Wie du erfolgreich auf Tipps für erfolgreiches Bloggen scheißt – und trotzdem Spaß hast!

Wie du erfolgreich auf Tipps für erfolgreiches Bloggen scheißt – und trotzdem Spaß hast!

Manchmal wurde Trude nicht auf Anhieb verstanden. Das hielt sie aber nicht davon ab, in ihrer eigenen Sprache zu sprechen!
Manchmal wurde Trude nicht auf Anhieb verstanden. Das hielt sie aber nicht davon ab, in ihrer eigenen Sprache zu sprechen!

Ist die Schlagzeile zu provokativ? Näää. Oder?

Achtung … RUNTER! Heute ist die liebe Sookie mal wieder »nervös und bewaffnet« (mit einer Tüte Kirschlutscher), also auf Krawall gebürstet! Ich muss leider mal wieder ein bisschen streng werden! Denn ich habe in den letzten Tagen mal wieder einige hochgradig spannende Diskussionen verfolgt, woran meine sehr geschätzte und unglaublich liebenswerte Bloggerkollegin Schattentaucherin nicht ganz unschuldig ist! Das Thema meines heutigen Aufsatzes lautet daher:

»Wieso liest eigentlich kein Schwein meinen Blog?«

Die Schattentaucherin hatte nämlich eine Frage ins Netz geworfen, die vordergründig total einfach wirkt. »Was ist das Alleinstellungsmerkmal eurer Blogs?« Pah, dachte ich, eine meiner leichtesten Übungen, das lernt man ja in der Bloggergrundschule, dass man ohne Alleinstellungsmerkmal nix wird! Und dann stand ich mir mal wieder selber im Weg (Das kann ich gut. Das kann ich so gut, unfassbar!) und verfolgte erst mal zwei Tage lang die Diskussion und fragte mich, was zum Dübel denn wohl mein Alleinstellungsmerkmal ist. Und mir fiel keins eins.

Unterdessen rollte die Diskussion in der Bloggergruppe weiter und es passierte das, was immer passiert. Ein paar Leute tauchten auf, die tatsächlich unglaublich interessante Nischenblogs zu wirklich wichtigen Themen betreiben. Viele Leute tauchten auf, bei denen ich mal wieder das Gefühl hatte, dass sie die Frage nicht verstanden haben. Ich blogge über Fashion. Aha, macht ja sonst keiner. Bei mir im Blog gibt es immer leckere Fotos zu den Rezepten! Ja, danke, aber ich esse sehr selten Fotos, egal, wie lecker die sind.

Ihr seht schon, Hannibal und ich hatten wieder viel Spaß miteinander. Für alle, die sich zum ersten Mal zu mir verirrt haben oder mich noch nicht so gut kennen: Hannibal ist mein innerer Lektor. Der psychopathische Massenmörder, der einfach so 90 % meiner Texte löscht, weil sie doof sind. Sagt er. Ich bin mir da manchmal nicht so sicher, aber wer legt sich schon mit seinem inneren Psychopathen an. Er hat Recht und ich meine Ruhe, so funktioniert unsere Beziehung eben. 😀

Auf jeden Fall knackte ich ewig an dieser Frage nach dem Alleinstellungsmerkmal. Vor allem an der Frage, wieso die beliebigsten Null-Acht-Fuffzehn-Blogs ihres selbstbewusst heraustrompeteten, während ich immer noch grübelte. Parallel dazu versorgte Herr Zuckerzwerg mich mal wieder auf meiner Startseite mit Artikeln von Bloggern, die in ihren Blogs über das Bloggen bloggen. Ihr kennt das. »Sieben Gründe, warum blablabla!« oder »Zehn Schritte, mit denen du garantiert mehr Leser bekommst!« und »Praktisch denken, Särge schenken!« Ach, nee, das war der Slogan, mit dem ich Bestatterin werden wollte. Egal. Ihr wisst, was ich meine.

Eigentlich lese ich diese Artikel schon seit Jahren nicht mehr. Zum einen, weil es mich tödlich langweilt und unterfordert, nach Schema F zu bloggen. Ich krieg dann einen glasigen Blick und eine kalte, feuchte Nase, kein schöner Anblick. Zum anderen, weil ich über mangelnden Traffic nicht klagen kann, im Gegenteil, ich bin total begeistert, was hier in meinem Blog, der fast noch gar keinen Content rumliegen hat, manchmal schon abgeht. Zum dritten aber auch, weil es einfach nichts bringt.

Trotzdem ertappte ich mich dabei, wie ich mal wieder einen Artikel darüber überflog, wie dein Blog garantiert abgeht wie Schmidts Katze. Wenn sie mit Müllers Hund in der Besenkammer eingesperrt ist sogar. Blogge regelmäßig. Blogge nur, wenn du wirklich etwas zu sagen hast, meinen Artikel »40 Themen, wenn dir nicht einfällt, was du bloggen könntest!« findest du hier! Teile deine Artikel in Gruppen auf Social Media! (In den Bloggergruppen, wo nur die Posts diskutiert werden, die die Frage aufwerfen, warum niemand auch mal die Blogs der anderen anklickt?) Biete deinen Lesern Mehrwert, wie zum Beispiel 40 Artikel, die du geschrieben hast, als dir nichts eingefallen ist! Sorge immer für frische Inhalte und unique Content, so wie ich hier in dem Artikel übers Bloggen, der schon so oft ab- und umgeschrieben wurde, dass keiner mehr den Urheber ausmachen kann! Dadidadidaaa. Aber KEIN Schwein sagt mal, wie’s ist:

Wenn du die gleichen Tipps befolgst wie alle anderen, bloggst du auch wie alle anderen!

Früher gab es diesen ollen Helmut Kohl Witz. Helmut, damals noch im Amt, versuchte ein Kreuzworträtsel zu lösen und suchte den amtierenden Bundeskanzler mit vier Buchstaben. Zuerst versuchte er es mit »Ich«. Passte nicht, ein Buchstabe zu wenig. Er fragte seine Frau Hannelore, die ihn aufklärte: »Das ist doch ganz einfach, du!« Helmut zählte nach, d, u, zwei Buchstaben, passte nicht. Also fragte er seinen Verteidigungsminister, der antwortete: »Das ist doch ganz einfach, Herr Bundeskanzler, Sie!« S, i, e, drei Buchstaben, passt nicht. Die Sache ließ Helmut aber keine Ruhe und verursachte ihm schlaflose Nächte, bis er irgendwann seine Frau weckte und stolz rief: »Jetzt weiß ich, wen die meinen: MICH!«

Und ähnlich ging es mir mit der Frage nach dem Alleinstellungsmerkmal meines Blogs. Ich grübelte und grübelte und fand keins. Autorenblogs gibt es wie Sand am Meer. Mein Blog sieht ja auch nicht besonders gut aus, am Design muss ich ganz dringend mal schrauben (guckt da jetzt bitte nicht so hin, ich hab nicht aufgeräumt). Ich hab noch nicht mal eine richtige Nische. Um ehrlich zu sein, hab ich noch nicht mal ein Konzept. Um noch ehrlicher zu sein, ich scheiße auf Tipps wie Listposts, die hundert besten Überschriften, die immer funzen, Artikel mit »Wie du«-Anleitungen und Schritt für Schritt Gedöns, und trotzdem bin ich mit meinem Traffic total zufrieden.

Ganz besonders freu ich mich darüber, dass ich über meinen Blog und meine Bücher auch immer wieder total tolle Menschen kennenlerne, und ihre Blogs oder ihre Bücher. Und trotzdem fühlte ich mich zwei Tage lang wie Helmut Kohl, weil mir die Antwort auf die Frage nach dem Alleinstellungsmerkmal nicht einfiel. Und sich wie Helmut Kohl zu fühlen ist nicht schön. Plötzlich sind alle Hosen viel zu eng. Und dann kam ich auf das Alleinstellungsmerkmal mit drei Buchstaben: Ich!

Und ich fragte mich, warum ich die Blogs lese, die ich lese. Nicht wegen ihrer Listposts, weil sie so fleißig in Social Media teilen, oder weil sie so eine tolle SEO haben, und erst die OnPage-Optimierung, hach! Natürlich kommt das bei Tante Google gut an, keine Frage, aber für Tante Google schreibe ich ja nicht. Und die Blogger, die ich gerne lese, auch nicht. Ich lese sie, weil sie ihre eigene Stimme haben!

Natürlich sind Tante Google und Social Media Portale wichtig, um diese Perlen erst mal zu finden, Sichtbarkeit ist wichtig, klar. Aber deswegen kommt man nicht wieder. Man kommt wieder wegen des Bloggers, nicht wegen seines Rankings!

Hat nicht jeder eine eigene Stimme?

Doch, klar, von Geburt an. Jedes Baby kräht anders, ungelogen. Wir alle kommen ja mit dieser unfassbar geilen, sprudelnden und individuellen Kreativität auf die Welt, bis blöde Erwachsene uns sagen, dass wir jetzt aber aufhören sollen zu spinnen, wenn wir im Garten einen Dinosaurier gesehen haben. Ich war zum Beispiel mal zu einem dieser Grillabende eingeladen, wo die Kinder den Gästen noch vorgeführt werden, bevor sie im Kinderzimmer weggesperrt werden, damit sie nicht stören.

Und der stolze Gastgeber und Vater ließ seinen Windelstöpsel antreten, damit er vorführt, wie toll er schon auf seiner vollkommen verstimmten Plastikkindergitarre spielen kann. Der arme gehemmte Sohnemann schraddelte schüchtern ein paar „Akkorde“, bis seine kleine innere Rampensau sich Bahn brach und er – und ich – Spaß an der Sache bekamen. Kaum fing der kleene Strümpel aber an, richtig geil zu performen (Papa hatte ja gesagt, er soll zeigen, was er kann), bremste sein Vater ihn aus. „Nein, IKEA (schwedischen Männernamen bitte selbst einfügen, Anm. d. Red.), jetzt wirst du unecht!“ Unecht! *augenroll*

Ihr versteht bestimmt sofort, was ich meine. Der arme Strümpel sollte zeigen, wie begabt und musikalisch er schon ist (vor allem, wie toll seine Eltern ihn fördern), aber bitte so, dass es weder Krach noch Spaß macht. Und solche Momente haben wir alle schon erlebt, immer wieder. Unsere individuelle Stimme wird beschnitten, klein, leise, passend gemacht. Richtig los geht das dann in der Schule. Ich will da jetzt auch gar keine Paralleldiskussion aufmachen, die Kritik am Schulsystem wäre einen eigenen Blog wert, aber jetzt gerade hab ich meinen toleranten Augenblick und sag einfach mal: Ist ja gut, dass wir alle erst mal die gleichen Standards lernen. Aber!

Wir lernen, unsere Stimme in feste Bahnen zu lenken. Wer, wann, wo, warum, und den letzten Absatz immer schön so schreiben, dass der Redakteur ihn zur Not einfach abschneiden könnte, ohne dass der Leser merkt: Da fehlt was! Wir lernen eben tatsächlich alle den gleichen Standard, der eine mehr, der andere weniger „erfolgreich“. Und das ist wie gesagt auch gut, man muss sein Handwerk beherrschen. Nicht mehr lustig ist die Sache, wenn wir dann eine Fünf in Deutsch bekommen, weil wir den Brecht anders interpretieren, als der Deutschlehrer das vorgefertigt in seinen Unterlagen stehen hat. Weil wir Metaebenen erkennen, die der Lehrer nicht gesehen hat, weil wir emotional und kreativ anders auf einen Text reagieren, als der Reclam-Verlag das in seiner Sekundärliteratur vielleicht geplant hatte, bekommen wir eins vor die Nuss. Und das prägt ja, wenn man eins vor die Nuss bekommt, das wissen wir alle.

Nicht „richtig“ ist nicht automatisch falsch!

Wir werden ständig damit zugeballert, wie wir Sachen „richtig“ machen müssen. So interpretiert man ein Gedicht, so schreibt man einen Blogartikel, so hält man eine Rede. Und wenn es um reine Sachebenen geht, ist das auch super, keine Frage. Wenn ich mich durch eine Gebrauchsanleitung durchfuchsen muss, will ich ja nicht erst rausfiltern, was der Verfasser zum Mittagessen hatte und wie ihm sein letzter Urlaub gefallen hat, bevor ich erfahre, in welcher Reihenfolge ich die Knöpfe drücken muss. Wenn ich eine Gebrauchsanleitung schreibe, ist es ebenfalls sehr hilfreich zu wissen, dass den Leser mein Urlaub nicht interessiert – ich fahre nämlich nie in den Urlaub. Schon aus Prinzip nicht. Ich steh eben auf meine flugzeug- und autofreie Ökobilanz und käme mir unauthentisch dabei vor, mir extra einen Urlaub ausdenken zu müssen! 😀

Aber Fakt ist: Regeln sind praktisch, Regeln sind cool, wenn man schnell etwas Allgemeinverständliches hinkriegen will. Regeln sind ja auch verdammt nützlich. An einem Stoppschild einfach mal stehen zu bleiben zum Beispiel. Und wir alle kennen den Moment der Verwirrung, wenn wir gerade mal keine Regel haben. Etwa, wenn uns auf dem Fußweg jemand entgegen kommt und beide mehrfach in dieselbe Richtung zur Seite treten. Ich sag in solchen Fällen meistens noch so was sinnvolles wie: „Mambo kann ich nicht!“ Und irgendwie geht’s dann. Aber so ganz ohne Regel ist man dann doch kurz unsicher und muss im Hirn ein paar Gramm Zucker durchjubeln, um das kleine Problem eben zu lösen.

Schwierig wird es, wenn wir Regeln so verinnerlicht haben, dass sie unsere natürliche Kreativität hemmen. Ich erlebe das immer wieder, wenn junge Menschen, die wissen, dass ich „irgendwie schreibe“, mich um Hilfe bitten, weil sie einen Praktikumsbericht schreiben müssen, ein Gedicht verschenken wollen oder eine Geschichte im Kopf haben, die raus muss. Dann erlebe ich jedes Mal den Moment, wo lebhafte Jugendliche, die sonst reden können wie ein Wasserfall, und auch sehr witzig, differenziert und interessant erzählen können, ins Stocken geraten und plötzlich blockieren, sobald sie einen Stift in der Hand haben.

Dieser Moment des Stockens ist völlig normal, ich hab den jeden Tag, wenn ich mich an die Arbeit setze. Man schaltet um von spontan gebrabbelt auf german Schriftsprache. Wenn man geübt darin ist, wird der Moment nicht unbedingt kürzer, man geht nur gelassener damit um. Aber es tut mir immer richtig weh, wenn ich spüre, dass Menschen aus diesem Moment des Stockens nicht mehr herausfinden, weil sie es unbedingt „richtig“ machen wollen. Weil sie sich vor einer Fünf fürchten, obwohl der Lehrer schon lange im Ruhestand ist. Dann gehen sie auf Nummer sicher und heraus kommen dabei dann auch Schulaufsätze, in denen Herr Dings auch bestimmt nichts rot anstreichen würde, die aber auch niemand lesen will.

Es gibt Wege, die Starre zu lösen, keine Frage. In Fällen wie Praktikumsberichten fange ich zum Beispiel ein „ganz harmloses“ Gespräch an. Wir arbeiten ja noch nicht. Wie hat es dir denn da überhaupt gefallen? Und was war der Chef so für ein Typ? Hmhm. Und was ist das jetzt für ein Laden? Ich war da noch nie, was machen die? Dann rutschen sie wieder ins freie Erzählen, und wenn ich nach zehn Minuten sage: „Cool! Du hast mir gerade alles erzählt, was du für deinen Bericht brauchst!“, kommt immer sofort die Frage: „Und wie schreibe ich das jetzt?“ Tja.

Schreiben ist nichts anderes als schriftliches Erzählen

Natürlich hat Schreiben noch mehr Regeln als freies Sprechen, klar. Wer sich in der Rechtschreibung nicht sicher sich, muss sich zum Beispiel keine Sorgen um Tippfehler machen, wenn er eine Geschichte einfach erzählt. Und nichts hemmt so sehr wie die Angst vor Fehlern. Und wo es Regeln gibt, machen wir eben auch Fehler, das bleibt gar nicht aus. Aber wenn wir nicht gerade versuchen, eine Bombe zu entschärfen, sind Fehler gar nicht so tödlich, wie man immer meint.

Regeln sind ja nun mal auch der Kodex, den wir zur Kommunikation brauchen. Wer verstanden werden will, muss sich deutlich äußern. Wie blöd es ist, einen Kodex nicht zu beherrschen, merkt man spätestens dann, wenn man mit dem Fallschirm in einen Busch kracht, in dem nackte Pygmäen leben, die eine Klicksprache sprechen. Man stellt sich dann vor mit einem dreifachen Regelverstoß. Erstens: Man ist angezogen, ist also bestimmt unehrlich und hat was zu verbergen, Waffen zum Beispiel. Zweitens: Man hat den Busch verbogen, anstatt die Natur zu achten. Drittens: Man kann einfach diese Klickgeräusche nicht, mit denen sie sich vollkommen selbstverständlich verständigen. Spätestens, wenn euch das passiert, merkt ihr, wie viel Sicherheit euch die Regeln, die Sprache, der Verhaltenskodex in eurem vertrauten Kulturkreis geben.

Das sind die Momente im Leben, wo uns klar wird, dass wir Regeln lieben. Und trotzdem sind sie ein ganz fürchterlicher Kreativitätshemmer. Nämlich immer dann, wenn uns einfällt, wie Papa uns gesagt hat, wir sollen nicht „unecht“ sein, wenn wir gerade einen richtig geilen Flow hatten. Aber zum Glück sind die Spielräume doch trotzdem riesig. Da sind bei allem Regelwerk tausend Lücken, die wir mit Witz und Kreativität füllen können, wenn wir uns nur trauen, vor uns selbst zuzugeben, dass wir den engen Schädeln unserer alles bewertenden Lehrer längst entwachsen sind. Und in dem Moment, wo wir die Regeln bewusst hinter uns lassen, werden wir zur Avantgarde. Oder verrückt, aber dann checken wir auch keine Blogstatistiken mehr! 😀

Wir finden unsere eigene Stimme wieder, weil wir gelebt haben, weil wir Dinge hinterfragt haben, weil wir Autoritäten gekippt haben, die wir aus ganz persönlichen Gründen nicht mehr ernst nehmen wollen oder können. Und hinter diesem Korsett des Denkens fängt der freie Raum an, in dem wir anfangen können, mit den Regel zu spielen. Der freie Raum, in dem wir unsere eigene Sprache entwickeln können, die sich zwar an allgemeinverständliche Regeln hält, aber unsere Texte unverwechselbar macht.

Die eigene Stimme ist wie ein Fingerabdruck

Habt ihr schon mal Doctor Who gesehen? Die Eingeweihten grinsen jetzt gerade und beneiden mich um die TARDIS auf meinem Schreibtisch, den Nicht-Eingeweihten erzähle ich kurz, wer die Daleks sind. Die Daleks sind eine kriegerische außerirdische Rasse und sehen alle gleich aus. Wie ein Retro-Vorläufer von R2-D2. Daleks sind nicht besonders helle und machen immer, was man ihnen sagt. Meistens rollen sie in der Gegend rum, knöttern mit ihren seltsamen Roboterstimmchen „Eliminiiieren!“ und schießen alles kaputt, bis der Doctor kommt und die Welt rettet. Daleks halten sich streng an ihre Dalekregeln, haben einen sehr begrenzten Wortschatz und Schwierigkeiten, bei einer Veränderung der Sachlage umzuschalten. Ihre Stärke liegt in ihrer Masse und, sorry, wenn ich das so sage, liebe Daleks, in ihrer Blödheit. Und man kann sie einfach nicht auseinanderhalten. Sie sind beliebig.

Wir Menschen sind aber eben keine Daleks. Und trotzdem frage ich mich, wieso wir dann so oft wie Daleks schreiben! Ich sehe ständig überall Dalek-Blogs und Dalek-Bücher und alle knöttern: „Eliminieren!“, nämlich die Fehler, die verhindern, dass sich Traffic oder Leser einstellen. Aber wenn alle nach den gleichen Dalekregeln versuchen individuell zu sein, kann das doch nicht klappen! Leute! Denkt doch mal naaaach!

Ihr alle habt eine unverwechselbare, einzigartige Stimme! Jeder Mensch trägt sein eigenes Universum mit sich herum. Aber das Gefühl „von einem anderen Planeten“ zu kommen, wird immer wieder als Schwäche begriffen. Und man muss kein diagnostizierter Asperger-Autist sein, um dieses Gefühl zu kennen, wir sind alle manchmal vom falschen Planeten! Die Frage ist doch nur: Was machen wir damit?

Passen wir uns an, ziehen wir uns die gleiche Tüte über den Kopf, die alle auf dem Kopf haben, um nicht aufzufallen? Dann fragen wir uns irgendwann: Wieso fällt mein Blog niemandem auf? Ich hab doch alles genau richtig gemacht! Jede Schritt-für-Schritt-Anleitung befolgt, jeden Tipp umgesetzt, mich an jede Regel gehalten! Auch der Tipp, dem Leser wirklichen „Mehrwert“ zu liefern, bringt gar nichts, wenn hundert Blogs mit einem viel besseren Ranking den gleichen Mehrwert schon längst geliefert haben. Warum sollte das dann irgendjemand in deinem Blog lesen? Ganz einfach: Weil du den Mut hast, mit deiner eigenen Stimme zu schreiben. Unverwechselbar.

Ein Blog ist keine nüchterne Tageszeitung

Noch mal kurz zurück ins letzte Jahrtausend, als das „Prinzip Blog“ erfunden wurde. Blog steht für Weblog, also Logbuch im Web. Und ein Logbuch hält eine persönliche Reise fest. Nicht die im Atlas verzeichnete Route, sondern diese eine Reise. Reisen machen viele. Jeder irgendwie, um genau zu sein, manche nach innen, manche nach außen. Um bei der Metapher mit der Reise zu bleiben: Sagen wir mal, einer von diesen riesigen Umweltsau-Fliegern mit hunderten von Leuten an Bord fliegt nach Mallorca. 150 der Passagiere machen nur Selfies, hundert andere bloggen auch darüber. 99 davon bloggen: „Am 27. Mai flogen wir nach Mallorca, verbrachten eine schöne Zeit auf der Insel und hatten auch Glück mit dem Wetter.“ Gäääähn.

Du aber schreibst: „Also, mit mir und Mallorca, das war so. Ich hatte schon gleich ein komisches Gefühl, als meine Oma das Kreuzworträtsel in der Fernsehzeitung ausgefüllt hat, um die Reise für zwei Personen zu gewinnen. Ich hatte noch misstrauisch gefragt: ‚Oma, wen nimmst du denn dann mit, wenn du gewinnst?‘ Und ihr kennt die Geschichten über meine Oma. Sie hat mich grinsend getätschelt und gesagt: ‚Dich natürlich!‘ Und dann hat sie gleich wieder gefragt, ob sie mir ein paar Würstchen warm machen soll, weil ich ja kein Fleisch mehr esse. ‚Oma‘, hab ich gesagt, ‚Würstchen sind auch Fleisch!‘, aber Widerspruch ist ja bei ihr zwecklos. Naja, und so war es dann eben auch mit der Reise. Ich hatte mir so sehr die Daumen gedrückt, dass sie nicht gewinnt, aber meine Oma gewinnt ja immer! Die Kaffeemaschine und die Einbauküche sind ja auch aus der Fernsehzeitschrift! Wenn sie mir die Kaffeemaschine geschenkt hätte, hätte ich mich ja auch nicht beschwert, aber zwei Wochen am Ballermann? Mit meiner Oma?“

So. Noch mal. Ein Blog ist keine sachlich-trockene Tageszeitung, sondern ein, dein, individuelles, ganz persönliches Logbuch, dein Medium, um dich kreativ auszutoben und mit deinem ganz eigenen Stil Leser zu begeistern. Ein Blog ist das perfekte Medium, um trockene Informationen mit ganz persönlichen Ideen, Erfahrungen, Gedanken und Geschichten zu verbinden. Und welchen Artikel würdest du selbst in einem persönlichen Blog lieber lesen? Möchtest du auch noch wissen, wie die Wassertemperatur auf Mallorca war und wie die berühmte Sehenswürdigkeit heißt, oder würdest du lieber lesen, wie die Oma vor der Sehenswürdigkeit einen Handtaschendieb mit dem Selfiestick verkloppt hat? Dabei erfährst du trotzdem, wie die Sehenswürdigkeit heißt, hast aber gleichzeitig noch gelacht und die coole Oma gefeiert!

Wie weit darf die eigene Stimme gehen?

Zuerst einmal sollten wir natürlich alle versuchen, uns verständlich auszudrücken, klar. Knappe Grunzlaute eignen sich nur, wenn man mit Menschen kommuniziert, die einem sehr vertraut sind und aus deinem „Mm“ heraus hören, ob du gerade meinst „Lass mich schlafen!“, „Kapier ich nicht!“ oder „Wie schön, dass du da bist!“. In einem Blog hast du schließlich auch nicht die Elemente Körpersprache, Stimmlage, Gesichtsausdruck zur Verfügung. Deshalb drehen wahrscheinlich inzwischen so viele Leute Videos, weil es viel einfacher ist, ein blödes Gesicht zu machen, als einen sprachlichen Ausdruck für das eigene blöde Gesicht zu suchen. Aber das ist ja gerade das geile am Schreiben, das lustvolle Jonglieren mit Worten. Wenn du das nicht hast, solltest du es einfach gleich mit einem Youtube-Channel versuchen. Wenn du schreibst, kannst du aber immer noch eine Schüppe drauflegen und gleichzeitig in die Tiefe gehen. Und zwar in deine Tiefe.

Wenn du zum Beispiel deinen Alltag mit einer Krankheit bewältigen musst, ist es vollkommen klar, dass du dich mit deiner Krankheit verdammt gut auskennst, wahrscheinlich besser als viele Ärzte. Und mit Sicherheit stehen über diese Krankheit schon viele sachliche Fachartikel im Netz, aus denen Leser sich den berühmten Mehrwert ziehen können. Diese Fachartikel musst du deswegen nicht noch mal schreiben! Ein Blog ist eben kein Fachbuch. Und deshalb ist dein Mehrwert mehr wert! Nämlich dann, wenn du klar kommunizierst, wie es ist, diese Krankheit zu haben, mit ihr zu leben. Das wird keinem Medizinstudenten helfen, sich auf die Prüfung vorzubereiten, aber dafür gibt es ja eben die drögen Fachbücher.

Mit deinem Blog kannst du aber Menschen erreichen, die vielleicht an derselben Krankheit leiden und nicht damit allein sein wollen, die von deinen Erfahrungen profitieren wollen. Oder Angehörige und Partner, die einen kranken Menschen besser verstehen wollen. Oder du erreichst Leser, die irgendwo auf deinen Schreibstil aufmerksam geworden sind und sich jetzt mit deiner Krankheit, deinem Leben, beschäftigen, weil sie deine Stimme einfach gerne lesen und es toll finden, dass es tapfere Kämpfer wie dich gibt. Du kannst Vorurteile abbauen, Informationen persönlicher gestalten, zu einem erlebbaren Text verarbeiten. Du kannst sagen: „So ist es wirklich. Für mich. Aber wie ist es für euch?“

Stoppschilder nicht übersehen!

Und trotzdem gibt es bei der eignen Stimme Grenzen. Deine persönlichen Grenzen und die anderer. Es gibt natürlich Dinge, die sind zu persönlich und privat, um sie ins Internet zu stellen, klar. Oder die Zeit ist einfach noch nicht reif dafür, weil du noch nicht reif dafür bist. Vor ein paar Tagen las ich den Blogartikel einer Mutter, die jetzt endlich öffentlich darüber sprechen wollte, dass sie ihr Kind verloren hat, das hat mich fern jeder Sensationslust tief berührt. So tief, dass ich da gar nichts zu gesagt habe, weil man das Gefühl hat, tote Buchstaben im Internet können da eh nicht helfen, was vielleicht falsch ist. Aber man macht sich auch angreifbar und verletzbar, wenn man so offen zu seinen wunden Punkten steht, also nimm dir Zeit, deine Grenzen wahrzunehmen, bevor du irgendwas raus haust.

Nimm dir aber auch Zeit, ganz bewusst über die Grenzen anderer nachzudenken. Ganz schwierig finde ich persönlich immer diese Trennungsposts. Vor ein paar Tagen stolperte ich über eine unübersehbare Diskussion zu einem dieser „Wie eine Nachricht mein ganzes Leben veränderte!“-Posts. Ein Mann, nennen wir ihn IKEA, hatte mit einer Fashionbloggerin Schluss gemacht. Ich hab den Anfang des Artikels überflogen und mit einer Mischung aus Scham und Entsetzen weggeklickt. Ich wollte gar nicht wissen, dass IKEA ein schwieriges Verhältnis zu seiner Ex hat, dass er immer noch an ihr hängt und heimlich wieder Kontakt zu ihr hatte, wieso IKEA dies und das tut. Das wäre völlig okay gewesen, wenn IKEA selber darüber geschrieben hätte. Aber IKEA war nicht derjenige, der das gebloggt hatte!

Ich hab zwar keine Ahnung, wer der Typ ist (der persönliche Bekanntenkreis der Bloggerin aber garantiert schon), aber ich hab intime Details aus seinem Leben erfahren, die er selbst nicht preisgegeben hatte, und mit so was hab ich ganz ehrlich ein Problem. Da muss auch gar kein Klarname im Internet auftauchen, irgendwo bleibt so was immer hängen. Ich weiß jetzt, dass IKEA der Typ ist, der auf Facebook als die feige Sau berühmt wurde, die per WhatsApp Schluss gemacht hat und Blogs, die mit der sensiblen und vielleicht sogar verwirrten Gefühlswelt Dritter hausieren gehen, empfinde ich persönlich als grenzwertig bis übergriffig.

Bei aller Liebe zum persönlichen Schreiben, die Probleme Dritter zu bloggen, die gar kein Vetorecht bekommen, bevor ihre intimsten Geheimnisse im Internet landen, finde ich persönlich nicht okay. Irgendwie hat das auch immer was erpresserisches, dieses öffentliche „Sieh, wie ich aus Liebe zu dir leide!“, und da tut man sich selbst keinen Gefallen mit, weil man sich eine romantisch verklärte Opferrolle zuweist, aus der man später nur schwer wieder rauskommt. Solche Geschichten „bloggt“ man wirklich besser unter vertrauten Freunden am Küchentisch oder einfach in das gute alte Tagebuch.

Deshalb würde ich Oma den Artikel über die Mallorca-Reise auch gegenlesen lassen, bevor ich ihn ins Internet stelle. Vielleicht lacht Oma selbst Tränen über das Erlebnis mit dem Handtaschendieb, möchte aber, dass du die Passage streichst, in der sie auf der Jagd nach dem Dieb mit dem Unterrock am Gebüsch hängen blieb und plötzlich ohne da stand. Das kann nur Oma entscheiden, denn es war ihr Unterrock.

Der Spielraum ist dein Spielraum

Es gibt also Regeln und Grenzen beim Schreiben für die Öffentlichkeit, klar. Aber was hindert uns daran, unsere Spielräume kreativ zu nutzen? Mit Selbstironie zum Beispiel bist du immer auf der sicheren Seite. Wenn du dich über andere lustig machst, musst du bereit sein, ihn aufzufangen, falls der Bumerang zurück kommt. Aber wenn du dich über dich selbst amüsierst, werden deine Leser befreit lachen und sagen: „Haaaa, das kenn ich! Das passiert mir auch immer!“

Wenn du fühlbar, sinnlich, emotional schreibst, erreichst du deine Leser auch emotional. Wenn du bildhaft beschreibst, wie du dich getraut hast, in eine Zitrone zu beißen, werden sie beim Lesen das Gesicht verziehen wie Cartoonzeichner die Mundwinkel runterziehen, wenn sie einen traurigen Hund malen, jede Wette. Wenn du dir unsicher bist und nicht zu dogmatisch klingen willst, stell einfach Fragen, auf die deine Leser kreativ reagieren können, schon bist du in einem spannenden Dialog mit Menschen, die ähnliche Interessen haben!

Das beste, was dir aber passiert, wenn du endlich die Selbstzensur lockerst und nicht mehr krampfhaft versuchst, nicht von einem anderen Planeten zu sein, sind die Leute, die du triffst. Weil sie an deiner individuellen Stimme erkennen: Ey, da ist jemand, der authentisch ist, der sich nicht verstellt, der auch noch ähnlich tickt wie ich! Und dann werden sie deine Artikel auch lesen, kommentieren, irgendwie auf dich reagieren und deine Artikel im Idealfall sogar teilen, oder deine Bücher weiterempfehlen. Weil es einfach Spaß macht, seinen Freunden zu sagen: „Ich hab gerade so gelacht/mitgezittert/durchgeblickt/geweint, das musst du dir unbedingt angucken!“

Und mit einem Listpost darüber, wie man Listposts schreibst, wirst du kaum noch jemanden erreichen, denn der Content ist schon da. Tausendfach. Mit einem Listpost darüber, wieso es dir ganz persönlich zu blöd ist, Listposts zu schreiben, könntest du mehr Glück haben! 😉

Fazittt?

Wenn deine Texte kein Schwein liest, befolgst du zu viele Regeln für erfolgreiche Blogger. So einfach ist das. Es ist gut, die Regeln mal gehört zu haben, keine Frage. Aber wenn du dich brav an alle Regeln hältst, schreibst du wie alle Welt. Wenn du so schreibst, wie dein Deutschlehrer es wollte, schreibst du wie alle Welt. Wenn du deine innere Wildsau von der Leine lässt und schreibst wie du, bist du »unique«, dein eigenes Alleinstellungsmerkmal mit zwei Buchstaben: Du. Das heißt ja nicht, dass du dich nur um die Fusseln aus deinem eigenen Bauchnabel drehen sollst. Aber es heißt, dass du mit deiner verstimmten Kinderplastikgitarre performen sollst, wenn du einen Lauf hast. Dann kannst du meinetwegen auch die tausendste Coverversion von »Hairway to Steven« raushauen. Aber mach es mit deinem Beat. So. Und jetzt noch mal die Frage!

Was ist das Alleinstellungsmerkmal deines Blogs?

45 thoughts on “Wie du erfolgreich auf Tipps für erfolgreiches Bloggen scheißt – und trotzdem Spaß hast!

  1. Kerle, Kerle …
    Da hätte ich es beinahe geschafft, mich von meinem Rechner zu lösen und ganz bäuerlich vernünftig meine Schlafstatt aufzusuchen … und dann DAS!
    Bin mir noch unsicher, ob ich lachen, heulen, mir die Schenkel klopfen, oder alles gleichzeitig versuchen soll …
    Wunderbarer Text jedenfalls!
    Morgen mehr …

    1. Oh, äh, öhm, ich wollte dich natürlich nicht vom Schlafen abhalten! *schäm* Aber weißt du, das ist so, ich fange mittags „mal eben“ an, einen Artikel zu schreiben und dann … schwups, Zeitloch und so, du kennst das. Bis das Monster dann online geht, ist es manchmal sechs Uhr morgens, so gesehen war ich heute früh dran! 😉
      Aber ich muss sagen, das Kompliment, dass Leser meinetwegen schlaflose Nächte haben, höre ich in letzter Zeit öfter, und es gefällt mir ausnehmend gut! 😀

  2. Dein Artikel hat die Schulnote 5 verdient, weil du:
    1. ihn nicht SEO optimiert hast
    2. vulgäre Ausdrücke in der Überschrift verwendest
    3. viel zu emotional schreibst. Bitte bleibe auf der sachlichen Ebene.
    4. dich nicht an die Regel hältst, dass Texte mit mehr als 500 Wörtern nicht gelesen werden und deine Kundschaft langweilen.
    5. vergessen hast, ihn mit Bildern, Fotos oder Zeichnungen zu unterlegen

    Deshalb erhält er von mir persönlich die Schulnote 1+ mit *chen ☺

    Es grüsst
    DieReiseEule /ventilierpartikel

    1. Da flattert nachts die Eule durch meinen Blog, wie schön!

      Und das ist die beste 5, die ich jemals bekommen haben, ich glaub, die drucke ich mir aus und hänge sie mir über den Schreibtisch! Oder ich schicke sie an meine alten Deutschlehrer! 😀

  3. Ich bin enttäuscht. Wie lange du gebraucht hast, um auf „ich“ als Lösung zu kommen. Ich habe das gesehen, gelacht, und es dann weggeklickt. Ich dachte, das wär so ’ne Scherzfrage mit dem Alleinstellungsmerkmal. Sollte die Antwort nicht völlig offensichtlich sein?

    Aber wenn wir nicht gerade versuchen, eine Bombe zu entschärfen, sind Fehler gar nicht so tödlich, wie man immer meint.

    Mach den fett, den Satz. Rot. Blockbuchstabig. Wieauchimmer.

    Da liegt nämlich der Hund im Pfeffer und der Hase begraben.

    Fehler machen geht gar nicht. Ist völlig verpönt in unserer Gesellschaft. Zwei Dutzend Bücher sind seit 2008 erscheinen, von Wirtschaftstypen. Alle lassen sch darüber aus, daß die große Krise nicht schuld des rottigen Finanzsystems sein kann. Oder des maroden Dreckskapitalismus. Völlig ausgeschlossen. Das System versagt nie. Zig Seiten Gelaber über die Ursachen und keiner von denen sieht sie. Weil sie nicht wollen und nicht können. Sie sind drauf trainiert, es nicht zu können!

    Immer der Spruch, das wäre jetzt total die Ausnahmesituation gewesen. Gequirlter Mist. War es nicht. Ist es nicht. Wird es auch eim nächsten Mal nicht sein. Jeder Historiker braucht nur mal die letzten 30 Jahre und weiß genau, daß Krisen zum Kapitalismus gehören wie Geschmack zum Tee.

    Oder Menschen. Es sind immer Menschen, die versagen. Ist ja kalr. Die Gesellschaft kann ja nicht versagen. Völlig undenkbar, das. Die Gesellschaft geht nie in die falsche Richtung, muß also ein individuelles Problem sein.
    Sagt dann auch der Gehirnwartungsexperte. Der einen in dem Moment witzigerweise immer als isolierten Faktor behandelt. Aber sonst muß man immer das große ganze sehen. Wenn das Gehalt gekürzt wird. Oder so.

    Liegt daran, daß Psychotherapeuten auch Teil der Gesellschaft sind. Schätze ich.

    Ähmmm…ich schweife ab. Sagte ich schon, daß das ein guter Satz ist, den du da hast?

    1. Ja, da ist beim Einhorn aber ganz schnell der Schweif ab! Höhö, sorry, das Wortspiel musste raus. Mein erster Gedanke war: „Typisch Einhorn, kommt mit ’nem Wattebällchen zu ’ner Schießerei!“, aber, nein, ich find das gut, wie du die Bosse mal so richtig von hinten, also, auch das Kapital. Richtig archaisch! Zeig’s ihnen, Tiger! Äh, Einhorn!
      Ich hatte neulich eine kommunale Dame von der SPD vor der Tür, die mir Rotwein schenken wollte. Nee, danke, hab ich gesagt, der ist mir nicht ROT genug, hab ich gesagt! Boar, hab ich’s der gezeigt! Sie soll mal lieber Klassenkampf machen statt Wahlkampf, hab ich gesagt, da fragt die mich: „Wollen Sie denn dann wenigstens ein Glas Marmelade von mir?“ *rummmmms*
      Und daran, dass ich dich enttäusche, müsstest du doch eigentlich langsam gewöhnt sein! 😀

    1. Achtzehn Jahre hab ich in diesem Blog gesessen und nicht ein einziger erkennbarer artikulierter Laut ist über meine Tastatur gekommen! Ich gehe mit und setze ein Hava Nagila!

  4. Einfach herrlich zu lesen! Genau das, was ich an einem Blogbeitrag liebe. Nicht die 08/15 Aussagen, sondern Text, der von Herzen kommt. Dein Schreibstil ist der Grund, weshalb ich bleiben werde 😉
    Liebe Grüsse
    Veronica

    1. Oh, wie schön! Dein Kommentar macht nicht nur mir Mut, die Klappe in meinem eigenen Stil aufzureißen, sondern auch allen Bloggern, die das hier lesen! Danke dafür! 🙂

  5. Hallöchen,
    ich bin gerade einfach nur geflasht, denn ich habe schon lange keinen so witzigen und wunderschön ehrlichen Text mehr im Internet gelesen. Ich konnte gar nicht aufhören weiterzulesen und das passiert mir wirklich selten bei Blogs, gerade weil sie, so wie du es schreibst, so langweilig und gleich sind. Und ja, ich beneide dich sehr um deine TARDIS auf deinem Schreibtisch, aber dafür habe ich meine TARDIS Keksdose und mein riesiges TARDIS Poster an meiner Türe, dass mich gleich wieder daran erinnert, dass ich ja in einer wohne xD Übrigens ein sehr toller Vergleich mit den Daleks, fande ich sehr amüsant und musste einfach zustimmen. Allgemein muss ich dir sehr zustimmen. Neulich habe ich auf einem dieser „Was du tun musst, damit dein Blog erfolgreicher ist“ Posts gelesen, man soll nur über ein oder zwei Themen auf seinem Blog schreiben und dass eben so oft es irgendwie nur geht…und ich dachte mir in meinem Kopf nur so: Nö! Ich will über 10 verschiedene Themen schreiben, weil ich zu allem etwas zu sagen habe.

    Ganz toller Post, wirklich, ich bin echt begeistert.
    Ich wünsche noch einen angenehmen Tag,
    Lilo von https://liloslifestyle.wordpress.com/

    1. Oh, eine Schwester im Geiste, mir geht das Herz auf! Die Keksdose mit Licht und Sound? Da hab ich meine Kirschlutscher-Munition drin, ich liebe sie! 😀
      Mir ist gerade selbst aufgegangen, dass ich meinen Lesern viel zumute, als auf Facebook angezeigt wurde, dass nach dem Teaser des Artikels noch 4,763 Wörter kommen, umso schöner, wenn ihr mit mir bis zum Ende durchhaltet! 😉
      Aber da ich meine Botschaften sonst in Romanform verpacke, halte ich mich bei meinen Blogartikeln echt kurz! 😀

  6. Narf. Ich verlange Auskunft über deine Geburtsmodalitäten. Es besteht Grund zu der Annahme, dass Teile meiner Persönlichkeit in deine outgesourced wurden. Oder umgekehrt. Jedenfalls brüte ich gerade an einem Artikel, der in eine ganz ähnliche Kerbe haut („So und nur so hast du Erfolg als Autorin!!!111!“). Muss ich gleich mal weitertippen.

    Ach ja, ich hab aber trotzdem ein Alleinstellungsmerkmal: Die Posts, die rumkommen, sind nie die, von denen ich es erwarte und umgekehrt 😛

    1. Du machst mich schon wieder fertig! 😀 Wahrscheinlich kommen wir einfach vom selben Planeten, kann ja nicht jeder für sein spezielles Wrong-Planet-Syndrom einen eigenen kriegen! 😉
      Auf deinen Artikel bin ich jetzt richtig heiß, lass schon mal die Share-Buttons warmlaufen! *händereib*
      Und schon seltsam, was Posts so für ein Eigenleben führen, oder? So viel zur geplanten Blogger-Karriere! 😀

  7. Eigentlich kann ich gar nicht mitreden, aber weil Daleks meine Freunde sind und ich auch den Film mit den verrückten Göttern kenne, vor allem aber weil ich den Text lustig finde, und ich aus diesem Satz jetzt irgendwie jetzt gar nicht mehr heraus finde.

    Jedenfalls wußte ich bis gerade nicht, was ein Listpost ist. Eigentlich weiß ich das immer noch nicht:) Weil, befrage ich die allwissende Müllhalde, kommen lauter Vorschläge, die mir sagen „wie“ ich einen Listpost schreibe. Dabei ist mir dann schnell aufgefallen, dass das die Dinger sind, die bei mir immer in der Rundablage landen. Was SEO und OnPage Optimierung ist, will ich, glaube ich, gar nicht wissen.

    Ich blogge so vor mich hin, weil es Spaß macht (und ich dachte früher, ALLE anderen würden das auch nur aus Spaß an der Freud machen, oder vielleicht unbändigem Mitteilungsbedürfnis).

    Ein gruseliges Ding war, als mir jemand einmal geschrieben hat, man dürfe nur maximal drei Bilder in einem Blogpost verwenden. Ich wollte erst im BGB nachgucken, aber bevor ich reagieren konnte, kam auch schon der Name dessen angeflogen der dieses „Gesetz“ erfunden hat. Irgendein Blogpapstzampanohansel.

    Ich schreibe wann ich will, was ich will und wie ich will und mit sovielen Bildern gespickt, wie ich grad zur Hand habe:)

    Die Hauptsache für mich ist, dass sich meine kleine Leserschar nicht beim Lesen langweilt

    1. Oh, du Glückliche! Bist noch eine von denen, die einfach völlig unbeschwert bloggen und von SEO noch nie gehört haben! Hast du ein anderes Internet als ich? 😀
      Ohne Witz, ich finde es total schön, dass es immer noch Blogger wie dich gibt, an denen der ganze Hype total vorbeigeht.
      Von diesen Päpsten bin ich auch manchmal verwirrt. Manchmal widersprechen sie sich sogar selbst, weil sie „frischen Content“ brauchen und nicht jede Woche dasselbe posten können, ich bin froh, dass ich den Job nicht machen muss, aber mich würden die sowieso nicht nehmen! 😉

  8. By the way, da steht nichts anderes drin als auch von anderen guten Blog-Ratgebern gebloggt wird. 😉
    Macht aber gar nichts, da du es mit deiner eigenen Stimme erzählst. Deshalb habe ich auch gerne den ganzen Text gelesen und nicht nur die ersten 500 Worte.
    Ich gehe jetzt meine Gitarre suchen. 😉

    1. Ja, ich gebe zu, ich habe mich selbst als Leserin von Blogratgebern ein bisschen persifliert! 😀
      Und ich hoffe ja mal für dich, dass du total „unecht“ performst und einen geilen Flow kriegst! Vielleichst schreibst du uns dann auch gleich mal dein Autorenporträt! 🙂

  9. Danke! Danke! Danke! Du machst mir Mut! Ich habe erst vor zwei Monaten mit dem Blogen angefangen und mir solche „Ratgeber“ a la „Damit bekommst zu mehr Leser…“, „so sieht der perfekte Post aus“, blablabla etc pp durchgelesen und dachte mir nur „Nope! Sich an „Regeln“ zu halten macht kein Spaß. Ich habe meinen Blog gestartet um Spaß zu haben und meinen Wahnsinn mal an die frische Luft zu lassen 😀 Ich feier deinen Post (vorallem wg der Doctor Who Anspielung/Vergleich) und geh jetzt mein Einhorn füttern 😉

    1. Was würden wir alle bloß tun, wenn wir den Doctor nicht hätten! Wir wären um viele Metaphern ärmer! 😀
      Und ich finde es saucool, dass du einfach bloggst, um deinen Wahnsinn an die frische Luft zu lassen. Bei mir kommt da so ein herrlich nostalgisches back to the roots feeling auf. Früher haben wir alle so gebloggt und so waren dann auch die Blogs. Bunt, vielschichtig, kreativ, vor allem persönlich.
      Dann kam die Welle, wo uns an jeder Ecke erklärt wurde, wie man „richtig“ bloggt. Und wie gesagt, es ist gut, sein Handwerk zu kennen, nur leider sahen irgendwann alle Blogs gleich aus und dann kam die Diskussion, warum keiner guckt.
      Ich bin also für: Raus aus dem Teufelskreis, Schnauze aufreißen und wie du so schön sagst: Den Wahnsinn an die Luft lassen! 😀

      1. Haha ja der Doctor 😀 Bloß manchmal kommt mein kleiner Spock zum Vorschein (vergleichbar mit Herr Hannibal :O), aber der wird ganz schnell unterdrückt (Das klingt nur logisch!). Ich liebe bunt, kreativ & persönlich und hab keine Lust 8/15 zu sein… War ich nie und werde ich niemals sein. Ich probier mich einfach aus beim Bloggen und schau mal was draus wird 😀 Wahrscheinlich werd ich eh nie die breite Masse erwischen, da ein Mädel über Nerdstuff schreibt, aber ¯_(ツ)_/¯ abwarten und Tee trinken.

  10. Ich hab heut morgen zufällig in der „ich blogge wer liest“ Grupp Deinen Beitrag gefunden.
    Sehr geil. Hab mich gekringelt vor Lachen und fast meine Yoga-Stunde verpasst.

    Diesen unzähligen unsäglichen 0815 Blogger-Tipps haben wir ja alle über. Aber es hat noch niemand so humorvoll auf den Punkt gebracht.

    Beste Grüße aus Bali,
    und alles Gute auch an Herrn Hannibal.
    Den persönlichen Lektor könnte ich auch mal gebrauchen.

    Lena

    1. Irre, ein Kommentar aus Bali! Da ich meine Besucher nicht ausspioniere und nur mit einer popeligen kleinen Statistik Klicks zähle, hab ich mich manchmal schon gefragt, wieso ich nachts so oft Traffic im Blog habe, aber auf die einfache Erklärung „Zeitverschiebung“ wäre ich gar nicht gekommen! Hach, ich liebe das globale Dorf Internet! 😀
      Und Lachen und Yoga kann man ja sehr gut verbinden, ist dann eben Lachyoga. Hannibal würde ich dir übrigens zu gern mal ausleihen, ich frag ihn mal, ob er nicht nach Bali fliegen will. Ein, zwei Wochen ohne diesen Schinder stelle ich mir herrlich entspannend vor, aber ich krieg ihn einfach nicht aus meinem Kopf raus! *zieh* *zerr* 😀

  11. Deinem Artikel kann ich zu 100% zustimmen! Es ist, als hättest du mir aus der Seele geschrieben!
    Das Schlimme ist jedoch, dass genau diese verdrehte Sichtweise, immer alles so zu machen, wie es die anderen sagen, in allen Lebenslagen und ganz besonders in der Gesellschaft gang und gäbe ist. Das fängt bei Bloggern an, geht weiter zu Büchern und endet im Bekanntenkreis. (wie dein Beispiel mit dem gitarrenspielenden Kind).
    Die Gesellschaft sagt dir, wie du zu sein hast. Das wird dir von Lehrern, Schülern, Nachbarn und Arbeitskollegen eingebläut. Und wenn du ganz viel Pech hast, auch noch von Eltern, Geschwistern oder wildfremden Personen, die einfach so auf dich zukommen und wegen irgendeiner Nichtigkeit kritisieren …
    Manchen Leuten macht solch ein „Disziplinarverfahren“ nichts aus. Die wachsen noch daran und werden zu kompletten Revoluzern, die ihren eigenen Weg gehen. Andere jedoch zerbrechen daran. Ich kenne beide Seiten. Doch ob so oder so, dieses ewige „du machst es nicht richtig“ verletzt. Gleichgültig, wie hart du bist und wie sehr du zu dir selbst stehst, oder wie sehr du zu anderen sagst, dass es dir egal ist, was sie über dich denken. … Zu sich selbst stehen, scheint seit jeher die härteste Herausforderung zu sein. *kopfschüttel*. Jetzt leben wir im 21. Jahrhundert und haben es noch immer nicht geschafft, diesen kostbaren Schatz namens Individualität zu schätzen und zu fördern … Aber wahrscheinlich wollen das die ach so tollen Politiker ja – dumme Daleks zu erschaffen, die Steuern zahlen, fest arbeiten und kurz vor der Pension abkratzen.
    Sorry, jetzt bin ich wieder ein wenig Off-Topic gegangen … Aber um noch etwas zu deinem Thema zu sagen: Mir ist es genau so bei meiner Website ergangen (fototraum.jimdo.com). Da hatte mal ein Typ ernsthaft gemeint, wie ich auf die Idee komme, auf einer Fotowebsite Produktbewertungen hineinzustellen. (Dass es nebenbei erwähnt, um Fotoequipment ging, hat der Herr wohl leicht übersehen). Nun ja … Idioten gibt es nunmal. Und weil ich mir von niemand sagen lasse, was ich auf meine Website stelle, habe ich einige Zeit Später auch mein „Baue dir deinen Computer selbst zusammen Projekt“ hochgeladen.
    Aber wie hat Einhorn geschrieben: Die Gesellschaft macht ja nie Fehler.
    Nein, natürlich nicht. Die Gesellschaft als Ganzes ist ja unfehlbar. *sarcasm off*

    1. Ich finde gar nicht, dass du Off-Topic gegangen bist, du erinnerst uns mit deinem differenzierten Denken eher daran, dass das Problem ja (wie immer im Leben – leider) noch viel tiefer geht. Wir sind alle so an defizitorientiertes Denken gewöhnt, dass wir es oft gar nicht mehr wahrhenmen. Das geht ja oft schon bei Babys los, wenn Mütter vergleichen. „Ach, dein Kind kann noch nicht laufen?“ „Dafür kann deins ja noch keine 3-Wort-Sätze!“ Nicht: „Oh, deins kann aber schon toll laufen!“ und „Dafür erzählt deins schon so schön!“
      Wenn man sich da nicht ganz bewusst stark macht und sich dem entzieht, macht man sich selbst die Hölle auf Erden und den Kindern auch, die die erlernte Hölle dann weitertragen in die nächste Generation. Meine ältere Tochter hat mit zwei Jahren nur ein paar Worte gesprochen und ich bekam von allen Seiten Druck, dass ich das Kind mehr „fördern“ soll. Rein organisch war aber alles in Ordnung und ich hatte Vertrauen zu meiner Tochter und meiner „Förderung“, nämlich Liebe und Zuwendung.
      Als sie acht war, stellte die Kinderpsychologin dann bei einem IQ-Test fest, dass ihre verbalen Fähigkeiten denen einer Siebzehnjährigen entsprachen. Heute zieht sie sich Serien grundsätzlich nur im Original rein, weil ihr die deutsche Synchronfassung zu schlecht ist, aber im Schulsystem ist ihre Intelligenz nie angekommen. Weil unser gesamtes System darauf ausgerichtet ist, Schwächen zu bewerten, statt Stärken zu fördern. Eliminiiiieren!
      Und wenn man so daran gewöhnt ist, bei sich und anderen auf vermeintliche Schwächen zu blicken, greift man natürlich dankbar nach jeder Schritt-für-Schritt-Anleitung. Eben, um sich vor immer neuen „Du machst das nicht richtig!“-Verletzungen zu schützen. Deswegen werden wir wahrscheinlich so leicht zu guten Daleks, weil es nicht so schmerzhaft ist, in der Masse unterzutauchen, wie sich den rauen Wind der Kritik direkt ins Gesicht wehen zu lassen.
      Mann, jetzt sind wieder aber wieder tiefsinnig! 😀
      Aber manchmal muss das eben auch mal sein.

      1. Wenn es nach mir geht, kann es gar nie tiefsinnig genug sein. 😀

        Du hast da ein echt gutes Beispiel gebracht. Und ich bin so froh, dass du als Mutter genügend Vertrauen in dich und deine Tochter gesetzt hast, um den richtigen Weg zu gehen.
        Und selbst wenn deine Tochter eine Schwäche gehabt hätte, was sagt das schon aus? Jeder Mensch hat Talente. Manche der größten Mathegenies können keinen einzigen Satz ohne Rechtschreibfehler schreiben. Und Leute, die mit Worten gut umgehen können, können dafür halt keine Tausenderpotenzen im Kopf ausrechnen … Und wieder andere sind körperlich einfach fitter und stärker, als Intelligenzbestien. Aber das macht die Individualität ja erst aus.
        Und genau darum sollte die Gesellschaft auch endlich erkennen, dass nur in der Individualität wahre Stärke liegt. (Bei Flüchtlingen wird es angepriesen – bei der eigenen Bevölkerung wird es als Schwäche abgestempelt).

        Aber zum Glück gibt es ja einige Wenige, die – obwohl von der Welt verletzt – weiterhin ihren Weg gehen und sich nicht verbiegen lassen. Denn wenn man sich von solchen beschränkten Leuten verbittern lässt und andere Menschen dann genauso behandelt, ist man im Grunde ja nicht anders, als eben diese Leute, die einem ihr verzerrtes Weltbild aufdrängen wollen.

        Also, an alle Blogger, Schreiber, Dichter und wer das sonst so liest: Macht das, was euch Spaß macht. Bleibt euch selbst treu. Egal, was andere meinen. Und ganz wichtig: Scheißt darauf, berühmt oder bekannt zu werden. Dann macht es umso mehr Spaß. 🙂

  12. ich fasse mich kurz und schreibe nur:ENDLICH! 😉 endlich mal was anderes statt den von dir erwähnten, von mir zigmal gesehenen Überschriften how-to-irgendwas besser machen als alle anderen oder etc pp usw ad infitum.. hab mich köstlich amüsiert – danke dafür 🙂

    1. Ich geb das jetzt einfach mal so zurück: ENDLICH! Seit ich nicht mehr alles richtig mache, sondern so blogge, wie mir der Schnabel gewachsen ist, habe ich Leser, die Leben in die Bude bringen und meinen Humor teilen! Ich sag jetzt einfach mal zu dir und allen anderen: Danke dafür! 🙂

  13. Oh man – wir bloggen erst seit ein paar Monaten. Jetzt waren wir vier Wochen unterwegs und hatten ehrlich gesagt neben wenig Zeit noch weniger Lust neue Artikel zu liefern. Du hast vollkommen Recht. Ununterbrochen wird einem erklärt, wie es richtig läuft. Eine neue Nische scheinbar?! Soll man auf den Zug aufspringen? Die Tipps verfolgen? Mal im Ernst – Wie sollen wir denn bitte schön 4(!!!!) gehaltvolle Posts pro Woche kreieren? Und wieso glaubt uns niemand, dass wir tatsächlich kein Geld mit dem Blog verdienen möchten? Wir freuen uns einfach, wenn wir ein paar Leser haben. Danke, dass Du es so ehrlich aussprichst und uns zumindest eine Last von unserer jungen Blogger-Seele nimmst.
    Liebe Grüße
    Colle & Benne

    1. Ich finde das einfach nur cool, wenn Blogger auch mal sagen, ich steh auf meinen Blog, ich mach das total gerne, aber manchmal sind andere Sachen mir eben viel wichtiger und ich hab dann einfach mal keine Lust, ätsch! 😀
      Die Päpste widersprechen sich alle sowieso gegenseitig. Ich glaub, deswegen hat die katholische Kirche auch immer nur einen gleichzeitig, um die Schäfchen nicht zu verwirren! 😉
      Klar liebt Tante Google Regelmäßigkeit, aber mein Gott, Google ist nicht die Welt! Auch, wenn Google das glaubt! 😀
      Bei mir sind auch immer wieder größere Lücken zwischen den Artikeln, weil ich eigentlich Bücher schreibe und dafür gehe ich in Arbeitsphasen, in denen ich total fokussiert bin und das Abtauchen einfach brauche, um meinen Lesern auch die gewohnte Qualität bieten zu können. Aber wenn ich dann mal wieder blogge, hab ich da auch tierisch Bock drauf, wirklich was zu sagen und freu mich wahnsinnig auf eure Kommentare.
      Wenn ich mir aber vorstelle, ich müsste nach „Redaktionsplan“ bloggen – buääääh! Da würden Artikel bei rauskommen, die ich selbst nicht lesen wollen würde! 😀

  14. Ich liebe Blogs, die sich nicht an irgendwelche Regeln halten und „frei nach Schnauze“ ihre Texte veröffentlichen:-) Vielen Dank für all die Schmunzler und der Wahrheit, die in diesem Beitrag verbaut wurde. Eine glasklare Leseempfehlung von meiner Seite aus! Ich habe dich in meiner Wochenschau reingebracht https://www.social-web-news.de/wochenschau-kw-37/ und wünsche mir, das noch recht viele Leser diesen Beitrag lesen werden 🙂
    LG Tina

  15. Ich war ja mal auf so einem gruseligen SEO-Seminar, in dem mir auch erklärt worden ist, wie man wirklich so richtig geil optimiert schreibt und dabei ganz tollen Content liefert. Es hat sich herausgestellt, dass das für mich eh nicht funktionieren kann, denn dann könnte ich auch einfach Amazon-Bewertungen schreiben und das Bloggen lassen. Mir doch egal, ob das jetzt 200 Leute mehr geil finden. Insofern finde ich deine Ausführungen absolut einleuchtend. Und darüber hinaus auch gut, denn ich bin ein anfälliger Mensch und denke manchmal über List-Posts nach, auf die ich dann aber doch keinen Bock habe, weil mir das zu anstrengend ist. Also DANKE! 😀

  16. Sehr herzerfrischender Artikel über das Bloggen! Vielen Dank dafür. Ich glaube ja, dass der Tipp mit den mindestens 3 Posts pro Woche nur deshalb bei den ganzen How To Artikeln steht, weil die Verfasser wissen, dass das kaum einer hinkriegt und sich dadurch keiner beschweren kann, dass die ach so tollen 100% garantierten Tipps nicht funktionieren. Weil wenn man nur ein Mal pro Woche bloggt, dann hat man sich ja nicht an die Tipps gehalten.

Und was ist deine Meinung?