Über Sookie Hell

Sookie Hell
Immer erstmal ein kultiviertes Heißgetränk zubereiten – das ist das Allerwichtigste im Leben!

Lieber, verehrter Leser, schöne Leserin,

Herzlich willkommen bei Sookie Hell. ich habe gelesen, dass Menschen, die sich für Bücher interessieren, sich auch für die Autoren interessieren, und bin dann in mich gegangen, um mich zu fragen, ob das wohl stimmt. Als ich wieder raus kam, musste ich vor mir selbst zugeben, dass ich selbst schon zahllose Lebensläufe, Biografien und Autobiografien gelesen habe und manchmal sogar spannender fand als das eigentliche Werk des betreffenden Autors. (Ich hoffe, bei mir ist das nicht so!)

Also habe ich mich entschlossen, nun etwas hinzulegen, was ich sonst äußerst selten und auch nur unter Protesten hinlege – nämlich einen Seelenstrip. Ich hoffe, dass dieser Seelenstrip möglichst viele offene Fragen beantwortet.

Nun zu meiner Vita. Hand aufs Herz: Ich hab mich wirklich bemüht. Ich schwör mit Blut. Aber ich habe es nie geschafft, ein »normales Leben« zu führen. Bis auf einen kurzen, aber schmerzhaften und sehr lehrreichen Ausflug ins Reihenhaus, aber Schwamm drüber. Daher kann ich sagen: Nichts, was in meinen Büchern passiert, habe ich wirklich frei erfunden.

Ich habe diverse Fächer studiert und nie einen Abschluss gemacht, ich habe mit Malern und Musikern zusammen gelebt, selbst eine »Karriere« als freie Künstlerin hinter mir und kann darauf verweisen, dass Bilder von mir bei privaten Sammlern in ganz Europa hängen – Internet sei Dank. Ich habe freies Theater gemacht (Schauspieler sind solche Diven!), in einer Band gespielt und sah dabei im Minirock wenigstens besser aus als Mario und Harald.

Nach einer aufwühlenden Diskussion über die spontan entstandene Textzeile »Jesus ist ein Torso mit ausgestreckten Armen« und besorgniserregendem Gummiteufelkonsum (auch andere Substanzen können im Spiel gewesen sein) ging die Band auseinander, um andere künstlerische Projekte zu verfolgen. (Ich glaube, wir konnten uns die Miete für den Probenraum einfach nicht mehr leisten).

Nun zur Liebe. Ich gestehe offen: Ich bin nicht der Langstreckentyp und entdeckte schon früh den Wahrheitsgehalt der Faustregel »Drum prüfe, wer sich mittelfristig bindet!«. Ich habe freie Liebe, offene Beziehungen und noch einige andere Dinge, über die ich hier einen geblümten Vorhang des Schweigens breiten will, tatsächlich gelebt. Allerdings nie aus Vorsatz! Ich bin einfach nur der Typ, der immer irgendwie in Dinge rein stolpert und sich selten entscheiden kann. Aber sich nicht zu entscheiden, ist ja auch eine Entscheidung und so nahm das Leben mit endlosen nächtlichen Diskussionen am Küchentisch über Liebe, Kunst und den nicht erkennbaren Sinn des Ganzen seinen Lauf.

Und nun kommen wir zu meiner eigentlichen Bestimmung, und das meine ich jetzt, wie alles andere auch, sehr ernst. Käthe Kollwitz hat gesagt: »Eine Gabe ist eine Aufgabe«. Dieser Satz hat mich vor vielen Jahren in einen Zustand versetzt, den ich kurz mit »euphorischer Panik« zusammenfassen will. Was zur Hölle ist eigentlich meine Gabe?

Ich habe (wie jeder Autor) immer schon geschrieben. Meine Tagebücher und lyrischen Ergüsse bleiben hoffentlich für immer verschollen und oft genug habe ich, wie man in meiner schönen Heimat Ruhrgebiet so treffend sagt »die Familie am Kacken gehalten«, indem ich Produktbeschreibungen, Ratgebertexte und ähnlich spannenden Content geschrieben habe. Es gab Tage, an denen hatte ich das Gefühl, das halbe Internet ist von mir. Sollten Sie auf einen locker flockigen Text über »Brusthaartoupets« oder »Zehn Tipps für Onlidedating 150+« stoßen, ist der wahrscheinlich von mir.

Meine Highlights auf dem Buchmarkt waren Ghostwriterprojekte über das Anlegen von Hochbeeten und ähnlich bahnbrechende Werke, aber auch darüber, wie man reich wird, wenn man fest genug ist im Glauben. Ich habe daran 600,- Euro verdient, für mehr hat mein Glaube nicht gereicht.

Mehr Spaß gemacht haben mir immer meine eigenen Geschichten, die ich unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlicht habe und von denen einige auch heute noch erhältlich sind. Aber trotz meiner professionellen Laufbahn als Autorin (Content-Produzentin) habe ich mich selbst nie als Autorin gesehen. Ich bin Geschichtenerzählerin. Und dieser Gabe gebe ich jetzt mit der »Beziehungsstatus«-Reihe hemmungslos nach, in der Hoffnung, möglichst viele Leser zu erreichen, die an den Geschichten rund um Sex, Witz und Rock’n’Roll mit John O’Molloy genau so viel Spaß haben wie ich.

Ich selbst beneide meine Protagonisten nicht um ihr abenteuerliches Leben, ich hatte selbst genug Rock’n’Roll, um mich entspannt zurückzulehnen und einfach mal die Jüngeren ran zu lassen. Ich werde grau, moppelig und vor allem ruhiger. Das ist das schöne am Alter. Inzwischen bin ich auch bekennender, glücklicher Single (ja, das gibt es tatsächlich), aber kein Mann in der zweiten Betthälfte könnte so spannend sein wie mein Laptop. Ich liebe mein Laptop! Wir sind unzertrennlich.

Oft schreibe ich, bis die Sonne aufgeht und lese dann im Bett noch stundenlang Korrektur. Kurz gesagt: Ich liebe meine Arbeit, ich liebe meine Bücher und ich hoffe, dass Sie, geneigter Leser, verehrtes Publikum, diese Liebe mit mir teilen. Denn sonst muss ich zurückkehren zu Lohnartikeln über Bootcutjeans und Schritt-für-Schritt-Anleitungen für erfolgreiches Dating oder Koizucht. Und das möchten wir doch alle nicht, oder? Denn da wäre, das sage ich jetzt ganz unbescheiden, mein fabulöses Erzähltalent tatsächlich vollkommen vergeudet!

Und nun entlasse ich Sie, liebe Leser und verehrte Sponsoren der freien Literatur, in die Welt meiner Romane und ich kann Ihnen versprechen: Da, wo die herkommen, gibt es noch viel mehr. Ob Sie wollen oder nicht.

Hochachtungsvoll,

Eure Sookie