Zuckerberg

Sookie Hell gibt Trennung von Mark Zuckerberg bekannt

Hehe, geiler Titel, oder? Volle Ölle Klickbait, aber was soll ich sagen? Es stimmt! Auch, wenn Herr Zuckerzwerg, äh, Zuckerberg das gar nicht merken wird, aber mein Blog, Herr Zuckerberg und ich hatten gewisse Differenzen und … es ist kompliziert. Um es knapp zu sagen: Ich fühl mich von Facebook einfach nicht richtig verstanden! 😀

Facebook – die Marketing-Macht

Ihr wisst sowieso, was ich jetzt sagen will. Der Aufschrei geht ja regelmäßig durchs Internet. Wenn Facebook hustet, gehen die Autoren am Stock. Herr Zuckerberg schraubt an der Reichweite! Panik in der Bevölkerung! Da hat man als Autor mühsam eine Followerschaft für die Facebook-Seite der eigenen Katze aufgebaut und dann wird niemandem angezeigt, wie die süße Mieze bei Regen so deprimiert aus dem Fenster guckt. Und dann gehen unzählige dieser Posts rum: „Facebook schränkt die Reichweite weiter ein, wenn du das hier siehst, kommentiere oder like, damit Facebook dir meine Beiträge weiter anzeigt!“ Schrägerweise werden mir diese Posts immer von Leuten angezeigt, von denen ich gar nicht wusste, dass ich mit denen vernetzt bin, sonst sehe ich die NIE!

Tja, äh, ich kriege so Sachen wie „Waaah, er nimmt uns unsere Reichweite!“ immer nur mit, weil ich alle paar Tage mal auf diese Startseite klicke und mich dann frage, warum ich das mache. Ich sehe da: Reichweitepanik, in den letzten Tagen verstärkt aufgehübschte Tannenbaumleichen, die mich als Nicht-Weihnachten-Feierin immer zutiefst deprimieren, weil Bäume in den Wald gehören, und zwar lebend! Ja, und dann sind da diese Gruppenbeiträge wie aus dieser „Buchgruppe“, aus der mir neulich so viele OTs nacheinander angezeigt wurden, dass ich mich gefragt hab, ob ich noch auf meiner Startseite bin oder in der Gruppe. OT: „Mein Freund macht gerade Schluss, ich brauche euren Rat!“ Ich, als Sookie vom Dienst, würde da fragen: „Öhm, mit wem macht er denn Schluss, Hase, und hängst du sehr an ihr?“ Höhö! Äh, Schwamm drüber. Jedenfalls werden da Putzmitteltipps, wirksame Methoden zur Vergiftung der Schwiegermutter oder Einhorn-Klopapier diskutiert und ich hör dann immer: Tick, Tick, Tick …

Meine Lebenszeit verrinnt damit, mir die banale Scheiße durchzulesen, von der Herr Zuckerberg denkt, dass sie für mich relevant ist. Wie zur Hölle kommt der darauf, das Einhorn-Klopapier und die Trennungen wildfremder Leute mich interessieren könnten? Die offizielle Version ist ja, dass Facebook jederzeit bemüht ist, mir ein optimales Nutzererlebnis zu bereiten. Ja, äh, Danke, Herr Zuckerberg, das ist, äh … sagen wir mal so: Ich weiß die Mühe zu schätzen.

Aber es wäre schön, wenn mir mal die Beiträge der Seiten angezeigt würden, die ich tatsächlich aus ernsthaftem Interesse gelikt habe, und zwar in dem Dings, Widget, Gadget, Badge oder was auch immer auf ihrem Blog. Zum Beispiel die Seite von diesem kreativen, hilfreichen Menschen, der drüber bloggt, wie man Filme macht oder von der Frau, die so witzige Cartoons malt oder von der Polyamorie-Seite, die Inhalte wirklich fundiert aufbereitet. Projekte, die mich interessieren und die ich mit einem Like supporten will, bekomme ich auf Facebook nie wieder zu Gesicht.

Und das ist laaaangweilig. Als Nutzer hab ich also an Facebook das Interesse zu 98 % verloren, da mal über was zu stolpern, was ich wirklich spannend finde, ist reine Glückssache und passiert nie an den Stellen, wo Facebook mich haben will, sondern eher, weil ich mal wieder Krümel vom Touchpad wische und dabei aus Versehen was anklicke. So, und jetzt kommt mein Denkfehler als User! Ich hab tatsächlich Facebook, voll naiv, immer noch so benutzt, als wäre 2010 und mich dann gefragt, wieso ich immer so frustriiiiert bin. Einhorn-Klopapier … scroll, scroll … oh, endlich mal ein neuer Inhalt, da hat jemand Flamingo-Seife gekauft! Oh, hässlich, äh, süüüß … gähn … scroll, scroll … ah, jetzt gibt es Einhorn-Klopapier auch vierlagig … was mach ich hier eigentlich? … vielleicht kommt ja doch noch was interessanteres … OT: Mein Freund ist schon wieder eine halbe Stunde zu spät zum Essen gekommen, was würdet ihr tun? Ganz ehrlich? Das rote X klicken.

Und was ist mit Blogs?

Ich kann mich an Zeiten erinnern, da herrschte in der Bloggerszene ein wildes Gewusel kreativer Köpfe und ständig besuchte man sich gegenseitig und lachte sich scheckig über die Kommentare. Wir haben schlicht und ergreifend hemmungslos rumgealbert und auf Suchmaschinenoptimierung und Marketing geschissen. Das ist auch schon gar nicht mehr wahr, das war noch, bevor die Gurus der Szene hochploppten und uns allen erklärten, wie wir die Nische eng machen, Headlines texten und Content mit Mehrwert erstellen müssen. Dann haben wir alle gelernt wie es richtigt geht und der Spaß war vorbei.

Und was haben wir jetzt? Ich finde keine Blogs mehr, die mir Spaß machen! Alles ist bis zum Anschlag „optimiert“. Meiner ja auch. Und soll ich euch was sagen? Mein Blog ist mein Stiefkind. Ich guck hier einmal die Woche rein, um die Plug-ins zu aktualisieren und oft schreibe ich Artikel gar nicht, weil ich denke, dass ich jetzt gar nicht die Zeit habe, einen „richtigen“ Artikel zu schreiben. Weil, die Zeit brauche ich ja, um die Facebook-Timeline abzurollen wie eine Rolle – ihr ahnt es.

Und wenn ich dann mal einen Artikel blogge, kommt nie ein echtes Gespräch mit euch in Gang, weil auf Facebook an verschiedenen Stellen dazu kommentiert wird, aber so richtige Kneipenatmosphäre kommt da nicht auf. Man führt dann eben „Einzelgespräche“ und der Herr Zuckerberg kriegt den Content, der für immer dahin ist, denn nichts ist so alt wie der Post von vor einer Stunde. Blogartikel und Kommentare kann man aber auch nach Jahren noch lesen.

Ich versuche, das immer wieder zu durchbrechen, indem ich in Blogs kommentiere, aber offenbar geht es meinen bloggenden KollegInnen so wie mir – man kümmert sich dann um Facebook und oft werden Kommentare gar nicht im Blog beantwortet. Und jetzt frag ich mich und euch: Wollen wir dem Herrn Zuckerberg immer mehr von unserem Content überlassen? Der braucht nämlich unsere Inhalte, um die Löcher zwischen der bezahlten Werbung zu stopfen. Und zwischen den, äh, Klorollen für die User, die sich gern mit Einhörnern den Hintern abwischen.

Parallel dazu betteln eben auf Facebook alle, die irgendwie Marketing machen, verzweifelt um Likes und Kommentare, um nicht immer mehr Reichweite zu verlieren und ich hab da einfach keine Lust zu. Ich hab auch gar keine Lust mehr, mir von Zuckerberg und Co diktieren zu lassen, welcher Content geht und welcher nicht. Textbeiträge ohne Bild gehen gar nicht, Videos von YouTube brauchst du gar nicht auf deiner Seite zu teilen, die werden maximal 0,x % Prozent deiner Fans angezeigt, blabla, ich hab auch keine Lust mehr, „So ficken Sie Facebook von hinten ins Knie, damit der Algorithmus Sie noch anzeigt!“-Ratgeber zu lesen, während mein Blog vor sich hinstaubt. Mein Blog und ich hatten nämlich ein langes Gespräch und er fühlt sich vernachlässigt. Auf Facebook hab ich ja sowieso den Ruf, dass ich immer nie da bin, aber ich werd meine „Aktivitäten“ da noch weiter einschränken.

Mark Zuckerberg und ich bleiben Freunde!

Ja, jetzt wird es haarig. Ich werde nämlich eine Bitch sein und den Herrn Zuckerzwerg und sein blaues Portal weiter nutzen. Nämlich, um den berühmten „warmen Traffic“ abzuholen. Das heißt, ich werde natürlich weiter durchs Dorf rennen, um Blogartikel und Neuerscheinungen zu promoten und auch, um Beiträge meiner Kolleginnen zu teilen, sofern Facebook sie mir überhaupt anzeigt. Ich werde also meine Seite da noch nutzen, um die Fans darüber zu informieren, was hier im Blog passiert. Aber ich werde nicht mehr meinen Content trennen in „Bücher“. „Blog“ und „Facebook“. Mir ist da nämlich was voll krasses aufgefallen: Herr Zuckerberg ist besitzergreifend, und das mag ich nicht.

Ich hatte nämlich neulich eine Frage an meine Leser, also, an die meiner Bücher, und bin dann extrem dämlich komplett unbewusst in die Facebook-Falle getappt. „Leseschnipsel“ gehören auf die Facebookseite, so gehört sich das. Und die Leute, die das gesehen haben, waren auch extrem hilfreich und das war eine für mich komplett interessante Diskussion. Nur: Die Leser meines Blogs haben da nichts von mitgekriegt! Und da dieser Blog die Heimseite meiner Bücher ist, wäre das ja für euch vielleicht auch interessant gewesen, nä? Aber ich bin – ohne Witz! – überhaupt nicht auf die Idee gekommen, den Inhalt in den Blog zu stellen, weil – wegen Facebook-Marketing und weil man das so macht. Bescheuert, oder? Und das, nee, also, das will ich nicht mehr.

Back to the roots: Mein Blog, meine Burg!

In Zukunft wird alles, was mir vor die Flinte kommt, wieder in den Blog geworfen. Wenn ich gerne ein cooles Musikvideo teilen will, mach ich das eben hier, ohne mich zu fragen, ob ich damit „Reichweite“ erziele, mir doch egal! Wenn ich einen interessanten Link aus der Polyszene aufschnappe, kommt der eben hier rein, mir doch egal, wenn ich da aus Zeitmangel keinen „richtigen“ Artikel zu schreiben kann, sondern nur einen kurzen Kommentar. Mein Blog ist mein Blog und kriegt in Zukunft auch meinen Content.

Ich will einfach wieder unabhängig sein und mir um Facebook keinen Kopf mehr machen. Weil ich merke, dass dieses ganze „Facebook-Marketing“ schleichend meine Herangehensweise verändert und das will ich gar nicht. Wenn ihr mit mir quatschen wollt, freue ich mich, wenn wir das hier tun, dann sehe ich nämlich auch, wo eure Blogs stecken und kann euch besuchen und finde dann vielleicht mal wieder spannende Inhalte ohne Einhörner und Flamingos. Und alles ganz ohne einen Algorithmus, der darüber bestimmt, was für mich „relevant“ ist.

Ich kehre auch wieder dahin zurück, mehr Blogs zu abonnieren, anstatt sie nur zu liken und zu hoffen, dass Herr Zuckerberg mir die neuen Beiträge anzeigt. Das macht der ja sowieso nicht, der steckt doch mit der Klopapier-Mafia unter einer Decke! Ich mach lieber Facebook-Detoxing und nutze die Zeit, um wieder mehr Blogs zu lesen, die ich selber für relevant halte. Und wer von euch keine Lust hat, in Zukunft von mir öfter mal Kraut&Rüben-Artikel per Mail zu kriegen, die bis jetzt eben auf der Facebookseite gelandet sind, der muss kein schlechtes Gewissen haben, wenn er sich aus dem Abo austrägt, ich nehm so was nicht persönlich.

Facebook nimmt das ja bestimmt auch nicht persönlich, wenn ich das „Nutzererlebnis“ da so doof finde, dass ich lieber andere Sachen mache. Zum Beispiel Bücher schreiben, was ich jetzt auch sofort wieder tun gehe. Aber die Leseschnipsel landen dann in Zukunft hier und werden über Facebbok nur geteilt und das ist gut so! 😀

12 Gedanken zu „Sookie Hell gibt Trennung von Mark Zuckerberg bekannt

  1. Es soll ja auch Klopapier mit Spekulatiusduft geben. 😉

    Da ich ja etwas Blog blond bin, kämpfe ich mich tapfer durch. Wenn ich,so als normaler nicht bloggender Leserling in deinem Blog kommentieren darf. 😊

    Mir würde ehrlich etwas fehlen. Ich mag deine postings die mir oft ein breites grinsen ins Gesicht zaubern.

    Ich versteh dich auch das dein Blog deine Burg ist. Home sweet Home. 😇

    1. Höam, swiet Höam, wie der Sachse sagt. Welcher Sachse genau, weiß ich jetzt nicht, aber ist auch nicht so wichtig! 😀 Und hier darf doch jeder gnadenlos kommentieren, jeder! 😀 (Ich warte täglich auf einen Kommentar von Donald Trump, aber der scheint mich gar nicht zu kennen, hihi!) Meine Postings werden ja auch weiter rollen, ich kann ja eh die Klappe nicht halten, aber ich werd sie eben in Zukunft hier posten und auf FB nur noch teilen. Ich find das von mir selber blöd, wenn ich meine Blog-Abonnenten ausschließe, weil auf Facebook „mehr los“ ist. Dann ist es ja kein Wunder, dass auf Facebook mehr los ist! Äh, klingt verwirrend, ist aber so! 😉 Leser aller Portale, vereinigt euch, dafür hab ich den Blog schließlich gebaut! 😀

      1. Wir könnten dich ja mal bei Donaldo in einem seiner Tweets verlinken. 😅

        Ich denke auch das du in deinen eigenen 4 Wänden mehr „Meinungsfreiheit“ hast ohne irgendwelche Einschränkungen seitens Zasterberg.

        Ich raff das schon noch. Frau lebt und lernt. 🤗 einzig bei gefällt mir klicks poppt ein neues Fenster auf namens WordPress und möchte ein Konto von meiner einer. 😬

        1. Muahahahaaa, ich wäre dann gerne mit dem Covfefe-Tweet verlinkt, von dem die ganze Welt gerätselt hat, was Trumbo uns eigentlich wieder mitteilen wollte, über das Wort hab ich tagelang gelacht! 😀

          Und eigentlich, ja, EIGENTLICH, sollte es (Achtung: Gehirn abschalten, jetzt kommt langweiliges Blogger-Gewäsch) nach dem letzten Update des Jetpack-Plug-ins möglich sein, sich hier ganz einfach mit einem Klick per Facebook einzuloggen und mit dem Facebook-Konto zu kommentieren, aber aus irgendwlechen Gründen funktioniert das nicht. Ich werde aber darüber meditieren und eine Nachtschicht einlegen! Sobald die Wikinger mich lassen! 😀

  2. Kann ich sehr gut mit leben ^^ Ich besitze ja selbst beispielsweise gar keine FB-Seite und mache das also ganz ähnlich: Ich poste was im Blog und teile das bei FB. Reicht.

    Ganz verzichten würde ich auch nicht wollen, denn das eine oder andere Buch bzw. die eine oder andere Autoren-Kollegin hab ich schon dort gefunden. Ich grüble zB gerade darüber nach, bei welcher Gelegenheit eigentlich wir beide uns über den Weg gelaufen sind o.O

    1. Dass wir uns über den Weg gelaufen sind, war Karma! 😀 Aber du bist auch eine der wenigen, die ich als Bloggerin auf dem Schirm habe, die auch auf Facebook ist, nicht umgekehrt. Und ich finde das immer herrlich entspannend, Facebook zu verlassen und deinen Blog anzuklicken! 😀

      Geht das nur noch mir so, dass man beim Lesen eines Blogs einfach mal runterschaltet und sich anders auf Artikel einlässt? Wahrscheinlich einfach, weil nicht ständig rote Zahlen aufleuchten, um einen sofort wieder woanders hinzulotsen!

      Und ich bin ja auch gar nicht für Verzicht, als Verteiler fände ich FB sogar echt spannend, wenn der Algorithmus und ich uns einig wären über meine Interessen. Was mich an mir selbst stört, ist die Tatsache, dass ich mir von Facebook immer wieder diktieren lasse, auf dem Portal zu bleiben. Das fühlt sich an, wie wenn man eine Stunde am Fernseher rumschaltet, weil nichts läuft und sich hinterher über die verlorene Zeit ärgert. Die haben eben zahllose Gimmicks, um die Verweildauer zu erhöhen und „zwingen“ Seitenbetreiber quasi dazu, ihre Inhalte auf Facebook hochzuladen und eben nicht einfach zu teilen.

      Bei Videos ist das ganz krass, teilst du ein Video von Youtube, wird das vielleicht von zwanzig Leuten gesehen. Lädst du das Video extra bei FB hoch, ist die Reichweite ungleich größer, weil FB „eigenen“ Content bevorzugt. Und mit solchen Sachen hat Facebook mich dazu gebracht, meinen Blog zu vernachlässigen, worüber ich mich einfach tierisch ärgere. Also: Der Blog kommt ab jetzt wieder zuerst. Vielleicht wollen meine Leser ja auch mal mitkriegen, was ich mache! 😀

      1. Was mich sogar noch mehr ärgert dort, ist dieses ständige Durchschütteln und Mixen von Beiträgen. Es passiert mir ständig, dass ich irgendwo falsch hinklicke (oder von blinkenden Lichtern abgelenkt wurde 😉 ) und dann einen wirklich interessanten Beitrag ums Verrecken nicht wiederfinde. Wenn man dann nicht weiß, wer den Beitrag eigentlich geteilt hatte, ist das fast hoffnungslos.

        Was das Bloggen angeht, muss ich mit mir selbst in absehbarer Zeit noch eine ernsthafte Diskussion führen :-\ Bis auf Weiteres habe ich meine inhaltlich eher persönlichen Beiträge – wozu ich leider auch meine Schreibtipps zählen muss – auf privat gestellt. Weil ich die Erfahrung machen musste, dass einem das eigene Wort von fremden Händen zwischen die Rippen gestoßen werden kann. Im Moment sind meine Bücher dafür zu verletzlich.

        Aber dieses Thema habe ich mit mir noch nicht ausdiskutiert. Man wird sehen 🙂

        1. Stimmt, dass ich aus Versehen Beiträge „verliere“ und einfach nicht wiederfinde, ist mir auch schon ganz oft passiert. Das waren dann ausgerechnet immer die Beiträge, bei denen ich dachte: „Hm, den lese ich erst und dann teile ich den!“ Dann bimmelte wieder irgendwo was und ich Depp springe spontan hin und weg ist der Link, den ich ansehen wollte. Und auf der Timeline was wiederzufinden, wenn man die einmal kurz weggeklickt hatte, ist ein Ding der Unmöglichkeit.

          Dieses „die eigenen Worte zwischen die Rippen kriegen“ ist mir ja auch schon passiert. Ich blogge über Rezensionsmarketing und zwei Stunden später hab ich eine 1-Stern-Rezension, die fast 1:1 meinen Wortlaut wiederholt. Interessanterweise hab ich da gemerkt, dass so eine reine Ätschibätschi-du-blöde-Kuh Rezension mich gar nicht so berührt, wie sie vielleicht sollte. Wenn mir jemand eine 4-Sterne-Rezension schreibt mit einem begründeten Kritikpunkt, kann ich da tagelang drüber grübeln und lerne viel daraus, aber in dem Fall dachte ich eher: „Aha, ich habe einen Hater, meine Reichweite wächst!“ 😀

          Das ist natürlich eine kniffelige Frage, aber ich glaube nicht, dass man sich davon zensieren lassen sollte. Ich würde dann eher offen damit umgehen und einen Blogartikel darüber schreiben, was natürlich dann auch wieder angreifbar macht, aber eigentlich sind Zensur und vor allem Selbstzensur ein zu spannendes Thema, um nicht darüber zu schreiben! Nur – wo man sich dazu öffentlich äußert, ist glaube ich zweitrangig. Wo man sichtbar ist, kann man auch unreflektierte Aggressionen auf sich ziehen. Wie gesagt, kniffelig, ich bin gespannt, wie deine Diskussion mit dir selbst ausgeht. Ich finde es schade, wenn du deine eigene Stimme auf stumm schaltest, um nicht angegriffen zu werden, aber ich kann das auch gut nachvollziehen.

  3. Du sprichst mir aus dem Herzen. Ich bin bei Facebook, seit ich in meine erste Noob-Fregatte gestiegen bin. Und ich werde Facebook auch erhalten bleiben, es sei denn, die werfen mich wegen Relevanzlosigkeit raus. Aber so, wie es jetzt läuft, hat das nichts mehr mit sozialem Netzwerk zu tun. Ich sehe mir gerne die personalisierte Werbung an, denn von irgendwas muss der Herr Z. ja die Serverfarm finanzieren. Aber damit hat es sich auch schon. So, wie Facebook aktuell betrieben wird, führt es – meiner unmaßgeblichen Meinung nach – zu Vereinzelung und Filterblasen. Und ist somit für mein Anliegen nicht brauchbar. Back to the roots = back to Blog erscheint mir da nicht als das verkehrteste Programm. Insbesondere, da Leser, die es gerade noch bis auf den Amazon-Verkaufslink schaffen, eventuell mit meinen Texten überfordert sein dürften hrhr.

    Somit erhebe ich mein Glas auf Leser und Blogbesucher, die mehr sind als Karteileichen, und wünsche uns ein erfolgreiches und soziales Schwarmintelligenz-Jahr 2018!
    Fiat L(in)ux!

    1. Serverfarm, hehe! You made my day! Ist es eine Frage der Zeit, bis Webseiten bei Google schlechter ranken, weil sie den Linkfriedhof Facebook nutzen? Man darf gespannt sein, wie Herr Zuckerzwerg dann die „passiven User“ wieder aktiviert, hähä!

      Und ja, die personalisierte Werbung, das ist ja genau das Stichwort und gleichzeitig das, was ich an dem Reichweitengejammer nicht verstehe. Es liegt doch vollkommen klar auf der Hand, dass Facebook das „Nutzererlebnis“ nur interessant gestalten will, damit die blaue Litfaßsäule als Plakatwand auch attraktiv bleibt. Facebook ist keine Non-Profit-Geschichte, weil „Social“ dransteht. Ganz ehrlich: Wenn ich den Laden erfunden hätte, würde ich auch absahnen wollen, dazu ist das Teil schließlich da! Ich verstehe nur nicht, wieso so viele Autoren sich bei jedem Update der Algorithmen als hilflose Opfer fühlen und ganz entsetzt sind, weil Facebook kostenloses Marketing immer schwieriger macht. Hallo? Facebook ist für sein eigenes Marketing da, nicht für unseres!

      Als Nutzer finde ich nur, dass die ihr Marketing nicht besonders clever einstielen! 😀 Ebenso gut könnte ich mich zu Hause jeden Tag eine Stunde hinsetzen und die Werbeprospekte aus den Zeitungen durchblättern. Von Läden, zu denen ich sowieso nie hinfahre und die ein Sortiment anbieten, das mich noch nie interessiert hat! Wenn ich schon ausspioniert werde, dann will ich auch, dass der Geheimdienst die richtigen Schlüsse zieht! 😀
      Und dieses Filterblasengedöns empfinde ich auch so. Man hat so das Gefühl, dass man in ein Gehege gesetzt wird, um unter „Seinesgleichen“ zu bleiben, was ich extrem schade finde.

Und was ist deine Meinung?