch kenn ich. Komisch, oder? Dass man sofort hört, wenn eine Zecke vom Kater abfällt? Dabei hatte ich gestern Abend noch mit ihm Flughafen gespielt und ihn durchsucht, da war keine Zecke! Und jetzt: Ploff! Eine Zecke, so groß wie eine Kokosnuss! Fällt da einfach ab. Und er läuft erst noch ein Stück weiter, dann dreht er sich neugierig um und guckt, was da für eine güldene Kugel übers Laminat rollt! Königstochter, Jüngste! Tu ma’ die goldene Kugel vom Boden wech!

Fitzwilliam schnuppert mit milden Desinteresse an der voll aufgepumpten Zecke, die hilflos mit ihren acht Armen rudert. Dann guckt er mich fragend an. Dabei lässt er manchmal einen winzigen Zipfel von dieser borstigen rosa Zunge raushängen, was seine naturgegebene Intelligenz weniger sichtbar erscheinen lässt, der kleine Underachiever. Ich frage: »Na, toll. Wer macht das Vieh jetzt weg?«

Fitz schlendert zu mir rüber und reibt sich an meinem Bein. Das heißt: »Immer die Sau, die grunzt.«
Okay, Zeit für meine Aretha-Nummer. Ich springe also dynamisch aus dem Bett und tanze den scheiß Kater voll heiß an. »What you want, Baby, I got it, what you need, you know, I got it, all I’m asking is for a little respect!« Gleich kommt meine Lieblingsstelle. »Arrrr-i-sss-pi-i-ci … «

Iiiih, der verdammte Kater schießt beim Tanzen die Zecke unters Sofa! Hallo? Das ist Iwan, mein Divan, der ist zum Rumfläzen da, nicht zum … Scheiße. Auf die Knie, na super. Zeit, das Gretchen zu zitieren, mit dem Kopf unterm Sofa. »Es ist so schwül und dumpfig hie!« … und da ist ja der Schuh, den ich nach dem Nachbarkater geschossen hatte, als der sich mal wieder rein geschlichen hatte! Cool, ich hab einen Schuh! Ich könnte das Haus verlassen!

Die Zecke guckt mich an und sagt teilnahmslos: »Ich hab die Rekapitulation der Phylogenese durch die Ontogenese durchlaufen oder irgendwie anders.«
Ich nicke verständnisvoll. »Und jetzt ist dir schlecht.«
Die Zecke rülpst. Okay, das reicht, um meine Tötungshemmung abzubauen. »Fitz, hol mal Klopapier!«
Der verdammte Kater schmeißt sich nur mit Schmackes schmiegend an mich ran und macht nur dieses Geräusch, das im »Ulysses« mit »prrrrrt!« beschrieben wird. Ich kann ja doch nicht anders, ich halte ihm die Nase hin, also meine, nicht seine, und frag ihn: »Na, Digger, hast du wieder stream of consciousness?«

Fitzwilliam rempelt mir ins Gesicht und macht dieses kehlige Geräusch hinten im Rachen. Katzenhalter kennen das Geräusch. Es heißt: »Du hast einen Daumen.« Und das heißt: »Mach die Dose auf!«

Also im Zeitraffer in die Küche, unter die Dusche, zurück, Kaffeefilter in meinen turbo-umweltfreundlichen Omma-Bohnenkaffeefilter gesteckt und Mist! Bananen, Äpfel, Müsli, Birnen, Schwätz … Zwäsch … Zwtwäschken … oh, verdammt! Könnt ihr die Dinger auch nicht aussprechen? Langsam, Sookie, klassische Genre-Regisseure inszenieren spektakuläre Actionszenen. Also, noch mal. Quetzschgen. Mah, fuck! Diese blöden blauen Eierpflaumen! Auf jeden Fall ist nichts Richtiges zu Essen im Haus, dann muss ich halt Chips frühstücken. Und dann kann ich endlich meine 270 Romanseiten querlesen! Ich weiß nämlich ehrlich gesagt nicht mehr, was da drin steht. Was ich einmal aufgeschrieben habe, vergesse ich. Darum macht man das ja, damit es aus dem Kopf raus ist!

Aber, nein, halt! Ich muss ja diese verfickten Halogendinger noch austauschen! Also rauf in die Kemenate, wo die Damen hausen, und den Schallschraubenzieher nicht vergessen! Soll ja schnell gehen, ich muss ja noch 270 Roman … Wieso kommt dieses blöde, durchgebrannte Halogenbiest nicht aus dieser dämlichen … Ich geh doch jetzt nicht googeln, bin ich blöd? Mistding! Wer denkt sich so eine Scheiße aus? Deckenverkleidung! DECKENVERKLEIDUNG!

Scheißfickarschlochhalogending, *porkel*, wer baut denn so eine Scheiße ein! Aua! Kommst du raus, du verdammtes … oh, nee! Diese verdammte idyllische Landlust-Scheiße in dieser Spießerbude geht mir so auf den Sack! Was ist schlimm daran, eine einfache Glühbirne an die Decke zu hängen, hä? HÄ? Aber neinnnnn, wir brauchen ja eine stylische Deckenverkleidung, wo diese …

Ach so, der komische Haken da muss da erst mal raus, echt jetzt, die WOHNEN schon, die leben nicht mehr, diese analhortenden Atome der Weltbanalität im Dekowahn, die diese Bude gebaut haben! Wieso kommt dieses Halogenmopped da jetzt nicht raus? Hey, McFly, jemand zu Hause? Wegen dir bezahl ich zu viel am Strom, mal drüber nachgedacht?! Warum geht das jetzt nicht von diesem verfickten Draht ab? Das ist alles deine Schuld, R2! Jetzt geh apppp, du Arsch! Rrrrrraaaaa! Halogenkackarschlochscheiße, ich will eine Lampe mit Gewinde! *porkel*

So, gleich krieg ich einen Schlag, und dann hab ich eine bipolare Störung, das habt ihr dann davon! Wir werden alle sterben! Kann mir mal jemand eine klatschen? Ich bin ja total hysterisch! Mist, jetzt hängt das Teil da schief am Draht und geht nicht vor und nicht zurück. Super, Sookie, hast du fein gemacht! Wieso gehst du nicht apppp!?! Siktir lan, scheiß Pesevenk, ich HASSE HAUSHALT! Du Wichser von einer Lampe! Ach, nee, Wichser darf man ja gar nicht mehr sagen! Ist ja nicht mehr politisch korrrrrekt! Du bist ja eine Halogenlampe mit einem Händchen für Selbstbefriedigung! Jaha, da bist du platt, nä? Facebook bildet! Und dann kommt der ganze Scheiß in den Wixxxxxer! Äh, Mixxxxxer!

Weißt du was? Ich lass dich jetzt eiskalt hängen! Kurt Cobain hat sowieso gesagt »With the lights out, it’s less dangerous!« Elektrisches Licht wird sowieso total überbewertet. Leckt mich doch alle!

Au ja, wutschnaubend die Treppe runter stampfen, haaa, das tut gut. Also, Kaffee, Zecke. Kurt. Hehe. Na gut. Drei Minuten Ausdruckstanz, dann les ich aber endgültig meine 270 … ach, nee die Zecke!
Ab unters Sofa. Die Zecke bewegt hilflos ihre Stummelärmchen wie ein Nachtmahr aus der Interzone in »Naked Lunch« und sagt: »Es gibt kein richtiges Leben im falschen!«

Muss die mir jetzt mit Adorno kommen? Hat die vielleicht sogar ein Bewusstsein? Wie soll ich der denn jetzt meine eigens zu diesem Zwecke gebunkerte Olivenölflasche über die Murmel ziehen? Normalerweise töte ich schnell und präzise. Kawämm. Aber was ich jetzt machen soll, weiß ich nicht. Doch dann reift in mir ein Plan! Ich könnte sie über die zwei Meter hohe Hecke hinter meiner Terrasse werfen! Aber da läuft ständig der ballonseidene Rasenmähermann in seinem Freizeitkostüm entlang, dieser unkrautzupfende Baumarktjunkie! Wenn ich dem jetzt die Kokosnusszecke auf den Kopf werfe, reden ja die Nachbarn! Die schrullige Frau mit dem ungezupften Vorgarten schmeißt mit Zecken! Dieser Vollhorst mit seinen Kantenschneidern, Heckenscheren, Vertikutierern! Dieser Horst against the machine!

Ach, ich wollte ja Nirvana aufdrehen! Dann aber Kaffee und meine 270 …

Rape me

,

Rape me

,

Rape määä

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Rape määäääää …

Pockpock!

»MAMA, MACHST DU MAL DIE MUSIK LEISER?«

Jetzt mal ganz ehrlich, Frage an die analogen Geister unter euch, WAS ist das für eine Generation, die nach Hause kommt und Sätze sagt wie: »Mama, machst du mal die Musik leiser?«! Müsste ICH das nicht sagen? Egal, jetzt kommt meine Daily Soap Ration für heute, jeeeehaaaaaaa! Ich liebe es! Wenn man selbst kein Leben hat, gibt es nichts geileres, als den neusten Tratsch aus der Schule! Also! Der Nick hat die Sarah per What’s, wie wird das geschrieben? App? Dieses Ding, über das sie ständig texten. Also, der Nick hat die Sarah gefragt, ob sie mit ihm gehen will, boar, das ist so Kindergarten, wer fragt denn heute noch »Willst du mit mir gehen?« Am besten dann auf dem »Ja/Nein/Vielleicht«-Zettel noch dran schreiben, »Bitte nur eine Antwort auswählen!«

Aber die Sarah hat einen Fast-Freund und findet den Nick ja auch süß, aber eher so wie einen Welpen, aber als Mann? Näää! Ach so, und die Alicia hat jetzt doch mit dem kleinen Bruder vom Dealer Schluss gemacht, der war ihr s/m-mäßig zu hart drauf mit seinen Psychospielchen, der Schwachmat! Und Phillip hat wieder »künstlerische«, dabei zeigen sie mir dann so Anführungszeichen mit den Fingern, weil der Phillip will nämlich Fotograf werden, aber ein künstlerischer! Der untervögelte Vollhonk glaubt zwar »Spiegelreflex« ist, wenn man sich selber im Spiegel sieht und zusammenzuckt, und der hat ja auch ein Instagramm-Bild gepostet, unter dem stand, dass er sein Skateboard für immer an der Wand genagelt hat, aber … äh, naja.

Jedenfalls, der Phillip hat wieder künstlerische Fotos mit sich, seinem peinlichen Männerdutt für arme Hipster und seiner großen Liebe der Woche gepostet, der Poser, ob die große Liebe weiß, dass er »Bitchi«, der hohlen Bratzbirne, die Zunge nur freundschaftlich in den Hals gesteckt hat? Naja, die Sarah hat den Nick jetzt jedenfalls erst mal gefriendzoned. Mama, hast du die Birne oben ausgewechselt?

»Äh … bin ich noch nicht zu gekommen!«

Ja, und dann gehen sie chillen und ich gucke meinen zwei Ablegerinnen nachdenklich hinterher. Lästermäuler sind das, unglaublich. Und diese Schimpfwörter immer! Ich hab keine Ahnung, woher die das haben. Und mein Kaffee ist jetzt natürlich kalt. Dann geh ich eben Tee kochen und dann kann ich endlich meine 270 …

Und was habt ihr heute so gemacht?